Sonntag, 17. Mai 2015

Stoffwechsel Frühling 2015: Steckbrief

Nachdem der letzte Stoffwechsel für mich eine ganz neue Erfahrung war, im Rahmen derer ich sehr netten neuen offline-Kontakt zu anderen Bloggerinnen hatte, und der gekrönt wurde von einem neuen Lieblingskleid in einer wunderschönen Farbe, freue ich mich riesig, nun eine Sommer-Ausgabe des Stoffwechsels miterleben zu dürfen!
Frau Siebenhundertsachen und Lotti, die nun unter liebefreundinnen bloggt, organisieren diese nette Aktion wieder mit Aufwand und Herzblut - vielen Dank dafür!

Der erste Schritt ist die Veröffentlichung eines Steckbriefs, in dem alle Teilnehmerinnen ihre Stoffvorlieben kundtun, damit ihre jeweilige Stoffpatin weiß, in welche Richtung sie sich bewegen soll mit dem zu beschaffenden Stoff.
Im Vergleich zum Herbst-Stoffwechsel hat sich Grundlegendes eigentlich nicht geändert bei mir.
Ich habe mir dennoch wieder recht viele Gedanken gemacht, weil es für mich auch eine gute Gelegenheit ist, mir über meinen Nähstil klar zu werden, ihn bestätigt oder verändert zu sehen.

Was nähst du am liebsten für dich?
In der letzten Saison beobachtete ich ein großes Faible für Röcke und Kleider an mir. Oberteile habe ich so gut wie keine genäht, nicht mal meine geliebten Hemdblusen. Außerdem nähe ich mir sehr gern Jacken/Blazer und Mäntel, wenn natürlich auch in Maßen, weil das immer so aufwändig ist, aber an sich kann ich davon nicht genug haben. Ich nähe mir fast alles außer Jeans, Sport-/Funktionsklamotten, Unterwäsche und Shirts. Grundsätzlich nähe ich mir auch für den Alltag meist Klamotten, die irgendetwas besonderes an sich haben, sei es schnitt- oder stofftechnisch. So richtig neutrale Basics habe ich wenig, bereue das aber äußerst selten.

Hast du dir für die Frühjahrs- und Sommersaison Pläne gemacht, etwas bestimmtes vorgenommen? Was wirst du wohl als Nächstes nähen wollen?
So einen echten Nähplan habe ich mir nicht gemacht. Ich bin in diesen Dingen eher spontan und nähe das, worauf ich gerade Lust habe. Einzig bei Anlassgarderobe mache ich mir relativ weit im Voraus Gedanken. Ich schwärme allerdings seit neuestem für Jumpsuits/Overalls (wie noch zu beobachten sein wird) und habe zwei Schnitte, die ich in Kürze realisieren möchte, unter anderem den aus der Juni-Burda (auf den mich frifris gestoßen hat).

Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?
Meine Antwort vom letzten Jahr war folgende: "Ganz klar, Webstoff. Damit fühle ich mich viel angezogener als in Jerseykleidung (die ich auch besitze, für Shirts und Urlaub, aber fast alles gekauft), und ich mag Stoffe wie Menschen: ich weiß gern woran ich bin. Das Gefühl habe ich bei Jersey irgendwie nicht! :-)"
Daran hat sich nicht viel geändert. Allerdings habe ich nun doch schonmal einen Jersey und Strickstoff gekauft und z.T. vernäht. Leider gefallen mir die wenigsten Jersey-Muster (vor allem mit den wilden Digitaldrucken kann ich nichts anfangen), und auch wenn ich mit der Verarbeitung mittlerweile einigermassen klarkomme: richtige Freunde werden wir nicht, fürchte ich. (Eine Ausnahme sind Romanitstoffe und Wolljerseys, also dickere Jerseyware. Die vernähe ich nicht ungern und mag sie für bestimmte Projekte sehr.)

Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, Wolle...) - gegen was hast du eine (starke) Abneigung?
Am allerliebsten vernähe ich Wolle/Wollmischungen und Baumwolle (in der Regel nur für Oberteile, für Kleider und Röcke ist mir BW meist zu dünn und leicht im Fall). Viskose mag ich aufgrund des Falls und des Hautgefühs auch gern - da nehme ich die Flutschigkeit manchmal in Kauf, auch, weil es so schön gemusterte Viskosestoffe gibt. Eine tatsächlich starke Abneigung habe ich gegen Jeansstoffe. Meine Kaufjeans trage ich mit Vergnügen, werde mir aber sicher nie selbst eine nähen. Und Röcke/Oberteile aus Jeans sehe ich nicht an mir. Transparente Stoffe wie Voile o.ä. finde ich sehr luxuriös, meide sie aber wegen der komplizierten Handhabung (Füttern etc.). Leinen mag ich eigentlich sehr aufgrund des Hautgefühlts, aber ich komme mit dem Knittern nicht klar. Pflegeleichte Leinenmischungen finde ich aber sehr angenehm.
Auf Polyester versuche ich in der warmen Jahreszeit zu verzichten.

Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir gut? Welche gehen gar nicht?
Ich habe dunkelbraune Haare, grün-braune Augen und helle Haut, bin also eher der Wintertyp, daher mag ich kräftige Farben und meist kühle Farben. Im Herbst trage ich auch mal warme Braun- und Gewürztöne, aber für den Frühling/Sommer beschränke ich mich auf Blau, Grün, Türkis/Petrol und Rot, Lila/Beerentöne in den unterschiedlichsten Schattierungen.
Allgemein brauche ich Farben, die einen Kontrast zu meiner weißen Haut darstellen und meinen dunklen Haaren Kontra geben. Gelb (außer Ocker-/Senffarben), Grau, Weiß sowie allgemein Pastell-/ Nude-/Beigetöne gehen deshalb meistens gar nicht.

Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?
Ich mag große und kleine Muster sehr gern! Auf Streifen und auf Punkte stehe ich allerdings nicht so. Ich mag gern kleine Muster für Oberteile/Kleider und große Muster für Röcke/Kleider.
Bei Jacken/Mänteln kann ich mir auch sehr gut Muster vorstellen, hier mag ich aber lieber gewebte als gedruckte Muster.
Karos mag ich eigentlich auch gern, vor allem so Holzfäller-/Tartan-Karos. Bei deren Verarbeitung bin ich aber auf Tage mit stabilem Nervenkostüm angewiesen.
Ich stehe WAHNSINNIG auf Blumenmuster und Tierprint, wobei es hier Unterschiede gibt: Zebra finde ich nicht so toll, die meisten Leo-/Tiger-/Schlangenmuster aber schon.
Und Folkloremuster finde ich auch sehr schön, vor allem die aus Osteuropa (Indio-/Afrika-/Asiamuster hingegen - für mich - nicht so).
Obwohl ich Schnittmuster aus den 70ern gern mag, kann ich nichts mit den plakativen Retromustern von heute anfangen.
Wie immer gilt auch hier: die Dosis macht´s, und so kann ich einem krass gemusterten Stoff mit dem richtigen Kombipartner genausoviel abgewinnen wie einem dezent oder gar nicht gemusterten Stoff, den ich dann gern "aufmotze".

Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? (Bitte mit Link oder Foto) Sind welche dabei, die du vor allem wegen ihres Stoffes magst?
Da ich in letzter Zeit wenig genäht habe und die letzten Projekte, auf die ich wirklich stolz bin, Anlassgarderobe war, die ich maximal einmal im Jahr tragen werde, greife ich jetzt auch auf Stücke aus dem letzten Jahr zurück.

