Sonntag, 5. Januar 2014

NFL1: From a far away place - Moodboard

Na das Jahr fängt ja schon TOTAL entschleunigt an.

Zwar bin ich gedanklich und nähtechnisch schon gut mit meinem 60er-Jahre-Kleid beschäftigt und ich würde mich jetzt auch nicht als sprunghaft bezeichnen, aber als ich bei Lucy über den Stein las, den Alex von Mama Macht Sachen anstoßen will, war ich schon wieder Feuer und Flamme auch für diese tolle Idee.
Es geht darum, in diesem Jahr 6 Outfits/Kleidungsstücke (alle 2 Monate eins) zu vorgegebenen Themen selbst zu entwerfen und zu nähen, wobei man keinesfalls alle 6 Themen mitmachen muss. Allerdings finde ich das Thema "From a far away place" der ersten Herausforderung wunderbar, und es spielt mir total in die Hände, da ich schon seit langer Zeit einen Kimono nähen will.

Nun habe ich lange darüber nachgedacht. Ein Punkt ist ja, dass ich Stoffvorräte reduzieren will, daher muss ich unbedingt mit meinem Stofflager hinkommen, was die Umsetzung angeht. Zweitens sollte der Schnitt nicht zu aufwändig sein, denn dafür habe ich aufgrund des anderen angesprochenen Kleids keine Zeit.
Da kommt mir ein kimonoinspirierter Mantel ganz recht.
Andererseits brauche ich mir nichts vorzumachen: meine Familien- und Alltagssituation würde mich in einem Seiden-Kimono als Hausmantel total lächerlich wirken lassen. Bleiben wir auf dem Boden. Schicker seidiger Morgenmantel funktioniert nicht, wenn es in der Früh kalt ist, weil der Ofen noch nicht angeschürt ist und man schnell schnell die Kinder für Schule und Kindergarten fertigmachen will. Nix gegen "overdressed", wirklich habe ich NIE ein Problem damit overdressed zu sein, aber das kann ich mir gerade so nicht vorstellen...

Daher kam mir nach einigen Pinterest-Ausflügen der Gedanke, einen Haori zu nähen.
Laut Wikipedia ist der Haori (jap. 羽織, wörtlich: „Federgewebe“) eine bis auf Hüft- oder Schenkelhöhe gehende Kimono-Überjacke in der Art eines Jacketts. Sie sorgt für mehr Förmlichkeit und war früher mit dem dazugehörigen Familienwappen (Mon) oder dem Emblem des Dōjō verziert.
Haori waren ursprünglich nur Männern vorbehalten, aber am Ende der Meiji-Zeit änderte sich die Mode. Heute werden Haori sowohl von Männern als auch Frauen getragen, wobei die Jacketts der Frauen dazu neigen, länger zu sein.

Hier einige Inspirationen:




Da ich im Fundus einen schönen hellen Baumwoll-Brokat (gibt´s das überhaupt? Oder muss ein Brokat aus Seide sein oder mit Gold- und Silberfäden durchwirkt sein?) habe, würde ich dem dritten Modell sogar sehr nahe kommen. Ich meine mich zu entsinnen, dass ich 3 Meter davon habe, aber ich zweifele, dass ich damit für einen oberschenkellangen Mantel hinkomme. Die Ärmel sind doch ganz schöne Stofffresser. Also evtl. doch ein kurzes Modell? 

Was mich an dem Schnitt reizt, ist der Fall der Ärmel, die relativ einfache Schnittform, die Form des Ärmels (mit dem "zweiten" Loch) und die Futterlösung. Alle Haori, die ich so gesehen habe, waren nur im oberen Teil gefüttert, und immer mit einem kontrastfarbigen Stoff.
Auch glaube ich, dass so ein Jäckchen relativ vielseitig zu kombinieren ist.

Und eine helle Jacke könnte ich auch mal vertragen.

