Freitag, 28. Februar 2014

Mein schwerster Kampf: Newcastle Cardigan aus Webstoff

Eins vorweg: ich habe gesiegt. Aber bis dahin war es ein langer und steiniger Weg.


Von vorn: Anfang des Jahres hatten sich ja schon viele erfolgreich an dem neuen schicken Herrenschnitt namens Newcastle Cardigan von Thread Theory versucht, u.a. sind hier bei Wiebke, da bei Monika, dort bei Yvonne und drüben bei Tina herrliche Exemplare rausgekommen.
Ich konnte mir diese Jacke super an meinem Gatten vorstellen und dachte mir: das ist doch ein tolles Geschenk zu seinem Geburtstag Ende Januar.

Begonnen habe ich eigentlich rechtzeitig, aber dies hier war mein erster Online-Schnitt und mein erster Schnitt inkl. Nahtzugabe. Manchmal starrte ich die ausgedruckten Blätter so begriffsstutzig an wie der erste Mensch.  Und alles sollte heimlich geschehen, d.h. nur wenn er weg war und dann möglichst schnell. Den Schnitt bastelte ich also irgendwie zusammen.

Ich wollte die Jacke aus Webstoff nähen und überlegte hin und her, aus welchem. Zuerst bestellte ich einen dunkelbraunen Walk, der mir im Nachhinein aber zu dick erschien, und gnädigerweise konnte ich die Bestellung stornieren.
Dann stattete ich meinem Stoffhändler um die Ecke einen Besuch ab und fand einen wunderschönen Wollstoff: Fischgrat in Senffarbe (oder intensives Ocker) und Schokoladen-Dunkelbraun, mit einer Art Bouclé-Struktur, also nicht glatt gewebt sondern mit schöner strukturierter (wenn auch unregelmässig) Oberfläche. Ich tippe auf reine Wolle oder ein hochwertiges Wollgemisch - der Stoffhändler kauft immer Kollektionsmaterial günstig auf und hat dementsprechend vernünftige Preise, aber oft fehlen die genauen Angaben zur Zusammensetzung des Stoffs.

Gut, ich kaufte also diesen relativ dicken Wollstoff und bestellte dazu dunkelbraunen Breitcord.
Normalerweise trägt mein Mann Gr. L, aber da dies ein Schnitt für Jersey ist, war ich schlau und schnitt Gr. XL aus. Leider reichte das immernoch nicht, aber das sollte ich erst später erfahren.

Zum Geburtstag fertig zu werden, davon hatte ich mich sowieso schon verabschiedet.
Ich schenkte also den ausgeschnittenen Papierschnitt her - sah ganz ganz toll aus, wie ihr euch vorstellen könnt.
Dann irgendwann begann ich, schloss die Nähte, steppte sie ab und nähte gleich mal den Kragen falsch an: NIEMALS abends müde etwas zuende bringen wollen!
Nach einem ersten Wutanfall legte ich das Ding erstmal beiseite um mich zu beruhigen und machte mich an mein Tageskleid, zur allgemeinen Entspannung.

Damit fertig, setzte ich mich irgendwann wieder mit meinem Nahttrenner hin und fing das lustige Auftrennen an. Dieser Stoff ist mit Abstand der fransigste, den ich jemals verarbeitet habe, hier kommt das nur halb rüber.

 
Den Kragen setzte ich also neu und halbwegs richtig an. Er endete zwar in der Mitte der Knopfleiste, aber die liebe Wiebke, die mir die ganze Zeit mit Rat und Tat zur Seite stand, meinte, das wäre häufig so.

Dann ging´s weiter: Futterschnitt erstellen, denn ursprünglich ist da keins vorgesehen.
Normalerweise ziehe ich vom Schnitt für den Oberstoff einfach die Belegschnittmuster ab und fertig. Aber hier mit der integrierten Nahtzugabe.... ich bekam fast einen Knoten im Hirn.
Irgendwie friemelte ich also das Futter zusammen und setzte es ein. Ich merkte dabei schon, dass die Saumweite des Futters geringer war als die des Oberstoffs, dachte aber, ich könnte das irgendwie hinschummeln.

