Montag, 25. Januar 2016

Burda-Longjacke für drinnen und draußen


Am letzten Wochenende habe ich mir endlich wieder mal ein bisschen Zeit zum Nähen genommen.
Seit neuestem arbeite ich in einem Büro und nicht mehr in den eigenen vier Wänden, was grundsätzlich toll ist! Das Haus ist aber über 400 Jahre alt und nicht saniert (nagut, jedenfalls ist es nicht in den letzten Jahren saniert worden, sicherlich aber schon in den letzten 400 Jahren!), und das Büro wird mit einem Holzofen geheizt, ich liebe das! Dieser Umstand bringt aber auch mit sich, dass es morgens vor dem Anschüren zapfig ist, besonders in den letzten Tagen, wo es so klirrend kalt war.
Es bestand also dringender Bedarf an einem warmen Strickmantel, der mir über die erste Stunde hilft.

Mein geliebter Stoffladen um die Ecke hat gerade wieder einen Ausverkauf und gab seine Reste für 50% her. Ich fand drei Coupons eines wunderschönen dicken gestreiften Wollstoffs (100% Wolle) à 80-85cm Länge und dachte mir, daraus könnte ich mir einen Mantel zusammenpuzzeln.

Nach Durchsicht meiner Zeitschriften entschied ich mich für ein Schnittmuster aus der Januar-Burda von 2011. So sieht der Mantel in der Zeitschrift aus (mit Link zum online-Schnittmuster):

206974-variante
Quelle: Burdastyle.de
Und so ist er bei mir geworden:


Ohne Gürtel:


Der gekaufte Stoff war eigentlich quergestreift, ich habe ihn aber quer zum Fadenlauf, also längsgestreift, zugeschnitten (weil dann die Länge der Stoffbreite von 1,40m entsprach) um die Länge des Mantels hinzubekommen. Es fehlte dann aber an der Breite, sodass die Ärmel nicht mehr ganz rausgekommen sind. Letzten Endes habe ich die Ärmel in der oberen Hälfte geteilt und unterschiedlich zugeschnitten, sodass nun das obere Drittel quergestreift und die unteren zwei Drittel längsgestreift sind. Die Nahtzugaben der Teilungsnaht habe ich mit einem Zierstich festgesteppt.

hier kommen die Echt-Farben gut rüber
Die Ärmel habe ich mit 2cm Saumzugabe zugeschnitten, und selbst damit fallen sie sehr lang aus. Das ist aber für meine Bedürfnisse gut, denn so bedecken sie meine Hände, wenn mir kalt ist.
Wenn die Hände dann warm sind, schlage ich die Säume der Ärmel um. Damit dann die Nahtzugabe nicht absteht, habe ich diese an den unteren 10cm mit demselben Zierstich festgenäht. Das wäre mit Geradstich sicher unauffälliger geworden, aber nun ja.


Der Mantel ist ein Blitzprojekt: es gibt kein Futter und es muss nicht versäubert und gesäumt werden. Das spart enorm viel Zeit und funktioniert mit diesem Wollwalk hervorragend!
Hier sieht man die unversäuberten Innennähte und das Nahtband am Kragen. Ich habe (entgegen der Anleitung) auch eins an den Schulternähten angebracht.


Ich trug den Mantel gestern zuhause und dann sogar heute um den Kleinen vom Kindergarten abzuholen. Es hatte lt. Smartphone 1 Grad, und ich fror nicht! ICH!! (Die größte Frostbeule von allen.)


Normalerweise füttere ich wirklich alles um optimalen Fall zu gewährleisten, aber da dieser Mantel ursprünglich nur für drinnen gedacht war, sparte ich mir das. Man kann ihn so tragen, ohne dass der Stoff großartig schoppt, das ist super.



Und nochmal mit "ausgefahrenen" Ärmeln. Kann gar nix mehr passieren so!



