Sonntag, 28. Dezember 2014

Weihnachtskleid-Sew-Along: Finale und Danke!

Hier und heute ist Finale im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen: ich glaube, ich bin die Letzte mit meinem Weihnachtskleid, und der Linktool ist auch schon geschlossen. Aber ich habe ja auch ordentlich einige Termine geschwänzt.... Nun ja, im nächsten Jahr wird alles anders!

Da ich an meinem Weihnachtskleid, was eigentlich schon Anfang Dezember getragen wurde, noch eine ganz unliebsame Änderung durchführen musste, die ich vor den Feiertagen vor mir herschob und darum erst gestern abend durchführen konnte, kleckere ich heute hinterher.
Ich bin aber ganz verliebt in das Kleid und möchte es euch nicht vorenthalten.
Hier könnt ihr meine bisherigen Gedanken zum Weihnachtskleid nachlesen.

Das Schnittmuster ist aus zwei verschiedenen zusammengebastelt, die ich in der Burda 11/1971 gefunden habe (Korpus und Ärmel). Die Armkugel hatte ich ja schon zum Märchenkleid flacher gemacht, hier noch die Ärmel gekürzt auf 3/4-Länge. Außerdem habe ich einen Stehkragen drankonstruiert und in die vordere Rockmitte einen Schlitz eingearbeitet. Das Oberteil habe ich auch noch unten verlängert, damit ich die Borte nicht auf der Taillennaht platzieren muss und die Falten des Rockteils dadurch verdeckt werden.

Jedenfalls bin ich begeistert von dem Wollstoff, auch wenn er ziemlich warm ist. Das ist ein echtes Winterkleid! Lustig immer noch der Spruch einer Bekannten, die zur Weihnachtsgala meinte, ich müsse dort doch ein GOLDkleid und kein WOLLkleid tragen... :-) Tatsächlich bin ich wieder ziemlich gegen den Trend aufgelaufen auf der Feier. Wo alle mit Spitze und Pailletten, ärmellosen und tief ausgeschnittenen kurzen Kleidern auftrumpften, habe ich mit meinem Kleid einen ordentlichen Kontrastpunkt gesetzt - und mich sehr wohl gefühlt!

Aber nun ein paar Fotos vor unserem Weihnachtsbaum mit abgebrannten Kerzen. Passt doch irgendwie alles zusammen so.





Und nun bleibt mir nur mich bei Frau Kirsche und Dodo ganz lieb zu bedanken! Auch wenn ich mich immer mal wieder ausgeklinkt habe, habe ich doch mit Vergnügen teilgenommen und werde nun nach all dem vorweihnachtlichen Wahnsinn auch Zeit haben, in aller Ruhe hier bei der Finalpräsentation die verschiedenen Weihnachtskleider zu bestaunen!

Außerdem noch einmal euch allen vielen lieben Dank für euren Zuspruch, eure vielen Kommentare und den wunderbaren Kontakt mit euch! Ich empfinde den Austausch und die Inspiration, die ich von euch bekommen, als eine große Bereicherung und freue mich SEHR auf 2015 mit euch!!

Alles Liebe und kommt gut ins Neue Jahr hinein,
Nastjusha

Montag, 15. Dezember 2014

WKSA: Teil 4 & 5

So, meine Lieben, da bin ich wieder mit einer Zusammenfassung von zwei Teilen des Weihnachtskleid-Sew-Alongs. Und bin noch immer nicht ganz fertig, obwohl ich das Kleid schon getragen habe! Ich passe also gerade in gar keine Kategorie rein und bewege mich etwas außerhalb des organisierten roten Fadens. Daher fasse ich die thematischen Punkte der letzten beiden Teile hier mal nicht zusammen. Bei allen anderen fleißigen Weihnachtskleid-Näherinnen ist das viel ordentlicher und besser nachvollziehbar.

Wie nicht anders zu erwarten war, habe ich bis zur letzten Sekunde vorletzten Samstag genäht und gesäumt, bevor ich das Kleid ausführen konnte. Aber es hat sich gelohnt, ich habe mich sehr sehr wohlgefühlt in meinem Wollkleid (Tanzen war zugegebenermassen nicht lange möglich - ich musste immermal wieder zwischendurch draussen ausdampfen... dies lag aber wohl eher am Futter als am Wollstoff).
Da ich allerdings den Kragen in letzter Sekunde hingeschludert habe, musste ich ihn noch einmal neu nähen, und auch das Oberteil habe ich etwas zuviel verlängert, das muss ich noch einmal wegnehmen.

