Donnerstag, 12. Februar 2015

Nachtrag: einige Details zum Maskenball

So richtig da war ich am Mittwoch noch nicht, deshalb hier ein kleiner Nachtrag für diejenigen, die es interessiert.
Und an dieser Stelle auch vielen lieben Dank für eure Flut an positivem Feedback zu dem Maskenball-Outfit!

Vor dem Maskenball war Suschna so nett und hat sich Nächte um die Ohren geschlagen, um zu dem Thema zu recherchieren. Hier könnt ihr den superinteressanten Post zur Geschichte von Maskenbällen, Schminkhistorie und Maskierung lesen. Nur für den Fall, dass ihr auch einmal vorhabt zu so einem Ball zu gehen. Ein bisschen Hintergrundwissen macht die Sache gleich viel runder und ist optimal bei der Vorbereitung... :-)

Letztendlich war es so, wie ich es mir gedacht hatte: von den gut 1000 Gästen des Balls war ungefähr die Hälfte richtig kostümiert, und die andere Hälfte behalf sich mit Abendgarderobe und Maske, was ja in Ordnung ist. Sonst hätte man vor lauter aufgetürmter Perrücken und ausladender Röcke weder was gesehen noch sich bewegen können. Man musste schon genug aufpassen, nicht eine Schnabelmaske, die an frühere Pestärzte erinnern sollte, in´s Auge zu bekommen oder auf einen Rocksaum zu treten!

So waren viele original anmutende Rokoko-Kleider zu sehen. Die stammten entweder aus dem Theaterfundus oder einem Kostümverleih. Ich denke nicht, dass da jemand selbst Hand angelegt hat.
Außer dem Theater-Schneidermeister.
Eine Einlassdame des Theaters hatte z.B. ein petrolfarbenes wunderschönes Rokoko-Kleid an und dazu eine Maske, die ganz mit braunen Federn (schätzungsweise Fasan) geschmückt war! Das sah wirklich bildschön aus. Grau-gepuderte Perücken gab es einige, eine Frau lief auch im Sissi-Kostüm herum (??), und die Männer trugen häufig Anzug und venezianische Maske dazu. Einige Pest-Ärzte gab es und auch solche, die venezianische Masken trugen, die über das gesamte Gesicht gehen. Dazu einen Umhang, und schon sieht man wirklich gruselig aus. Zwei Männer sah ich, die als typischer Harlekin dieser Zeit gegangen sind, das hat mir sehr gefallen!

Von dem offiziellen Programm und der Mitternachts-Show habe ich nichts mitbekommen, weil ich mit meiner ärmlichen Tanzkarte keinen Sitzplatz hatte. Aber das war ganz egal, ich habe in der Zeit mit Freundinnen getanzt und bin mit ihnen durch sämtliche Säle flaniert, in denen die unterschiedlichste Musik lief, von Gesellschaftstanz über Jazz/Swing bis hin zu Diskomusik zum Abzappeln.

Um halb fünf ging es dann heim - die Zeit verging wie im Flug, und ich kann nur jedem empfehlen, so einen Maskenball zu besuchen, das ist etwas ganz anderes als der närrische Fasching, der jetzt begonnen hat. Ich weiß zum Beispiel von einem jährlichen Maskenball in Graz, der noch um einiges aufwändiger ist als der Ball es hier war. Ich habe auch gehört, dass sich dort fast alle mit ihren Kostümen richtig in´s Zeug legen. Wäre ja auch mal eine Reise wert, sowas, oder?

Alex wird es sicher irgendwann einmal schaffen, auf den Dogenball in Venedig zu gehen, und dann hoffe ich, dass sie mit besseren Fotos und geistesgegenwärtiger Berichterstattung punkten kann (im Gegensatz zu mir)!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Kommentare:

  1. Ach keine Sorge, das kann man sich alles sehr schön vorstellen, so wie du es schilderst. Das mit Sissi ist lustig, zu ihrer Zeit war Rokoko-Look in, da wiederholen sich Elemente. Zu den Pestärzten und den Harlekinen wollte ich auch schon mal was machen. FAlls du nächstes jahr wieder gehst, lege ich gern wieder los. Macht mehr Spaß mit Anlass, auch wenn es am Ende dann für Kostümierungen egal ist, da macht man lieber, wozu man Lust hast. Und du hast auch recht, wenn sich alle ins zeug legen, gehen die tollen auch unter. Dennoch, eine Maskenballreise hört sich gut an. (habe eben ein bisschen Wiener Opernball geguckt, mannoman).
    LG Suschna

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  2. Eine wunderschöne Beschreibung, das klingt nach einem sehr besonderen und schönen Abend.
    ( zum Glück mit guter und tanzbarer Musik)
    Viele Grüße
    Sylvia

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Danke für´s Kommentieren!