Keine Ahnung, warum ich die Jacke erst jetzt anprobieren ließ, also NACH dem Zusammennähen, Absteppen und Füttern. Ich sag ja, wie der erste Mensch.
Ich ließ also siegessicher die Jacke anprobieren und stellte fest, dass wohl 8cm "Umfang" fehlten. Man hätte die Jacke so anziehen können aber nie im Leben schließen können. Ich wußte noch nicht so recht, woran das liegen könnte, aber nach dem Herausnehmen des Futters merkte ich, dass es größtenteils am zu kleinen Futter lag und auch ein wenig an der Jacke. Ich muss mich beim Futterschnitt mit den Nahtzugaben, Belegen und Knopfleisten irgendwie verrechnet haben.

Das war der Moment, wo ich dachte, ich gebe auf. Wäre es nicht das versprochene Geburtstagsgeschenk gewesen und hätte sich mein armer ewig hingehaltener Schatz nicht so sehr darauf gefreut, ich hätte auch aufgegeben und das Ding aus dem Fenster geworfen.

Also: Futter, Absteppungen, Seitennähte, Knopfleistennähte und Belegnähte aufgetrennt. Dann holte ich beim erneuten Zusammennähen ca. 4cm raus, damit passte die Jacke an sich. Leider verschob sich der Kragenbeginn noch mehr zur Mitte hin, und er ist nicht mehr ganz in der Mitte der Knopfleiste. Aber das war mein geringstes Problem.
Ich trennte die Seitennähte des Futters auf und holte nochmal einen guten cm aus den NZ raus.
Dann schnitt ich es in der Mitte des Rückenteils auf und setzte eine Monster-Bewegungsfalte von ca. 6 cm Breite ein! Oben passte das Futter ja, nur am Saum nicht.


Schick, gell?
Dann nähte ich wieder alles zusammen und es passte endlich. Nagut, die Ärmel des Futters waren auch irgendwie zu kurz, und ich musste die Manschetten innen superweit nach oben schieben, damit sie sich mit dem Futter trafen (das Charakteristikum von Newcastle, nämlich die langen Ärmel mit den langen Ärmelaufschlägen ist also auch nicht ganz erfüllt), aber das war angesichts des bereits Durchgestandenen ein Klacks, über den ich nur müde lachen konnte.

Knöpfe angenäht und endlich, mit einem Monat Verspätung hergeschenkt. Mein Schatz ist glücklich, und nachdem er das ganze Drama mitbekommen hat, weiß er das Geschenk auch zu schätzen!



Ok, ich könnte nochmal drüberbügeln...


An dieser Stelle nochmal vielen lieben Dank an Wiebke und auch Monika, die mir hilfreich zur Seite gestanden sind! 
Und für alle, die Newcastle Cardigan aus Webstoff nähen wollen: mindestens eine Größe größer wählen und zwischenprobieren. Außerdem sollte der Stoff nicht so dick sein wie meiner. Am Kragen und Knopfleisten-Kragen-Treffpunkt ist das alles recht dick und steif geworden...

Da heute von Monika auch noch zufällig der FrühlingsHerrMann ausgerufen wurde, verlinke ich mich dort gleich.

