Samstag, 30. August 2014

Herbst-Stoffwechsel: Steckbrief

Mein zweiter Post heute! Ja, es gibt einiges aufzuholen.

Mitten im Urlaub erfuhr ich vom neuen Stoffwechsel, der diesmal von Frau Siebenhundertsachen und Lotti Katzkowski organisiert wird, und freue mich riesig, dass ich dieses Mal dabei sein darf!
Beim letzten Mal war ich beruflich im Stress und hatte mich blogmässig etwas ausgeklinkt, sodass ich von der Aktion erst Wind bekam, als man gar nicht mehr teilnehmen durfte.
Die Idee, sich über einen passenden Stoff für eine andere Bloggerin Gedanken zu machen, finde ich sehr spannend und sehe es auch als Herausforderung. Umgekehrt interessiert mich sehr, in welche Stoffschublade mich andere stecken. Dabei weiß ich ja selbst kaum, ob ich mich da festlegen kann! Oder werde ich mir beim Beantworten der folgenden Fragen vielleicht über meine Stoffvorlieben im Klaren?

Was nähst du im Herbst/Winter am liebsten für dich?
Da ich so viel wie im letzten Jahr erst nähe, seit ich blogge, kann ich mich hier nur nach dem letzten Winter richten. Da habe ich zwei Blazer und meine ersten Kleider genäht, aber auch eine Hose, Hemdbluse und ein Rock war dabei. So richtig kristallisierte sich da keine Vorliebe heraus, nur ein neuer Trend in meiner Garderobe: Kleider.
Vor Jacken und Mänteln habe ich keine Angst und habe da auch schon zwei Projekte in der Mache.
Generell nähe ich, worauf ich Lust habe und was der Stoffschrank hergibt (in der Regel kaufe ich erst den Stoff und suche dann den passenden Schnitt aus) - eine bestimmte Vorliebe kann ich bisher auf die Jahreszeit bezogen noch nicht benennen.

Und wenn wir mal kurz vor allem an Oberteile und Röcke denken, was würdest du da gern nähen? Hast du schon etwas vor Augen? Oder nähst du lieber nur Hosen oder nur Kleider?
Oberteile im Winter sind bei mir eher Pullover und Rollis. Da ich kaum Jersey vernähe, kaufe ich mir meine Shirts, die ich darunter trage. Hemdblusen und Hemdblusenkleider aus Baumwolle trage ich gern in der Übergangszeit und versuche sie auch bei etwas kälteren Temperaturen mit Pullunder/Weste o.ä. tragbar zu machen.
Ich habe mir in der letzten Kaltsaison drei Röcke genäht und fand sie auch sehr schön. So ganz bin ich mir noch nicht sicher, ob ich zur großen Rockträgerin werde, aber ich hätte ja auch nicht gedacht, dass ich JEMALS Röcke tragen werde. Es ist also alles offen.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es wieder Kleider geben wird.
Ein Wunschprojekt ist tatsächlich ein Träger- oder ärmelloses Kleid, welches ich über Hemdblusen und Rollis tragen kann. Diese Idee trage ich schon seit 3-4 Jahren mit mir herum, aber immerwieder kam was anderes dazwischen.

Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?
Ganz klar: Webstoff. Damit fühle ich mich viel angezogener als in Jerseykleidung (die ich auch besitze, für Shirts und Urlaub, aber fast alles gekauft), und ich mag Stoffe wie Menschen: ich weiß gern woran ich bin. Das Gefühl habe ich bei Jersey irgendwie nicht! :-)

Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, Wolle...) - gegen was hast du eine (starke) Abneigung?
Ich bin eine ziemliche Frostbeule, im Herbst/Winter vernähe ich also am allerliebsten dünne bis mittelstarke Wollstoffe. Baumwolle verarbeite ich auch sehr gern, am liebsten für meine Hemdblusen und Hemdblusenkleider (gern schaue ich mich da bei Patchworkqualitäten um).
Flutschige Stoffe mag ich tatsächlich nicht und vernähe sie nur, wenn mir die Farbe oder das Muster so sehr zusagt, dass ich den ganzen Ärger in Kauf nehme. Dehnbare Stoffe mag ich eigentlich nicht besonders zu verarbeiten, mit Romanit/Wolljersey komme ich allerdings einigermassen klar.
Satin ist nicht so meins, und Seide finde ich toll zu tragen, habe aber ein Problem mit der komplizierten Pflege und dem Flutsch.
Am liebsten also mag ich pflegeleichte Stoffe, die man bei wenigstens 30 Grad waschen kann (und da bin ich auch bei Wolle ziemlich schmerzfrei: bis auf hochflorige oder Wolle mit Mohairanteil wasche ich alles vor).
Fake-Furs mag ich ebenfalls sehr gern! Hier zeigt sich auch, dass ich auch gar nichts gegen Kunstfaseranteil habe. Es gibt sogar das eine oder andere 100%ige Polytierchen hier bei mir. Im Winter finde ich das ok, weil ich dann meistens was darunterziehe, sodass ich Polyester nie auf der Haut direkt trage.
 
Edit: wie konnte ich das vergessen.... wenn ich gegen einen Stoff eine starke Abneigung habe, dann ist das Jeansstoff! Bäh. Ich trage meine Kaufjeans mit Vergnügen, aber ich finde Oberteile und Kleider aus Jeansstoff einfach nur schrecklich und würde mir auch nie anmassen mir eine gut sitzende Jeanshose selbst zu schneidern. 

Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir besonders gut? Welche gehen gar nicht?
Ich habe dunkelbraune Haare, grün-braune Augen und im Winter sehr helle Haut, bin also eher der Wintertyp.
Tatsächlich stehen mir kräftige und kühle Farben am besten, d.h. Blau, Grün, Petrol, Beerentöne/Dunkelrot, Braun - all diese Farben mittel bis dunkel in der Farbintensität und kühl in der Farbtemperatur - aber auch Ocker und ab und zu Anthrazit/Schwarz mag ich gern (wobei mich letztere noch blasser machen als ich bin), eben alles, was sich irgendwie von meiner weißen Haut abhebt und meinem dunklen Haar Kontra gibt.
Gelb, Grau, Weiß, Orangetöne sowie Hellgrün und Hellblau und allgemein Pastell-/ Nude-/Beigetöne gehen deshalb gar nicht (im Sommer mag es selten Ausnahmen geben).

Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?
Oh, ich mag SEHR gern Muster! Große und kleine! Auf Streifen und auf Punkte stehe ich allerdings nicht so. Ich mag gern kleine Muster für meine Hemdblusen und große Muster für Röcke, und wenn ich gute Nerven bei der Verarbeitung habe, finde ich auch Karos und Glencheck super.
Ich stehe WAHNSINNIG auf Tierprint, wobei es hier Unterschiede gibt: Zebra finde ich nicht so toll, die meisten Leo-/Tiger-/Schlangenmuster aber schon.
Und Folkloremuster finde ich auch sehr schön, vor allem die aus Osteuropa (Indio-/Afrika-/Asiamuster hingegen - für mich - nicht so).
Obwohl ich Schnittmuster aus den 70ern gern mag, kann ich nichts mit den plakativen Retromustern von heute anfangen. Die sind mir zu sehr "Haudrauf" im Sinne von "offensichtlich 70er", wobei streng genommen diese Muster eher Mitte bis Ende der 60er en vogue waren. Eine Schluppenbluse habe ich mir mal aus so einer retrogemusterten Viskose genäht, aber ich trage sie sehr selten.
Neben Druckmustern mag ich auch sehr gern gewebte Muster wie Fischgrat, Salz/Pfeffer, Hahnentritt und solche, die sich aus dem Webprofil eines Stoffs ergeben. 
Wie immer gilt auch hier: die Dosis macht´s, und so kann ich einem krass gemusterten Stoff mit dem richtigen Kombipartner genausoviel abgewinnen wie einem dezent oder gar nicht gemusterten Stoff, den ich dann gern "aufmotze".

Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? Sind welche dabei, die du vor allem wegen ihres Stoffes magst?
 Ich liebe meine Jacke nach einem Burda-Schnitt von 1970, wegen ihres Schnittes und Stoffes und werde sicher ab Herbst ausgiebig meine Frauentagskombination tragen (hier hat sich der Wollstoff grandios verarbeiten lassen, und das fehlende Muster machen hier die vielen Nähte und Symmetrien wett) und auch mein Tageskleid (hier liebe ich die Farbe, die Bequemlichkeit des dicken Wolljerseys und den Schnitt, gut zu sehen hier, was ich mit "Aufmotzen" meine :-). Mein Vorhangkleid ist ein gutes Beispiel für Folklore- bzw. Vintage-Muster, wie ich sie sehr mag und das Weihnachtskleid für dezentes Muster/Karo (mit eingewebtem Goldfaden, ein bisschen Bling darf immer sein). Und die Hemdbluse zeigt, dass ich gerade für diese Oberteile oft auffällige Muster verwende, die ich dann durch Zuhilfenahme eines einfarbigen Pullunder gern entschärfe.






Wieviel Stoff verbrauchst du ca. für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid? Welche Mindestmenge benötigst du für die Verarbeitung? Oder hast du sogar ein Maximalmaß für Stoff?
Hm, schwierig zu sagen. Allgemein kaufe ich lieber 20cm mehr Stoff, um am Saum Freiheit zu haben und meine Längenänderungen (vor allem im Oberteil) bequem vornehmen zu können, denn ich bin mit 1,78m Größe 10cm größer als von der Burda angenommen. Bei Röcken habe ich kaum eine Vorstellung, zu selten genäht. Aber da ich keine Bleistiftröcke sondern eher A-linien-förmige (evtl. mit mehreren Bahnen) oder Glockenröcke bevorzugen würde, käme ich wohl mit einem Meter nicht aus.
Für eine Hemdbluse rechne ich mit 1,6m, für einen Blazer mit knapp 2m, für ein Kleid je nach Machart, Länge und Ärmelform mit 1,7-2,5m.
Über ein Maximalmaß habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, wenn ich ehrlich bin.

Gibt es sonst noch etwas, was dich als Näh-/Stofftyp in deinen Augen ausmacht?
Ich finde, mein Stil ist insgesamt wenig mädchenhaft und verspielt sondern eher klassisch und an die 70er- Mode angelegt. Das beinhaltet gerade und klare Linien, zumindest im Oberteil oft maskuline Schnittdetails und figurbetonte Schnittlinien. Dass ich meist keine Rüschen, Spitzen, Punkte und andere mädchenhafte bzw. betont weiblichen Züge in der Klamotte mag, heißt aber überhaupt nicht, dass ich nicht auf Glamour stehe!
Insgesamt ist meine Stoffpatin hervorragend beraten, wenn sie "American Hustle", "Das Schmuckstück" oder die ersten zwei Staffeln von "3 Engel für Charlie"gesehen hat. :-)

Und zum Schluß: auch wenn ich hier ziemlich ins Detail gegangen bin (denn die Fragen habe ich auch mir selbst beantwortet), würde ich mich als unkomplizierte und offene Person bezeichnen, d.h., ich kann mit FAST jedem Stoff was anfangen und lasse mich auch gern auf Neues ein! Also bitte, liebe Stoffpatin, nicht reinstressen!

Hach, was freue ich mich! Und jetzt hier schauen, was die anderen Stoffwichtlerinnen versteckbrieft haben.

Liebe Grüße,
Nastjusha


Nix für Lemminge 4: "Märchen" - Entwürfe


Ich bin wieder aus dem Urlaub (Berlin und Ostsee) da - der nebenbei gesagt toll war (wenn auch mit den Jungs eher Erlebnis- als Entspannungsurlaub, aber ick will ja nich meckern).

Ich habe es sogar geschafft, ein paar Programmpunkte nach MEINEN Interessen einzubauen und konnte in der Hauptstadt liebe Bloggerinnen treffen und meterweise Stoff einkaufen (nix Maybachufer, sondern HÜCO und Nähkontor), aber dazu schreibe ich mal extra was. Außerdem konnte ich tatsächlich auf zwei Konzerte gehen: die Jungs habe ich an den Abenden kurz bei Freunden geparkt und sie mit viereckigen Augen wieder abgeholt. ;-)
War also alles super, und ich kann absolut behaupten, für mich war auch eine Menge dabei.

Nun aber zum Thema: ich hatte schon beim letzten Mal einen schnellen Entwurf präsentiert, und ich muss sagen, dem ist nicht viel hinzuzufügen.