Was den Pelz angeht, werde ich mich wohl dagegen entscheiden. Ich hatte es nicht geschafft ihn anzunähen und bin ohne Pelzabschlüsse und -Kragen unterwegs gewesen. Mittlerweile habe ich das Gefühl, die Zarin-Assoziation wäre mit Pelz einfach mehr als eine Spur zu deutlich, mithin das Kleid irgendwie übertrieben. Ich stehe ja mehr auf die leisen (Unter-)Töne und nicht auf das volle Ballett, jedenfalls meistens.

Hier kann man den Unterschied erkennen (mit Pelzkragen könnte man mich gleich in den nächsten Kostümfilm stecken).


Eins muss ich aber sagen: Mädels, denkt öfter mal über einen vorn mittigen Schlitz nach. Das ist echt heiß.

Und heute nachmittag werde ich mir bei meinem Tee die unterschiedlichsten Varianten eines Weihnachtskleids hier anschauen!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 2. Dezember 2014

Stoffwechsel: Finale oh so 70er

Seit vorgestern findet das große Schaulaufen beim Stoffwechsel-Finale hier bei Frau700Sachen statt, und es ist toll, wie unterschiedlich die verschiedenen Stoffbewichtelten ihre Post verarbeitet haben!

Ich hatte einen petrolfarbenen Wollkammgarn bekommen und recht schnell die Idee (wie meine Stoffpatin auch vorschlug), ein Hemdblusenkleid daraus zu schneidern. Die Wahl fiel früh auf einen Mantelkleid-Schnitt aus der Februar-Burda von 1972 (hier die Stoffwechsel-Genese), aber ich machte ich mich erst letztes Wochenende an das Kopieren und Ausschneiden der vielen Schnittmusterteilen.
Gestern abend wurde ich dann fertig und führte das Kleid auch gleich aus, und zwar genau so:

Schlimm, die Lichtverhältnisse, trotz Bearbeitung wenig zu erkennen...


die Beule am linken Ärmel kann ich mir gerade nicht erklären.
Ich muss zugeben, das hat schon wieder viel länger gedauert als angenommen. Dadurch, dass das Kleid auch gefüttert ist (bis auf die Ärmel) und das Kleid sehr lang ist, fielen wieder 150m Nähgarn an. Außerdem verzeiht der Stoff keine Fehler, da war sehr genaues Arbeiten gefragt, jede krumme Naht, jede Falte fällt sofort auf. Aber mit meinem neuen Maschinchen ging das alles viel einfacher.

Nachdem ich den Korpus fertiggenäht hatte, schwante mir allerdings, dass ich mir hier ein 70er-Replikat nähe, was sich an der Grenze zum Tragbaren bewegte. Ich bereute kurz, dass ich den Stoff nicht für einen langen Rock verwendet habe, bei dem auch sein Changieren ins Violette besser zur Geltung gekommen wäre. Dafür war es nun aber zu spät und ich musste sehen, ob ich die Kurve kriegen konnte...
Der Punkt war, dass die Farbe des Stoffes in Kombination mit dem schmalen Hemdblusenkleiderschnitt zwar an sich toll passt, aber vor allem durch die Klappen so einen Charakter von KGB-Funktionärin-70er-Stewardess-Mao-Anhängerinnen-Uniform ausstrahlt... auweia!!

mit braunem Vintage-Seidentuch von meiner Oma. Wenn schon, denn schon.

Nachdem ich meine Zweifel auf Twitter kundtat, wählte Lucy den schönen Ausdruck "Salonkommunistin", und damit konnte ich mich dann tatsächlich anfreunden... :-)

Das musste ich auch, denn die Knopfwahl änderte nicht viel an dem Charakter des Kleides. Ich ging extra in den teuren Stoffladen vor Ort, der viele tolle Knöpfe führt und probierte herum was ging.
Zwei Knöpfe fielen in die engere Auswahl, und ich entschied mich für die etwas neutralere Variante. Nachdem mir die Verkäuferin dann an der Kasse eröffnete, dass ich für 6 Knöpfe 38,- Euro (!!!) zahlen sollte, machte ich alles rückgängig und nahm den anderen Knopf, der ja überhaupt nicht neutral ist sondern mit seiner Tigeraugen-Optik, die je nach Lichteinfall heller oder dunkler ausfällt, nochmal eins draufsetzte!

Hier kommt die Farbe des Stoffes gut rüber, man sieht aber auch, wo ich keine Lust mehr zum Bügeln hatte...
Jedenfalls habe ich mich gestern in dem Outfit (natürlich mit meinem Herbst-Mantel) so wohl gefühlt!! Und gar nicht verkleidet, obwohl es wirklich einen sehr unsubtilen 70er-Charakter hatte.
Zudem macht das Kleid wirklich schlank und bietet dennoch wunderbare Bewegungsfreiheit, ich bin begeistert!

