Samstag, 2. Januar 2016

Fohlenfell-Mantel

Ich hoffe, ihr seid gut in das neue Jahr gestartet und seid voller Energie und Tatkraft!

Nachdem ich in letzter Zeit sehr wenig genäht habe, war ich zwischen den Jahren ganz heiß drauf.
Und da seit Beginn des WKSA der Stoff für einen Mantel im Weg lag, machte ich mich an seine Realisierung.

Wie hier schon geschrieben, hatte mich Wiebke auf dem letzten gemeinsamen Maybachufer-Stoffmarktbesuch im November überredet doch ein paar Meter von dem kurzflorigen glänzenden Fake-Fur in schwarz und dunkelbraun mitzunehmen. Sowohl sie als auch eine befreundete Kostümbildnerin bezeichneten den Stoff unabhängig voneinander als Fohlenfell-Imitat! Dann muss wohl was dran sein (ich wäre nicht darauf gekommen). Dieses Foto gibt die Farbe und den Glanz es Stoffs ganz gut wieder.


Daraus wollte ich diesen Mantel aus der Patrones 247 nähen. Das Schnittmuster hatte schon seit Jahren einen Einmerker. Manchmal dauert es eben ein wenig bis zur Realisierung eines Nähplans.


Ich habe mich an das Schnittmuster gehalten und nur die Zierblenden auf Taschen und an den vorderen Kanten und den Säumen weggelassen. Die hätte man mit dem gemusterten und strukturierten Stoff eh nicht sehr gut gesehen. Und Arbeit habe ich mir so auch gespart.

Der Stoff ließ sich sehr gut verarbeiten, und da es diesmal keine komplizierten Taschen und Reverskrägen gab, war der Mantel ruck-zuck genäht, wirklich!



Gefüttert habe ich den Mantel und die Kapuze mit Steppfutter. Der Verkäufer in einem der örtlichen Stoffläden musste fast in den Keller gehen um es zu holen. Fast kopfschüttelnd meinte er, er würde das ganze Jahr über kein Steppfutter verkaufen... :-)


Weil ich dachte, das Futter würde etwas Platz einnehmen, schnitt ich die spanische Gr. 42 zu, die mir eigentlich etwas zu groß ist. Mit dem großzügigen Schnitt des Mantels hatte ich zwar nicht gerechnet, aber ich finde es eigentlich ganz angenehm, mal einen dicken Pullover unter den Mantel ziehen zu können. Zusammen mit dem Steppfutter habe ich mir einen ziemlich wintertauglichen Dufflecoat genäht.

Schön finde ich den Verschluß durch die drei Riegel.



Da die vorderen Kanten gleichzeitig die vordere Mitte bilden, d.h. kein Untertritt vorhanden ist,  habe ich nachträglich ein paar Häkchen auf Höhe der Riegel, also darunter, angebracht und einen vierten weiter unten, damit es nicht reinzieht. So funktioniert es ganz gut.

Hier sieht man auch, dass ich die gesamte Futterkante, auch an der Kapuze, abgesteppt habe (NZ auf Futter), damit die Kanten sich nach innen rollen. Das war ein bisschen ein Gewurstel an der Nähmaschine, aber der Akt hat sich gelohnt: das Futter bleibt da wo es hingehört, nämlich innen.


Auch bin ich ein Fan von großzügigen Taschen. Ich finde, sie passen sehr gut zu diesem Schnitt.


Danke, liebe Wiebke, wenn du nicht darauf bestanden hättest, dass ich den Stoff mitnehme, hätte ich jetzt nicht dieses Schmuckstück, in dem ich mich so wohl fühle und das mich durch den Winter begleiten wird!

Schnitt: Patrones 247, Schnitt 50, Gr. 42 (span.)
Änderungen: 2cm Länge im Oberteil zugegeben
Nähzeit: ca. 13h
Kosten: ca. 40,- Euro

Damit habe ich meine Stoffstatistik für 2015 nochmal etwas korrigieren können, aber ich habe es wider Erwarten nicht geschafft, mehr zu nähen als ich gekauft habe (dieser Maybach-Ufer-Ausflug hat die Statistik gekillt).
57m habe ich gekauft, knapp 52m vernäht.
Da ich wohl zum nächsten Herbst mein Näh- und Arbeitszimmer aufgeben werde (mein Home-office-Dasein hat endlich ein Ende und findet außerhalb der vier eigenen Wände eine Fortsetzung) und die Kinder jeder ein Zimmer bekommen werden, werde ich mit der Nähecke ins Schlafzimmer ziehen und muss nun beharrlich am Stoffabbau arbeiten. Bis zum Herbst muss ich mindestens die Hälfte meiner Stoffe vernähen und so Platz schaffen.
Drückt mir die Daumen!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Kommentare:

  1. Die kleine Detailaufnahme mit dem Häckchen, da finde ich kann man sehen wie lang das Fell ist. Sonst sah es für mich immer wie Samt aus, Pannesamt. Wieso Fohlenfell? Das Muster oder der Flor?
    Auf alle Fälle ein schöner Mantel.
    lg monika

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    1. Frag mich nicht... :-) Ich glaube, wegen des Flors und der vielen kleinen Wirbel darin, die ihm eine schöne Struktur verleihen.
      Danke dir und liebe Grüße!

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    2. Meine Oma hatte mal einen Fohlenfellmantel (also zumindest wurde er im Verwandtenkreis so genannt) und der hatte genau so eine wirbelige, kurzflorige Struktur. Allerdings in einfarbig

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  2. Der sieht aber richtig klasse aus! Patrones hat aber auch immer wieder raffinierte Schnitte und mit dem Fohlenfell hast du ein tolles Designerstück genäht. LG Carola

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  3. Super, dein Ponydufflecoat; damit hast du einen schicken und ungewöhnlichen und sicher schön warmen Wintermantel.
    Sehr amüsant, der Stoffverkäufer; kein Wunder, dass er kein Steppfutter verkauft, wenn er es außer Sichtweite der Kundschaft lagert, : ).
    LG von Susanne

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  4. Ein wunderwunderwunderbares Einzelstück. Du hast den sbolut richtigen Schnitt zum Stoff genommen, diess sichere Händchen macht dir so schnell niemand nach.
    LG
    Wiebke

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  5. Den würde ich ja schon mal gerne in echt sehen, ich glaube der ist schwierig zu fotografieren, wegen der Struktur. Das unregelmäßige Muster ist wirklich schön.
    Ein bisschen gruselt es mich ja bei dem Ausdruck Fohlenfell, auch wenn er nicht echt ist. Dabei bin ich sonst gar nicht so empfindlich. Gut, dass der Mantel nicht wiehert ;)

    Der Schnitt ist schön, so ein bisschen 60er, leider nix fürs Fahrrad ohne Untertritt...
    LG frifris

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