Mittwoch, 29. Januar 2014

Inspiration: La Bohème

Heute mache ich mal nicht mit beim MMM, obwohl ich gestern mal wieder mein Weihnachtskleid getragen habe. Aber das kann ja keiner mehr sehen.

Gestern war ich nämlich seit langer Zeit mal wieder in der Oper. Es gab La Bohème, und ich freute mich sehr auf die Musik, auch wenn ich noch nicht recht wußte, wie das wird, da es hier kürzlich einen Intendantenwechsel gab.

Was soll ich sagen: ich war platt und so positiv überrascht! Entschuldigung, aber DAS hätte ich unserem Theater-Orchester nicht zugetraut. Alles war toll: die Musik, die Sänger, das Bühnenbild, die Kostüme - die gesamte Inszenierung war unglaublich stimmig und rund. Herrlich!
Wie gut, dass ich mir passenderweise ein Spitzentaschentuch (habe ich schon erwähnt, dass das meiner Meinung nach ein Trend werden sollte?) eingesteckt habe: ungefähr ab Minute 12 habe ich Rotz und Wasser geheult. Ach Gott, was musste ich mich zusammenreißen, damit ich nicht laut schluchze!!

Und noch ein Wort zu den Kostümen: die waren allesamt grandios! Herbstlich-winterliche Kleidung der End 30er/Anfang 40er würde ich sagen, in wunderschönen Farben: rot, braun, rosa, lila, viel Tweed, viele Pelzkrägen, viele wunderschöne Kostüme und Kleider.

Aber vor allem ein Mantel. Den MUSS ich mir nähen (auch wenn das erst für nächsten Herbst was wird). Musetta trug ihn über einem roten Wahnsinns-Kleid, und er war aus grauem scheinbar eher dünnen Wollstoff, einreihig, bodenlang, mit schönem typischen 40er-Kragen, schön tailliert, unten ausgestellt, aber nicht mit soviel Volumen wie die 50er-Mäntel. Und dann dieses Schößchen! Es stand nicht ab, sondern lag auf und war - wie der gesamte Mantel - rot gefüttert. Ein absoluter Traum. Ich habe mal Fotos rausgekramt, ein bisschen kann man was darauf erkennen:


ein erbärmlicher Skizzenversuch... der Kragen war glaube ich etwas anders, aber das ist egal, mir geht´s um das Schösschen

Was meint ihr? Hat jemand von euch schonmal so einen Mantel genäht und einen passenden Schnitt im Kopf?

Immernoch ganz beseelt,
Nastjusha

Montag, 27. Januar 2014

Tuesday Tunes: Cours Lapin

Heute habe ich nicht so viel Zeit, deshalb lasse ich andere für mich sprechen:
hier der Link zu einem Artikel, der mich vor ein paar Jahren auf die herrliche CD der dänischen Gruppe Cours Lapin gebracht hat.

"Jeder Song ein Szenario für den Film im Kopf, schwarz-weiß mit leichten Kratzern, trotz der feinen Aufnahmetechnik. Vier Dänen, die Frankreich mit der Seele suchen. Und finden." (Quelle: Zeit online) Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

Lust auf ein bisschen Grusel à la "Thriller"? ;-)
Dann schaut her:



Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 22. Januar 2014

Me Made Mittwoch: Dolce&Gabbana vs. Ritterrüstung

So ganz überzeugt bin ich heute nicht. Aber fangen wir von vorn an.

Ich trage heute meine vor einiger Zeit genähte Hemdbluse nach einem Dolce&Gabbana-Schnitt aus der Patrones Nr. 241. Eigentlich war das immer mein bewährter Hemdblusenschnitt, aber diesmal habe ich ihn aus einem etwas festeren Baumwollstoff (Patchworkstoff vom Maybachufer) realisiert, und er macht komische Falten. Irgendwas stimmt nicht. Dass ich momentan von Weihnachten gezeichnet bin und der Schnitt ne Nummer zu klein ist, hatte ich mir schon gedacht... aber so?
Das Muster des dunkelgrünen Stoffes mag ich aber sehr, und die Knöpfe passen perfekt, wie ich finde. Gut, dass der Stoff nur einseitig bedruckt ist und beim Kragen und Ärmelaufschlag die helle Rückseite zum Vorschein kommt, stört mich jetzt nicht so.

