Montag, 21. Dezember 2015

Weihnachtskleid-Sew-Along: Finale

Nun ist also Finale des Weihnachtskleid-Sew-Alongs, und ich habe es tatsächlich geschafft, mich ein einziges Mal dabei blicken zu lassen. Ich werde jetzt nicht von den 130 Weihnachtskarten (kein Scherz!) berichten, die ich per Hand geschrieben habe und was sonst noch so los war.
Schade, dass ich nicht mehr Zeit hatte auch alles zu verfolgen, aber so war das nun einmal.

Dennoch kann ich mit einem kleinen Ergebnis aufwarten, und deshalb reihe ich mich trotzdem beim Finale ein.

Mein Plan war, nach dem Baukastensystem vorzugehen und einen Rock, bei mehr Zeit Bluse und Mantel dazu zu nähen. Der Rock musste bereits Anfang Dezember fertig sein, und er wurde es auch.
Er war sehr unkompliziert zu nähen, hat vorn und hinten jeweils zwei kleine Abnäher und hinten einen nahtverdeckten Reißverschluss. Die Borte nähte ich auf dem äußeren Bund an, bevor ich den inneren ansetzte. Und ich habe nicht mal ein Futter reingenäht, weil der schöne Wollgabardine-Stoff von meiner Schwiegermutter so toll fällt und mit Strumpfhose überhaupt nicht schoppt.

Die Bluse habe ich aus einem Probestoff zugeschnitten. Sie wäre viel zu weit und lang gewesen.
Für den Sommer werde ich sie mir auf jeden Fall noch nähen, aber zu dem Rock passte sie nicht.
Und der Mantel wurde gar nicht angerührt. Aufgeschoben ist ja zum Glück nicht aufgehoben.

Mein WKSA-Ergebnis führe ich jedes Jahr Anfang Dezember auf der Weihnachtsgala meines Lieblingshotels/restaurants aus, so auch dieses Jahr. Ich musste bei der Outfitanprobe selbst laut lachen, denn genau SO wie ich aussah, stellte ich mir immer eine Mafioso-Witwe aus den Sechzigern vor! Mit der Tasche und allem hätte ich mich beim Filmdreh vom "Paten" einschleichen können und keiner hätte es bemerkt, wetten?

Hier also Handyshots von morgens um fünf. Bis auf die Tatsache, dass die rechte Hand zitterte, sehe ich doch ganz frisch aus, finde ich.



dieses Tuch habe ich mal geschenkt bekommen, und nie hat es zu irgendwas gepasst. Bis jetzt!



Und nun endlich alles nachholen und hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog alle Weihnachtsbekleidungen bewundern!! Und ganz lieben Dank an Wiebke, Monika, Katharina und Nina dafür, dass sie sich für uns alle in der hektischen Vorweihnachtszeit die Zeit genommen haben um die schöne Tradition des Weihnachtskleid-Sew-Alongs fortzuführen!

Euch allen wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest, ruhige Feiertage und einen angemessenen Start in ein tolles Neues Jahr! Auf dass auch 2016 voller erfolgreicher Nähprojekte, Inspirationen, Austausch und netter Begegnungen werde! Gesundheit, Liebe und Glück wünsche ich euch natürlich sowieso!

Liebe Grüße, und es war mir eine Freude mit euch in diesem Jahr,
Nastjusha



Dienstag, 24. November 2015

WKSA Teil 2: Schnitt- und Stoffvorstellung

Schon ist es Zeit für Teil 2 des Weihnachtskleid-Sew-Alongs.


- Stoff- und Schnittvorstellung
- Hurra, ich habe genau den Stoff gefunden den ich mir vorgestellt habe. Der Schnitt passt auch super dazu.
- Der Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
- Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
- Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.

 Meine Stoffe, die ich für eine Rock-Blusen-Mantel-Kombi (je nach zur Verfügung stehender Zeit) verwenden möchte, hatte ich hier beim ersten Treffen schon gezeigt.

