Sonntag, 28. September 2014

Herbstjacken-Sew-Along Teil 1: Inspiration und Schnitte

Wie schön, dass es einen Herbstjacken-Sew-Along gibt! Ich hatte im letzten Herbst einen gern getragenen Blazer genäht und brauche für diesen Herbst und Winter mindestens eine Jacke/Mantel.
Ein Kaufmantel, den ich habe, zerfällt langsam, und eine Kaufjacke ist mir im Rücken eigentlich zu eng, sodass ich sie selten trage.
Also freue ich mich sehr, dass Karin und Chrissy  sind dem allgemeinen Herbstjackennähbedarf stellen und mit Zeit und Mühe den Sew-Along begleiten werden. Vielen Dank dafür!


Der Zeitplan sieht so aus:

28.9. Inspirationen und Schnittideen bzw. Schnittvorstellungen bei Chrissy

12.10. Stoffvorstellungen und erste Schritte bei Karin

26.10. Zwischenstand: Wie weit bin ich bisher gekommen? Welche Probleme und Hürden tun sich auf? bei Chrissy

9.11. Endspurt: Wie weit bin ich bisher gekommen? Was fehlt noch? Brauche ich eure Hilfe oder einen Motivationsspritze? bei Karin

23.11. Erste Abschlusspräsentation die Ergebnisse der schnellen Näherinnen oder die Herbstmodelle werden vorgestellt bei Chrissy

7.12. Zweite Abschlusspräsentation der geruhsamen Näherinnen, der komplizierteren Modelle oder der Wintermodelle. Bei Karin
 

Es klingt sehr ambitioniert, aber ich hätte wirklich gern zwei Teile. Einen Herbstmantel und einen Wintermantel/-jacke. Nachdem klar war, welche zwei Stoffe in Frage kommen (dazu beim nächsten Mal mehr), machte ich mich heute früh mit meinem Kaffee auf die Suche und wühlte mich durch meine Schnittmusterzeitschriften, denn ich nähe mehr nach Zeitschriften als nach Einzelschnittmustern, von denen ich nur wenige besitze.

Ich habe seit Bekanntwerden des Sew-Alongs Inspirationen hier auf Pinterest gesammelt, wer möchte kann ja mal schauen. Die taillierten Mäntel mit Schößchen hinten von Burberry haben es mir wirklich angetan. Dann überlegte ich mir weiter, dass ich gern einen Einreiher und einen Zweireiher hätte.
Beim Durchsehen der Zeitschriften stand dann relativ schnell fest, dass ich bei zwei Schnittmustern bleiben möchte, die mir gleich beim ersten Ansehen vor einiger Zeit sehr gefallen haben. Ob ich dann einen Schößchenmantel hinterherjage, weiß ich noch nicht. Da müsste ich wohl einige Zeit investieren um den Schnitt zu ändern. Bin noch unentschlossen, ob ich die investieren möchte und kann.

Den Herbstmantel würde ich gern nach diesem Schnittmuster aus der Oktober-Burda von 1971 nähen:


Diesen Mantel möchte ich mir nähen, seit ich das Heft besitze, also seit 2 Jahren. Wie man sieht, komme ich nicht davon weg.
Das ist eigentlich ein Dreiteiler bestehend aus Mantel, Rock und Hose, wobei ich von meinem Stoff 4 Meter zur Verfügung habe und eigentlich die Hose auch versuchen möchte.
An dem Mantel gefällt mir der taillierte und nach unten ausgestellte Schnitt, der Kragen und die Länge. Auch hatte ich noch nie solche Taschen an einem Mantel. Ein passender Stoffgürtel soll den Mantel nochmal extra auf Taille bringen, sowas mag ich.


Außerdem hatte ich bei der aktuellen Burda 10/2014 das erste Mal seit Langem wieder das Gefühl, dass ich unbedingt ein bestimmtes Stück daraus nähen muss, nämlich diese Cabanjacke hier:



Dazu habe ich den perfekten Stoff bei meinem letzten Hauptstadtbesuch gekauft (beim nächsten Mal mehr, wie gesagt), und ich freue mich wirklich, dass die Burda diesen tollen Schnitt rausgebracht hat.
Ich schätze mal, mit der Entscheidung für ihn bin ich bei diesem Sew-Along nicht allein.