Erschöpft aber glücklich,
Nastjusha

Mittwoch, 26. Februar 2014

Me Made Mittwoch: Weihnachtskleidmetamorphose

Jahaaa, den Mund weit aufmachen, das kann ich! Hier noch großartig herumposaunt, was ich für ein tolles Kleid zum Faschingsball mit einem 60er-Jahre-Motto nähen werde, ist mir alles Mögliche dazwischengekommen, in erster Linie Newcastle Cardigan, aber das ist eine andere Geschichte, die ich zu gegebener Zeit erzählen werde.
Fakt ist, ich hatte keine Zeit zum Sticken, und der für das 60er-Kleid vorgesehene Wolljersey hat ja seine Bestimmung bereits im Tageskleid gefunden.
So kam es, dass ich mein Weihnachtskleid von 2012, welches ich nach einem Burda-Schnitt von 1966 genäht hatte, einfach nur ein wenig gepimpt habe.
Heißt: Leo-Ärmelaufschläge drangenäht, Kragenbeleg eingenäht (der fehlte nämlich), Ärmel neu eingesetzt und Reißverschluß ordentlich eingenäht (so langsam wird´s mit den nahtverdeckten...).
So gekleidet ging´s also zum Faschings-Theaterball, der dermaßen kurzweilig und unterhaltsam war, dass ich erst halb sechst nach Hause ging... Das ist dem eindeutigen Vorteil der Provinz geschuldet: geht man aus, trifft man einfach tausend Leute, die man kennt.
Und da ich am Abend ganz vergass, Handyfotos zu schießen, kommen hier nur Fotos von vor dem Aufbruch (alle unterschiedlich in der Farbe... mein Haus- und Hoffotograf hat sich ausgetobt).

ein wenig Rosé-Sekt-schief


Mädelsfoto mit abgeschnittener Freundin

Was man hier nicht sehen kann, ist mein Make-up. Bis vor kurzem wußte ich ja nicht, dass es auf youtube noch was anderes gibt außer Musik- und Zeichentrickvideos. Weit gefehlt! Da muss mich erst meine Weltstadt-Freundin darauf aufmerksam machen, dass man dort auch unzählige Schminktutorials finden kann...

Dieses hier diente mir zur Anleitung, und ich kann es nur jedem für einen dramatischen Auftritt empfehlen: sieht toll aus!


Und nun schaue ich hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog, was die anderen Selberschneiderinnen so tragen, heute präsentiert von Lucy in einem hinreißenden Folklorerock!

Dienstag, 18. Februar 2014

Tuesday Tunes: Camille vs. Mr. Bean

Vorgestern abend fand mein Weihnachtsgeschenk statt, nämlich ein Konzert von Bill Callahan im Münchener Freiheiz (hier vorgestellt). Das Konzert war ausverkauft, man stand und wartet geduldig auf die Vortragenden. Was dann geschah, war folgendes: grandiose Musiker und ein Sänger mit einer berührenden Stimme spielten wunderschöne Musik, die aber haargenau dem entsprach, was auf der CD zu hören ist. Es fehlte am Esprit, an Charme, an neuen Eindrücken und man sah - nichts. Das war dem ungünstigen Bühnenbau geschuldet: die Bühne war viel zu niedrig, und der Saalboden stieg nach hinten nicht an. Die ganze Zeit ertappte ich mich dabei, wie ich dastand, mich hin und wieder auf die Zehenspitzen bemühte und mir dachte: eigentlich wäre es zuhause mit CD dasselbe, nur bequemer. Immerhin sah ich soviel, dass ich mitbekam, wie auf der Bühne außer Musik nichts geschah. Ich bin niemand, der eine fette Show braucht, ganz und gar nicht, aber das war doch ein wenig mau.

Auf der immerhin 1,5h langen Autofahrt nach Hause überlegte ich, was man so von einem Konzert erwarten könnte, was den Unterschied macht zur CD - und ob die Zukunft der Musikindustrie wirklich in Live-Auftritten liegt. Das glaube ich immernoch, denn ich habe schon fabelhafte Konzerte erlebt, von denen ich noch heute zehre.