Für den Rock wollte ich ursprünglich den Ginger Skirt von Colette Pattern nähen.
Ich überlegte mir dann aber, dass ich gern für dieses Mal einen schmalen Unterbau hätte und ein weites Oberteil. Der Ginger Skirt ist mir dafür etwas zu weit ausgestellt gewesen, dazu hätte gut eine schmale Hemdbluse gepasst, aber das will ich nicht.

So habe ich mich entschlossen, den Rock aus der September-Burda von 1970, hier schon einmal realisiert und vorgeführt, noch einmal zu nähen. Am Wochenende habe ich den Rock genäht und wieder einmal eine böse Überraschung erlebt. Auf meinem Umschlag, der den Rockschnitt enthält, steht Gr. 38/40 drauf, aber das "alt" in Klammern habe ich überlesen. Wiedermal muss ich mich reinzwängen in ein Kleidungsstück, das eine gute Gr. 36 hat... (den schon genähten Rock habe ich beim Zuschneiden vergrößert und das nicht auf den Schnittteilen notiert) und das, wo ich doch extra selbst nähe, damit es mir passt! Sowas Blödes. Der Rock ist toll geworden, und ich werde es schon irgendwie hinkriegen - im Leiden für die Schönheit bin ich schließlich Meisterin.

Für die Bluse habe ich mich auf die Suche nach einem weit geschnittenen Modell gemacht.
Ich bin fündig geworden in der Burda vom Oktober 2013 (Schnitt 114):


Der gepunktete Seidencrepe ist nicht ganz so dunkel übrigens. Für Seide finde ich überhaupt einen weiten und fließenden Schnitt viel passender als einen figurnahen. Ich werde ein Probehemd aus einem vorrätigen Stoff nähen und hoffe, die verdeckte Knopfleiste ist kein allzugroßer Zeitfresser. Ansonsten sollte das Ding schnell genäht sein.

Hier habe ich noch einmal den Stoff fotografiert, den ich letztens auf dem Maybachufermarkt gekauft habe. Ja, er glänzt ungefähr genau so. Ich habe mir überlegt, dass ich daraus keinen schmalen Gehrock oder 70er-Mantel mit großem Kragen nähen möchte, wie mein erster Reflex mir sagen wollte.
Das würde mit diesem glamourösen Stoff so Hau-drauf-elegant sein, dass es mir für den Alltag - denn da möchte ich den Mantel auch tragen - viel zu viel wäre, und auch für einen besonderen Anlass wäre mir das zu unsubtil. Ein bisschen Kontrast zwischen Stoff und Schnitt darf sein, aber passen muss es natürlich trotzdem.


Ich suchte all meine Zeitschriften durch und fand den perfekten Schnitt, den ich auch schon sehr lange nähen möchte. Es handelt sich um einen Schnitt aus der Patrones Nr. 247 und stellt einen Mantel mit Kapuze dar, großen aufgesetzten Taschen und einer interessanten Verschlußlösung - nämlich drei Riegeln mit Knopflöchern, die beide Vorderteile, von denen jedes Knöpfe besitzt, verbinden.
Der Schnitt ähnelt einem Dufflecoat, ist jedoch etwas weniger derb und ein bisschen raffinierter.


Das Wichtigste Teil des Outfits, den Rock, habe ich fertig. Den Rest gehe ich entspannt an. Der Gatte wird ab jetzt beinahe jeden Abend spielen, sodass ich einige Abende zur Verfügung habe.

Und nun schaue ich hier, für welche Schnitte und Stoffe sich alle anderen entschieden haben!

Liebe Grüße,
Nastjusha


Montag, 23. November 2015

Samt-Hosenanzug: Details zur Fertigung

Ich hatte versprochen, ein paar Details zur Fertigung meines Hosenanzugs aus dunkelgrünem Samt zu schreiben.
Und da Claudia sich als Weihnachtsprojekt eine schwarze Samthose (seufz, wenn DAS kein Must-have ist) ausgesucht hat, schiebe ich kurz etwas nach zu den Schwierigekeiten, die ich hatte.