Später werde ich mir hier bei mamamachtsachen alle anderen Projekte anschauen, ich bin extrem gespannt!! Vielen Dank, Alex, für diese tolle Idee! Ich bin mir sicher, ich werde viel lernen während unserer gemeinsamen Reise...


Kommentare:

  1. Oha, die Ärmel sind aber auch mutig im deutschen Alltag - da bin ich sehr gespannt, was Du draus machst. Mir gefällt sehr, dass die einfache Form dem Stoffmuster Platz lässt - ich hoffe Dein Stoff reicht :)

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  2. Dein Plan klingt gut. Mit dem richtigen Stoff, kann ich mir das gut vorstellen. Bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht.

    LG
    Steffi

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  3. Tolle Aktion, tolle Idee! Ich freu mich auf deine Experimente und bin gespannt auf das Ergebnis. liebe Grüsse, Lottie

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  4. Oh, die Ärmel finde ich auch sehr schön. Anscheinend hatte ich eine ähnliche Idee, hab diese aber verworfen. Wird der Mantel denn aus einem einzigen Stoff sein, oder hast du dir auch schon überlegt, ob du vielleicht unterschiedliche zusammenfügen möchtest? Aber wie du es auch machst, ich drücke dir die Daumen für deine Umsetzung -

    Liebe Grüße
    Ulrike

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    1. Ich schwanke. Werde mir meine Stoffvorräte nochmal genau anschauen. Da ich ein großer Patchwork-Fan bin, könnte ich mir eine Jacke aus verschiedenen Stoffen sehr gut vorstellen...
      Liebe Grüße,
      Nastjusha

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  5. Das wird sicher sehr schön!! Und wahrscheinlich auch sehr alltagstauglich - ich bin gespannt!
    Warst Du erfolgreich beim Stoffkauf? Ich quäle mich noch, aber es wird langsam wieder besser. Bäh.

    Liebe Grüße,
    Stefanie

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    1. Habe mir nur zwei Flutsch-Poly-Stoffe gekauft mit einem schönen Muster, die nur gaaaanz wenig Platz wegnehmen in meiner Kommode (dumdidum...).
      Liebe Grüße und gute Besserung!

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  6. Die Idee klingt wirklich gut, und mit schönem Stoff wird es bestimmt echt toll aussehen. Mal schaun wie es bei Dir weitergeht :)

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  7. Das zweite Loch an den Ämeln ist ja klasse, damit könnte es alltagstauglich sein. Bin gespannt! Was Brokat genau ist, wüsste ich auch mal gern. Meinem Gefühl nach reicht es, wenn es in dem gewebten Muster irgendwo schimmert.

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    1. Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass es sich bei mir um einen Jaquard handelt (Bild folgt bald). Brokat ist wohl wirklich Gold/Silber/Seide.

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  8. Hallo Nastjusha,
    ich besitze einen original seiden shibori(abgebundene reiskörne prägung) chaori. er/es ist sehr weich, sehr dünn und von hand komplett genäht.
    ich weiß nicht,ob brockad die richgtige wahl wäre(ich habe bedenken wegen dem richtigen fall). und auch u.a. wirkt das sofort overdressed-also gibt tendenz zu einer schrankleiche.
    aber ich wäre nicht ich,wenn ich die alternative nciht vorschlagen würde:-)
    man kann BW-satin oder eine art seide als unterschicht nehmen und spitze drüber als 2ten layer. sowas kann man sogar mit jeans kombinieren.brokat wirkt immer sofort festlich, hochzeitsmässig oder weihnachtlich.
    es gab sogar einen schnitt bei burda mehrmals.
    der neueste ist von 2011:
    http://www.burdastyle.ru/model/2011-burda-7-124

