Dienstag, 18. März 2014

Tuesday Tunes: Manfred Krug

Oh, ich sehe verwunderte Gesichter: Liebling Kreuzberg bei den Tuesday Tunes?
Aber nein, heute gibt´s was vom Sänger Manfred Krug. Und damit meine ich nicht den trällernden Tatort-Kommissar, sondern den jungen Sänger aus den 70er Jahren.

Regelmässig, wenn ich gute Laune habe, krame ich meine CD "Das war nur ein Moment/ Ein Hauch von Frühling" (beide LPs von ´71 und ´73 auf einer CD) heraus.
Und gerade habe ich extrem gute Laune: die Kommunalwahlen hier in der Oberpfalz haben der CSU eine grandiose Niederlage verschafft, es weht also der Wind der Veränderung, und außerdem kommt der Frühling!

Der 1937 geborene Schauspieler/Sänger/Schriftsteller hat ein äußerst bewegtes Leben hinter sich. Wer mag, kann hier nachlesen und sich auch von seiner Filmografie und Diskografie beeindrucken lassen.
Meine erste Begegnung machte ich mit Manfred Krug in seiner Rolle als König Drosselbart.  Na gut, es gab andere Prinzen, die ich mehr angeschmachtet habe... Und dann kam glaube ich mal eine Folge von "Auf Achse". Das war´s mit meiner Bekanntschaft mit dem Schauspieler Krug. (Einen Tatort mit ihm habe ich leider nicht durchgehalten.)
Viel mehr habe ich ihn auf musikalischer Ebene kennengelernt, als ernsthaften Jazzsänger und auch als Schlagersänger!

Eigentlich verachte ich Schlager, deutschen Schlager jedenfalls, wie er in diversen Monster-Fernseh-Shows und Jahreszeiten-Shows in ausverkauften Tausender-Hallen die Seelen von Millionen Menschen weichspült und verblassen lässt. Aber egal, jeder nach seiner Facon.

Eine Ausnahme dieser persönlichen Antipathie bilden ein paar Schlager der 60er und 70er, und dazu gehören die schicken Lieder auf besagter Doppel-CD, die Manfred Krug noch in der DDR aufgenommen hat, bevor er aufgrund seines Mitprotests gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns Teilberufsverbot erteilt bekam und ein Jahr später 1977 seinen Ausreiseantrag genehmigt bekam und nach Westberlin zog.
Jedes Lied hat da seinen eigenen Reiz: witzige und ironische Texte, die man dem jungen, eigentlich doch ganz hübschen Krug voll abnimmt, kombiniert mit schönen Melodien, interessanten Harmonien, tollen Bläserarrangements, flirrender Hammondorgel, der obligatorischen Querflöte und hinreißenden Background-Säusel-Sängerinnen. Bemerkenswert sind auch die Rhythmen: die sind zum Teil nämlich echt kompliziert. Auch sind diese Lieder toll zum ausdrucksvollen Mitsingen: wahlweise die leicht verständlichen und eingängigen Texte (nagut, diesen Teil der Schlagereuphorie kann ich nachvollziehen) oder auch nur den Background, ich verbinde das gern und grazil. Diese Basslinien und ganz allgemein die Rhythmusgruppe von Bass, Schlagzeug und Klavier ist einfach hammermässig und lässt mich regelmässig abzappeln!
Natürlich NUR in Schlaghose und Hemdbluse mit Pullunder.


Manfred Krug - Wenn's Draußen Grün wird from TheSwarmOfBees on Vimeo.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Kommentare:

  1. Oh, das ist ja wirklich richtig gut! Also solche Musik hätte ich ihm jetzt wirklich gar nicht zugeschrieben (-getraut will ich jetzt bewusst nicht schreiben, man was ja nie was in jemandem drinsteckt).
    Das könnte genau so jetzt aktuell im Radio laufen. Schade das ich kein Radioredakteur bei "Das Ding" (der SWR-"Jugendsender"), das würde ich doch glatt mal laufen lassen, versuchsweise.

    Gefällt mir sehr, ich glaube das könnte auch was für unser Musikregal sein!
    Macht sich bestimmt gut neben "Nana Mouskouri in New York: The Girl from Greece Sings" (mit Orchester) ;)
    Danke für den Tip, LG frifris

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    1. Haha... :-) Mir scheint, das ist dann die perfekte Ergänzung für euer Musikregal! Besonders die erste LP "Das war nur ein Moment" ist durchweg genial. Ich würde dir die CD als Download empfehlen. Die CD an sich ist sehr leise in der Grundlautstärke.
      Liebe Grüße!

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  2. Ich mag Manfred Krug auch sehr, auch als Schauspieler. Die Tatorte habe ich damals verschlungen. Heute wirken sie eher bieder und nostalgisch. Den Film Die Spur der Steine habe ich schon mehrfach angefangen zu schauen, leider noch nie ganz gesehen.
    Grüße Alexandra

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  3. Ja so ein bisschen Jazz ist zeitlos, ich hab' die CD auch nachdem wir keinen Plattenspieler mehr haben. Außerdem gab es noch "Jazz - Lyrik - Prosa".
    Übrigens habe ich auch Nana Mouskouri in New York, noch nicht gefunden habe ich die alten jazzigen Aufnahmen von Joy Flemming auf CD.
    LG Ute

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