Zu meinem Fehler beim Zuschnitt hatte ich hier bereits berichtet. Ich hatte den Samt mit der Strichrichtung und nicht dagegen zugeschnitten. Folge war, dass der Farbton nicht so satt rüberkommt sondern ein wenig heller und schimmernd. Es war aber NICHT so, dass der Blazer unter dem Mantel hochgekrabbelt ist, wie ich woanders gelesen habe. Puh, Entwarnung also diesbezüglich.
Ich muss sogar sagen, den etwas helleren Farbton nehme ich auch gern in Kauf, wenn ich dafür von oben nach unten an mir herunterstreichen kann und es weich und glatt ist und nicht borstig. Natürlich gehen spontane Fussel so auch besser ab. Andererseits: so ein volles sattes Dunkelgrün hat auch was.
Man kann also für sich Prioritäten setzen und danach den Zuschnitt richten.

Die Vorderteile habe ich mit der dünnen Gewebeeinlage 785 (ich hoffe, ich täusche mich nicht) unterlegt. Meine Lieblingsverkäuferin im Stoffladen nebenan meinte, das mache man mittlerweile so, vor allem einen an sich schon recht dicken Stoff müsste man nicht nochmal tierisch stabilisieren sondern kann mit der dünnen Einlage die Stellschrauben an Fall und Stabilität feinstellen.
Das war ein guter Rat, die Vorderteile fallen nicht zu steif und wirken in ihrer Festigkeit genau richtig.

Die Rückenteile habe ich nur im oberen Rücken mit der Einlage unterlegt. Das habe ich im Nachhinein bereut, aus folgendem Grund. Ich hatte den Eindruck, dass die Stoffmischung (60% Baumwolle, 40% Modal) zwar nicht dehnbar ist, aber beim Vernähen eigenartigerweise doch etwas faltig fallen kann. Im Vorderteil ist das durch die Gewebeeinlage vermieden worden, im Rückenteil ließen sich dadurch auch die Abnäher nicht so gut glattbügeln und leichte Verziehungs-Falten erscheinen beim Tragen. Aber das fällt nur auf, wenn man echt pingelig ist, glaube ich.


Die Ärmel habe ich nur am Saum unterlegt, soweit ich mich erinnere.

Auf die Klappentaschen bin ich sehr stolz, so sauber sind sie mir noch nie gelungen:




Wer hier genau hinsieht erkennt kleine Unregelmässigkeiten an der Kante zur vorderen Mitte.
Der Stoff, auch das schiebe ich auf die Zusammensetzung, war recht störrisch. D.h. trotz beherztem Bügeln war es schwierige glatt und in Form zu bügeln. Den vorderen Beleg habe ich natürlich mit einer Steppnaht auf der Nahtzugabe befestigt, was normalerweise dazu führt, dass sich die Naht von allein etwas nach innen rollt. Nicht so bei dem Stoff hier: die vordere Kante drehte sich immer nach außen und ließ den Beleg deutlich nach vorn treten, weshalb ich Vorderteil und Beleg mit "unsichtbaren" Handstichen zusammennähen musste. Naja, hier ist das zu sehen, weil ich das Bild aufgehellt habe, normalerweise ist das eigentlich einigermassen unauffällig.

Genäht habe ich tatsächlich häufig mit der Methode, die Lucy in ihrem Kommentar zu meiner Projektvorstellung vorschlug: links und rechts der Naht geheftet, dann genäht. Ich habe festgestellt, vorheften dauert gar nicht lange, und so war ich ganz froh, ein bisschen weißes Garn loszuwerden, was hier herumliegt und sonst nie benutzt wird.


So hat sich eigentlich nie was verschoben. Besonders beim Nähen von Futter auf Samt sollte man diese Methode benutzen, da sich hier ganz schnell beide Stoffschichten um mehrere Zentimenter verschieben, man mag es gar nicht glauben.

Ärmeleinsetzen war dafür, dass das sonst immer so eine Baustelle ist bei mir, ganz ok.
Ich habe wieder einen Volumenvlies-Streifen in die Armkugel geheftet.