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    1. Danke wiedermal für alle Info! Den Burda-Schnitt hatte ich mal gesehen aber ihn gar nicht mehr auf dem Schirm gehabt - der ist ja superpassend!! Und die Idee mit Satin/Spitze ist sehr gut. Ich muss nochmal überlegen. Bei mir handelt es sich wohl doch um einen Jaquard, und der ist tatsächlich etwas steif. Muss ihn mal probedrapieren. Ansonsten habe ich auch noch Seidensatin, aber ich habe Angst, dass das dann zu sehr nach Poly-Satin-Morgenmantel-aus-dem-Discounter aussieht. Ich bin noch nicht entschlossen, suche mir aber schonmal den Schnitt raus. So für alle Fälle, falls ich das allein nicht hinkriege... ;-))
      Und der helle Jaquard ist ein Stoff, den ich sonst nicht mehr unterkriege, eben WEIL er so hochzeitsmässig wirkt. Kleid / Rock geht nicht damit, das ziehe ich nie an. Könnte mir schon vorstellen, dass ich ein helles Jäckchen eher anziehe als ein weißes Kleid. Wir werden sehen.
      Liebe Grüße!

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  9. So eine Kimonojacke alls alltagstaugliches Teil spukt mir seit einiger Zeit auch im Kopf herum - liegt das vielleicht in der Luft? (Bei mir fing es an, als ich diese Jacke gesehen hatte: http://sallieoh.blogspot.co.uk/2013/09/art-teacher.html). Ich glaube Brokat ist nicht die richtige Bezeichnung, wenn keine Metallfäden drin sind, aber wie so ein Stoff mit mehrfarbig eingewebten Mustern richtig heißt, weiß ich auch nicht. Ich kanns mir jedenfalls gut vorstellen - und falls du später feststellen solltest, dass so eine Jacke doch nicht in den Alltag passt ist der Stoff bei dem Modell noch so intakt, dass man auch noch etwas anderes daraus nähen könnte.

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    1. Toll, dein Link, und der Stoff ist auch noch selbstgefärbt... Ja, das muss in der Luft liegen, schon seit ca. einem Jahr! ;-) Ich werde demnächst den Stoff fotografieren und zeigen, bin mir aber ziemlich sicher, dass es ein Jaquard ist. Komisch, das ist mir einfach nicht eingefallen. Naja, mein Hirn muss auch erstmal wieder hochfahren nach tagelanger Inaktivität.
      Liebe Grüße!

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  10. Die Vorstellung ist schön, aber mir geht es ähnlich, dass ich gern so ein Teil besitzn würde, aber es wahrscheinlich im Alltag als Dekostück verkommt.das Gewebe dürfte entweder ein Jaquard (eher mehrfarbig) oder ein Damast (eher homogen- oder einfarbig) . beides ist erst mit komplizierteren Webtechnicken möglich gewesen.Ein Brokat hat eindeutig verwebte Metallfäden oder Seidenfäden und hieß dann auch Seidenbrokat. Bin sehr neugierig auf das Ergebnis. Vg kaze

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    1. Danke, Kaze, du hast mir sehr geholfen! Natürlich handelt es sich um einen Jaquard, das wollte mir einfach nicht einfallen. Da ich derzeit sowieso dabei bin meinen ziemlich eingefahrenen Kleidungsstil etwas aufzulockern mit Neuem, habe ich die Hoffnung, dass ich keine Schrankleiche produzieren werde...
      Liebe Grüße,
      Nastjusha

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  11. Die Ärmel finde ich auch klasse, allerdings stellt sich halt tatsächlich die Frage, ob sie auch alltagstauglich sind (wenn man mit den Ärmeln in der Soße hängt oder das Frühstücksgeschirr vom Tisch gefegt hat...). Andererseits macht das Bild der Burda schon Lust im Sommer an einem kühlen Plätzchen mit einem luftigen Oberteil bekleidet Gott einen guten Mann sein zulassen.