Liebe Stoffpatin, ich habe eine sehr leise Ahnung, wer du bist, aber ich wage nicht sie auszusprechen.
Ich bin so froh, dass ich mir die Zeit aus den Rippen geschnitten habe dieses Kleid zu nähen, denn das wird eins meiner liebsten! Es entspricht mir sehr, und ich liebe den unkomplizierten Tragekomfort des tollen Wollstoffs - er knittert überhaupt nicht (wenn er mal glattgebügelt ist)!
Vielen lieben Dank, dass du dir so eine Mühe bei der Auswahl gemacht hast, die Farbe ist grandios... :-)

Ich habe schon minimal geschaut, was die anderen gezaubert haben und werde mir heute nachmittag alles in Ruhe zu Gemüte führen. Danke für diese tolle Aktion, Frau 700Sachen und Lotti, ich habe mich riesig gefreut, dass ich diesmal dabei sein durfte!

Und weil es so schön passt, hier noch der passende Soundtrack: ein Bee-Gees-Cover von Feist, das ich in den letzten Tagen gehört habe, um der grauen Nebelsuppe hier was entgegenzusetzen...



Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 30. November 2014

WKSA: Teil 3

Beim letzten Mal habe ich ausgesetzt, und auch heute bin ich nicht viel weiter... Daher kurz und bündig.

Thema der heutigen Weihnachtskleid-Sew-Along-Etappe ist:
Ich bin in Stimmung, erste Nähte sind gemacht oder wahlweise Endlich habe ich angefangen.

Heute werde ich hoffentlich mein Stoffwechsel-Kleid fertigbekommen (working name "KGB-Funktionärinnen-Kleid") und dann ganz flott mit dem Weihnachtskleid weitermachen, denn das muss am kommenden Samstag tragfertig sein.

Nach den vielen netten Kommentaren von euch bei der Vorstellung meiner Weihnachtskleidpläne haben Susa und Wiebke mich auf eine Idee gebracht:
Um dem Mafioso-Witwen-oder-Großtanten-Charme des geplanten Wollkleids mit Pelzabschlüssen entgegenzuwirken, werde ich als Taillenband eine Borte aus meiner Vintage-Bortensammlung verwenden. Sie ist gerade etwas länger als mein Taillenumfang ist, es soll also so sein:
farblich ist sie richtig kräftig grün und rot auf schwarzem Grund, kommt hier leider nicht ganz rüber
Und damit reiche ich weiter an alle, die hier auf dem Memademittwoch-Blog unter Dodos Moderation zeigen, wie weit sie mit ihren schönen Kleidern sind (nämlich größtenteils schon viel weiter als ich!).

Einen schönen Sonntagabend wünscht
Nastjusha

Sonntag, 23. November 2014

Herbstjacken-Sew-Along: Finale

Heute kann ich endlich mal wieder nicht nur Pläne und Wunschträume sonder ein handfestes Ergebnis vorweisen!
Der Herbstjacken-Sew-Along, organisiert von Dreikah und Chrissy, hat heute sein erstes Finale mit den Themen:

Ich bin schon fertig und zeige voller stolz mein Werk / Ich habe mehrere Jacken genäht und zeige die erste bzw. die Herbstvariante / Ich kämpfe noch mit den letzten Schritten (den Knöpfen, das Futter..) / Hilfe, ich habe noch ein dickes Problem und brauche euren Rat

Mein Herbstmantel nach dem Schnitt aus der Oktober-Burda von 1971 (hier der dokumentierte Schaffensprozess) ist fertig und wurde schon häufig getragen. 


Ähm... den Saum muss ich vorn nochmal neu annähen. Das ist mir gar nicht aufgefallen.
Wieder bin ich nicht enttäuscht worden von der Schnittführung und Passform der alten Burdas.
Ich habe schöne Ärmel hinbekommen, die ausgestellte Form und der Kragen sind ganz nach meinem Geschmack, und die Länge des Mantels ist heute auch selten zu sehen.

Grundsätzlich fahre ich mit der alten Größe 42 sehr gut. Diesmal allerdings, habe ich entweder während des Nähens abgenommen, oder der Schnitt ist weiter als üblich. Zu spät habe ich bemerkt, dass die Schultern zu breit geworden sind und der Mantel insgesamt etwas zu weit ist. Allerdings habe ich gerade nur einen dünnen Rolli darunter. Mit einem Pullover darüber sollte das besser gehen.
Auch Schulterpolster konnten letztendlich keine Abhilfe schaffen. Durch die überschnittenen Schultern habe ich mit ihnen ein riesen Schwimmer-Kreuz bekommen, und da habe ich sie wieder herausoperiert.


Den burgunderfarbenen und leicht changiereenden Fischgrat finde ich nach wie vor sensationell und bin sehr froh, dass ich ihn gefunden habe! Ich habe festgestellt, dass der Mantel zu fast allem passt.


