Dienstag, 21. März 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank 2.1: Inspiration

Schon bei der ersten Runde dieser tollen Aktion (Finale hier) von Yvonne und Monika hätte ich liebend gern mitgemacht, da sie doch sehr meiner Herangehensweise entspricht.
Ich lasse mich meistens von Laufstegmodellen inspirieren und versuche sie oder einen gewissen Stil, den sie transportieren, der natürlich meinem nahe kommen muss, dann umzusetzen.

Ich stöberte also - vorfreudig, dass ich mit etwas mehr Zeit wohl in der 2. Runde mitmachen könnte - bei Pinterest, bei Vogue online und in meinen Zeitschriften, nur um doch immer wieder auf Gucci und Miu Miu und - trenchcoatbezogen - wie Monika auf Burberry zurückzufallen...

Yvonne hat hier eine wunderbare Zusammenfassung zum neuen Gucci-Stil geschrieben, den Alessandro Michele aufgebracht hat, und der meiner Meinung mal völlig zurecht gehypt wird.
LOVE IT!! Am liebsten würde ich diesen kreativen Kopf in meinen Keller sperren, damit er nur für mich designt. So, jetzt ist es raus.

Miu Miu finde ich auch schon länger toll, und im Rahmen des Prada-Sew-Alongs nähte ich einen Mantel, den ich immer noch liebe aber nicht jeden Tag anziehe, weil er maximal exzentrisch ist!

Beide Marken bestechen in den letzten Jahren mit herrlichen Farben und einem alles andere als unauffälligen Stil, der sich modisch an vergangenen Jahrzehnten, oftmals an den 60ern und 70ern orientiert.

Soweit sogut. Und am Ende des Tages lande ich - wie so oft - bei den Mänteln.
Mein letztes Exemplar ist leider ein totales (Rosen-)Montagsmodell geworden, ich werde ihn wohl nicht tragen, hab´s ein paarmal versucht aber fühle mich total unwohl. Er sitzt einfach nicht.

Außerdem ist es so, dass ich unbedingt einen passenden trenchcoatartigen Mantel benötige.
Ganz ehrlich, ich reiße mich nicht darum einen Trenchcoat zu nähen - diese tausend Schnittteile und Nähte... Also probierte ich immer wieder in diversen Geschäften einige an, aber ausnahmslos alle (inklusive dem, den ich besitze) sind mir im Oberteil zu kurz, die Taille hängt unter der Brust, und wenn ich den Gürtel schnüren muss, fühle ich mich sehr seltsam damit.

Und: ein blauer soll es sein! UNBEDINGT!

Pate stehen diese beiden Mäntel von Miu Miu (RTW Spring 2017)

Quelle: Vogue

und Gucci (Pre-Fall 2015)

Quelle: Pinterest
Dazu möchte ich gern eine schöne Bluse in diesem Stil (Gucci RTW Spring 2017) nähen - wer hier länger liest, weiß, dass ich schon mehrere Hemdblusen in diesem Stil genäht habe. Vielleicht probiere ich es ja mal mit einem anderen Schnitt?

Quelle: Vogue

Mir stehen drei Stoffe zur Verfügung:
ein blauer dicker Viskose-Romanit für den Mantel und ein auberginefarbener Viskosestoff für die Bluse, beides vom Stoffladen um die Ecke:


und ein Viskosestoff, den ich mal von Katharina erstanden habe:


(Die Mantelstofffarbe entspricht eher dem oberen Foto.)

Vielleicht schaffe ich ja zwei Blusen, mal sehen, ich werde es zunächst mit dem oberen Stoff versuchen.

Und nun alle hier entlang, wo wir bei Monika sämtliche Laufsteg-Kleiderschrank-Pläne präsentiert bekommen! Ich freue mich sehr dabei zu sein!

Zur Erinnerung noch die Termine:

Termine 2. Runde:
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Mi. 15.03. Inspirationen
Fr. 31.03. Zwischenstandsbericht
So. 30.04. Ab­schluss­prä­sen­ta­ti­on

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 28. Februar 2017

Faschingsprojekt: Jacquard-Trench nach "Nähtrends"

Nun ja, mit Faschingsprojekt meine ich eigentlich, dass ich den Mantel über das Faschingswochenende genäht habe. Aber wenn ich ihn mir so ansehe, könnte ich damit auch als chinesische Porzellanvase gehen.
Ihr seht, ich bin noch nicht so ganz überzeugt.



Genäht habe ich einen sogenannten leichten Trenchcoat nach einem Schnitt von American Vintage, aus der Nähtrends (ehemals Patrones) 6/16.
Besser gesagt: ich sah mir meinen riesigen Stoffvorrat an und überlegt, welcher als nächster dran glauben muss, und entschied mich für einen schönen Satin-Jacquard, den ich von einer ortsansässigen Dirndldesignerin Ende letzten Jahres bekam. Sie mistete ihre Reste aus und gab sie für wirklich kleines Geld ab. Ihre Stoffe kauft sie in Italien und Dubai - keine Ahnung woher dieser hier ist, aber er ist schwarzgrundig und mit schillernden Blumen übersät - wirklich sehr schön.