Tschuldigung, hier weiß man ja wirklich nicht, wo oben und wo unten ist. Seht es als Rätsel.
Noch eine Erkenntnis seit einiger Zeit: Schulterpolster sind unverzichtbar!
Lange habe ich sie mit den kastigen 80er-Jahre-Silhouetten verbunden, aber man muss ganz klar sagen, dass sich der Sitz eines Blazers massiv verbessert mit den Dingern. Vermutlich liegt das daran, dass Blazer so konstruiert sind, dass man welche einsetzt.

Ich hatte von meiner befreundeten Dirndl-Designerin auch noch einige Schulterpolster bekommen. Die von ihr entworfene Mode betont die Schultern sehr, daher handelt es sich um echt hohe Keile!
Interessant fand ich die Aufmachung der Schulterpolster. Sie waren in Vlieseline eingebettet und hatten gleich ein Schulter-/Ärmelkäppchen dran. Super!


Außerdem befand sich oben und unten ein Stoffstreifen, an dem man die Schulterpolster in die Jacke nähen kann. Darin befanden sich zwei Lagen an Polstern, das obere weiße habe ich entfernt, damit meine Schultern schlussendlich nicht unterhalb meiner Ohren landen!


Das Futter habe ich nach der Methode von Mia Führer eingesetzt, den Schlitz nach Burda gefüttert. Überhaupt war das mein erster Schlitz, ist ok geworden.



Beim Blazer fallen die abermillion Fussel innen nicht auf, weil er gefüttert ist. Aber bei der Hose hatte ich nach Versäubern mit Zick-Zack-Stich Angst, dass es permanent unten aus den Hosenbeinen rieseln würde.

Also nähte ich "kurzerhand" - jetzt war es ja auch schon egal - einige Meter Schrägband aus dem Futterstoff, mit dem ich die Nahtzugaben nachträglich versäubern wollte.
Ihr könnt euch meine psychische Verfassung nach dem Zuschnitt und Bügeln vielleicht vorstellen.


Das ganze Versäubern im Nachhinein ist besser als Nichts, wird aber nicht besonders sauber.
Beim nächsten Mal würde ich diesem Punkt mehr Beachtung und Sorgfalt widmen und alles sofort so versäubern, bevor ich alles weiterverarbeite.


ja, die Fäden werde ich irgendwann noch abschneiden. Oder auch nicht.
Den Saum habe ich mit einem Saumbeleg versehen, damit waren ein paar Zentimeter an Länge gewonnen, und die Hosenbeine fallen so schön gerade und schwer, und der weite Saum hat eine angenehme Festigkeit und behält seine Form. Angenäht habe ich den Beleg dann mit händischem Blindstich.


Alles in einem hatte ich schon zwei super Auftritte mit dem Anzug, die Arbeit hatte sich gelohnt!
Ein paar Tragefotos gibt es hier

Vor drei Tagen war ich dann in München und habe u.a. die Jean-Paul-Gaultier-Ausstellung in der Hypo-Kunsthalle besucht. Sie geht übrigens noch bis zum 16.Februar 2016 und ist unbedingt zu besuchen, wenn es einem nur irgend möglich ist! Wahnsinn, beeindruckend, faszinierend, erschütternd kunstvoll in Design und Handwerk, das sind die Entwürfe des Modeschöpfers, der diesen Namen wirklich verdient. Von den Eindrücken, die ich dort gewonnen habe, werde ich noch lange zehren... (Und falls ich jemals geglaubt habe, ich könne Designer-Entwürfe nach meinem Gusto nachnähen, so wurde ich hier eines Besseren belehrt, an meine Grenzen erinnert und schön auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.)

Auf dem Rückweg von der Ausstellung kam ich dann an einem Zara-Store vorbei, und was mussten meine Augen im Schaufenster sehen? Einen dunkelgrünen Samthosenanzug!!!
Vor meinem inneren Auge ratterten die Arbeitsstunden und der Aufwand für das Projekt ab, und ich widerstand klugerweise dem Drang reinzurennen, alle Anzüge von der Stange zu reißen und darauf herumzutrampeln. Stattdessen lachte ich nur hysterisch.
Naja, sicher sitzt meiner viiiel besser.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 17. November 2015

Weihnachtskleid-Sew-Along 2015: Inspiration und Rückblick

Ohgottogott, ich habe eben gesehen, dass der Linktool in 28 Minuten schließt...
Da kann ich ja gar nicht meiner Freude gerecht werden über diesen erneuten Weihnachtskleid-Sew-Along, der von der Me-Made-Mittwoch-Crew gehostet wird!