Erst gestern habe ich mein Premieren-Schluppenkleid wieder angehabt und war selbst ganz begeistert, sowohl vom Schnitt als auch von diesem genialen Viskosestoff, der schön schwer fällt, eine tolle Farbe hat und eine ganz besondere velourartige matte Optik. Die Farbe ist zwar sehr dunkel, aber abends trage ich sowas auch im Sommer.


Ich liebe meine Mustermix-Hemdbluse wegen der Farben und des Musters. Hier handelt es sich um ein 100%iges Polytierchen und leicht stretchigen sowie leicht transparenten Stoff. Alles Eigenschaften, die ich ja nicht unbedingt liebe. Aber man sieht, für ein schönes Muster mache ich einige Kompromisse...



Sehr häufig trage ich in letzter Zeit mein Promi-Wahlparty-Kleid.
Ich mag hier das Rot mit den weißen stilisierten Blüten drauf, und außerdem ist das Kleid aus Baumwolljersey (nicht sehr dehnbar) und sehr angenehm zu tragen.




Diese Kombination mag ich auch sehr gern:
der Faltenrock ist aus einem Wollstoff und die Hemdbluse aus leichter Baumwolle.



Mir fällt auf, das ist alles blau und rot... nein wirklich, ich bin ganz offen für alles, was mit kräftigen Farben verbunden ist!

Wieviel Stoff verbrauchst du ca. für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid? Welche Mindestmenge benötigst du für die Verarbeitung? Oder hast du sogar ein Maximalmaß für Stoff?
Allgemein kaufe ich lieber 20cm mehr Stoff, um am Saum Freiheit zu haben und meine Längenänderungen (vor allem im Oberteil) bequem vornehmen zu können, denn ich bin mit 1,78m Größe 10cm größer als von der Burda angenommen. Bei Röcken komme ich aufgrund mehrerer Bahnen und ausgestelltem Schnitt meist mit einem Meter nicht aus, sondern benötige 1,30 bis 3m, alles schon gehabt. Für eine Hemdbluse rechne ich mit 1,6m, für einen Blazer mit 2m, für einen Mantel mit 3m, für ein Kleid je nach Machart, Länge und Ärmelform mit 1,7-3m.
Über ein Maximalmaß habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, wenn ich ehrlich bin.

Gibt es sonst noch etwas, das dich in deinen Augen als Näh-/Stofftyp ausmacht?
Meine Antwort vom letzten Jahr kann ich nach wie vor unterschreiben.
"Ich finde, mein Stil ist insgesamt wenig mädchenhaft und verspielt sondern eher klassisch und an die 70er- Mode angelegt. Das beinhaltet gerade und klare Linien, zumindest im Oberteil oft maskuline Schnittdetails und figurbetonte Schnittlinien. Dass ich meist keine Rüschen, Spitzen, Punkte und andere mädchenhafte bzw. betont weiblichen Züge in der Klamotte mag, heißt aber überhaupt nicht, dass ich nicht auf Glamour stehe!
Insgesamt ist meine Stoffpatin hervorragend beraten, wenn sie "American Hustle", "Das Schmuckstück" oder die ersten zwei Staffeln von "3 Engel für Charlie"gesehen hat."
Mittlerweile bin ich aber stilistisch zwar etwas offener geworden, aber nicht viel... :-)


Bin ich gespannt, wer mir zugelost wird!! Mindestens genauso schön und spannend wie ein persönliches Paket von einer anonymen Bloggerin zu bekommen, die sich Gedanken gemacht hat über meinen Nähstil, finde ich es nämlich, auf die Suche zu gehen nach dem perfekten Stoff für die Frau, die ich bewichteln darf!

Und nun hierher schauen, wo alle Steckbriefe versammelt sind!

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag euch,
Nastjusha

1 Kommentar:

  1. Wie schön, dass Du auch wieder dabei bist! Ja, das bist genau Du - so stilvoll. Ganz besonders Dein Schluppenkleid. Na da bin ich ja mal gespannt!
    Ganz liebe Grüsse!
    heike

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