Eins der beeindruckendsten Konzerte, die ich je besuchen durfte, war das von Camille, schätzungsweise 2009. Nachdem ich über meinen Lieblingsradiosender erfahren durfte, dass die französische Sängerin, die auch mal Teil der Band Nouvelle Vague war, ein neues Album herausgebracht hat und demnächst auf Tour ist, beantwortete ich sogleich online eine Frage und gewann zwei Karten! Bis dahin hatte ich ihr Album "Le Fil" rauf- und runtergehört. Abgesehen von den schönen Songs, zeichnet es sich durch sparsame Instrumentierung, große Stimmakrobatik und eine Art gesungenen Grundton, der sich durch das gesamte Album zieht, aus. Ich kann dieses Album mit nichts anderem vergleichen und höre es nach wie vor sehr sehr gern.
Nun also "Music Hole".  Zur Vorbereitung und aus Vorfreude auf das Konzert besorgte ich mir gleich die neue CD und stellte fest: hier gab´s nur ein Klavier und Menschen, und all das hörte sich an wie eine große Band, nur mit Stimme, Beatboxing und Bodypercussion!

In der Muffathalle wartete ich dann gespannt die Vorband von Sophie Hunger ab (mittlerweile ist sie ja seeehr gut im Geschäft), und dann kam Camille. Ganz ehrlich: mir blieb von Anfang an die Luft weg. Camille trat auf mit einer Pianistin, zwei Sängerinnen, drei Bodypercussionisten und zwei Beatboxern. Basta. Ach ja, ein Hund war auch dabei (Minute 56).
Unfassbar, was diese Menschen für einen Sound fabriziert haben! Dazu kam eine gute Show (eigentlich "nur" aus Licht, kurzem Klamottenwechsel der Sängerin und viel Aktion/Kommunikation der Leute auf der Bühne - auch mit dem Publikum - bestehend, alles sehr angemessen, natürlich und  stimmig) und wahnsinnig gute Stimmung im Publikum.
Es machte mir auch nichts aus, dass ich des Französischen nicht wirklich mächtig bin und nur wenig verstanden habe. Nagut, es gibt - besonders auf den Stücken von "Le Fil" schon einige Passagen, die ich verstehe. Die habe ich dann auch besonders laut mitgesungen und mich dann immer ein bisschen wie Mr. Bean gefühlt, wie er "Hallelujah" in der Kirche singt...
Alles in einem war das Konzert geprägt von Leidenschaft und vollem Einsatz der Auftretenden, also extrem beeindruckend, und ich bin nach Hause geschwebt.

So - auf diesen langen Text folgt ein noch längeres Video, nämlich ein Mitschnitt des gesamten Konzerts von Camille! Dieses hier war ein Pariser Heimspiel, die Stimmung im Publikum ist also bombastisch. Einen guten Eindruck bekommt man in den ersten 14 Minuten, und wer noch ein hammermässiges Beatbox Battle sehen will, sollte sich unbedingt die Minuten 46-50 geben. Hier treten die Meister Ezra und Sly Johnson gegeneinander an - ich kann ich erinnern, dass ich im Konzert damals durchgehend ungläubig und beinahe hysterisch gelacht habe... :-)
(Und es sei euch natürlich ihr Album "Le Fil" an´s Herz gelegt, ich finde es noch eine Spur besser als "Music Hole".)
On y va!


Für unsere Mr. Bean-Fans und für die, die vorher nicht wussten, wovon ich rede, der Vollständigkeit halber hier auch noch der Klassiker aus der Kirche. Viel Spaß!



Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 16. Februar 2014

Frühlingsjäckchen-Knit-Along 14: Teil 2

Heute geht´s bei dem von Meike angeführten FJKA um folgendes:

Die Wahl des Strickmusters und des Materials, Maschenprobe und Passformüberlegungen

Das Strickmuster hatte ich ja bereits beim letzten Mal vorgestelltf: es ist eine Ringeljacke mit Schößchen aus der Rebecca Nr. 45. Lustigerweise strickt Verena von Landfisch gerade genau die gleiche Strickjacke, und da sie schon viel weiter ist als ich, habe ich auch jemanden, bei dem ich etwas abschauen kann. Das freut mich sehr!