Ich freue mich sehr darauf wieder dabei zu sein, denn mit den letzten beiden Weihnachtskleidern hat sich mein Verhältnis zu Kleidern deutlich verbessert wenn nicht gar überhaupt erst entwickelt!

2013
2014
Viel Zeit habe ich gerade nicht zum Nähen, aber ich möchte diese schöne Tradition beibehalten, es geht doch nichts über ein selbstgenähtes Weihnachtsoutfit. Wirklich gar nichts.
Und da ich wie jedes Jahr die Weihnachtsgala beim örtlichen Lieblingsfranzosen Anfang Dezember besuchen werde, muss ich überhaupt ziemlich früh fertig sein.

Darum dachte ich mir, ich gehe nach dem Baukastenprinzip vor.

Stoffe habe ich nach meinem letzten Maybachufer-Ausflug in bezaubernder kleiner Runde zur Genüge, und das Stofflager hätte auch so genug Optionen geboten.

Es wird also auf einen Rock hinauslaufen aus einem schwarzen Wollstoff, mit Vintage-Webborte auf dem Bund (wer hier regelmässig liest, rollt eventuell mit den Augen und ist minimal gelangweilt, aber ich kann nicht anders. In meiner Bortensammlung fand ich dieses Schätzchen, und es passt ZU gut.) Als Schnitt habe ich den Ginger Skirt von Colette im Auge, den ich bei Julia schon so oft bewundert habe.
Wenn ich das geschafft habe, möchte ich dazu eine Bluse nähen aus einem wunderschönen braunen (untypisch für mich: gepunkteten!) Seidencrepe von meiner Oma. Spontan hätte ich Lust auf ärmellos und Schluppe, aber ich alte Frostbeule werde mir das sicher zweimal überlegen.

Und wenn ich wider Erwarten DANN noch Zeit habe, möchte ich einen Mantel dazu nähen aus einem ... hm... sagen wir ponyfellähnlichen Stoff. Ich sah ihn auf dem Markt und sprang sofort an.
Der Stoff hat einen unglaublich schönen Glanz, sehr kurzen Flor, nicht allzu auffälliges schwarz-braunes Muster und auch noch Muster in der Strichrichtung. Wiebke überredete mich (die ich schon mit 20 Metern Stoff in Tüten kopfschüttelnd und irgendwie apathisch dastand) meinem ersten Reflex zu folgen und den Stoff zu kaufen. Ich würde ihn also auch ihr zu Ehren nähen, darauf hätte ich ja große Lust!
Wir werden sehen.

Und die Stoffe sehen so aus:


Ach, ich freu mich!

Und später schaue ich mir hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog das Ideenfeuerwerk an!
Nina führt heute an und hat gleich mehrere tolle Kleider zur Auswahl!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 4. November 2015

Me Made Mittwoch: Probelauf Samthosenanzug

Heute steht der Me Made Mittwoch unter dem Motto "Jeans".
Ich trage gern Jeans, aber nur Hosen, und sonst stehe ich nicht wahnsinnig auf Jeansstoff und hatte also gar nicht vor heute teilzunehmen.
Nun ist aber das Motto nicht zwingend, und ich habe eben die Anprobe eines Outfits für morgen (Konzert in der Hauptstadt) hinter mir, sodass ich den großen Sohn bat schnell ein paar Fotos mit dem Handy zu schießen (da auch die Kamera nicht aufgeladen ist). Denn wie ich mich kenne, werde ich mich morgen in der Öffentlichkeit nicht trauen zu posieren, und ob der Samthosenanzug nach zwei Zugreisen noch so frisch aussieht für Fotos nach meine Rückkehr, wage ich zu bezweifeln.