Meinen Bindegürtel, der vorgesehen ist und den ich auch genäht habe, trage ich selten dazu. Dadurch, dass der Mantel einerseits etwas weit ist und andererseits mit einem Flanell gefüttert ist, wirft er mit dem Bindegürtel zusammen recht dicke Falten, die einfach nicht gut aussehen. Ich werde noch etwas herumprobieren. Ansonsten lasse ich das so.


Hier kann mein mein selbstgemachtes Steppfutter sehen. Es ist durch den Viscose-Flanell ziemlich schwer und lässt den Mantel gerade und schwer nach unten fallen. Das gefällt mir gut. Und der Mantel ist so natürlich auch deutlich wärmer als mit reinem dünnem Futter. Sicherlich ist er nicht winterfest, aber ich kann ihn mit warmer Kleidung darunter schon in den Winter hinein tragen.


Paspelknopflöcher waren mit dem fusselnden Stoff natürlich keine reine Freude, aber sie sind jetzt ganz ok so.


 Die Taschen sind toll! Schön groß und dekorativ, so mag ich das.


Ich habe auch immer noch vor, einen passenden Rock oder eine passende Hose zu nähen. Gerade sind andere Projekte akuter, aber ich habe schon gemerkt, dass der Mantel auch zusammen mit einer Schlaghose sehr gut aussieht. Auf so ein passendes Ensemble habe ich große Lust!

Meinen Wintermantel werde ich dieses Jahr auch noch nähen, denn ich werde ihn brauchen.

Und jetzt hier bei Chrissy schauen, wie weit die anderen Herbstjackennäherinnen sind! Einige haben sogar schon zwei Exemplare fertig... nicht schlecht!

Liebe Grüße und einen schönen Rest-Sonntag euch,
Nastjusha

Mittwoch, 19. November 2014

Me Made Mittwoch im Faltenrock

Nun reihe ich mich doch noch schnell ein auf dem Laufsteg für selbstgeschneiderte Mittwochs-Outfits.

Und eigentlich nur, weil ich euch danken möchte für das überwältigende positive Feedback, was ihr mir gebt - nicht nur beim letzten MMM, wo ich vortanzen durfte, sondern immer!
Jetzt bin ich seit einem guten Jahr mit dem Blog dabei und habe so viele nette Frauen on- und offline kennengelernt, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Also an dieser Stelle für eure lieben und konstruktiven Kommentare, für eure Anteilnahme und Geduld mit mir (wenn es mal wieder länger dauert mit meiner Reaktion und Kommentierung) vielen lieben Dank!

Heute habe ich das erste Mal in dieser Kalt-Saison meinen Faltenrock (Burda 02/14) vom geliebten Genossinnen-Kostüm (hier mehr und bessere Fotos) herausgekramt.  Ich hatte die Rock-Westen-Kombination noch bis in den Frühling hinein an meiner Puppe hängen, so begeistert bin ich davon gewesen. Ich würde sagen, dass ich diese zwei super zusammenpassenden und doch eigenständigen Schnittmuster von Rock und Weste gefunden habe, ist meine Meisterleistung.

Heute aber ohne Weste sondern mit Rolli und Stiefeln, leider aufgrund der Dunkelheit ziemlich rauschend:


Wie man sieht, ist der Rock nicht gefüttert (bis auf die Passe), und ich habe heute gelernt, dass ich den Rock nicht mit Wollstrumpfhosen anziehen darf (mit normalen glatten geht´s gut)...

Und jetzt hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog schauen, was die anderen Damen tragen. Lucy führt an, in einem für mich hitverdächtigen Kleid, an dem ich mich demnächst auch versuchen möchte.

Einen schönen Tag euch und liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 16. November 2014

Weihnachtskleid-Sew-Along: Teil 1

Es ist wieder soweit, der jährliche Weihnachtskleid-Sew-Along startet!!

Dieses Jahr wird er von Dodo und Frau Kirsche gehostet, und darüber freue ich mich sehr! Da erstere im hohen Norden beheimatet ist und letztere kurzzeitig in den USA weilt, könnten hier die Inspirationen zwischen kühler Eleganz und auch kräftigem Kitsch mit viel Glitzer und Glamour hin- und herschwingen: sehr spannend!

Ein bisschen habe ich mich ja vor der WKSA-Ankündigung gefürchtet, weil ich mich kenne und weiß, dass ich sofort ganz laut "hier!!" schreie. Eigentlich stecke ich aber auch noch im Herbstjacken-Näh-Modus und möchte noch meinen tollen Stoffwechselstoff vernähen.
Da mein Herbstmantel aber gestern abend fertiggeworden ist (der Mantel muss erstmal warten) und ich mich als nächstes mit dem Stoffwechselstoff beschäftigen kann, mache ich jetzt einfach mit.

