Dienstag, 22. April 2014

Tuesday Tunes: José González

Viel los momentan, und ich werde erst im Mai wieder zum Nähen und Nähbloggen kommen.
Für die Tuesday Tunes habe ich aber kurz Zeit... :-)

Am Donnerstag fahre ich für ein paar Tage auf eine Musikmesse am anderen Ende von Deutschland und werde mir meinen ipod wieder für alle Stimmungen bis obenhin mit Musik vollladen. Fensterplatz im Zug ist reserviert, und ich werde wieder stundenlang mit Musik im Ohr die Häuser und Bäume an mir vorbeiziehen lassen. Ich liebe das.
Andere von euch sind ja immer ganz effektiv und nutzen die Zugfahrten für Stricken etc. Das bewundere ich! Geht bei mir irgendwie nicht...

Im letzten Jahr habe ich auf dieser Zugreise u.a.  José Gonzáles  gehört.
Dieser schwedische (schon wieder einer!) Singer-Songwriter meines Jahrgangs macht wunderbar ruhige Musik (im Genre Folk, Psychodelic Rock eingeordnet), die von einer herrlich sonoren Stimme und Akustik-Gitarre lebt. Reduzierte Mittel, die trotzdem einen wunderbaren Klangteppich machen und perfekt sind um seinen Gedanken nachzuhängen... Bekannt geworden ist er u.a. mit der Serie O.C., California und einigen Werbespots, die seine Musik verwendet haben.

Eigentlich Sänger der fabelhaften schwedischen Band Junip ("Fields" von 2010, genial, die ganze CD! die neue kenne ich noch nicht so gut), hat José González auch zwei sehr schöne Solo-CD herausgebracht. Die zweite (Veneer) wird mich am Donnerstag begleiten.

Hier ein schöner Song von der ersten Solo-CD (In our Nature):



Und weil ich euch den Anblick des hübschen Schweden mit argentinischen Wurzeln nicht vorenthalten möchte, hier noch eine Live-Aufnahme von Junip:


Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 16. April 2014

Me Made Mittwoch: Bühnenauftritt und Traumabewältigung im goldenen 70er-Kleid

Gerade ist der Teufel los und ich komme kaum zum Bloggen. Im Mai wird alles anders.

Dennoch habe ich es letzte Woche geschafft mir ein Kleid zu nähen. Anlass war ein Benefizkonzert, welches ich veranstaltet habe, und zu dem ich auch zum Schluß auf die Bühne musste. Das mag ich ja eigentlich gar nicht. Ich sehe mich viel mehr als Strippenzieherin im Hintergrund und kann nur schwer damit umgehen, dass mich 600 Leute im Publikum sehen aber ich niemanden, weil die Bühnenlichter so blenden!
Wie auch immer, ein Kleid musste her, und es sollte gelb sein.
Hier gab mein Stofflager nichts her, und ich stattete meinem Stoffhändler in der Nähe einen Besuch ab, wo ich intuitiv zu einem kräftig-gelben-goldenen Micro-Satin griff. Vollpolyester natürlich.

Als Schnitt diente mir derselbe wie für das Wahlpartykleid aus der Januar-Burda von 1970.
Leider erwies sich der Stoff als äußerst flutschig und widerspenstig. Er fällt zwar sehr schön, aber die reine Freude war das Nähen nicht. Ich habe die Nahtzugaben nur mit der Zickzackschere versäubert, da meine Overlock für diesen Stoff, so glaube ich, nicht mehr scharf genug schneidet, dass sich der Stoff auch nicht verzieht. Eine Naht habe ich mit Zickzack abgesteppt, aber hier verzog sich der Stoff etwas. Also ließ ich die Nähte so wie sie waren, und ich hoffe mal, meine neue schicke Zickzackschere verhindert, dass sich die Nahtzugaben ausfransen und die Nähte sich auflösen. Wir werden sehen.

Zweites Problem waren die Ärmel. Ich habe sie schnell einsetzen müssen, weil ich mal wieder recht kurzfristig dran war, und nun sieht das nicht sehr schön aus.
Zudem hatte ich große Bedenken, dass mein Angstschweiß auf der Bühne zutage tritt. Den Verdacht hegte ich schon beim Stoffkauf und besorgte mir dann auch gleich so tolle Achselpads. Puh. Hat das schonmal jemand von euch ausprobiert? Frifris hat ja das Thema letztens hier aufgeworfen.
Mich überzeugen die Teile nicht. Bei manchen Kleidungsstücken mag das funktionieren, bei diesem Stoff aber, der so leicht fällt, ist das aufgefallen, d.h. es sah einfach irgendwie komisch aus und ich habe mich auch eher wie Arnold Schwarzenegger bewegt als natürlich. Also raus die Dinger. Und dann kam es beim Probetragen so wie ich mir gedacht habe. Der kleinste Wasserfleck zeigt sich dunkelbraun. Kein Bühnenauftrittskleid also. Und ich trug ein Kaufkleid.
Das tat der Veranstaltung allerdings keinen Abbruch, und es kamen um die 18.000,- Euro zusammen für einen Verein, der krebskranke und körperbehinderte Kinder hier in der Stadt unterstützt. :-)

Die Ärmel ließen mich aber weiterhin die Stirn runzeln. Retterin in der Not war mal wieder die liebe Wiebke, die mir den Weg zur Wahl zwischen Ärmellosigkeit oder Strickjackengebrauch wies. DAS ist es! Seither habe ich das goldgelbe Kleid mehrmals getragen, mit Strickjacke darüber, und habe mich endlich ein wenig wie Goldmarie gefühlt. Denn so ziemlich das größte Kindheitstrauma, was ich mit mir herumschleppe, ist, dass ich im Kindergarten immer die Pechmarie spielen musste wegen meiner dunklen Haare. Sowas hinterlässt Spuren! Seit ich mein goldenes Kleid habe, geht es mir besser. Und ich wette, auf DIE Idee wäre kein Therapeut gekommen!