Der Plan ist also: ein langer Herbstmantel aus einem leichteren Wollstoff und eine mittellange Jacke für den Winter aus einem schwereren Stoff.
Mein Schrank braucht das einfach, und die Stoffe sind da. Mal sehen, ob ich das alles so schaffe.

Ich bin sehr gespannt, was allen anderen Teilnehmerinnen so vorschwebt! Hier bei Chrissy werden alle Inspirationen und Schnitte gesammelt.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 24. September 2014

Me Made Mittwoch im erlegten WM-Strickjacken-Biest

Ach, wenn ich in allen Situationen im Leben so einen Biss und so ein Durchhaltevermögen beweisen würde, wie bei meiner WM-Kreisstrickjacke (hier bereits berichtet), wäre ich bereit für die Weltherrschaft!

Ich hatte die Strickjacke nach einem Muster von drops (genannt Mint Star) aus tiefroter Nepal-Wolle (65% Schurwolle, 35% Alpaka) zur Fußball-WM begonnen, und relativ bald stellte sich heraus, dass ich mich (resultierend aus meiner Strick-Ahnungslosigkeit und fehlender Übung) total übernommen hatte. Ich sah mich mit tausend Markierungen, Stilllegungen und Zunahmen konfrontiert (das runde Muster auf dem Rücken war wirklich das Einfachste von allem), von dem Hantieren mit einer 1,20m langen Rundstricknadel und zuletzt über 500 Maschen darauf ganz zu schweigen.
Am Ende bekam ich solche Probleme mit der Anleitung zum Kragen, dass ich sogar eine Hilferuf-Mail an drops geschrieben hatte. Die Antwort kam prompt, war aber auch nicht idiotensicher beschrieben, sodass ich wieder davor sass wie die Kuh vor dem geschlossenen Scheunentor.
Ich machte mich also in einer Übersprungshandlung erstmal an die Ärmel, die waren kein Problem.
Natürlich kam ich nach deren Beendigung wieder zu dem Kragenproblem.
Die Lösung kam mit Ravelry. Dort fand ich ein paar Fotos des Modells, die bei mir einen Aha-Effekt auslösten, sodass ich (tatsächlich wieder bei einem Fußballspiel) den Kragen zuende brachte. Gottseidank.
Chrissy´s schöne Aktion "Mehr Strickjacken braucht der Schrank" hat mich dazu gebracht, weiterzumachen, und dafür bin ich ihr sehr dankbar! Allerdings habe ich mich trotz Ankündigung bei beiden Terminen nicht verlinkt und somit eigentlich gar nicht mitgemacht, und darum steige ich mit Beendigung dieses Teils offiziell aus.
Mein Ziel ist erreicht, und für eine andere Strickjacke fehlt mir schlicht die Zeit.

So habe ich gestern die letzten Fäden vernäht und am Nachmittag bei einem Einkauf in der Stadt die Jacke mit Jeans angezogen. Die Sonne stand schon tief und es wurde kühl, aber die Jacke ist so unglaublich warm, dass mir Frostbeule nicht kalt wurde! Und das will wirklich was heißen. Ich hatte natürlich einen Schal um, denn der Ausschnitt ist riesig. Überhaupt bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, ob ich alles richtig gemacht habe. Mir scheint, der Kragen in der hinteren Mitte stimmt nicht ganz. Aber ich bin da nicht so pingelig. Der Kragen verdeckt die irgendwie unschönen Ärmelnähte, und meine Haare verdecken den hinteren Kragen. Ist doch super! Ein Punkt auf der Positiv-Seite ist außerdem, dass die Strickjacke mit 20,- Euro Materialkosten (die Wolle kaufte ich im drops-Sale) ein echtes Schnäppchen ist!

Die Strickjacke gibt es in den Größen S/M und L/XL sowie XXL/XXXL. Ich dachte, ich hätte mich mit den Maßen und Maschen zwischen den ersten beiden Größen eingependelt, aber die Jacke ist ziemlich knapp, sowohl im Rücken als auch an den Ärmeln. Ich stricke recht fest, vielleicht liegt´s daran. Und ich werde die Jacke wohl auch nochmal spannen, das habe ich anscheinend zu kurz gemacht. Jedenfalls: sollte jemand von euch die Jacke mal stricken wollen, sollte er keine Angst vor der größeren Größe haben.