Dazu trage ich einen Rock, den ich nach der letzten Meine Nähmode Nr. 4/2013 genäht habe.
Ich hatte einen Rest Wollstoff übrig (von meinem Patrones-Jäckchen) und leider erst zu spät gelesen, dass man nur leichte Wollstoffe verwenden soll. So kam es, dass der Bund ein Zaun wurde, der mir Halt geben soll, und der Saum steht wie eine Eins.
Den Schnitt finde ich eigentlich super, auch das Detail mit den Fake-Taschen und Knöpfen vorn. Ich hätte ihn vielleicht etwas länger machen sollen.
Außerdem habe ich in meinem Lager nach Futterstoff gesucht und einen dunkelgrauen Fast-Ballen gefunden, den ich mal geschenkt bekommen habe. Ich dachte mir schon, dass der ja ganz schön fest ist, bis es mir dann beim Nähen wie Schuppen von den Augen fiel: ein richtiger Taft ist das.
Jetzt raschelt der blöde Rock, als ob er ein Ballkleid wäre. Pfff.

(Abwarten, ein anderer, leichterer Stoff wartet schon.)

natürlich fehlen wie immer die passenden Schuhe
 
Den Rock kann ich, so wie er ist, auf den Boden stellen, so stabil ist der Saum!

rätselhafte Falten Richtung Schulter...

Falsch fokussiert, jetzt ist es auch schon egal...

Ich bin sehr gespannt, was die anderen Damen heute so tragen, und ob es noch andere Zweifler gibt.
Hier entlang zum Me-Made-Mittwoch-Blog bitte, den heute Melleni von talentfreischön präsentiert!

Liebe Grüße,
Nastjusha



Freitag, 17. Januar 2014

NFL1: Abschied

Kurze Zwischenmeldung: ich bin raus aus NFL1.
Es tut mir weh, aber ich schaffe das alles nicht. Zwei Großprojekte müssen bis Ende Januar und Ende Februar fertig werden, sodass ich weiß, dass ich keine Zeit aufbringen werde für die Entwicklung eines eigenen Schnittmusters, so reizvoll das Thema ist.
Julia hat mir zum Thema Kimonojacke einige tolle Anregungen und Schnittmustertips gegeben, und ich denke, irgendwann in diesem Jahr werde ich etwas davon realisieren und meinen hellen Stoff verarbeiten.

Werde aber gespannt die anderen Projekte verfolgen und hoffe, ich kann zu einem anderen Thema wieder dabei sein!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 15. Januar 2014

Me Made Mittwoch: Rockpremiere

Heute ist der erste "echte" Me Made Mittwoch in diesem Jahr, und ich bin dabei mit meinem ersten "echten" Rock (ganz am Anfang habe ich mir mal vor Jahren einen Trapezrock genäht, aber der war nix).
Zum diesem Rock (Burda 12/13 Mod. 109) habe ich hier schon ausführlich geschrieben.
Daher nur eine Reihe dunkler und unscharfer Fotos - mein kleiner Hausfotograf ist noch am Üben, und es scheint, ich muss auch noch lernen mich stillzuhalten...







Alle weiteren Schneiderinnen versammeln sich hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog unter Julia, die heute einen traumhaften Folklorerock trägt!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 14. Januar 2014

Tuesday Tunes: Bill Callahan

Heute ein kurzer Post, dafür ein gehaltvoller.
Ende letzten Jahres entdeckte ich Bill Callahan und sein Album "Dreamriver" für mich.
Ich hörte das Album rauf und runter, denn die Stimme des Amerikaners schmeichelt meinem Ohr und sein intelligenter Singer-Songwriter-Stil ist in Verbindung mit unglaublich lyrischen Texten auch nach mehrmaligem Hören immer wieder für Überraschungen gut.

Dann zu Weihnachten die Überraschung: zwei Tickets vom Liebsten für ein Konzert Mitte Februar in München! Ich freue mich wie verrückt!

Jetzt aber erstmal hier (und nur für´s Ohr mit Standbild wie so oft):


Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 12. Januar 2014

Ablenkungsmanöver: Rock-Blusen-Ensemble Burda 12/13

Ich muss zugeben, ich habe mich bisher vor einer Entscheidung zum Thema Kimonojacke gedrückt, aber wir haben ja noch eine Woche bis zum nächsten Termin der NFL-Herausforderung.
Außerdem war ich etwas geschädigt von den letzten Nähprojekten, denn die waren in diesem Hause allesamt ausgesucht aufwändig. Ich hatte Lust auf etwas einfaches, also ein Stück mit möglichst wenig Schnittteilen und schnellem Erfolgserlebnis.