Ich bleibe bei dem Kleid mit weitem Rundhalsausschnitt mit Bindebändern und weiten Ärmeln bei schmalem Bund, Rockteil ausgestellt.
Ebenso die Stoffauswahl hat sich nicht geändert. Ich habe durch Zufall einen wunderbar fließenden Ausbrenner gefunden (ich würde es jetzt nicht unbedingt als Samt bezeichnen, der Flor ist nicht so dicht und fest), der aufgrund seiner durchsichtigen Eigenschaft natürlich ein Futter benötigen wird. Oder ich versuche es mit einem Unterkleid, die Option besteht auch und erscheint mir gerade reizvoller.


Die Jacke soll ebenfalls bleiben wie geplant. Mit kurzen Ärmeln oder 3/4-Ärmeln, relativ kurz geschnitten, mit Kapuze. 
Angelehnt an mein Lieblingsmärchen "Allerleirauh" soll die Jacke aus verschiedenen fellähnlichen Stoffen bestehen.

Ich habe eine alte Kurzjacke aussortiert, die ich in meiner Anfängerzeit mal genäht hatte und mir eigentlich sehr gut gefällt, die ich aber nicht mehr getragen habe, weil die Längsstreifen am Kragen und an der hinteren Taillennaht nicht aufeinandertreffen. Das ist bei dem Stoff recht auffällig.
Also wird das gute Stück verwertet, ebenso wahrscheinlich die großen Vintageknöpfe, wenn ich mich nicht doch für einen Reißverschluß entscheide.


Dazu kommt ein Stück Persianer-Fake-Fur von meiner Oma, schwarzer Wollwalk und ein Rest schwarzer Samt. Die Herausforderung bei der Kombination aller Stoffe besteht sicherlich darin, die verschiedenen Stoffstärken auszugleichen. Der Samt z.B. ist ziemlich leicht und fließend, ich nehme an das ist Viskose. Der Persianer hingegen ist sehr steif.


Alles in einem wird das ein recht dunkles Ensemble, aber nach meinem Stoffkauf im Urlaub habe ich das Gefühl, dieser Herbst wird bei mir allgemein etwas dunkler.

Und nun endlich kann ich mir in Ruhe alle anderen Entwürfe hier bei Alex von Mamamachtsachen ansehen. Fein!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 10. August 2014

Konfuse Reisevorbereitungen: welche Ferienhandarbeit?

Ach, Ferienhandarbeit klingt herrlich altmodisch, etwa wie die Rubrik "Die Fernsehhandarbeit" in den Burdas der 70er.
Am Mittwoch geht es für gute 2 Wochen auf Rundreise mit den Kindern (der Gatte ist auf Konzerttour in Brasilien, wie aaanstrengend...;-); Frankfurt am Main, Berlin und die Ostsee sind Hauptstationen.
Nun bin ich völlig überfordert mit der Wahl der mitzunehmenden Handarbeit (während andere gerade aus dem Urlaub wiedergekommen sind und Nähpläne für daheim schmieden, typisch Bayern-Sommerferien).
Stricken wird nicht in Frage kommen, da meine Kreisstrickjacke schon fast fertig ist und der Kragen hohe Konzentration erfordert. Ein neues Projekt wäre eine Jaquard-Strickjacke. Auch das zu kompliziert.

Mit der letzten Stoffspielerei unter Anleitung von frifris bin ich seit Ewigkeiten wieder in Kontakt mit der Stickerei gekommen.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich immernoch ein bisschen ein Problem mit dem furchtbar altbackenen Erscheinungsbild, was ich beim Sticken abgebe (also, richtig cool ist das nicht, oder?), aber ich bin dabei dieses Ressentiment zu überwinden. Denn das Sticken an sich mit seiner entspannenden Wirkung und die Ergebnisse liebe ich!

In den 70ern und 80ern hatte die Burda mehrmals jährlich Extra-Handarbeits-Ausgaben ("Großes buntes Handarbeitsheft"). Davon habe ich ein paar Exemplare, allesamt mit vielen Einmerkern drin, z.B. hier in der Ausgabe 7/74:





Negativbeispiel: die Vorstellung so ein Monstrum zu häkeln finde ich schon ein bisschen gruselig!