Und nun meine Siegesfotos:

das Rot ist etwas dunkler und wärmer als auf dem Foto hier





hier kommen wir der Originalfarbe am nächsten
Zusammengehalten habe ich die Jacke mit dieser russischen handbemalten Holzbrosche von meiner Mama. In meiner Kindheit habe ich unzählige russische folkloristisch bemalte Holzlöffel, -brettchen, -eierbecher, -becher und -wasweißichwas gesehen, sodass ich diese eigentlich wirklich schönen Holzgegenstände einfach nicht mehr sehen konnte. Bis jetzt. Ich finde, die Brosche passt wunderbar, und nun bin ich mit dieser Art von Schmuck auch wieder versöhnt. Ein schöner Nebeneffekt, und so hat sich insgesamt das Durchhalten für mich gelohnt!


Und heute abend schaue ich hier beim Me-Made-Mittwoch-Blog, was die anderen Damen an selbstgemachter Kleidung tragen! Ich habe mich richtig gefreut, Claudia dort heute als "Vortänzerin" zu sehen!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 17. September 2014

Me Made Mittwoch im Tannenbaumhemdblusenkleid

Ach, ich freue mich so, dass mein nach den Ferien gerade wiedergewonnene Alltag nun endlich perfekt ist! Wie viele habe ich schon ungeduldig mit den Füssen gescharrt, bis der Me Made Mittwoch wieder losgeht. Und dann mit so frischem Wind und schönen Neuerungen!
Die neuen Crewmitglieder passen zum "alten" Team wie die Faust auf´s Auge, da freue ich mich auf alles, was da kommt  - auch auf interessante Gastbeiträge!

Heute zeige ich euch das Outfit, welches ich gestern getragen habe. Die Sonne schien, aber der Wind war ziemlich frisch. Gerade noch richtig, um mein Tannenbaumhemdblusenkleid (hier bereits vorgestellt), welches ich praktisch EXTRA für diesen Herbst genäht habe und was als erstes Teil meiner persönlichen Herbstkollektion gelten kann. Ein Seidentuch um den Hals dazu, und schon konnte mir der Wind dank Spaghettishirt unter und Pullunder über dem Kleid nichts anhaben!
Dazu trage ich meine Lieblings-Kaufhose aus einem tollen Wolljersey, die ich allerdings ziemlich selten trage, weil ich so Angst um sie habe. Sowas blödes. Dabei kann ich sie eigentlich problemlos nachschneidern, wenn sie auseinanderfällt.

die Wand leidet weiter unter dem jüngsten Kind....
Der Schnitt aus der easy fashion F/S 2007 ist ein Dauerbrenner bei mir, und ich finde, der könnte ruhig mal wieder neu aufgelegt werden. Seither habe ich keinen Hemdblusenkleiderschnitt gefunden, der an ihn heranreicht. Ich weiß nicht woran es liegt, aber der Kragen und Ausschnitt sind wirklich optimal. Ich denke, das liegt an dem hohen Kragensteg und daran, dass ich den Kragen noch ein wenig vergrössert habe. Aber der gesamte Sitz ist genau richtig zwischen figurbetont und nicht einengend.

Genug geschwärmt und gleich hier zum Me-Made-Mittwoch-Blog rüberschauen, was die anderen Damen zum Herbsteinstieg des MMM präsentieren, präsentiert von Juli in einem herrlichen letzten Sommerkleid!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 16. September 2014

Nix für Lemminge 4: "Märchen" - Technische Umsetzung

Nach anfänglichen Ambitionen, mir die Schnitte für das Märchenthema selbst zu machen, muss ich diesen nächsten Schritt ersteinmal aufschieben und mangels Zeit doch auf fertige Schnittmuster zurückgreifen.

Für das Kleid als auch für das Jäckchen bin ich in meinen alten Burdas fündig geworden:

Dieses Kleid aus der November-Burda von 1971 entspricht in etwa dem, was mir vorschwebte. Die Bindebänder am Ausschnitt wollte ich so (auch wenn eigentlich mit Tunnelzug - hierzu müsste ich den Schnitt aber ziemlich ändern, und dazu reicht weder Zeit noch Stoff), und die Ärmelform war auch so geplant. 



Einige Änderungen musste ich doch vornehmen: so war mir die Ärmelweite noch nicht weit genug, und auch die angekräuselten Ärmelkugel gefiel mir nicht. Ich nahm also den Ärmelschnitt eines anderen Modells aus derselben Burda (es passt, auch wenn dies ein Jerseyschnitt ist), und nun passt es wunderbar.


