Mittwoch, 15. Oktober 2014

Me Made Mittwoch im Märchenjäckchen

Vorgestern abend war ich auf einem Geburtstag eingeladen und habe das hier getragen: mein Jäckchen aus der letzten Nix-für-Lemminge-Herausforderung von Mamamachtsachen mit dem Thema "Märchen".
Leider musste ich das Foto ziemlich aufhellen, damit man überhaupt etwas sieht - hier kann man noch ein bisschen bessere Fotos anschauen.
Für mich ist das definitiv kein Alltags-Kleidungsstück, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das zum Lieblings-Ausgeh-Jäckchen wird. Es ist warm genug für einen nicht allzu kalten Abend (mit langen Handschuhen ginge es eventuell auch noch bis in den Winter rein) und macht ein bisschen was her mit seiner Mischung aus Streifen-Fake-Fur, Samt und Fake-Persianer. Die Streifen passen mehr schlecht als recht zusammen, aber das war vor meiner Bearbeitung dieses meines Anfängerstücks (nach einem Schnitt aus der Burda easy fashion HW 2007) noch viel viel schlimmer, und deshalb kann ich damit nun ganz gut leben.


Mit diesem doch schon ziemlich dunkel-winterlichen Outfit schließe ich mich den anderen Frauen an, die heute beim Me Made Mittwoch selbstgeschneiderte Kleidung an der Frau präsentieren. Heute tritt Birgit in einem schicken Rock als Gastbloggerin auf - wie schön!!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Montag, 13. Oktober 2014

Nix für Lemminge 4: "Märchen" - Finale!

Die Märchen-Herausforderung wurde nun auch endlich von mir gemeistert. Ich bin ein echt zähes Biest, sage ich euch. Jedenfalls, wenn´s ums Nähen geht!

Also, Aufgabenstellung von Alex für die vierte Herausforderung war ein märcheninspiriertes oder - assoziierendes Outfit zu schneidern.
Hier kann man alle meine Gedanken zur Entstehung nachlesen.

Nun zu den Details:

Für das Kleid habe ich eine Mischung aus zwei Vintage-Schnitten der Burda 11/1971 genommen, in der alten Gr. 42, das entspricht ungefähr einer heutigen 40.
Änderungen: Oberteil auf Höhe des Armlochs um 2cm verlängert, Armkugel angepasst und flacher gemacht, Armbund weiter gemacht für mehr Volumen am unteren Ärmelende; Rockteile und hinteres Oberteil im Stoffbruch zugeschnitten um die Rosen nicht zu zerschneiden.
Stoff: dunkelblauer Ausbrenner (Chiffon) mit Rosenmuster und kurzem perlmuttartig seidig schimmerndem Flor, Futterstoff in dunkelblau, alles gefüttert außer den Ärmeln.
Schwierigkeiten: Chiffonverarbeitung ist eine ECHTE Herausforderung. Der leichte Stoff macht was er will: ich sage nur Schrägstreifen. Versäubert habe ich ihn nur mit meiner Zickzackschere. Ich gehe davon aus, dass ich das Kleid nicht jeden Tag tragen und waschen werde. RV-Einnähen war auch nicht ohne. Überhaupt musste ich hier viel per Hand heften, das war aber eigentlich ganz schön. Dann habe ich mich immer ein bisschen wie im Chanel-Atelier in Paris gefühlt. Oder so.
Fazit: Den Schnitt werde ich wahrscheinlich irgendwann nochmal realisieren, der passt mir ziemlich gut. Das Kleid selbst ist ein schillernder zarter Traum (auch wenn die Farbe der Blumen jetzt nicht meinem üblichen Farbschema entspricht) und insgesamt nur 200g leicht! Einzig die Taillennaht bringt doch noch mehr Unruhe rein als angenommen. Bin mir noch nicht sicher, ob ich das auch so ohne Gürtel tragen kann.


hier sieht man ganz gut die halbdurchsichtigen Ärmel und den verstürzten Ausschnitt
Ich habe für das Finale ein Styling mit Stiefeln, breitem Ledergürtel und Muschelkette (und Fleischblume...) gewählt. Das wirkt so schon ziemlich herb, aber zum Märchenfinale ist das passend, finde ich. Mit Pumps und schmalem Gürtel wirkt das Kleid sehr schick.