Wer bis hierher durchgehalten hat, bekommt nun auch endlich die Fotos zu sehen.

wie man sieht, habe ich das Kleid durchaus schon getragen...


mein absoluter Lieblingskragen!




passende Knöpfe aus dem Stoffladen um die Ecke

Füße abgeschnitten. Stellt euch einfach Golmarieschuhe dazu vor.

So, und heute abend schaue ich hier, was die anderen Selberschneiderinnen in diesen kalten Frühlingstagen tragen, diesmal angeführt von Lucy zwischen blühenden Kirschbäumen!

Liebe Grüße,
Nastjusha


Dienstag, 8. April 2014

Tuesday Tunes: Dirty Loops

Es ist nicht so, dass ich alle Youtube-Musikkarrieren verfolge, ganz im Gegenteil.
Die von Justin Bieber zum Beispiel ging so dermaßen an mir vorrüber, dass ich bis heute keinen Song von ihm gehört habe. Wären da nicht die Schweden Dirty Loops, die mir "Baby" von ihm nahegebracht und mich damit völlig begeistert haben.

Die drei jungen Stockholmer Musikstudenten haben nämlich selbst eine spektakuläre musikalische Karriere hingelegt, allein wegen ein paar Covers von bekannten Pop-Songs (u.a. von Britney Spears, Rihanna, Adele u.a.).
Es hört sich ganz danach an, als ob die Jungs lange nichts anderes getan haben außer Üben und Bananenessen. Unglaublich, wie sie technisch vom Leder ziehen und wie musikalisch sie sind, wie perfekt sie zusammen-  und alles "auf die Nuss" spielen... 
Mit ihren Videos also haben sie jedenfalls einen Produzenten gefunden und alles nahm seinen Lauf.
Demnächst kommt ihr neues Album raus, und "Hit Me" als Singleauskopplung hat´s Anfang des Jahres in Japan gleich auf gute Hitparadenplätze gebracht. Sie haben Fans auf aller Welt, darunter auch weltbekannte Musiker.
Und das, wo Dirty Loops dachten, NIEMANDEN würde ihre abgefahrene Mischung aus Fusion Jazz und Pop interessieren...
So kann man sich irren.


Und weil´s so genial ist, nachträglich das Justin-Bieber-Cover, als solches kaum erkennbar...


Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 2. April 2014

Me Made Mittwoch im Promi-Wahlpartykleid

Es ist vollbracht: die OB-Stichwahl war mit über 70% für den SPD-Kandidaten ein Riesen-Erfolg, und damit ist die Stadt nach langer langer Zeit mal wieder in roter und nicht in schwarzer Hand.
Bin Sonntag abend begeistert und ganz aufgeregt in mein rotes Hemdblusenkleid nach einem Schnitt aus der Burda 01/70 geschlüpft (hier der Post dazu mit mehr Detailfotos) und los zur Wahlparty, wo die Freude groß war!
Und was soll ich sagen: trotz der über 1000 Anwesenden hat es MEIN Wahlpartykleid sogar in die Zeitung geschafft! Das Kleid und ich haben also einen angemessenen Auftritt gehabt und ich habe mich superwohl gefühlt in meinem neuen Jersey-Fummel. Vielleicht nähe ich ihn mir nochmal und dann etwas länger, bis zum Knie, denn jetzt wäre das Kleid ohne Hose drunter für mein Gefühl etwas zu kurz. Den Kragen jedenfalls finde ich einfach nur herrlich...


letztens öfter mit dieser Kaufjacke getragen, hier eher schlampig angezogen...

Ich bin also nun auch nähtechnisch im Frühling angekommen - lange genug hat´s gedauert - und freue mich auf nächste Frühlings-Nähprojekte und viel Inspiration auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog, wo Catherine alle Selberschneiderinnen in einem wunderschönen Kleid anführt.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 1. April 2014

Tuesday Tunes: School Of Seven Bells

Genauso wie ich Fan von schlichter und minimal instrumentierter Musik bin, so gern mag ich auch Stilmixe und ausgefüllte Klangflächen.
School Of Seven Bells war eine US-amerikanische Band um Benjamin Curtis und die Zwillingsschwestern Claudia und Alejandra Dehaza, die Indi-Rock/Pop mit elektronischer Musik gemischt und mit ihrem großflächigen Sound eine sprichwörtlich traumhafte und ätherische Atmosphäre geschaffen haben.
Benjamin Curtis starb Ende letzten Jahres mit nur 35 Jahren an einem aggressiven Krebs und reiht sich damit ein in die Riege von Musikern, bei denen man bedauert, dass ihr kreativer Output ein so schnelles Ende fand, weil noch so viel Interessantes zu erwarten gewesen wäre.

Hier ein wunderschönes Video zum Song "Half Asleep", das die akustische Wirkung der Musik auf geniale Weise visuell umsetzt.


School of Seven Bells - "Half Asleep" from Ghostly International on Vimeo.

Liebe Grüße,
Nastjusha