Freitag, 24. Juni 2016

Aus der Versenkung im neuen Schleppenrock

Ihr Lieben da draußen, ich tauche mal wieder auf aus der Versenkung, nachdem ich nun endlich mal zwei Teile fotografiert habe. Das Bügeln und Anziehen und Fotografieren und Bearbeiten dauert bei mir viel länger als das Schreiben selbst.
Ich bin nicht viel zum Nähen gekommen in letzter Zeit, tatsächlich sind es nur diese zwei Teile gewesen in den letzten Wochen, aber so isses halt, und hat auch sein Gutes, zeigt es doch, dass so einiges los ist. Auch Blogs habe ich überhaupt nicht gelesen, nachdem ich den Computer zuhause kaum mehr anmache und der Arbeitslaptop "blogrein" bleiben soll. Das Verbot habe ich mir selbst auferlegt, und ich halte mich erstaunlicherweise auch daran. Dennoch geht mir dadurch viel verloren, was sich hier so getan hat, aber ich bin guter Hoffnung, mich bald wieder mehr einzuklinken.

Heute zeige ich euch einen Schleppenrock, den ich mir aus Anlass einer Musikpreisverleihung genäht habe. Da ich selbst keine Künstlerin/Preisträgerin war, sollte mein Outfit irgendwie festlich (aber nicht allzu sehr), leger und sachlich gleichzeitig sein. Ziemlich schnell war mir klar, das geht so nur mit meiner geliebten Kombination langer Rock mit Schleppe - Hemdbluse.

Den tollen Rock aus der Burda 09/2014 habe ich bereits einmal genäht und HIER gezeigt.

Ich habe den Rock um ca. 6cm verlängert, weil er mir beim letzten Mal nicht lang genug war, aber ansonsten habe ich alles gehalten wie beim letzten Mal. Der wichtigste Arbeitsschritt war auch hier wieder die komplette Fütterung und Verstürzung des Rocks. So hat er einen wunderbaren Fall und man sieht das Innenleben des Rocks nicht, wenn die Schleppe sich mal dreht oder man sie in die Hand nimmt. Das war bei der Burda so nicht vorgesehen.

keine Sorge, die Bluse spannt eigentlich nicht so... :-)
Vielleicht erkennt der eine oder andere den Stoff wieder: er ist von fashion for designers und ja schon einige Male vernäht worden in der Community - seine schöne Viskose-Qualität ist von der Beschaffenheit wie gemacht für dieses Rockmodell.



Ihr ahnt vielleicht, was nun kommt. So eine Schleppe macht sich wirklich hervorragend auf dem roten Teppich, aber auf der Party später mit Buffet und Tanz und allem drum und dran kann das Ding im schlimmsten Fall nerven, im besten Fall für Unterhaltung aller sorgen.
Bei mir war letzteres der Fall.
Nachdem mir ungefähr 6 Leute draufgestiegen sind und ich diverse Warnungen von allen Seiten entgegennehmen durfte (harhar), bot sich auch noch jemand an, die ganze Zeit mit ausgebreiteten Armen hinter mir herzulaufen und den Schleppenradius zu sichern.
So weit so lustig, aber der Wendepunkt kam mit der absurden Situation, dass an der Barschlange jemand auf die Schleppe stieg, ich einen Schritt nach vorn machte, sie die Schleppe somit spannte und daraufhin ein Zweiter drüberflog... purer Slapstick, ich sag´s euch! :-)

Ab da an habe ich die Schleppe nur noch so gehalten. Ging gut, und auch beim Tanzen lassen sich tolle Effekte damit erreichen! Hab ich für euch getestet.


Ein Wort muss ich auch noch ausnahmsweise zu der gekauften Hemdbluse verlieren, da sie so tolle Details hat, die ich euch zeigen möchte, so recherche-inspirationshalber. Die Bluse ist von Steffen Schraut und aus einer Baumwoll-Elasthan-Mischung, an die ich mich nie im Leben ranwagen würde. Überhaupt habe ich mich nicht getraut eine helle unifarbene Hemdbluse zu nähen weil ich glaube, ich würde sie nicht sauber genug hinkriegen.

Ich habe noch nie gesehen, dass einer der oberen Knöpfe einfach weggelassen wurde.
Das ist natürlich kein Versehen, denn ein Knopfloch fehlt da auch. Allein am Kragen ist ein Knopf und dann wieder der, der sowieso zu bleiben würde, weil dann Schluss ist mit dem Dekolletee.


Hinten Passe und zwei Abnäher, so weit klar. Man sieht aber schon, dass das Besondere die Ärmel sind.


Sie sind oben und unten gerafft und haben eine Manschette, die nach oben geöffnet ist.


So wird aus einer schlichten hellblauen Hemdbluse ein raffiniertes feminines Ding.


Zu dem Ensemble trug ich Schuhe, die ich vor zwei Jahren im Rahmen des Nix-für-Lemminge-Mustermix-Sew-Alongs kaufte, und sie passten perfekt, dazu einen dunkelblauen Kaufblazer ohne Kragen und mein Lieblings-Leo-Tuch.


Alles in einem war ich höchst zufrieden mit diesem Outfit, und es war genau richtig. Ein bisschen schick, ein bisschen leger, ein bisschen extravagant. Perfekt.

Und nun euch ein schönes sonniges Wochenende!
Nastjusha

Kommentare:

  1. Ich finde den Schleppenrock super an dir; Maxiröcke sind an sich schon elegant, auch macht dein Rock ellenlange Beine und sieht im richtigen Maaß besonders aus. Ich kann mich auch noch gut an deinen ersten Rock erinnern.
    Gut, die alltagstauglichkeit ist durch die Schleppe natürlich nicht gegeben, : ), aber wenn man das gute Stück zu handeln weiß, was du ja jetzt kannst, ist der Rock ein wunderbares Anlaßstück.
    LG von Susanne

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  2. Auf diesen Post habe ich schon die ganze Zeit gewartet. Und toll schaut er aus, dein neuer Rock. Schick, leger, extravagant - du hast es selbst perfekt in Worte gefasst ;). Hihi, die Jeansgesellschaft kommt mit der schicken Damenmode nicht zurecht... sehr amüsante Story!
    Ich hoffe, du kommst demnächst wieder mehr zum Nähen und lässt dein Blog nicht verkümmern!
    Liebe Grüße
    Yvonne

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  3. Hahaha ein Fallenstellerrock, wie witzig ist das denn. Ach hätte ich doch bloss auch mal eine Verleihung/Gala/ach ich nehme auch ne einfache Hochzeit, du wärst sofort kopiert!
    Lg Sybille

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  4. Der Rock ist super!
    Eine hellblaues Hemd steht schon lange auf meiner Wunschliste. Danke für den Tipp.
    Lieber Gruß
    Elke

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