Schnitt: Burda 1/2011, Modell 126B, Gr. 38
Änderungen: im Oberteil 2cm zugegeben, Schultern um 1,5cm verschmälert
Nähzeit: ca. 4h
Kosten: 13,- Euro.

Das Schöne an dem Schnitt ist: er funktioniert sowohl mit dünnen Jerseys als auch mit dickem Wollwalk - in dem Burda-Heft sind beide Varianten vorgestellt und sehen gut aus.
Große Empfehlung für diesen einfachen und gut funktionierenden Schnitt!

Und da Luise letztens fragte: hier handelte es sich eindeutig ergebnisorientiertes Nähen.... :-)
Sehr lesenswert ihr neuester Post aus der Rubrik "Kleines pädagogisches Wörterbuch"!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Montag, 11. Januar 2016

Endlich: Ginger Skirt von Colette Pattern

Seit Tagen trage ich ein und denselben Rock, meinen neuesten, "Ginger" von Colette Pattern.
Was heißt hier neu, ich habe ihn über die Weihnachtsfeiertage genäht.
Bei Julia hatte ich den Rock in verschiedenen Versionen seit Jahren immer wieder gesehen und fand seine Form und den schönen und hohen Bund sehr reizvoll (hier z.B.), aber da ich viel mehr nach Zeitschriften nähe, dauerte es ein Weilchen, bis ich mir dieses Schnittmuster zulegte.

Ich verwendete einen superweichen Wollstoff, den ich beim letzten Besuch des Maybachufer-Markts ergattern konnte. Ich hatte bereits um die 15 Meter gekauft und war auf dem Weg zum Kiosk, der per Hermes (an mein Zuhause) versenden sollte, als ich an einem letzten Stoffladen vorbeikam, in dessen Auslage zwei herrlich gemusterte Wollstoffcoupons (jeder ca. 1,40m lang) meine Aufmerksamkeit erregten. Mann, ich konnte ja nicht mehr schleppen! Der Verkäufer nannte seinen Preis, aber ich knallte ihm entnervt und eiskalt "10,- Euro für beide" entgegen, einfach weil ich nicht noch mehr Geld ausgeben wollte. Und ungläubig schauten Wiebke, Karin und ich zu, wie er grimmig die Coupons einpackte... Was für ein Schnäppchen!
Dazu verarbeitete ich einen dunkelblauen Futterrest aus meinem Vorrat.


Von drei Bundvarianten wählte ich die verspielteste. Ich bin nicht sicher, ob das mit dem Karo so die beste Wahl war, aber schlecht sieht es nicht aus. Was die Karoplatzierung an der vorderen und hinteren Mittelnaht sowie an den Seiten angeht, geht´s sicher auch noch perfekter, aber ich kann damit leben.




Schnitt: Ginger von Colette Pattern
Größe: 8
Änderungen: passte auf Anhieb, ich glaube, ich habe am Saum etwas zugegeben
Nähzeit: ca. 5h
Kosten: 6,50 Euro

Ich glaube, Julias Lieblingsrockschnittmuster wird auch eins meiner liebsten...

Liebe Grüße,
Nastjusha

Samstag, 2. Januar 2016

Fohlenfell-Mantel

Ich hoffe, ihr seid gut in das neue Jahr gestartet und seid voller Energie und Tatkraft!

Nachdem ich in letzter Zeit sehr wenig genäht habe, war ich zwischen den Jahren ganz heiß drauf.
Und da seit Beginn des WKSA der Stoff für einen Mantel im Weg lag, machte ich mich an seine Realisierung.

Wie hier schon geschrieben, hatte mich Wiebke auf dem letzten gemeinsamen Maybachufer-Stoffmarktbesuch im November überredet doch ein paar Meter von dem kurzflorigen glänzenden Fake-Fur in schwarz und dunkelbraun mitzunehmen. Sowohl sie als auch eine befreundete Kostümbildnerin bezeichneten den Stoff unabhängig voneinander als Fohlenfell-Imitat! Dann muss wohl was dran sein (ich wäre nicht darauf gekommen). Dieses Foto gibt die Farbe und den Glanz es Stoffs ganz gut wieder.