Ich habe mit einem Vorderteil begonnen und muss sagen, die Wolle (Bali von GGH) flutscht wie erwartet. Strickt sich sehr angenehm, und ich freue mich auch, endlich mal mit einem Originalgarn zu arbeiten, sodass schonmal ganz viel Rechnerei wegfällt. Das entspannt die ganze Geschichte für mich.
Das Teil sieht zwar echt winzig aus, aber die Maße mit der Größe 38/40 stimmen überein, also vertraue ich hier mal der Anleitung.

Mit der Farbkombi bin ich zufrieden, auch wenn sie mir mutig erscheint. Mit 60 würde ich sowas nicht mehr tragen, aber ein paar Jährchen kann ich mit so einer Knallfarbenjacke (die Farben sind eigentlich wärmer als auf dem Bild) noch guten Gewissens verbringen... :-)


Und später schaue ich hier, wofür die anderen sich so entschieden haben!

Mittwoch, 12. Februar 2014

Me Made Mittwoch im Alleskönner

Mann Mann, jetzt habe ich extra nochmal Fotos im Tageslicht gemacht, weil die von gestern abend nicht zumutbar waren, und was ist? Selbst am hellsten Spot dieser Wohnung muss ich ewig herumdoktorn an den Fotos, dass man überhaupt was sieht. Naja, dunkle Stoffe bei diesen Lichtverhältnissen zu fotografieren, ist eben nix.
Egal, hier gibt es noch mehr Infos und bessere Fotos, auf denen man auch ein bisschen die Blende und den Kragen sehen kann.

Was mich viel mehr umtreibt, ist die Frage, wie ich es nur bisher ohne Tageskleid ausgehalten habe!! Es ist mir unbegreiflich, ganz ernsthaft.
Den ganzen gestrigen Tag habe ich darin verbracht, den heutigen werde ich darin verbringen, und viele kommende Tage auch, da bin ich sicher.
Am Wochenende aus einem Nähfrust heraus entstanden, bereichert der neue Liebling aus auberginefarbenem Wolljersey nach einem Schnitt aus der Burda 11/1973 seither meinen Kleiderschrank.


Hier trage ich meine geliebten Plateaupumps dazu, den Gürtel habe ich aus demselben Stoff gemacht und eine Glitzer-Gürtelschnalle aus dem Fundus verwendet.
Einzige Änderungen zum Originalschnitt waren 2,5cm Längenzugabe im Oberteil vorn und hinten, Reißverschluss hinten weggelassen. Durch den Wolljersey ist das Kleid gut dehnbar und man kommt wunderbar ohne RV rein.
Gefüttert ist das Kleid (ohne Ärmel) mit einem Jerseyfutter, das ist ein dehnbares flutschiges Futter - trägt sich sehr angenehm und lässt das Kleid schön fallen.
Herrlich, diese Taschen!


Und so werde ich mich heute abend zu einer Geburtstagsfeier aufmachen: mit meiner Lieblings-Kaufjacke, einem alten 70er-Seidentuch von meiner Oma, Stiefeln und einer Tasche, die ich mal im übelsten Gedränge am Mauerparkflohmarkt erstanden habe (ich glaube, ich war seitdem nicht mehr dort, ist einfach zu krass, wie sich die Leute dort tottreten...). Aber ich liebe diese Tasche, sie ist ein tolles Mitbringsel.
Die Community mag es mir verzeihen, ich MUSS mich außerdem kurz zu dieser Jacke (L´Autre Chose) äußern.
Sie war eins der wenigen Teile, die ich (vor ca. 4 Jahren) gesehen habe und wusste, wenn ich sie nicht kaufe, werde ich ganz ganz unglücklich. Der perfekte 70er-Schnitt mit diesem tollen Kragen und den aufgesetzten Taschen, die Farbe, der Stoff (dicker Wolljersey), das Seidenfutter und die gesamte Verarbeitung... machen wir uns doch nichts vor, das hätte ich nie so hingekriegt, oder zu einem höheren Preis (Material und Nerven).