Ich ahnte aber schon, dass ich ihn "brechen" muss mithilfe eines eher maskulinen schlichten Schnitts, damit das alles nicht zuviel des Guten wird, und wählte besagten Schnitt aus der Nähtrends.


Ich dachte mir, das wird eine einigermassen einfache Baustelle: kein Futter, wenig Nähte, kein Reverskragen. Sprachs und stellte sich erstmal (mindestens) eine Stunde hin und stellte 7m Schrägband zum Versäubern her, nur um dann mitzubekommen, dass der Stoff doch so instabil ist in seiner Webung (Satin und auch noch Jacquard), dass er komplett verstärkt werden sollte, wenn ich ihn öfter als einmal tragen möchte. Das erforderte dann also doch ein Futter...

Außerdem waren für den Schnitt 2,20m vorgesehen, mir standen aber nur 1,90 zur Verfügung. Ihr könnt Euch also vorstellen, wie ich mit dem Schnitt um jeden Zentimeter feilschte!

Das alles führte also dazu, dass aus dem zuerst als "schnell" eingestuften Projekt ein ziemlicher Nervenfresser wurde. Einigen Beitrag dazu leistete die Leistentasche links und rechts. Die Anleitung in der Nähtrends war für mich absolut unverständlich, und die Burda-Anleitung ging mit dem Schnittmuster einfach nicht zusammen. Ich probierte und friemelte mit diesem Jacquard also herum, bis ich zwei Taschen hinbekam, die sicher so nicht gedacht waren, aber egal.


Futter hatte ich zuhause und arbeitet es nach der Konfektionsmethode ein, am hinteren Schlitz fütterte ich von Hand ein.



Insgesamt ist es noch eher die Passform, die mich zweifeln lässt, aber dazu muss ich mal Tragefotos posten. Er ist an den Schultern (trotz Verschmälerung um 3cm) ziemlich breit und nach unten hin gerade bis schmal. Auch die Armlöcher sind riesig, was zu dem lockeren Sitz obenrum noch beiträgt, trotz Schulterpolstern.
Das Modell sollte außerdem eigentlich leichter fallen, was mit der Rundum-Einlage (auch wenn es nur eine leichte Webeinlage ist) auch nicht recht gelingen will, logisch.

Nun ja, ich werde dem Mantel eine Chance geben, muss ihn aber mit Sicherheit betont leger tragen, damit ich mir nicht vorkomme wie eine Industriellengattin um die 60 (nichts gegen diese!). :-)

Liebe Grüße,
Nastjusha

Montag, 2. Januar 2017

Das fängt ja gut an: Mantel mit Fellkragen zum Jahresbeginn

So begann das Jahr ganz nach meinem Geschmack: den ganzen 1.1. tat ich nichts, als endlich mal wieder zu nähen und einen Mantel fertigzustellen, der seit Wochen auf meiner Schneiderpuppe hing.

Vielleicht ist der einen oder anderen aufgefallen, dass ich nicht nur den Wintermantel-Sew-Along, sondern sogar auch den Weihnachtskleid-Sew-Along mit gerade mal einem Post bedacht habe und dann sang- und klanglos abgetreten bin. Ich kam einfach nicht zum Nähen.
Die Weihnachtsgala meines Lieblingslokals besuchte ich in diesem Jahr zum ersten Mal in Kaufklamotten - und fühlte mich wirklich ganz schrecklich durchschnittlich, kann ich Euch sagen.

Aber genug geheult, die Zeiten haben sich seit letztem Jahr eben geändert, und ich habe weder ein eigenes Zimmer zum Nähen und muss auf das Schlafzimmer ausweichen (wo ich eben ein Projekt nicht mal eben tagelang liegenlassen kann, um bei einem Zeitfenster kurz mal daran weiterzuarbeiten - Leidensgenossinnen wissen sicher, was ich meine), noch wirft mein Leben viel Nähzeit ab. 
Die Arbeit ist mehr geworden und insgesamt wird das Leben immer schneller, in allen Bereichen.
Da ist der meditative Rückzug mithilfe der Näherei zwar anzustreben, aber leider nicht immer machbar.
Ich möchte mich außerdem hier in aller Form entschuldigen, dass ich so gut wie gar nicht mehr kommentiere in anderen Blogs. Das hängt damit zusammen, dass ich nur noch sporadisch zum Bloglesen komme, und ich fürchte, daran wird sich in diesem Jahr nicht sehr viel ändern.
Mir ist klar, dass das einem Rückzug aus der Community gleichkommt, aber der ist nicht so beabsichtigt. Ich möchte weiter nähen und die genähte Kleidung verbloggen, und wenn das jemanden interessiert, freut es mich. Das Kommentarfeld lasse ich nach kurzer Überlegung weiterhin aktiviert, weil ich weiß, wie es ist, wenn man ehrlich und gern kommentieren möchte aber nicht kann, weil die Funktion ausgeschaltet ist. 
Nur Sew-Alongs und Me-Made-Mittwoch und so muss ich glaube ich skippen, weil es nicht fair ist, wenn man bei diesen gemeinschaftlichen Aktionen nicht kommentiert, so ist das glaube ich einfach nicht gedacht. 
Und wenn es meine Zeit zwischendurch erlaubt, lese ich mit Vergnügen über alles, was sich bei anderen tut.