Ich wollte mit Material arbeiten, was ich schon zuhause habe und entschied mich für dieses Folkloremuster aus der Ausgabe 32/80.
Diese Zählstickerei habe ich sehr sehr lange nicht gemacht und auch keinen Zählstoff zuhause.
Deshalb wählte ich einen Rest des Mustermix-Blazer-Stoffs. Die Qualität ist eigentlich nicht besonders gut, aber er ist kariert und erleichtert mir das Zählen enorm!
Aus meinem Riesenhaufen Oma-Sticktwist kam mir rot gerade recht, denn davon habe ich eine ganze Menge.


Das ganze ist ein Experiment. Ich bin ehrlich gesagt nicht sicher, ob das Ergebnis cool oder seltsam sein wird. Denn mit kariertem Stoff könnte das eigenartig aussehen.
Ich habe mich entschieden, das Muster nur einmal zu sticken (und ohne das einzelne Musterfeld außerhalb der Blume), also nicht viermal für das Kissen. Das würde ein Riesenkissen werden, da die Karos etwas größer sind als die Quadrate des Original-Zählstoffs. (Außerdem werde ich nicht so wahnsinnig viel Zeit für´s Sticken haben.) So schaue ich, was es wird und ob das Verzogene sich am Ende gibt.
Schlimmstenfalls mache ich eine Einkaufstasche daraus, bestenfalls ziehe ich es auf einen Rahmen und hänge es auf (ein dunkelbrauner Schattenfugenrahmen würde dem Kreuzstich evtl. zu etwas Modernität verhelfen). Wir werden sehen.


Das Projekt finde ich jetzt jedenfalls sehr urlaubstauglich: es nimmt wenig Platz ein, kann schnell gezückt werden und geht auch zwischendurch ohne große Vorbereitung für ein paar Stiche.
Leider muss ich selbst Auto fahren, sodass diese Arbeitszeit schonmal wegfällt. Oh, was hätte ich in knapp 2000km als Beifahrerin alles stricken können! Nun ja, diesmal alles etwas anders.

Von 1-2-3-nadelei jedenfalls habe ich den tollen Trick, dass der Faden vor dem Sticken über eine Kerze gezogen wird - damit hört das nervige Knotenbilden auf. So simpel und was für eine Erleichterung!
Am Anfang stickte ich mit Stickrahmen, aber das geht doch ziemlich auf die Hand- und Fingergelenke, wenn man in einem Zug ein- und wieder ausstechen will. Gerade funktioniert es ohne Stickrahmen ganz gut (verzogen hat es sich mit Rahmen genauso - evtl. muss ich noch an der Fadenspannung arbeiten - oder hilft es, ein Vlies unterzulegen?).

Bis Ende August dann, euch schöne Sommerferien, Restferien oder guten Einstieg in den Alltag, sucht´s euch aus. :-)

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 6. August 2014

Mein erstes Wickelkleid: Burda Blumarine-Designerschnitt

Vor einiger Zeit wollte ich mal wieder Knöpfe im Stoffladen um die Ecke kaufen und sah dann einen wunderschönen Stoff mit Schlangenprint. Einziges Manko: es war ein Jersey, und dazu noch ein ziemlich dünner. Trotzdem nahm ich 2,40m mit und sah deutlich ein Wickelkleid vor mir.
Flux Vogue 8379 bestellt, und nachdem die letzte NFL-Herausforderung gemeistert war, wollte ich eines Abends loslegen. Leider konnte ich einfach nicht den Vogue-Schnitt finden - dabei war ich mir doch so sicher, ihn auf meinen Nähtisch gelegt zu haben! Am nächsten Morgen fand ein einstündiges Verhör des jüngsten Familienmitglieds statt. Und heraus kam, dass er den Schnitt in der Mangel hatte, in den Garten mitgenommen hat und von dort über den Zaun auf das Nachbargrundstück geworfen hat. Dann kam über Nacht der Regen...
Warum macht man sowas??? Ich hab´s echt nicht kapiert. Aber in dem Alter hat man noch nicht wirklich Bewegungsgründe. Man macht einfach, und oft kommt einfach Blödsinn heraus.
(Ein enttäuschter Twitter-Kommentar, und schon meldete sich Claudia von buntekleider, dass sie ihren Schnitt am nächsten Tag in die Post gibt... :-) Und nun habe ich ihn doch hier und kann bald loslegen - ich bin begeistert!)
Nach einem ersten Wutanfall also kramte ich alle Nähhefte heraus und suchte nach einem Wickelkleidschnitt. Denn wie mir später einleuchtete, war der Vogue-Schnitt mit seiner Taillennaht bei einem Längsrapport vielleicht doch nicht so sinnvoll.
Da geriet mir die Burda 06/2011 in die Hände, und der darin enthaltene Designerschnitt von Blumarine (hier der Downloadschnitt) sprach mich gleich an. Er hatte auch keine Taillennaht, war also perfekt für meinen Stoff.