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    1. wenn du tollpatschig bist, kannst du hängen bleiben:-) das kann dir auch im auto passieren, bei der schaltung.:-)
      ansonmsten ist es sehr bequem und interessant im alltag.
      ich trage es sowohl mit jeans als auch mit chino.
      wobei bei chino sieht es ultramodisch aus.
      also, es ist für alltag tauglich, durch und durch

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    2. Haha... :-) Ich bin SEHR tollpatschig!! Dann fahre ich besser nicht Auto damit und werde auch sonst aufpassen... Schön, dass du Erfahrung damit hast, Julia, das macht mir Mut!
      Und ja, ich finde auch, das Burda-Modell sieht sehr lässig aus und macht total Lust auf Sommer...
      Liebe Grüße,
      Nastjusha

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  12. Sehr schöne Optik. Und ich finde es immer schön wenn man in Filmen sieht, wie die Arme dann vor der Brust im zweiten Loch des anderen Ärmels verschwinden...
    Um die Alltagspraktikabilität würde ich mir erstmal nicht allzuviel Gedanken machen, zur Not halt keine Spagetti mit Tomatensosse essen (radikal wie ich bin, würde ich zur Not vorne heimlich Bänder zum zusammenziehen einnähen...Sakrileg!).
    Das 70er Modell ist sehr schick und auch das, welches deinem Stoff (Jacquard??) am nächsten kommt.
    Tolle Projekte, die ihr da plant! :)

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    1. Sehe ich alles wie du, liebe Frifris! :-) Das 70er-Modell wirkt doch sehr kompatibel. Und ja, ist wohl Jaquard!
      Liebe Grüße,
      Nastjusha

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  13. ach ja, noch was.
    soviel ich weiß, ist brokat nur seide.gold oder silber muss gar nciht sein.
    bei ebay gibts eine unmenge von brokads aus indien direkt, handarbeit.
    in prinzip ist brokad ein jacquard nur aus seide.
    wenn du mal dein stöffchen,für das du keine verwendung hast zeigst- kann man gemeinsam was überlegen.
    es gab z.b. im jahr 2013 bei burda ein kleid,das nur in cloque oder jacquard gemacht werden sollte... wird mit unibänder/ripüsband ausbalanciert,dass es zwar aussergewöhnlich aber nciht overderssed aussieht

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    1. :-) Ich mach morgen mal ein Foto davon.
      Danke dir!

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  14. Bei dem Begriff "Brokat" handelt es sich um einen "unpräzisen Ausdruck für einen Stoff mit reicher, im Webverfahren hergestellter Verzierung. Vor allem für Gewebe mit Gold- und Silberfäden gebrauchte Bezeichnung. Ohne Bezug auf die Webtechnik." Zitiert nach Barbara Markowsky (1976) "Europäische Seidengewebe des 13.-18. Jahrhunderts", S. 100. Nur so zur Klärung.

    Ich habe mal mit einem japanischen Kimonoschneider einen traditionellen Kimono (alles von Hand und so) genäht. Es ist ein phantastisches, sehr raffiniertes Kleidungsstück, aber ich habe zugegebenermaßen im Alltag meinen Kampf mit den langen Ärmeln. Es bedarf einer gewissen Übung... Ich bin sehr auf deine Interpretation gespannt.
    LG, Bele

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    1. Das klingt nach einer tollen Erfahrung, deine Kimono-Näherei unter fachmännischer Anleitugn, sehr spannend stelle ich mir das vor. Danke auch für die Definition - jetzt ist mir alles klar. Und die Ärmel werde ich wohl nicht soo lang machen und mich diesbezüglich eher an das erste Modell halten.
      Liebe Grüße,
      Nastjusha

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  15. Tolle Pläne. Wenn ich das erste Bild sehe, denke ich, dass du das perfekte Projekt für dich gefunden hast. Ich bin auch überzeugt, dass wenn die Ärmel nicht zu übertrieben lang sind, sind sie durchaus alltagstauglich. Wenn allerdings bei der Kleidung der Bequemlichkeitsgrad die größte Rolle spielt, dann ist man mit der Funktionskleidung immer am besten beraten ;).
    LG Yvonne

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  16. Ein interessantes Projekt und ich bin gespannt, wie du es umsetzen wirst.

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