Donnerstag, 18. Juni 2015

Sommerfest-(Probe?)Kleid

In zwei Wochen bin ich überraschenderweise wieder in der Hauptstadt zu einem schicken Sommerfest. Dafür brauchte es ein Outfit, denn ich habe gemerkt, ich habe gar nicht so viele Sommerklamotten! Wirklich! Aussortiert habe ich ordentlich von den gekauften Sachen, aber nachgenäht habe ich kaum.
Es musste also ein Kleid her, welches einerseits schick und sommerlich und leger aber auch seriös ist.

Da ich den roten Hoschenk-Vögelchen-Stoff (letztens auch von Jenny vernäht) endlich mal anschneiden wollte, entschied ich mich nach langer Suche für einen Schnitt aus der Patrones Nr. 323. Das lange Hemdblusenkleid (schon immer wollte ich so eins haben!) hat sehr wenig Teilungsnähte und kommt zur Taillierung mit Abnähern und einer zugenähten Kellerfalte im Rücken aus, das schien mir unkompliziert und für den auffällig längsgemusterten Stoff passend.



Bevor der wertvolle Stoff angeschnitten werden wollte, sollte ein Probekleid her (ich nahm die übliche Längenänderung von 2cm im Oberteil unter dem Armausschnitt vor und fügte am Saum noch 4cm zu), und ich kramte einen vor Jahren am Maybachufer erstandenen dünnen Satin (Poly?) heraus. Der wartete ursprünglich auf seinen Einsatz als Futter, aber dazu kam es bisher nicht.

Allein der Zuschnitt machte mich fertig. Das war mit Abstand der flutschigste Stoff, den ich je verarbeitet habe, und ich habe ihn regelrecht über´s Parkett gejagt! Krumm und schief habe ich die Schnittteile ausgeschnitten, aber mir war das relativ egal, es sollte ja nur zur Probe dienen.

Nun ist das Kleid fertig mit einigen Änderungen: ich habe die Taschen weggelassen und auch die Gürtelschlaufen und den Ärmelschlitz, und natürlich die Schulterriegel, alles, was typisch ist für den Safari-Stil eben (und was mir mehr Arbeit gemacht hätte... hüstel).


Und ich muss sagen, ich fühle mich sehr wohl darin! Ein bisschen was Kittelhaftes hat das Kleid (was ich grds mag aber vielleicht nicht so zu dem Anlass), aber mit dem Obi-Gürtel (der wiederum gut zu dem asiatisch angehauchten Muster passt) und High-Heels (hach, so riiichtig passen sie ja nicht, aber ich kann doch nicht schon wieder extra ein Paar Schuhe zu einem Kleid kaufen. Oder?) kann man das etwas ausgleichen.
Hinten hat es etwas von Tattoo auf dem Schulterblatt, aber nun ja.


Ich bin jedenfalls kurz davor, dieses Kleid anzuziehen, obwohl es teilweise nicht sehr sauber genäht ist. Schrecklich, dieser Stoff! Aber trägt sich sehr angenehm, ist leicht und flatterhaft und macht nicht den Eindruck, dass ich darin die Motten kriege, wenn es etwas wärmer wird.
Auf Twitter warnte mich Stella zwar, dass der Stoff sich auflädt und dann an einem klebt, aber von Julia kam der Tipp, dass eine Behandlung mit Weichspüler dagegen helfen soll. Ich werde also zu meinen Nachbarn gehen und einen ausleihen für einen Waschgang. Zwar habe ich noch nie sowas verwendet, aber für diesen Zweck werde ich meinem Prinzip mal untreu.

Außerdem habe ich mir vorgenommen, für mich eine Zeit-Kosten-Rechnung meiner Nähprojekte aufzustellen.
Zu diesem Zweck habe ich meine Stoppuhr auf dem Handy angestellt/weiterlaufen lassen, sobald ich an dem Kleid gearbeitet habe.
Mit Schnitt ausradeln und allem anderen bis zu Knöpfen annähen (14 Stück!!), habe ich 11 Stunden gebraucht. Die Materialkosten liegen bei 24,- Euro insgesamt, dabei hat der Stoff genausoviel gekostet wie die Knöpfe (Oh, ich könnte immer eine kleine Sachaufgabe einbauen! ;-).

Also, wenn die Zeit nicht reicht, habe ich schonmal was in der Hinterhand. Aber der Schnitt ist dennoch perfekt für den Hoschek-Stoff, und deswegen werde ich ihn auf jeden Fall noch daraus nähen.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 10. Juni 2015

Me Made Mittwoch: Strenesse-Hemdbluse

In meinem schrecklich großen Stofflager lag seit mittlerweile bestimmt 6 Jahren ein Designer-Stoff von Strenesse Blue, den ich mal günstig ergattern konnte. Der Stoff ist aus Baumwolle (ich schätze, das ist ein Batist), sehr dünn und nicht ganz blickdicht, und herrlich leicht auf der Haut. So angenehm! Da er so leicht war, konnte es für mich nur ein Oberteil werden, und das Muster legte eine Hemdbluse nahe, für alles andere wäre es mir zu sachlich gewesen.

Eigentlich möchte ich seit längerem einen neuen Hemdblusenschnitt ausprobieren, aber wegen Zeitmangels schnitt ich den Stoff nach meinem gewohnten Schnitt aus der Patrones Nr. 241 zu, da weiß ich, was auf mich zukommt.

Beim Zuschnitt war ich mir sicher, ich hätte alles ganz symmetrisch zugeschnitten, aber offensichtlich lagen die Stofflagen nicht gleich aufeinander, oder ich habe schief genäht - ein bisschen ist das Muster jedenfalls verrutscht und nicht ganz gleich auf beiden Seiten, aber es fällt nicht so auf.


Ich bin auch froh, dass ich im Stoffladen nebenan passende grau-braune Knöpfe fand.


Ich wollte bei dem feinen Stoff keine Overlockversäuberung oder reinen Zickzackstich und habe mich für Kappnähte entschieden, da ich die Nähte bei dieser Bluse sowieso meistens absteppe.
Von innen sieht das so aus:


Und an mir, schmuck- und schuhlos heute morgen, sieht es so aus:


Ich freue mich sehr über mein neues Teil! Es passt hervorragend zu einem Kaufrock und zu einem, den ich noch vor habe zu nähen, aber da es heute frisch ist, trage ich die Hemdbluse zu Jeans.

Karin führt heute die Riege der Selbermacherinnen hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog an in einem traumhaften und herrlich sommerlichen Waxprint-Kleid!

Liebe Grüße,
Nastjusha