Heutiges Thema ist:

Ich bin 1a vorbereitet und habe schon alles zusammen gesucht / Weihnachten? Ist nicht noch Sommer? / Ich such nach Inspiration und guck mal, was die anderen machen / Schnitt da aber kein Stoff oder andersrum? / Kleine Rückblende: mein Weihnachtskleid 2013/2012/2011

Wie jedes Jahr werde ich Anfang Dezember (ich muss also früher fertig werden!) auf die Weihnachtsgala in meinem Lieblingsrestaurant gehen, und da das auch immer ein großes Sehen und Gesehen-Werden ist, brauche ich NATÜRLICH ein neues Kleid und kann auf GAR KEINEN Fall eins hernehmen, was ich schon jemals getragen habe. Das geht wirklich überhaupt nicht (ich glaube, der Gatte versteht das sogar ein bisschen).

Obwohl ich mein Kleid vom letzten Jahr liebe und es den Wandel in meinen Tragegewohnheiten hin zu mehr Röcken und Kleidern eingeläutet hat:


Nach Bekanntwerden des Sew-Alongs setzte ich mich mit meinem Nachmittagskaffee hin und stöberte. Da ich Stöbern in Zeitschriften lieber mag als Forsten durch das Internet, hatte ich vor ein paar Jahren, als ich die Haute Couture besonders interessiert verfolgt habe, über ebay ein paar Lookbooks erstanden (u.a. von Schumacher, Laurèl, Max Mara, Riani, Chloé). Ein Lookbook ist ein Heft, welches von einer Bekleidungsmarke herausgegeben wird, um die aktuelle Kollektion vorzustellen. Dementsprechend gut ist die Qualität der Fotos, auf denen man sehr gut Details erkennen kann und die Kleidungs-Silhouette erkennbar präsentiert wird (und nicht wie oft in der Burda verdreht, im Sitzen o.ä.). Die meisten meiner Hefte sind vom Herbst/Winter 2011, und ich muss sagen, da herrschte allgemein ein 70er-angehauchter Stil, der mir sehr entspricht.

Besonders die Kollektion von Schumacher war einfach unglaublich toll. Jedes Teil davon hätte ich sofort genommen!
Hier gibt´s die Ready-to-wear-Kollektion H/W 2011 zu sehen.

Am Ende des Hefts ist eine Fotostrecke mit der Schauspielerin Alexandra Maria Lara, und als ich dieses Kleid an ihr gesehen habe, wusste ich sofort: so soll es aussehen, mein diesjähriges Weihnachtskleid!



Es handelt sich um ein schnitttechnisch schlichtes aber nicht unraffiniertes und vor allem für mich perfekt proportioniertes Kleid: leicht ausgestelltes Rockteil (mit Schlitz in der vorderen Mitte) mit zwei Falten vorn, Taillenband, Rundhalsausschnitt mit Stehkragen und Ausschnittschlitz, flache Armkugel, schmaler aber lockerer Trompeten-Ärmelschnitt, irgendwo zwischen 3/4 und 4/4 lang.
Das Besondere an dem Kleid sind die Perlenstickereien (in dem Fall sind es Glassteine in verschiedenen Größen) am Kragen und den Ärmelaufschlägen.
Ist es nicht wunderschön? Es ist festlich und leger gleichermaßen, macht eine schöne Figur und ist meinem Alter angemessen.

Ich hätte es gern in schwarz. Lange habe ich mir nichts schwarzes genäht, sehr lange, obwohl es mir eigentlich steht. Es lässt mich allerdings gleich ein wenig älter und auch strenger aussehen, und meine erste Assoziation mit dem Kleid in schwarz war die einer trauernden Mafiawitwe...
Aber der Schnitt kommt mir in seinem legeren Stil entgegen und so werde ich hoffentlich gerade noch die Kurve kriegen und einfach nur schick aussehen.

Auch habe ich von der Verzierung schon genaue Vorstellung: für die Stickerei werde ich definitiv keine Zeit haben.
Es liegt hier aber noch ein Pelzstück herum, das ich zusammen mit vielen Stoffen aus dem Keller meiner Oma bekommen habe. Das Thema Pelzverarbeitung hatte ich schonmal hier, als ich einen Kragen (aus demselben Fundus) verwendet habe.
Nie im Leben würde ich einen neuen Pelz kaufen, auch kein Kleidungsstück mit einem Pelzrand oder -detail. Ich habe auch schon genügend Dokumentationen zum Thema Pelzzucht gesehen, die meine frühere Einstellung (die ich von meiner russischen Mutter mitbekommen habe - in Russland ist Pelz schon traditionell wegen der harten Winter ein Alltagskleidungsstück, aber auch ein Statussymbol) radikal geändert haben.
Andererseits kann ich nicht leugnen, dass ich Pelz oder Fake-Fur einfach schön finde und die besonderen Akzente, die man in Kleidung damit setzen kann, sehr gern mag.
(Der regelmässige Leser meines Blogs wird gemerkt haben, dass ich immer wieder mit Fake-Fur herumspiele.)
Es geht also für mich darum, ein Stück Pelz zu verarbeiten, was schon lange da ist (Wegwerfen kommt überhaupt nicht in Frage) und das in Erinnerung an meine Oma. Dass ich das mit großem Respekt und achtsam tun werde, ist selbstverständlich.
Ich habe demnach vor, sowohl den Kragen als auch die Ärmelaufschläge mit grau-braunem Pelz zu verzieren (keine Ahnung, was das für einer ist, schätzungsweise Nerz).