Es ist definitiv nicht so, dass ich jede Burda kaufe, ich denke, ich kaufe ein Drittel der Jahresausgaben. Auf die Dezember-Burda des letzten Jahres bin ich aufmerksam geworden, weil so viele Mitstreiterinnen des Weihnachtskleid-Sew-Alongs (Finale hier) ein Kleid daraus genäht haben. Das fand ich toll, und deshalb besorgte ich mir das Heft.
Es stellte sich heraus, dass mir überdurchschnittlich viele Modelle daraus gefallen, unter anderem die Bluse Nr. 107 und der Rock 109. Ich kramte also in meiner Kommode und fand einen dunkelgrauen Blusenstoff, den ich mal günstig ergattert habe und einen karierten Wollstoff von meiner Oma.
Vorgestern dann die Erleichterung: ich liege im Trend, den Lucy ausgemacht hat. Naja, so halb. Blusen kommen, Grau geht. Und Madraskaros sind das auch nicht. Nun ja, in der bayerischen Oberpfalz hängen wir eh immer hinterher, was die Trends so angeht...  ich sehe mich entschuldigt.


Zuerst die Bluse: Modell 107, zugeschnitten in 38/40, angegebener Stoffverbrauch 1,90m.


Ein dankbares Stück! Aus wenigen Teilen bestehend, ist die Bluse ratz-fatz zugeschnitten und genäht. Einzige Fieselstelle ist der Ärmelabschluß mit Manschette (ich bin KEIN Fan von "untere Ärmelkanten auf Manschettenweite einreihen", genauso wenig von Ärmeleinsetzen. Dieses Einreihen und gleichmäßige Faltenverteilen strengt mich irgendwie an...), aber das hat wider Erwarten doch ganz gut geklappt. Der Ausschnitt mit Schlitz ist unkompliziert, ich habe den Schlitz aber 2cm weiter oben enden lassen, und so finde ich es immernoch grenzwertig ohne Top drunter. 
Entgegen der Anleitung habe ich keine bezogenen Knöpfe verwendet sondern schöne Knöpfe von meinem letzten Ausflug auf den Maybachufer-Stoffmarkt.


Von der Passform ist diese Bluse sehr angenehm: sie fällt locker und macht trotzdem eine gute Figur, auch wenn sie überhaupt nicht tailliert ist. Die Ärmel und auch die Ausschnittlösung machen auf ihre schlichte Weise echt was her, und der kastige Schnitt macht einen entspannt bei einer Essenseinladung.

Jetzt der Rock: Modell 109, zugeschnitten in Gr.40, angegebener Stoffverbrauch 70cm!


Den Schnitt finde ich toll! Ich glaube, ich habe selten etwas genäht, was so schnell fertig war.
Mit einem assymetrischen rechten Vorderteil und einem langen Schlitz vorn handelt es sich um einen super Eye-Catcher im Stehen (Zipfel) wie im Sitzen (Schlitz, genau richtig zum Beineüberschlagen, und keinesfalls mit zu viel Einblick!). Auch den Zwei-Wege-Reißverschluß finde ich spannend.
Eigentlich handelt es sich hier um eine Art Wickelrock: der Reißverschluß ist der echte Verschluß, und das linke vordere Rockteil wird von innen mit einem Druckknopf am Bund verschlossen.
Ich habe ein bisschen Probleme den Reißverschluß ohne Zerren und Rütteln zu schließen, darin muss ich mich noch üben, vielleicht habe ich aber auch nur ein Montagsmodell erwischt.
Außerdem finde ich die Bundlösung nicht optimal.
Die Idee ist nicht schlecht: ein breites Ripsband (hier schwarz) wird von außen und von innen an die Nahtzugabe der oberen Rockkante genäht, wobei vorher an den äußeren "Bund", also die erste Hälfte des langen Stücks Ripsband, mittig ein kontrastfarbiges Ripsband aufgenäht wird (hier eine Art Bouclé-Ripsband aus meinem Lager, ein wenig rustikal, aber naja). Leider steht der Bund ab und schmiegt sich nicht an den Körper wie ein normaler Bund, der sich an den Seiten nach oben hin verjüngt. Aber ein Ripsband ist nunmal nach oben hin gerade und doppelt gelegt nochmal extra steif.
Irgendwie muss ich mich damit noch arrangieren, denn den Rest des Rocks finde ich sehr gelungen.