Den Ausschnitt muss ich noch etwas größer machen, der ist mir zu halsnah, und den Ausschnittschlitz werde ich etwas höher setzen.
Hier ist das schicke Probemodell, welches ich nicht mal genäht sondern nur gesteckt habe. Ich bin wirklich unsäglich faul!
Man kann vielleicht erkennen, dass hier schon die flache Armkugel eingesetzt ist.
Eigentlich schwebte mir ein etwas weiterer Rockteil vor, aber dazu reicht mir nun doch nicht der Stoff. Ich bleibe also bei dieser leichten A-Linie und verzichte auf den Bahnenrock, für den ich (wenn ich dem Originalfadenlauf gefolgt wäre) vier Teile hätte schneiden müssen. Damit hätte ich auch die großen Rosen zerschneiden müssen. Dies habe ich zwar für das Oberteil schon gemacht, aber hoffentlich so, dass es nicht allzusehr auffällt. Wir werden sehen.
Jedenfalls kann ich die beiden Rockteile nun im Stoffbruch zuschneiden um das großflächige Muster zu erhalten.


Für das Jäckchen habe ich mich für diesen Schnitt aus der September-Burda von 1970 entschieden.
Ich finde die Kapuzenform wunderschön und auch den schmalen Schnitt.
Die Länge wird natürlich gekürzt werden und auch die Ärmellänge. Wie ich die Stoffe allerdings zusammensetze und gemeinsam verarbeite, weiß ich immernoch nicht und schiebe den Gedanken gerade etwas weg von mir. Zu viele Baustellen!


Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich den Mantel nochmal genau so nähen werde.
Das wäre doch der perfekte Übergangsmantel, oder?

Heute abend dann schaue ich hier in Ruhe, wie die anderen ihr Märchen-Thema umsetzen und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben - da bin ich sicher noch moderat unterwegs. Wenn ich die Leder-Verarbeitung bei Alex anschaue, kriege ich ganz große Augen!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Montag, 8. September 2014

Ablenkungsmanöver: Tannenbaumhemdblusenkleid

Wieder habe ich es in den letzten Tagen erfolgreich geschafft mich NICHT mit den Dingen zu beschäftigen, die eigentlich anstehen würden (MSBDS, NFL 4, Stoffwechselstoffsuchen, den Hosenherbst habe ich jetzt gar ganz ausgelassen).

Aber ich MUSSTE einfach einen Stoff vernähen, den ich bei meinem letzten Berlin-Besuch im Nähkontor erstanden habe. Netterweise hatte Lucy die Idee sich dort zu treffen, und so bekam ich den schönsten Stoffladen zu sehen, der mir je untergekommen ist.... wie paralysiert stand ich vor den tausend Knöpfen, streichelte die Stoffe und bewunderte die tolle Einrichtung.

Es hätte einige Stoffe gegeben, die mir gefallen hätten, aber ich hatte ein paar Tage zuvor schon ca. 14m bei HÜCO Stoffe in Berlin eingekauft und war eigentlich erstmal bedient.
Bis mir in der Patchworkstoffecke ein Tannenbaum-Baumwollstoff von Riley & Blake in´s Auge fiel. Sofort wusste ich, das würde ein hübsches herbstliches Hemdblusenkleid geben. Also doch spontan 2,50m eingepackt.

Als Schnittmuster diente mir mein all-time-favourite-Hemdblusenkleiderschnitt aus der easy fashion F/S 2007. Die Tannenbäume waren gerade so groß, dass es mit den vielen Schnittteilen noch ging, ohne dass das Muster zerstückelt aussieht. Den Kragen habe ich wieder etwas vergrößert und das Rockteil gefüttert, damit ich das Kleid gut über Hosen anziehen kann.

Heute hatte ich es bereits an und habe mich formidabel gefühlt! Der Stoff ist eine mitteldicke und sehr weiche Baumwolle, die interessanterweise gar nicht so schnell knittert. Alles super also, und die 2,50m habe ich komplett aufgebraucht, weil der Stoff wohl nur 1,10m breit war wie die meisten Patchworkstoffe. Wie gut, dass ich großzügig gekauft habe.

Sind sie nicht hübsch, die Tannenbäume?





Jetzt kann ich mich dann endlich allem anderen widmen, was so ansteht.
Tragefotos gibt´s dann zum nächsten MMM - wie freue ich mich, wenn das wieder losgeht!

Liebe Grüße,
Nastjusha