Hier hatte ich von meinen Plänen für einen Hosenanzug aus dunkelgrünem Samt berichtet.
Ausführliches zur Fertigung gibt es nächste Woche mit guten Detailfotos, denn damit mag ich hier niemanden belästigen. Das war´s nämlich: eine Nervenprobe für mich und die gesamte Familie.
NIE wieder Samt nähen, sage ich nur, die ganze Wohnung war zwei Wochen lang voll mit kleinen grünen Fusseln, unglaublich.
Überhaupt denke ich, dass dies das schwierigste Projekt war, was ich je genäht habe, und da muss ich dann schon ein bisschen ausholen um alle anderen, die Ähnliches vorhaben, zumindest vorzubereiten, was da so auf einen zukommt... :-)

Also, verzeiht die mäßige Qualität, ordentliche Detailfotos werden noch folgen.

Hose mit Kaufshirt (1.2.3. Paris, Plateaupumps Virus)








mit Tuch (H&M, mein erster Kauf dort seit Langem, aber die Farben sind toll)
Und da es gar nicht so einfach ist, über den Blazer etwas drüberzuziehen, weil alles zu eng ist, bin ich froh, dass mein Herbstmantel vom letzten Jahr eigentlich etwas zu groß geraten ist: ihn kann ich wunderbar über dem Hosenanzug tragen.


Schnitt: Blazer Burda 03/2015, Hose Mischung aus Burda 03/2015 und easy fashion F/S 2009, beides Gr. 38 (puh, das ist knapp)
Änderungen: Blazer 2cm im Oberteil zugegeben, Hose um 5cm verlängert
Nähzeit: zu viel
Kosten: ca. 110,- Euro

Alles in einem freue ich mich sehr über den Anzug, die Arbeit und der Nervenkrieg haben sich gelohnt: mit dem Stück habe ich die perfekte "Rüstung" für einen Abend zwischen privatem Vergnügen und Gesprächen mit Kollegen und Geschäftspartnern!

Und später schaue ich nach, was es hier zum Thema "Jeans" an Selbstgemachtem zu sehen gibt, Sybille zeigt dort gleich eine ganze Batterie an selbgenähten Jeans!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Projektvorstellung Hosenanzug und Verarbeitung von Samt

Seit letztem Frühjahr oder Sommer geistert das Projekt Samt-Hosenanzug durch meinen Kopf, und Schuld hat dieser Hosenanzug von Pucci aus der Ready-To-Wear-Kollektion vom Herbst 2014:

Quelle: Vogue

Ich machte mich auf die Suche nach Samt und wurde schließlich während eines Berlin-Aufenthaltes im Hüco fündig, gemeinsam mit Yvonne, die mich darin bestärkte, es mit diesem Mammut-Projekt aufzunehmen. Dort fand ich also einen dunkelgrünen Samt (60% BW, 40% Modal), der seither in meiner Stoffkommode lag und mich jedesmal vorwurfsvoll ansah, wenn ich diese öffnete.
Dazu gab es das passende Futter:


Als Schnittmuster habe ich den Longblazer vom Hosenanzug aus der Burda 03/2015 Modell 112 C gewählt, die Hose ist eine Mischung aus Burda 03/2015 und easy fashion F/S 2009. Hier kann man das Probemodell sehen.


Ursprünglich wollte ich daraus einen doppelreihigen mit anderem Kragen machen, aber das war mir doch zuviel Aufwand, ich belasse es bei diesem Schnitt.

Mit Lagerung von Samt ist es ja so eine Sache. Normalerweise soll man ihn auf eine Rolle aufwickeln. Ich hatte schreckliche Angst, mit der normalen Faltung auf Dauer Knicke reinzubringen, die nicht mehr auszubügeln sind. Überhaupt schwante mir, dass Samt eine Diva ist in der Verarbeitung, und ich suchte nach Kniffen und Verarbeitungstipps.

Da ich während des Zuschnitts trotz Aufpassens einen groben Fehler gemacht habe, werde ich für euch hier eine kleine Zusammenfassung von Verarbeitungstechniken für Samt aufschreiben (soweit recherchiert - weitere Tipps sind willkommen!) und hoffe, dass sich damit alles auch bei mir so einprägt, dass das gute Stück von weiteren dummen Fehlern verschont bleibt.