Man verzeihe mir die Falten im Rock, das Ensemble habe ich gestern abend getragen.

hier stimmen die Farben leider gar nicht...


Alles in einem finde ich die Kombination super und auch einzeln gut kombinierbar. Ich bin zufrieden mit meinem ersten echten Rock... :-)

Einen sonnigen Sonntag wünscht
Nastjusha

Montag, 6. Januar 2014

Zwischenmeldungen

Bevor morgen Schule und Arbeit wieder beginnen und ich weniger Zeit habe zum posten, hier noch mein Zwischenstand zum 60er-Projekt und ein Nachschub zu NFL 1.

Vor drei Tagen kam diese Buchbestellung mit der Post, und ich muss sagen, ich bin schwer begeistert.
Das Buch "Fine Embellishment Techniques" eröffnet einem die riesige Welt der Stoffverzierung.
Perlenstickerei (toll sind die verschiedenen Sticharten, auch besonders zur Verzierung von Kanten!), Stickerei, Verzierung mithilfe von Kordeln, Ripsbändern, Borten etc.,  Applikation und andere Techniken sind enthalten. Die Beschreibungen sind sehr ausführlich und die Sticharten auch gut bebildert, trotzdem sollte man des Englischen einigermassen mächtig sein, da das Buch unglaublich viel hilfreiche Textinformationen enthält. Mein Kopf ist schon jetzt voll von Ideen, wie ich meine nächsten Projekte durch noch so kleine Verzierungen (es muss ja nicht immer das volle Programm sein) pimpen kann.
Sehr empfehlenswert, das Buch!


Schon vor der Lektüre und auch währenddessen habe ich begonnen etwas herumzuprobieren mit der Perlenstickerei für mein 60er-Kleid. Die obere Reihe gefällt mir gut, auch die drei ersten Blümchen darunter, bei den umstickten mattgoldenen Pailletten bin ich mir noch nicht sicher.
Auch habe ich bei meinem Ausflug nach München kürzlich in einem riesigen Perlengeschäft die ovalen türkisblauen Glitzersteine gefunden. Leider kommt der Schliff nicht ganz rüber. Sind keine Glassteine sondern Plastiksteine, die ich aufgeklebt und dann umstickt habe. Glassteine in der Größe wären glaube ich zu schwer für den Stoff (dessen Farbe leider nicht original rüberkommt, er ist nicht so bräunlich und geht mehr in ein dunkelaubergine, also mit Lilastich). Insgesamt sieht man ganz gut, welches jeweils mein erster Versuch war. :-)


Eine Offenbarung war für mich das Couching, das ich hier kurz beschreiben möchte. Es ist eine sehr schnelle Form der Perlenstickerei und funktioniert folgendermaßen:
bei den türkisen Ovalen habe ich am oberen Ende, mit der Nadel von unten kommend, 16 Perlen aufgenommen und habe dann mit der Nadel am unteren Ende des Ovals wieder eingestochen (die Anzahl der benötigten Perlen kann man gut einschätzen, wenn man den Faden mit den aufgenommenen Perlen lose auf den für ihn bestimmten Platz legt). Man sollte nicht zu fest anziehen, da die liegenden Perlen sonst ihren Platz verlassen und einen Bogen in der Höhe bilden. Dann näht man einfach in kurzen Abständen (bei mir sind es ca. 3 Perlen) eine Art Spannfaden zwischen zwei Perlen und fixiert das Perlenband so an dem vorgesehenen Platz.
Ich gebe zu, die Skizze hätte mein Kleiner schöner hingekriegt, aber es sollte schnell gehen.


Mit dieser Technik kann man sehr schnell Linien sticken (die Wellen-, Zickzack- und Gerad-Linie in meinem Versuch sind auch so entstanden), denn man muss nicht jede Perle einzeln aufnehmen und hat deutlich weniger Nadelstiche. Schon allein für diese Info hat sich der Kauf des Buches gelohnt.

Außerdem habe ich mir nochmal den Stoff angeschaut, den ich für meinen Haori vorgesehen habe, den ich im Rahmen von Alex´ NFL-Sew-Along nähen möchte.






