Mittwoch, 8. Juli 2015

Me Made Mittwoch im persönlichen Meisterwerk

Ich muss zugeben, ich habe inständig gehofft, dass es kälter werden würde, damit ich euch meinen neuen Mantel zeigen kann, ohne mir blöd vorzukommen.
Voilà, es hat 19 Grad heute, und ich kann euch endlich tausend Fotos zeigen von dem Stück, das ich mein absolutes Meisterwerk nenne.




Es handelt sich um einen Schnitt, den ich bereits zum letzten Stoffwechsel benutzt habe: ein Mantelkleidschnittmuster aus der Februar-Burda von 1972. Beim letzten Mal ist mir die Verarbeitung nicht sehr sauber gelungen, vor allem am Kragen habe ich etwas falsch gemacht, sodass sich oben alles verzieht, innen und außen.

Ich benötigte einen Mantel passend zu meinem langen Hemdblusenkleid und fand, ein Mantel nach diesem schmalen Schnitt würde gut passen. Im Stoffladen um die Ecke fand ich ein sehr hochwertiges Wildlederimitat in taupe, das passte wirklich perfekt (und sieht aus und fühlt sich an wie Wildleder).

Da ich mir diesmal äußerst Mühe geben wollte, kontaktierte ich die liebe Yvonne, die ja den Schnitt auch schon realisiert hat, und sie half mir mit dem Kragen weiter. Außerdem gab sie mir den wertvollen Hinweis, dass ich mir die Videos von Mia Führer mal anschauen soll. Nach diesem System hat Yvonne ihr Mantelkleid gefüttert. Ich sah mir die Videos an und war begeistert. Zwar wird hier alles ganz anders gemacht, als ich es kenne, aber ich hielt mich sklavisch an ihre Anleitung: und heraus kam der mit Abstand am saubersten verarbeitete Mantel, den ich je genäht habe. Schwierige Punkte wie den Reverskragen und die Fütterung haben wunderbar funktioniert!

Mantel auf links gewendet.
Der Mantel wurde komplett verstürzt gefüttert und durch die Ärmel gewendet. Auch die Futterärmel werden am Saum verstürzt und dann per Hand am Ärmelloch anstaffiert. Finde ich viel angenehmer als den Saum per Hand anzunähen.

mit schicker Bewegungsfalte, das erste Mal auch eingebügelt
Auch der Ärmelfuttersaum sieht viel besser aus so.



Das Futter hatte ich mal mit Yvonne bei Hüco erstanden, es passt wie die Faust auf´s Auge.

Also auch von meiner Seite nochmal: große Empfehlung für diese (kostenlosen!) sehr hilfreichen (und kurzen!) Videos!

Einziger Schwachpunkt wie immer bei mir: die Ärmel.
Trotz aller Mühe und vorbildlichem Einreihen sah der Ärmel so aus:


Ich trennte auf und nähte wieder, alles brachte nichts. Dann bügelte ich eiskalt Gewebeeinlage in den eingenähten Ärmel (nicht auf die NZ) und nähte etwas Volumenvlies in die Ärmel (der allein hat aber nichts bewirkt).
Beides zusammen machte viel aus. Perfekt ist es immer noch nicht, aber so kann ich damit leben.


 

Auch die Paspelknopflöcher sehen super aus. Der Stoff franste überhaupt nicht, daher konnte ich mit der Leder-Paspelknopfloch-Anleitung aus dem Burda-Nähbuch arbeiten. Das ging ruck-zuck.


Knöpfe habe ich in drei Läden gesucht: und bin wieder im Stoffladen um die Ecke fündig geworden. So hundertprozentig passen sie nicht, ich hätte mir ein bisschen was anderes vorgestellt. Aber das geht schon so.


Und zu guter Letzt noch ein paar Tragefotos an mir. Ich hatte den Mantel zum blauen Kleid am Abend des Sommerfestes in der Hauptstadt an. Leider habe ich dort wie immer keine Fotos gemacht.
Also Indoor-Fotos wiedermal.

bei der Anprobe mit dem Kleid
Kleid: L´Autre Chose, Schuhe: Geox

wenn ich mal Nerven habe, mache ich mir noch einen passenden Gürtel dazu

Schnitt: Burda Februar 1972, Gr. 42 (entspricht etwa einer heutigen Gr. 38/40)
Änderungen: 2cm im Oberteil in der Länge zugegeben
Arbeitszeit: 23 Stunden
Kosten: insgesamt 55,- Euro

Damit reihe ich mich ein beim Me-Made-Mittwoch, der heute von von Nina im sommerlichen Vintage Shirt Dress angeführt wird. Überhaupt dominiert heute natürlich hochsommerliche Kleidung!

Liebe Grüße,
Nastjusha


Donnerstag, 2. Juli 2015

Stoffwechsel: Mein Stoff

Heute stelle ich endlich den Stoff vor, den ich von meiner Stoffpatin vor einiger Zeit zugeschickt bekommen habe.
Die schöne Aktion von Frau Siebenhundertsachen und Lotti bescherte mir einen Traumstoff!!
Vielen Dank für die Aktion - es war wieder toll, das Päckchen in Empfang zu nehmen und auszupacken... :-)

Zunächst muss ich sagen, dass ich im Nachhinein mit meiner armen Stoffpatin richtig Mitleid habe.
Sie hat mir einen ausführlichen netten Brief geschrieben, in dem sie mir ihr Dilemma bei der Stoffsuche beschrieb und mir sehr schön den Spiegel vorhielt: wo ich dachte, ich wäre eine einfach zu Bewichtelnde, merkte ich plötzlich, dass ich wirklich einen ziemlich uneindeutigen Steckbrief geschrieben habe. Ich habe nur geschrieben, was alles NICHT geht, aber kaum eine Antwort in diesem Sinne positiv geschrieben.
Aber so war das schon immer bei mir: ich wusste früher auch nie, was ich werden wollte, nur, was ich NICHT werden wollte (Lehrerin und Schauspielerin... :-). Ausserdem befinde ich mich wohl auch gerade an einem kleinen Wendepunkt so nähtechnisch. Zumindest öffne ich mich ein wenig und rücke von diesem ausschließlichen 70er-Stil ein wenig ab.

Zum Glück stieg sie auf meine Info zum nächsten Jumpsuit ein und besorgte mir den allerallerbesten Stoff für das Projekt, den ich mir vorstellen kann!!!


Es handelt sich hierbei um einen leichten und herrlich weichen Baumwollstoff, der sich fast wie Viskose anfühlt. So ein Baumwollstoff ist mir noch nie untergekommen.
Und er hat alles, was ich mir für einen Jumpsuit-Stoff wünsche: die perfekten Farben und er ist mehr dunkel als hell. Ausserdem ist das Muster nicht zu mädchenhaft, sieht auch großflächig gut aus und ist genau richtig für Raffungen, die dieser Jumpsuit aus der Burda 06/15 im Oberteil hat:


Den Schnitt habe ich auch schon ausgeradelt und will das Teil bald fertighaben, um die heißen Tage darin zu verbringen.

Vielen Dank, liebe Stoffpatin! Du hast in deiner Not den perfekten Stoff für dieses Vorhaben von mir gefunden, wirklich wahr, und ich freue mich darauf zu erfahren, wer du bist, denn da habe ich wie immer keinen blassen Schimmer.

Und nun hier schauen, was die anderen an Stoffüberraschungen erhalten haben!

Liebe Grüße,
Nastjusha