Heute mal zufrieden mit meinem Outfit, verweise ich nun hierher, auf den Me-Made-Mittwoch-Blog, wo viele andere Damen, angeführt von Catherine in einem wunderschönen Kostüm, ihre selbstgenähte Kleidung an der Frau präsentieren.

Sonntag, 9. Februar 2014

Ablenkungsmanöver II: Tageskleid von 1973

Es ist viel los momentan, und dazu ging ich auch noch mit Newcastle Cardigan für den Gatten baden, d.h. mit dem Kragen. Ich muss ihn jetzt auftrennen, und das mit bereits zurückgeschnittenen Nahtzugaben... bäh. Ein bisschen krank waren die Männer auch (ich kann mich ja einer robusten Mischlingsnatur rühmen... ;-), und überhaupt hatte ich das Gefühl, ich muss mir was gönnen - ich sehe schon, mein Faschingsballkleid wird wieder ne super Last-Minute-Aktion...

Vor kurzem blätterte ich wiedermal meine alten Burdas durch, und ich muss echt sagen, die Jahrgänge 1971-74 schmachte ich nur an: ich könnte mir fast jedes Teil daraus nähen! Schade, dass sie damals noch keine Mehrgrößenschnitte gehabt haben, sodass man auf die Modelle angewiesen ist, die in der eigenen Größe angeboten sind, wenn man nicht großartig herumändern will.

Als ich im letzten Herbst das große Vergnügen hatte, mit Wiebke über den Stoffmarkt am Maybachufer zu schlendern, kaufte ich mir einen auberginefarbenen Wolljersey, und zwar 5 Meter davon. Ich finde Wolljersey wunderbar angenehm zu tragen und habe auch keine Angst davor ihn zu vernähen (anders als bei dünnem Jersey für T-Shirts), und tatsächlich hatte ich ein ganz bestimmtes Modell vor Augen, welches ich mir daraus nähen wollte, nämlich dieses hier aus der November-Burda von 1973:


Ein TAGESKLEID!! Herrliches Wort, oder? Gereizt hat mich der tolle Kragen und die Knopfblende, auch die Falte vorn und die Taschen fand ich interessant, wobei ich vor der Blende schon Respekt hatte.
Ich besorgte mir also noch ein Jerseyfutter in schwarz und legte los, nicht ahnend, dass mein Zeitplan mal wieder viel zu optimistisch angelegt war. Wer ahnt denn, dass ein Kleid, zu welchem die Nähbeschreibung eine Handvoll kurzer Sätze umfasst, zwei ganze Tage in Anspruch nimmt?


 Unglaublich, es wird praktisch alles vorausgesetzt. Was für ein Unterschied zu den heutigen Online-Schnitten oder der Burda easy, und auch die Burda liefert mittlerweile im Gegensatz dazu ja Romane.
Egal, ich habe einfach alles und jeden vernachlässigt und mich ganz meinem Tageskleid gewidmet.
Und ich muss sagen: ich liebe es!


Der Farbton kommt hier nicht gut rüber, er ist eigentlich um einiges dunkler, so richtig auberginefarben. Sicher, der Ansatz der Blende ist nicht ganz faltenfrei, und auch die Tascheneingriffe liegen nicht ganz plan auf, sondern stehen etwas ab. 


Aber schließlich werde ich in dem Kleid ja auch arbeiten, meine Kinder abholen, kochen und herumwurschteln, mit Schlüsseln, aus der Badewanne gefischten Legosteinen und anderen tollen Dingen in den Taschen. All das kann ich mir super vorstellen mit meinem neuen Begleiter!