Im örtlichen Stoffladen habe ich heute einen kuschelweichen schwarzen Wollstoff gefunden: er ist diagonal gewebt, mittelstark (ein bisschen dicker als der Stoff des Originalkleids) und hat eine fast flanellartige Oberfläche - das fühlt sich wirklich unglaublich toll an! Der Meterpreis ist mit 15,-/m an der Obergrenze dessen, was ich ausgeben wollte, aber da ich weiß, dass der Ladeninhaber Stoffe aus der Konfektion aufkauft, ist klar (und habe ich auch selbst gemerkt), dass der Stoff von sehr guter Qualität ist.
Es ist eigentlich sinnlos, dunkle Stoffe zu fotografieren, aber dennoch (er ist sehr viel dunkler, hat aber tatsächlich einen dunkelblauen Stich):


Einen Schnitt habe ich auch schon, den ich verwenden möchte, und zwar denselben, den ich für  mein Märchenkleid verwendet habe. Zu den wenigen Änderungen, die ich vornehmen muss, schreibe ich beim nächsten Mal.

Und später schaue ich, was die anderen Weihnachtskleidnäherinnen hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog an Ideen präsentieren, in der großen Hoffnung, nicht vom Weg abgebracht zu werden durch tausend andere tolle Ideen!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 12. November 2014

Me Made Mittwoch am 12. November 2014

Ich bin ganz aufgeregt, denn ich darf heute auf dem MMM-Blog als Gastbloggerin auftreten!
Der Vollständigkeit halber findet ihr den Beitrag auch nochmal hier:

Zu meinem heutigen Outfit.
Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich passionierte Hosenträgerin bin und nach und nach versuche, auch vermehrt Kleider und Röcke zu nähen und zu tragen. Für diesen Herbst (es ist doch noch Herbst, oder?) hatte ich mir vorgenommen, öfter mal einen Rock mit Hemdbluse zu tragen.
Et voilà!

  
Die Hemdbluse kennen einige vielleicht schon: ich habe sie vor einiger Zeit nach meinem Standardschnitt aus der Patrones Nr. 241 genäht, aus einem Baumwoll-Patchworkstoff. Hier und hier kann man dazu nachlesen.

Einigermassen neu und noch nicht verbloggt ist der Rock.
In einem örtlichen Stoffgeschäft habe ich in der Restekiste einen knappen Meter eines hochwertigen und farblich sehr herbstlichen Wollstoffs gefunden. Da ich mehr nach Zeitschriften nähe, entschied ich mich nach Durchsicht meiner Sammlung für ein Schnittmuster aus der Burda 10/2006 (das war eine der ersten Nähzeitschriften, die ich mir gekauft habe!).


Der Rockschnitt ist nur minimal ausgestellt, hat einen normal-breiten Bund und einen seitlichen Reißverschluß. Nichts Aufregendes soweit. (Da ich wenig Rock-Näherfahrung besitze, kann ich auch technische Zeichnungen dieser Teile schwer einschätzen. Ich hätte z.B. gedacht, der Rock ist weiter ausgestellt.)
Der klassische Anzugstoff ließ den Schnitt aber bald ziemlich langweilig, wenn nicht gar bieder aussehen. Also wühlte ich in meiner Retro-Borten-Sammlung und nähte auf die aufgesetzten Taschen (im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, sonst wäre der Rock NOCH öder) ein Stück einer recht fest gewebten Borte mit Blumenmuster auf. Farblich passt das ziemlich gut, finde ich.


Ansonsten war der Rock war recht unkompliziert zu nähen. Mit dem tollen Stoff und komplett gefüttert, fällt er schön und ist durch die minimale Verbreiterung nach unten auch ganz angenehm beim Gehen. Fahrradfahren wird wohl eher nichts, aber das ist auch mal in Ordnung.