Vorwaschen:
Samt darf nicht in der Waschmaschine gewaschen werden, er sollte nach Verarbeitung gereinigt werden, wenn er dreckig ist. Handwäsche ist notfalls möglich, dann darf der SToff aber nicht gewrungen oder gerieben werden, und danach sollte er einfach in ein Handtuch gelegt und das Wasser sehr vorsichtig ausgedrückt werden.
Burda meint hier, BW-Samt könne problemlos gewaschen werden, wenn man die linke Seite nach außen dreht. Ich denke, das werde ich nicht wagen.

Zuschnitt:
Aufgepasst beim Auflegen der Schnittmusterteile mit der Strichrichtung des Flors!
Alle Teile müssen in die gleiche Richtung zugeschnitten werden. Samt ändert stark seine Farbintensität je nach Florrichtung.
Wenn mit der Strichrichtung zugeschnitten wird, also die Härchen in Richtung Saum/nach unten zeigen, ist es angenehm beim Streichen von oben nach unten. Fusseln lassen sich so besser entfernen, der Stoff wirkt heller und schillert etwas mehr.
Großer Nachteil: zieht man eine andere Klamotte über das so zugeschnittene und verarbeitete Samtteil, krabbelt die Samtkleidung nach oben.
Schneidet man gegen die Strichrichtung zu, was sich gehört (außer bei Pannesamt, da andersherum), streichelt man von oben nach unten gegen die Härchen. Das ist nicht so weich wie mit der Strichrichtung, der Stoff hat aber so einen dunkleren und satteren Farbton, und das Samtkleidungsstück krabbelt nicht hoch, wenn man etwas darüberzieht.

Rechts gegen die Strichrichtung, links mit der Strichrichtung nach unten hängend.  Der Farbton ist satt dunkelgrün, nicht so blaustichig.

Was hier so schlau geschrieben steht, habe ich gleich mal versemmelt. Ich wollte gegen den Strich zuschneiden, nun ist es aber doch mit dem Strich geworden. Das muss die Aufregung gewesen sein.
Auch ist hilfreich beim Zuschneiden zuerst alle Schnittteile aufzulegen und dann zuzuschneiden. So stellt man sicher, dass wirklich alle Schnittmusterteile in eine Richtung zeigen.
Ich habe den unteren Ärmel und die Klappentaschen beim zweiten Rutsch zugeschnitten, weil der Tisch zwischendurch gebraucht wurde und nun diese beiden Teile gegen den Strich zugeschnitten (es ist zum Haareraufen). Zum Glück habe ich noch 1,90m des Stoffs - neben der Hose muss ich diese Teile auch noch daraus quetschen.
Tja, und ob dann die Hose da, wo sie den Blazer berührt, hochkrabbelt, werden wir ja sehen... :-/

Bügeln:
Samt sollte mit wenig Druck und von der linken Seite gebügelt werden. Baumwollsamt kann mit hoher Hitze und Dampf gebügelt werden, Seiden-, Viskose- und Synthetiksamt mit mäßiger Hitze und ohne Dampf.
Damit die Härchen nicht plattgebügelt werden, empfiehlt sich eine rauhe haarige Unterlage. Das kann entweder ein Stück Samt sein oder ein Stück Velourfrottee. Es gibt aber auch extra Samtbügelbretter.
Meine Lieblingsverkäuferin im Laden um die Ecke hat mir von sich aus angeboten mir ihrs auszuleihen! Es lebe der Stoffladen vor Ort, sowas kriegste eben nicht im Internet.
Es handelt sich hierbei um ein relativ kleines und dünnes Stück Holz (etwas kleiner als ein Ärmelbügelbrett), welches an der Oberfläche mit lauter Nadeln besetzt sind.
Legt man den Samt darauf, sinken die Härchen in die Zwischenräume und man kann sicher sein, die Haare nicht plattzubügeln.

So ein Bügelbrett ist aber sehr teuer, ich denke, ein Stück Samt tut´s auch für´s Erste.