Es ist extrem bequem, fällt angenehm schwer und sehr schön (ein Loblied auf das Jerseyfutter!), und kann mit meinem neuen Glitzergürtel (endlich habe ich eine Verwendung für diese Gürtelschnalle gefunden) auch aufgemotzt werden. Plateaupumps und auch Stiefel passen sehr gut dazu!



Ihr seht mich glücklich!!

Einen schönen Sonntag wünscht
Nastjusha

Montag, 3. Februar 2014

Tuesday Tunes: Tom & Jerry - The Cat Concerto

Ich habe als Kind sehr wenig Tom & Jerry geschaut, das gab´s bei uns im Osten einfach nicht. Trotzdem fand ich die beiden witzig, wenn sie mir mal untergekommen sind.

Und im letzten Jahr dann entdeckte ich dieses großartige Cartoon von 1946, wo Tom die Ungarische Rhapsody Nr. 2 von Franz Liszt spielt und Jerry wie üblich reinfunkt. Ich hab mich echt kaputtgelacht!
Genial, diese Mimik und der Witz, und bewundernswert, wie synchron Film und Musik sind, wie die Bewegungen von Tom zur Musik passen.
Ganz anders ist das beim Pendant von Bugs Bunny, der dasselbe Stück gespielt hat, wo die Bewegung aber null zur Musik passt. Der Rechtsstreit, wer von wem kopiert hat, wurde nie entschieden...
Egal, das hier ist das bessere Filmchen und es hat völlig zurecht den Oskar bekommen!
Ich konnte es leider diesmal nicht einbetten, und es war schwierig genug, überhaupt ein Video zu finden, was das ganze Cartoon zeigt und eine gute Bild- und Tonqualität hat.

Hier also der Link: http://onlineplayer.eu/Tom-and-Jerry/the-cat-concerto-29.html

Viel Spaß wünscht
Nastjusha

Sonntag, 2. Februar 2014

Frühlingsjäckchen-Knit-Along 2014: Teil 1

Mit den letzten Sew-Alongs bin ich sehr gut gefahren, und weil sich hier die Wolle türmt, mache ich supergern bei Meikes diesjährigem Frühlingsjäckchen Knit-Along mit! Vielen Dank für die Organisation!
Bis Ostersonntag ist auch gut Zeit, sodass ich es für realistisch halte, bis dahin fertigzuwerden.

Seit geraumer Zeit möchte ich mir gern die Ringeljacke mit Rüsche aus der Rebecca Nr. 45 stricken:


Angegeben sind 700g des GGH Garns Bali (50% Baumwolle, 50% Polyacryl, Lauflänge ca. 145m/50g), und ich habe fast soviel. Allerdings in verschiedenen Farben! Da ich sie bei dem Lampenlicht nicht fotografieren möchte, nur die Farbangabe: rot, senfgelb, dunkellila.
Rot soll dabei die Grundfarbe werden, die auch das Schößchen hat, und die Streifen werde ich dann in allen drei Farben machen. Etwas rot fehlt mir, aber das werde ich nachbestellen und hoffe mal, dass die andere Partie farblich keinen Riesenunterschied macht.

Mich reizt die Länge der Jacke, das Schößchen (irgendwie habe ich´s gerade mit Schößchen... siehe letzter Post), und ich mag das Garn sehr. Es strickt sich super in Nadelstärke 3,5-4 und flutscht nur so.
Muster fände ich auch toll, da gibt es im Knit-Along ja schon wunderschöne Vorstellungen, aber ich möchte mit der Wolle auskommen, die ich hier habe, und da wären drei Farben plus Muster echt zu viel! Ich kann mir gut vorstellen, dass ich so eine Jacke oft anziehen werde, auch wenn die Farbigkeit schon speziell ist. Zu Jeans geht´s sicher gut, und der eine oder andere Rock muss dann eben auch noch her...

Und nun schaue ich hier, was den anderen so vorschwebt!