Es ist ein cremefarbener Baumwollstoff (der Farbton ist noch etwas dunkler als auf dem ersten Bild), den ich vor langer Zeit mal im Münchener K-Stadt gekauft habe. Nach vielen hilfreichen Kommentaren bin ich zu dem Schluß gelangt, dass es ein Jaquard sein muss, wobei der Grund, auf dem gewebt ist, sehr glatt ist und beinahe einem Baumwollsatin gleicht.
Dieser Stoff ist angemessen schwer - aber nicht zu sehr - und hat einen etwas steifen Fall.
Er lagert schon so lange bei mir, und immer weniger kann ich mich dazu entschließen ihn zu vernähen, weil er durch die helle Farbe und das Muster sehr festlich und hochzeitlich wirkt.
Nun bin ich aber bereits verheiratet und würde auch zu einer fremden Hochzeit kein Kleid aus so einem Stoff anziehen.
Ein wenig habe ich die Hoffnung, dass in Form eines Haori, evtl. mit einer Jeans oder einem anderen alltäglichen Kleidungsstück kombiniert, dem ganzen Stoff die Bedeutungsschwere und Festlichkeit genommen werden kann. Was meint ihr?

Zur Not beziehe ich unser Flurbänkchen damit, kein Scherz!

Jetzt gehe ich mal mich und die Wohnung auf den einziehenden Alltag vorbereiten.

Liebe Grüße,
Nastjusha


Sonntag, 5. Januar 2014

NFL1: From a far away place - Moodboard

Na das Jahr fängt ja schon TOTAL entschleunigt an.

Zwar bin ich gedanklich und nähtechnisch schon gut mit meinem 60er-Jahre-Kleid beschäftigt und ich würde mich jetzt auch nicht als sprunghaft bezeichnen, aber als ich bei Lucy über den Stein las, den Alex von Mama Macht Sachen anstoßen will, war ich schon wieder Feuer und Flamme auch für diese tolle Idee.
Es geht darum, in diesem Jahr 6 Outfits/Kleidungsstücke (alle 2 Monate eins) zu vorgegebenen Themen selbst zu entwerfen und zu nähen, wobei man keinesfalls alle 6 Themen mitmachen muss. Allerdings finde ich das Thema "From a far away place" der ersten Herausforderung wunderbar, und es spielt mir total in die Hände, da ich schon seit langer Zeit einen Kimono nähen will.

Nun habe ich lange darüber nachgedacht. Ein Punkt ist ja, dass ich Stoffvorräte reduzieren will, daher muss ich unbedingt mit meinem Stofflager hinkommen, was die Umsetzung angeht. Zweitens sollte der Schnitt nicht zu aufwändig sein, denn dafür habe ich aufgrund des anderen angesprochenen Kleids keine Zeit.
Da kommt mir ein kimonoinspirierter Mantel ganz recht.
Andererseits brauche ich mir nichts vorzumachen: meine Familien- und Alltagssituation würde mich in einem Seiden-Kimono als Hausmantel total lächerlich wirken lassen. Bleiben wir auf dem Boden. Schicker seidiger Morgenmantel funktioniert nicht, wenn es in der Früh kalt ist, weil der Ofen noch nicht angeschürt ist und man schnell schnell die Kinder für Schule und Kindergarten fertigmachen will. Nix gegen "overdressed", wirklich habe ich NIE ein Problem damit overdressed zu sein, aber das kann ich mir gerade so nicht vorstellen...

Daher kam mir nach einigen Pinterest-Ausflügen der Gedanke, einen Haori zu nähen.
Laut Wikipedia ist der Haori (jap. 羽織, wörtlich: „Federgewebe“) eine bis auf Hüft- oder Schenkelhöhe gehende Kimono-Überjacke in der Art eines Jacketts. Sie sorgt für mehr Förmlichkeit und war früher mit dem dazugehörigen Familienwappen (Mon) oder dem Emblem des Dōjō verziert.
Haori waren ursprünglich nur Männern vorbehalten, aber am Ende der Meiji-Zeit änderte sich die Mode. Heute werden Haori sowohl von Männern als auch Frauen getragen, wobei die Jacketts der Frauen dazu neigen, länger zu sein.

Hier einige Inspirationen:




Da ich im Fundus einen schönen hellen Baumwoll-Brokat (gibt´s das überhaupt? Oder muss ein Brokat aus Seide sein oder mit Gold- und Silberfäden durchwirkt sein?) habe, würde ich dem dritten Modell sogar sehr nahe kommen. Ich meine mich zu entsinnen, dass ich 3 Meter davon habe, aber ich zweifele, dass ich damit für einen oberschenkellangen Mantel hinkomme. Die Ärmel sind doch ganz schöne Stofffresser. Also evtl. doch ein kurzes Modell? 