Daraus wollte ich diesen Mantel aus der Patrones 247 nähen. Das Schnittmuster hatte schon seit Jahren einen Einmerker. Manchmal dauert es eben ein wenig bis zur Realisierung eines Nähplans.


Ich habe mich an das Schnittmuster gehalten und nur die Zierblenden auf Taschen und an den vorderen Kanten und den Säumen weggelassen. Die hätte man mit dem gemusterten und strukturierten Stoff eh nicht sehr gut gesehen. Und Arbeit habe ich mir so auch gespart.

Der Stoff ließ sich sehr gut verarbeiten, und da es diesmal keine komplizierten Taschen und Reverskrägen gab, war der Mantel ruck-zuck genäht, wirklich!



Gefüttert habe ich den Mantel und die Kapuze mit Steppfutter. Der Verkäufer in einem der örtlichen Stoffläden musste fast in den Keller gehen um es zu holen. Fast kopfschüttelnd meinte er, er würde das ganze Jahr über kein Steppfutter verkaufen... :-)


Weil ich dachte, das Futter würde etwas Platz einnehmen, schnitt ich die spanische Gr. 42 zu, die mir eigentlich etwas zu groß ist. Mit dem großzügigen Schnitt des Mantels hatte ich zwar nicht gerechnet, aber ich finde es eigentlich ganz angenehm, mal einen dicken Pullover unter den Mantel ziehen zu können. Zusammen mit dem Steppfutter habe ich mir einen ziemlich wintertauglichen Dufflecoat genäht.

Schön finde ich den Verschluß durch die drei Riegel.



Da die vorderen Kanten gleichzeitig die vordere Mitte bilden, d.h. kein Untertritt vorhanden ist,  habe ich nachträglich ein paar Häkchen auf Höhe der Riegel, also darunter, angebracht und einen vierten weiter unten, damit es nicht reinzieht. So funktioniert es ganz gut.

Hier sieht man auch, dass ich die gesamte Futterkante, auch an der Kapuze, abgesteppt habe (NZ auf Futter), damit die Kanten sich nach innen rollen. Das war ein bisschen ein Gewurstel an der Nähmaschine, aber der Akt hat sich gelohnt: das Futter bleibt da wo es hingehört, nämlich innen.


Auch bin ich ein Fan von großzügigen Taschen. Ich finde, sie passen sehr gut zu diesem Schnitt.


Danke, liebe Wiebke, wenn du nicht darauf bestanden hättest, dass ich den Stoff mitnehme, hätte ich jetzt nicht dieses Schmuckstück, in dem ich mich so wohl fühle und das mich durch den Winter begleiten wird!

Schnitt: Patrones 247, Schnitt 50, Gr. 42 (span.)
Änderungen: 2cm Länge im Oberteil zugegeben
Nähzeit: ca. 13h
Kosten: ca. 40,- Euro

Damit habe ich meine Stoffstatistik für 2015 nochmal etwas korrigieren können, aber ich habe es wider Erwarten nicht geschafft, mehr zu nähen als ich gekauft habe (dieser Maybach-Ufer-Ausflug hat die Statistik gekillt).
57m habe ich gekauft, knapp 52m vernäht.
Da ich wohl zum nächsten Herbst mein Näh- und Arbeitszimmer aufgeben werde (mein Home-office-Dasein hat endlich ein Ende und findet außerhalb der vier eigenen Wände eine Fortsetzung) und die Kinder jeder ein Zimmer bekommen werden, werde ich mit der Nähecke ins Schlafzimmer ziehen und muss nun beharrlich am Stoffabbau arbeiten. Bis zum Herbst muss ich mindestens die Hälfte meiner Stoffe vernähen und so Platz schaffen.
Drückt mir die Daumen!

Liebe Grüße,
Nastjusha