Die Gefahr der Biederkeit ist bei diesem Rock jedoch nie ganz gebannt. Alle etwas weiteren Oberteile sehen ganz und gar nicht aus dazu! Mit einer Hemdbluse (oder mit einem Rolli bei kälteren Temperaturen) gefällt mir der Rock aber schlussendlich sehr gut! Auch wenn sie ziemlich knapp sitzt und die eine oder andere Falte wirft, trage ich die Bluse gern, weil ich das dunkle Tannengrün mit dem kleinen Muster so mag.
Zusammen mit Schlapphut, Gürtel und Stiefeln geht das doch schon ordentlich in Richtung 70er Jahre - so soll das sein.

Nun zeigt her eure heutige Me-Made-Garderobe: ist bei euch noch Herbst oder schon Winter?
Ich bin sehr gespannt auf alles, was jetzt kommt!

Und: es war mir eine Freude!


Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 9. November 2014

Herbstjacken-Sew-Along 4: Endspurt

Nachdem ich den letzten HJSA-Termin ausgelassen habe, weil ich im Urlaub war, bin ich heute wieder dabei.

Thema heute ist: Was habe ich bis hierhin geschafft? Was fehlt noch? Brauche ich eure Hilfe oder einen Motivationsspritze? Ich bin schon fertig und zeige den Mantel auf der Puppe. Ich steh vor dem Futter und weiss nicht genau, wie’s weitergeht. Ich bin total verzweifelt und kurz vorm Hinschmeißen. 

Natürlich bin ich noch bei meinem ersten Mantel, dem Vintage-Schnitt von 1971, hier vorgestellt.
Dieser lange Mantel lässt mich echt Meter machen. Unglaublich, aber so eine Naht von oben bis unten dauert eine halbe Ewigkeit! Mit Absteppungen und Versäubern wird man ordentlich Garn los.

Bisher habe ich die Vorder- und Rückenteile zusammengenäht, den Kragen, Bindegürtel, Taschen und 8 Paspelknopflöcher genäht. 


Fehlen nur noch die Ärmel und das Futter. 
Ich hatte Angst, der Wollstoff wäre allein mit Futter zu dünn und überlegte, was es für andere Möglichkeiten gäbe. Steppfutter gab´s nur in hässlichen Farben und in dicken Stärken. 
In meinem Stofflager fand sich aber ein dünner Viscose-Flanell, den ich jedes Jahr von einer Seite auf die andere schiebe. Ich hatte ihn ganz zu Beginn meiner Näherei gekauft und fand einfach keine Verwendung für ihn. Dieses Holzfällerkaro.... das bin doch nicht ich!
Also kaufte ich normales Billigfutter und machte mein eigenes Steppfutter (auch hier viele Meter gemacht, wie man sich vorstellen kann). Ich bin noch nicht sicher, ob das Stück für den Mantel ausreicht, und wie er mit dem Futter fällt. Da muss ich also noch herumprobieren und gegebenenfalls doch auf nur-Futter umsteigen. 
Dadurch, dass ich den Mantel komplett mit Gewebeeinlage verstärkt habe, ist der Stoff etwas dichter geworden, für einen reinen Herbstmantel wäre das unter Umständen ausreichend.


Jetzt schnell zum Sonntagsessen bei den Schwiegereltern, und später bringe ich mich endlich hier (diesmal Treffen wieder bei Dreikah) auf den neuesten Stand aller Herbstmantelnäherinnen!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Donnerstag, 6. November 2014

Stoffwechsel II: mein Stoffpaket (oder: hello again)

Die gute Nachricht: es gibt mich noch.
Die schlechte: ich bin zu spät, mit allem.

Vor den Herbstferien auf Kreta war eine ungemein stressige Zeit hier, und ich wusste manchmal nicht, wo oben und wo unten ist. Es war schwierig, allem und jedem gerecht zu werden, und so musste ich einige Abstriche machen. Leider traf es die Näherei und Bloggerei/Kommentierung als erstes und sämtliche online-Aktivitäten (bis auf den einen oder anderen Belohnungs-Schuhkauf) wurden eingestellt. Und das in einer Phase, wo so viel präsentiert und genäht werden wollte!!

Deshalb erst jetzt meine Stoffpräsentation zum Stoffwechsel.

Dabei war ich eine der Glücklichen, die ihren Stoff schon relativ bald in den Händen halten durfte.
Üblicherweise klingelt der Postbote, um Pakete für sämtliche Nachbarn hier zwischenzulagern. Umso größer war die Überraschung, als ich ein anonymes Päckchen bekam! Der Inhalt hingegen war so persönlich, dass ich ganz gerührt war...
Meine liebe Stoffpatin (und ich habe wirklich keinen blassen Schimmer, wer das sein könnte, deshalb fange ich erst gar nicht an mit Spekulieren) hat nämlich eine Art Mind-Map über mich erstellt, eine Übersicht, die ihr helfen sollte, mein doch eher weites Stoffprofil greifbarer zu machen. Was für eine nette Idee!!