Was mich an dem Schnitt reizt, ist der Fall der Ärmel, die relativ einfache Schnittform, die Form des Ärmels (mit dem "zweiten" Loch) und die Futterlösung. Alle Haori, die ich so gesehen habe, waren nur im oberen Teil gefüttert, und immer mit einem kontrastfarbigen Stoff.
Auch glaube ich, dass so ein Jäckchen relativ vielseitig zu kombinieren ist.

Und eine helle Jacke könnte ich auch mal vertragen.

Später werde ich mir hier bei mamamachtsachen alle anderen Projekte anschauen, ich bin extrem gespannt!! Vielen Dank, Alex, für diese tolle Idee! Ich bin mir sicher, ich werde viel lernen während unserer gemeinsamen Reise...


Mittwoch, 1. Januar 2014

Lieblingsstück 2013

Ich hoffe, ihr seid gut in das neue Jahr gekommen und könnt heute entspannen, den Tatendrang für das neue Jahr im feiergeschwächten Körper aufkeimen spürend... :-)

Ehrlich gesagt bin ich seit Weihnachten ohne Zeitgefühl und habe nur zufällig mitbekommen, dass heute Mittwoch ist und die Präsentation des Lieblingsstücks ansteht.
Ich bin ja erst seit August am Bloggen und habe in dem Jahr auch vorher kaum genäht aus verschiedenen Gründen. Mein Ergebnisstapel ist also nicht besonders groß.
Immerhin habe ich  bei drei Sew-Alongs mitgemacht (Anfänger-Euphorie??) und war auch sonst für meine Nähverhältnisse sehr fleißig.

Tatsächlich habe ich aber zu drei Stücken ein besonders enges Verhältnis aufgebaut.

Mein Jacket aus dem Kostüm-Sew-Along nach einem Burda-Schnitt von 1973 habe ich im Herbst öfter getragen, wenn auch mit Kauf-Hosen, leider ist es zu der dazugehörigen Hose noch nicht gekommen. Ich fühle mich dann immer ein wenig wie eine Geheimagentin aus den 70ern - ein wirklich erhebendes Gefühl ist das!


Außerdem habe ich mit dem Weihnachtskleid unbewußt eine Wende in meinem Kleidungsstil eingeläutet: ich werde definitiv mehr Kleider nähen und auch tragen, und zwar ohne Hose darunter.
Das hätte ich NIE gedacht von mir und ich finde es unglaublich, was die Bloggerei da bei mir bewirkt hat. Dieses Kleid habe ich seit seiner Fertigstellung Anfang Dezember bis Weihnachten ca. jeden zweiten Tag getragen, und das zu den verschiedensten Anlässen. Ich könnte jetzt noch über den angenehmen Schwung des Rockteils und den herrlichen Fall desselben, bedingt auch durch ein durchgehendes Futter, schwärmen, aber das habe ich alles bereits getan. Einmal noch: ich liebe es.


Und mein Vorhangkleid ist auch ein geliebtes geworden. Ich habe es im Gegensatz zu dem Foto öfter mit einer Schlaghose aus dunkelblauem Wolljersey darunter an (denn so ist es mir doch etwas zu kurz) und fühle mich darin sehr wohl, geht auch wunderbar mit Rolli darunter.
Damit habe ich gestern auch das Jahr ausklingen lassen, denn es kaschiert so toll meine Lebkuchen- und Weihnachtsschokolade-Kilos, die ich mir in der letzten Zeit angefressen habe. Und die Vorstellung, dass bis vor kurzem noch Vorhangklipper an dem Stoff hingen, fasziniert mich irgendwie... oder besser gesagt, es gibt mir eine große Zufriedenheit, den Stoff einer neuen Bestimmung zugeführt zu haben.


Danke an dieser Stelle noch mal der gesamten MMM-Crew, die mit Herzblut und aufopfernd ein tolles Portal betreut! Und genau dort, nämlich auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog schaue ich mir jetzt mit meinen Freunden Aspirin und Kaffee (denn trotz knallergewecktem Kind dauerte das "harmlose" Sit-in bei den Nachbarn doch bis halb sechs) alle anderen Lieblingsstücke an.

Liebe Grüße zum taufrischen Jahr,
Nastjusha