Zur Jacke:
hier habe ich ein bereits verwendetes Jäckchen verändert (ist Verändern eines selbstgenähten Kleidungsstücks eigentlich auch Upcycling?? Frage ich mich gerade). Ich hatte es in meiner Nähanfängerzeit nach einem Schnitt aus der burda easy HW 2007 genäht, komplett aus längsgestreiftem Fake Fur. Leider sind diese Streifen bei den verschiedenen Quernähten (Taille, Kragen) nie aufeinandergetroffen, deshalb habe ich die Jacke auch nur damals ein paar Male getragen.
Nun habe ich alles aufgetrennt, mit Einlage verstärkt, die Ärmel aus Samt geschnitten, das Taillen- und Kragenteil aus Fake-Persianer von meiner Oma (der ist sehr steif und ließ sich nur schwer nähen bzw. tackern). Der ursrpüngliche Plan mit Kapuze ließ sich leider mangels Stoff nicht realisieren. Auch habe von den mittleren Vorderteilen aus der Mitte einiges abgeschnitten, weil ich die Knöpfe nicht mehr haben wollte sondern einen Reißverschluß.
Folge ist, dass vorn mittig bestimmt 10cm fehlen und das Jäckchen seeehr knapp sitzt. Es geht gerade noch so, dass ich nicht wie Schneewittchen nach der Gürtelanprobe umfalle.



Das Futter musste ich auch riesig ändern, weil ich damals geschludert hatte und nun die Vorderteile neu konstruieren musste. Das ergibt ein lustiges Pi-mal-Daumen-Futter-Patchwork, aber es funktioniert einigermassen. Mir war wichtig, das Futter wiederzuverwenden.


Und nun im Ganzen: ein bisschen derb, ein bisschen zart, ein bisschen weich, ein bisschen hart, ein bisschen leicht, ein bisschen schwer. Auch die Mittelalter-Assoziation, die ich bei Märchen habe, habe ich mit der Ärmelsilhouette und dem Ausschnitt für mich gut gelöst. Und Allerleirauh, meinem Lieblingsmärchen, bin ich auch gerecht geworden!




Mit dem Styling muss ich noch ein bisschen herumprobieren, aber insgesamt bin ich sehr glücklich mit meiner märchenhaften Kombination!
Vielen Dank, Alex, dass du dir so ein schönes Thema für uns ausgedacht hast und die Deadlines gnädigerweise immer locker gehandhabt hast. Ich hätte das sonst nie geschafft. Auch für ein Shooting in passenderer Umgebung reichte die Zeit leider nicht. Ich habe aber schon gesehen, dass hier bei der Finalpräsentation aller wunderschöne Fotos dabei sind!

Liebe Grüße,
Nastjusha


Sonntag, 12. Oktober 2014

Herbstjacken-Sew-Along Teil 2: Stoffvorstellung

Wie beim letzten Mal geschrieben (an meinen Plänen hat sich nichts geändert), möchte ich gern zwei Stücke nähen:
die Winterjacke aus der Burda 10/2014 und einen Herbstmantel aus der Burda 10/1971.

Für den Herbstmantel, der zuerst drankommen soll, wähle ich einen Wollstoff (evtl. ist es auch eine Mischung), den ich mal bei einem Hauptstadtbesuch am Maybachufer gekauft habe, das war glaube ich schon vorletztes Jahr.
Es ist ein eher leichter bis mittelschwerer Fischgrat mit weinrotem Muster auf goldfarbenem Grund (wenn ich mich recht entsinne, hat der 5-6,-/m gekostet), wobei der Stoff sehr interessant changiert:



Da ich von dem Stoff 4m habe, möchte ich dazu die passende Hose versuchen.

Für die Winter-Cabanjacke aus der aktuellen Burda mit dem schönen großen Kragen habe ich ebenfalls einen Stoff ganz nach meinem Geschmack: einen dicken Fischgrat aus reiner Schurwolle!
Ihn habe ich im Sommer bei einem ziemlich verhängnisvollen Stoffeinkauf mit der tollen Yvonne bei HÜCO-Stoffe in Berlin erstanden. Dieser Laden ist nicht so günstig wie der Stoffmarkt, bietet aber eine riesengroße Auswahl an sehr guten Qualitäten. Wenn man also ungefähr weiß, was man will, ist man dort genau richtig. Wenn man nicht weiß, was man will, sollte man etwas Zeit und Geld einplanen... So geschehen bei mir: der Einkauf fand am Anfang meines Urlaubs statt, was ganz schlechtes Timing war, weil ich einen ziemlichen Batzen Kohle dort gelassen habe.
Andererseits habe ich 12 Meter herrlichster Stoffe bekommen, u.a. einen dunkelgrünen Samt, den ich so gesucht habe, einen tollen gemusterten Romanit, einen (ja!) Glitzer-Stretch-Hosenstoff und herrliche Futterstoffe. Die werde ich nach und nach zeigen, wenn ich sie verarbeite.

Hier also der tolle dunkelbraune Fischgrat mit leichtem längeren Flor (ich glaube für 23,-/m):


Dazu habe ich auch das passende Futter mit Yvonnes Hilfe ausgesucht:


Am Rande habe ich mitbekommen, dass einige Herbstjacken-Näherinnen schon angefangen oder sogar schon fertig sind! Ich schließe mich mit meinen noch jungfräulichen Stoffen an und freue mich darauf, gleich alle Zwischenstände hier bei Karin zu sehen!
Vielleicht bin ich flott und kopiere die Schnitte zum heutigen Tatort... wir werden sehen.

Liebe Grüße,
Nastjusha