Nähen:

Nadeln in Stärke 70 verwenden, Stichlänge 2,5. Beim Nähen Flor auf Flor verschiebt sich der Stoff etwas. Man sollte daher unbedingt in kurzen Abständen mit Nadeln, quer gesteckt, fixieren oder, noch besser, heften. Wenn möglich, in Strichrichtung nähen.

Aufbewahrung:
Die Kleidung sollte am besten über einem Kleiderbügel hängen. Wenn möglich nicht falten!
Wenn man verreist, kann man die Kleidung wenden und mit der linken Seite außen falten, besser noch rollen, dazwischen Seidenpapier legen.

Und nun hoffe ich, ich kriege den Rest einigermaßen hin!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Me Made Mittwoch in Probemodell oder Versöhnung mit der Burda-Hose

Zufriedenheit und Burda-Hose, das ging für mich lange nicht zusammen. Aber heute ist der denkwürdige Tag, an dem ihr mich so seht: zufrieden in einer Burdahose.

(mit noch nassem Haar habe ich heute meinen Kopf ganz abgeschnitten)

Dies ist ein Probemodell aus dunkelblauem Breitcord, welches ich im Hinblick auf einen Hosenanzug genäht habe, der innerhalb der nächsten zwei Wochen (dazu bitte irren Blick denken) fertig werden soll.

Ich habe das Oberteil/den Bund einer bereits genähten Hose aus der easy fashion F/S 2009 genommen und die Beinweite/den Schlag zwischen dieser Hose und der Schlaghose aus der März-Burda 2015 angepasst. Letztere hat einen größeren Schlag aber einen sehr schmalen Oberschenkel, der superknapp geworden wäre.


Eingriffstaschen habe ich genäht wie beschrieben, aber leider beulen sie etwas, sodass ich sie beim nächsten Mal weglassen werde bzw. zunähen werde.

das Beulen sieht man mehr in Bewegung und beim Sitzen
 

Die hinteren Taschen werde ich behalten. Sie werde ich von der Form der unteren Ecken vielleicht noch etwas abschrägen, aber im Prinzip sieht das ganz gut aus mit ihnen.
Wer hier öfter liest, wird außerdem bemerkt haben, dass ich bei jeder Gelegenheit die Zierstiche meiner relativ neuen Pfaff ausprobiere und anbringe, so auch hier. Nicht besonders auffällig, aber ich mag das so:


Auch den breiten Bund mag ich, ich bekomme einen 6cm breiten Gürtel rein.


Ach ja, dazu trage ich heute einer meiner Patrones Hemdblusen.

Modell: Burda 03/15 und easy fashion F/S 09 gemischt, Gr. 38
Änderungen: 5cm Länge zugegeben
Nähzeit: ca. 12h (davon 6h reines Nähen)
Kosten: ca. 10,- Euro

Hiermit reihe ich mich ein beim MeMadeMittwoch-Blog, der heute angeführt wird von EllaMara in einem wunderschön gemusterten Kleid!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Me Made Mittwoch im kurzärmeligen Patrones-Herbstjäckchen mit Stricktuch

Nachdem ich nach längerer Schaffens- und Bloggerpause letztens hier (mit mehr Detailfotos, u.a. vom Kragen) das kurzärmelige Jäckchen aus der Patrones Nr. 284 und mein erstes Stricktuch vorgestellt habe, kommen nun noch wenige Tragefotos, allesamt am Sonntag vor dem Spaziergang aufgenommen.
Seither habe ich beides noch einmal zähneklappernd getragen, aber mittlerweile ist es wirklich zu kalt, jedenfalls für das Jäckchen.
Das nenne ich mal einen kurzen Auftritt.




hier ist gut zu sehen, dass der Stoff aufgrund der Einlage etwas steif geworden ist. 

Und weil ich es liebe und so stolz bin auf mein erstes Stricktuch, hier nochmal das Foto dazu.


Das Tuch ist natürlich pille-palle im Vergleich zum Lucys wunderschöner Strickjacke in einer absoluten Traumfarbe, hier zu bewundern, wo sich auch alle anderen Mittwochsdamen versammeln.

Liebe Grüße,
Nastjusha