Vielleicht ändert sich das alles mal wieder, aber gerade fühlte ich, dass ich dieses Thema zu Beginn des Jahres kommunizieren möchte.

Jetzt aber zum wirklich Interessanten!


Ich hatte bei meiner großspurigen Ankündigung zum Wintermantel-Sew-Along einen Stoff vorgestellt, den mir die tolle Wiebke mal auf dem Maybachufer-Markt gekauft und geschickt hat, weil sie fand, der Stoff würde mir so entsprechen... ich bin immer noch ganz gerührt von dieser Aktion. 
Dieser Stoff ist ein wunderbarer schwerer  Wollstoff mit eingewebtem Muster, Wiebke hat ihn HIER zu einem Rock vernäht.
Anstatt auf einen original-Schnitt aus einer 70er-Burda zurückzugreifen, entschied ich mich, die Jacke Nr. 119 aus der Oktober-Burda 2016 zu nähen.

Ich fügt wie immer im Oberteil 2cm Länge zu, und hätte das auch bei den Ärmeln tun sollen, wie sich nun herausstellt, aber nun ja. Ansonsten bin ich mit dem Schnitt sehr zufrieden!

Der Mantel hat einen sehr schönen leicht ausgestellten Schnitt mit einer hinteren Schulterpasse, die hier mit dem Muster natürlich total untergeht. Immerhin habe ich es geschafft, den Musterverlauf so zuzuschneiden und zu nähen, dass alles einigermassen gerade aussieht und nicht total versetzt liegt.


Die Paspeltaschen sind etwas tricky, wenn auch eigentlich nicht viel anders als normale Paspeltaschen. Wahrscheinlich war ich einfach nur zu blöd für die Anleitung, aber die erste Paspeltasche versemmelte ich komplett, sodass ich das ganze Vorderteil neu zuschneiden musste.
Zum Glück hatte ich noch genügend Stoff.


Gefüttert habe ich mit Steppfutter (außer in den Ärmeln, dort mit normalem Futter).
Sibylles Hexenbuckel im Gedächtnis (hihi, sorry, Liebste), verzichtete ich auf die Bewegungsfalte in der Rückenmitte. Eine von uns muss halt den ganzen Scheiß erst durchmachen, damit die anderen daraus lernen können.


Die Paspeln und den oberen Reverskragen habe ich aus einem Wildlederimitat genäht, welches ich HIER schon einmal zu einem Mantel verarbeitet habe. Es passte farblich ganz gut zu dem Wollstoff, und da ich mir Paspelnähen aus dem schönen aber fransigen Wollstoff ersparen wollte und auch fand, dass der Reverskragen mit dem großen Muster nicht so gut zur Geltung kommt, entschied ich mich zu dieser anfänglich etwas wild-westlich anmutenden Variante.


Der eigentliche Plan aber war - wie auch in dem Schnitt von Burda vorgesehen - einen abnehmbaren Fellkragen dazu zu nähen. Ich habe von meiner Nachbarin einmal mehrere alte Krägen und Felle geschenkt bekommen, und ein Stück davon passte von der Größe ungefähr zum Schnitt.
Allerdings traute ich mich an die Pelzverarbeitung nicht ganz ran und beauftragte einen ortsansässigen Kürschner, mir den Kragen nach dem Schnittteil zu fertigen. Ich zahlte meiner Meinung nach angemessene 80,- Euro, und das gute Gefühl, so altes Handwerk und lokales Geschäft zu fördern, gab´s gratis dazu. So sieht das gute Stück aus:


Gefüttert wurde der Kragen mit einem Stoff, den ich mitgab, das ist ein normaler Futterstoff aus Viskose. Die Ecken hat der Kürschner drangenäht, die olle Knopfleiste, die mit der Hand mehr schlecht als recht nachträglich angetackert wurde, ist natürlich von mir.



 An den Kragensteg des Mantels habe ich kleine Knöpfe angenäht, und dann ist es gar kein Problem, den Fellkragen über die Ecken des Reverskragens zu ziehen und anzuknöpfen.
Das hält wunderbar so, ich habe den Mantel heute bereits ausgeführt.




Und so stolzierte ich heute in die Stadt durch zarten Schnee (-matsch).
Danke, liebste Wiebke, ich habe durch Dich ein neues Lieblingsstück!



Euch allen ein gutes, gesundes und großzügiges Neues Jahr! 

Liebe Grüße,
Nastjusha