Es ist mir immer noch kein Riesenvergnügen Jersey zu verarbeiten (bis ich mal die Zwillingsnadel-Fadenspannung richtig eingestellt hatte...), aber ich hab´s irgendwie hinbekommen und bin nun auch ganz zufrieden.
Kragen und Blenden habe ich mit dünner Gewebeeinlage verstärkt. Ansonsten alles ohne Einlage (auch Bindebänder) und mit Elastikstich genäht bzw. mit Overlock versäubert.

Zum Schnitt: An sich ein tolles Schnittmuster! Grandios finde ich die Trompetenärmel und die meterlangen Bindebänder (ich kann sie dreimal herumwickeln). Den Kragen finde ich auch sehr schön und ziemlich unkompliziert zu verarbeiten. Was den Ausschnitt angeht, muss ich nochmal überlegen. Er ist ziemlich tief. Beim Foto unten habe ich ein Unterkleid mit Spitzenoberteil an, für mich kein Problem, wenn das etwas herausblitzt. Die Länge des Kleids habe ich um 10cm verlängert, ansonsten wäre es mir zu kurz geworden. Ich finde sogar, das Kleid könnte noch etwas länger sein.
Üblicherweise muss ich die Burda-Oberteile um 2cm in der oberen Hälfte verlängern. Das habe ich hier nicht gemacht, deshalb liegt die Taille etwas höher als gedacht, finde ich aber fast besser so.
Das Kleid ist trotz des dünnen Stoffs nicht gefüttert. Mit dem Unterkleid fühlt es sich aber gut an.

Von der Verarbeitung her ging alles relativ einfach, wenn man mal verstanden hat, wie das mit der Blende gemeint ist (sie wird der Länge nach links auf links gefaltet und zusammengefasst auf die Vorderkante genäht, dann alles versäubert und einfach umgeklappt). Hier war ich etwas begriffsstutzig und machte mich im Netz auf die Suche nach Bildern des Kleides. Ich fand eine wunderschöne dunkelblaue Version auf dem tollen Wiener Blog "Into Tailoring" und bekam auf meine Frage SOFORT Antwort: vielen lieben Dank, du hast mir sehr geholfen!

Den Stoff finde ich so perfekt eingesetzt, und ich freue mich schon auf den Einsatz des Kleides an der Ostsee! Würde mich damit aber auch in St. Tropez optimal gekleidet fühlen... ;-)

Und nun ein paar Fotos:





Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 3. August 2014

Mehr Strickjacken braucht der Schrank: Start

Ganz kurzfristig habe ich entschlossen, bei Chrissys 12-Wochen-Strickjacken-Aktion mitzumachen.
4 Stück werde ich in der Zeit nicht schaffen, aber ich dümpele immernoch mit meiner roten WM-Kreisstrickjacke herum und schiebe sie von einer in die nächste Ecke. Mir fehlt noch ein Ärmel und ein Teil des Kragens, den ich in der Anleitung einfach mal nicht kapiere (daher die Ärmel als Übersprungshandlung angefangen). 

Dieses drops-Muster ist meine Vorlage:
Quelle und Anleitung hier

Und das ist der Stand bisher, ohne Ärmel:



Damit ich mich nicht mit allem verzettele, belasse ich es erstmal bei dieser Jacke. Wenn noch Zeit ist, was ich bezweifle, wage ich mich an ein Norwegerstrickjäckchen aus Alpaca, in der Grundfarbe petrol - die Wolle dazu liegt seit letztem Jahr in meiner Kommode und wartet. Kann man ja mal so stehenlassen.

Quelle und Anleitung hier
Alle anderen  Jacken-Strickerinnen (danke für die Aktion, Chrissy!) finden sich hier ein.

