Mittwoch, 17. Februar 2016

Me Made Mittwoch im ersten Fashion Style Kleid

Letzte Woche bekam ich Post von der lieben Lottie und drin befand sich die Fashion Style 11/2015, es wurde mein erstes Exemplar dieser Zeitschrift überhaupt. Erstaunt darüber, dass ich gleich ein paar interessante Modelle darin entdeckte, machte ich mich am Wochenende ganz spontan an das Kleid Modell Nr. 26, ein Jerseykleid, nachdem ich erfolgreich ein Lieblingsshirt aus Strickshirt geklont hatte und einen Vorsatz für dieses Jahr - nämlich meine Jerseyverarbeitungsfähigkeiten zu trainieren - begonnen hatte in die Tat umzusetzen.

Ich hatte einen Viskosestretch beim letzten Maybachufer-Ausflug im November erstanden, auch Karin und Wiebke taten dies: erstere hat bereits ihr wunderschönes Weihnachtskleid daraus genäht, und letztere zeigt heute ein sehr stimmiges Vintage Shirtdress daraus!

Mein Problem war, dass ich bei dem Stoff keine Vision hatte, was daraus werden sollte, das passiert mir ehrlich gesagt ziemlich selten. So ganz überzeugt war ich von der Stoff-Schnitt-Kombination nicht, aber ich machte mich dennoch dran.

Zum Schnitt muss ich sagen, dass ich mit dem völlig anderen System dieser Zeitschrift mehr schlecht als recht klargekommen bin. Die Beschreibung war zum Teil so kryptisch, dass ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht so recht wusste, was sie von mir wollen. Aber vielleicht bin ich schon so an Burda gewöhnt, dass ich mit anderen Beschreibungen meine Probleme habe? Keine Ahnung.
Ich bin auch immer noch nicht ganz sicher, ob ich die Wicklungen und Raffungen alle richtig gemacht und platziert habe, aber es macht insgesamt schon Sinn so, egal, ob es auch so gemeint war.


So finde ich es ganz ok. Bei dem komischen Schnitt war ich zu faul das Oberteil zu verlängern, das spüre ich nun ganz deutlich, und immer wieder erwische ich mich dabei wie ich versuche das Kleid herunterzuziehen. Auch der Rockteil ist zu kurz (und das alles, obwohl die Fashion Style in ihren Schnitten von einer 1,72m großen Frau ausgeht und nicht von einer 1,68m großen wie die Burda), sodass ich einfach mit der Overlock unten versäubert habe. Vielleicht versäubere ich nachträglich doch noch mit einem Schrägstreifen. Alles in einem sehe ich aber leider ein bisschen rausgewachsen aus, wie immer bei Kleidung, die nicht oben und unten verlängert ist.


Ein bisschen krumm stehe ich da, eigentlich sitzt das Kleid hinten normal. Ich habe auf den Reißverschluss hinten verzichtet und quetsche mich lieber so rein, das geht ganz gut, auch wenn es bestimmt lustig aussieht... :-)


Hier auf dem ersten Detailfoto kommt die Originalfarbe ziemlich gut rüber. Auch kann man erahnen, dass der Schnitt nichts für Frauen mit großer Oberweite ist. Ich habe mit dem Kleid optisch eine Körbchengröße mehr!

 

Abschließend muss ich sagen, bei der Anprobe nach Fertigstellung war ich wirklich der Meinung, dies sei mit Abstand das spießigste Kleid, was ich je genäht habe (Karin und Wiebke haben ein viel passenderes Schnittmuster gewählt, finde ich!). Ich fand, Stoff und Schnitt wirken in Einheit schrecklich langweilig und altbacken.
Außerdem erinnert mich der Ausschnitt und das ganze Geraffel vorn schwer an Biedermeierkleidung!
Mit Stiefeln, ein bisschen unordentlichem Haar, großen Ohrringen und vor allem VIEL knallrotem Lippenstift fühlt es sich schon ein bisschen cooler an. Puh.
Ich denke, ich werde zu gegebener Zeit dem Schnitt noch eine Chance geben, dann ordentlich geändert und mit passenderem Stoff.

Schnitt: Fashion Style 11/2015, Model 26, Gr. 38, keine Änderungen
Zeit: mehr als nötig wegen der ungewohnten Beschreibung/Schnittmusterteilmarkierungen, nämlich ein ganzes Wochenende
Kosten: ca. 10,- Euro

Und damit reihe ich mich nach Längerem mal wieder ein beim Me Made Mittwoch, heute angeführt von Gastbloggerin Katja in einem sehr schönen Blazer!

Liebe Grüße,
Nastjusha