Einen schönen Sonntagabend wünscht
Nastjusha

Samstag, 2. August 2014

Nix für Lemminge 4: "Märchen" - Moodboard

Ich muss wirklich aufpassen, dass ich jetzt nicht total abschweife... denn ich liebeliebeliebe Märchen!
In meiner Kindheit und auch Jugend habe ich sie verschlungen - ich muss dazu sagen, mein Vater sammelt Märchenbücher - und meine Lieblingsmärchensammlungen ("Kostbarkeiten aus dem deutschen Märchenschatz", "Die goldene Schale und andere Märchen der Völker der Sowjetunion", Grimm´s Märchen mit Jugendstilillustrationen, "Östlich der Sonne - westlich vom Mond" und "Siebenschön") hüte ich wie meinen Augapfel.
Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass Märchen für die emotionale und geistige Entwicklung von Kindern sehr wichtig sind und lese fast jeden Abend Märchen vor. Früher habe ich versucht sie während des Lesens sprachlich zu vereinfachen (fand ich in etwa so kompliziert wie Synchrondolmetschen), aber der Große versteht sie mittlerweile auch im Original, und der Kleine hat halt Pech gehabt, wenn er was nicht versteht. Ich finde die teils alte Sprache sehr spannend und mag es sie den Kindern zu erklären.

Als ich las, dass Alex für die neue Nix-für-Lemminge-Herausforderung dieses Thema ausrief, war ich Feuer und Flamme, und obwohl ich noch damit beschäftigt war, das Thema der letzten Herausforderung (Mustermix) umzusetzen, ratterte mein Hirn fröhlich vor sich hin und versuchte nebenbei sich an einen Plan für das Märchenthema heranzutasten.

Es geht also darum sich ein Outfit zu schneidern, welches dieses Thema umsetzt. Dabei muss es kein klassisches Märchenkostüm sein (Alltagstauglichkeit ganz groß geschrieben), sondern es kann eine märchenhafte oder mystische Stimmung realisiert werden.

Nachdem die erste Euphorie sich gelegt hatte, bemerkte ich, dass das gar nicht so leicht ist, obwohl man sich bei den nun kommenden Herbst-Winter-Kollektionen Inspiration zuhauf holen kann, denn interessanterweise haben sich einige Modedesigner an dem Thema "Märchen" versucht, vor allem
Dolce & Gabbana (Link) und Alexander McQueen (Link).

Ich dachte an mein Lieblingsmärchen "Allerleirauh", aber ein Kleid so silbern wie der Mond, so golden wie die Sonne oder so glänzend wie die Sterne, funktioniert nicht in meinem Alltag. Ein Mantel aus allerleih Pelzen im engsten Sinne auch nicht.

Allgemein fühle ich mich auf der Seite des Guten zuhause - mein Auftreten und mein gesamter Stil sind wenig mystisch und verrucht. Also keine böse Königin.
Da ich üblicherweise weiß wie eine Wand bin und dunkelbraune Haare habe, würde ich mich jetzt mal anmaßenderweise als Schneewittchen-Typen bezeichnen.  Außerdem verbinde ich kleidungsstilistisch mit Märchen das Mittelalter.
(Ich habe auch angefangen mich auf Pinterest umzuschauen. Wen es interessiert, hier der Link.)

Meine erste Idee war also ein langes weißes langärmeliges Nachthemd mit Empiretaille, dazu einen roten Morgenmantel mit Kapuze und rote Häkelschuhe. Klingt ziemlich nach Märchen, oder?

Dann ging ich aber letztens in den Stoffladen nebenan um Futter zu kaufen.... und konnte an einem wunderschönen dunkelblauen Ausbrennerstoff mit Rosenmuster einfach nicht vorbei. Das änderte natürlich alles.
Nun sieht es ganz nach einem langärmeligen knielangen Kleid aus (mit Bindebändern am Ausschnitt und weiten Ärmeln bei schmalem Ärmelbund) mit schwarzem Jäckchen oder Weste dazu (einen Rest Persianer-Fake-Fur habe ich hier und auch schwarzen Samt - also doch Allerleirauh?), bestenfalls mit Kapuze.

In etwa so:


Aber das kann sich auch alles noch ändern.

Ersteinmal schaue ich hier, was den anderen Märchentanten so vorschwebt!

Liebe Grüße,
Nastjusha