Zu dem "Profil" und einem lieben Brief kamen gute 3 Meter herrlichen dunkelblau-petrolfarbenen Kammgarns und 2 Meter passenden Futters. Meine Güte, damit kann man ja richtig was anstellen!
Als Vorschlag kam von ihr, dass sie sich ein schmales Hemdblusenkleid mit Reverskragen à la Sabrina Duncan von Charlie´s Angels vorstellen kann... :-) Yeah!!
Ein Mantelkleid steht nämlich schon ganz lange auf meiner Nähliste!
Und mit diesem schön fallenden und so vielseitig kombinierbaren Stoff kann ich mir ein Hemdblusenkleid grandios vorstellen!

So kam es, dass ich den Rest des Tages träumenderweise verbrachte und Brainstorming betrieb.
Wie oft, habe ich recht schnell eine Vorstellung, von der ich dann nur noch schwer abweiche.

Es gibt einen Schnitt, den ich mir schon vor längerer Zeit herausgepickt habe, und auch Yvonne hat ihn hier bereits umgesetzt und großen Beifall bekommen. Es ist ein Schnitt für ein Mantelkleid aus der Burda 02/1972, und ich kann ihn mir wunderbar aus meinem Stoffwechselstoff in Kombination mit meinem neuen Lieblingsgürtel vorstellen!


Es kribbelt mir in den Fingern!!!

Außerdem habe ich seit gestern eine neue Nähmaschine, die ich demnächst mal genauer vorstellen werde, wenn ich sie noch besser kennengelernt habe. Die Nähpause ist also definitiv vorbei. :-)

Also, liebe Stoffpatin, es tut mir furchtbar leid, dass ich erst jetzt deinem schönen Stoff gerecht werden kann. Aber sei versichert: du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!!

Hier versammeln sich alle anderen glücklichen Empfängerinnen im Rahmen des Stoffwechsels, der mit viel Mühe von Frau700Sachen und Lotti organisiert wurde. Es ist mir eine Ehre, dabeizusein!

Liebe Grüße und danke für eure Geduld, liebe Stoffwechsler,
Nastjusha

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Me Made Mittwoch im Märchenjäckchen

Vorgestern abend war ich auf einem Geburtstag eingeladen und habe das hier getragen: mein Jäckchen aus der letzten Nix-für-Lemminge-Herausforderung von Mamamachtsachen mit dem Thema "Märchen".
Leider musste ich das Foto ziemlich aufhellen, damit man überhaupt etwas sieht - hier kann man noch ein bisschen bessere Fotos anschauen.
Für mich ist das definitiv kein Alltags-Kleidungsstück, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das zum Lieblings-Ausgeh-Jäckchen wird. Es ist warm genug für einen nicht allzu kalten Abend (mit langen Handschuhen ginge es eventuell auch noch bis in den Winter rein) und macht ein bisschen was her mit seiner Mischung aus Streifen-Fake-Fur, Samt und Fake-Persianer. Die Streifen passen mehr schlecht als recht zusammen, aber das war vor meiner Bearbeitung dieses meines Anfängerstücks (nach einem Schnitt aus der Burda easy fashion HW 2007) noch viel viel schlimmer, und deshalb kann ich damit nun ganz gut leben.


Mit diesem doch schon ziemlich dunkel-winterlichen Outfit schließe ich mich den anderen Frauen an, die heute beim Me Made Mittwoch selbstgeschneiderte Kleidung an der Frau präsentieren. Heute tritt Birgit in einem schicken Rock als Gastbloggerin auf - wie schön!!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Montag, 13. Oktober 2014

Nix für Lemminge 4: "Märchen" - Finale!

Die Märchen-Herausforderung wurde nun auch endlich von mir gemeistert. Ich bin ein echt zähes Biest, sage ich euch. Jedenfalls, wenn´s ums Nähen geht!

Also, Aufgabenstellung von Alex für die vierte Herausforderung war ein märcheninspiriertes oder - assoziierendes Outfit zu schneidern.
Hier kann man alle meine Gedanken zur Entstehung nachlesen.

Nun zu den Details:

Für das Kleid habe ich eine Mischung aus zwei Vintage-Schnitten der Burda 11/1971 genommen, in der alten Gr. 42, das entspricht ungefähr einer heutigen 40.
Änderungen: Oberteil auf Höhe des Armlochs um 2cm verlängert, Armkugel angepasst und flacher gemacht, Armbund weiter gemacht für mehr Volumen am unteren Ärmelende; Rockteile und hinteres Oberteil im Stoffbruch zugeschnitten um die Rosen nicht zu zerschneiden.
Stoff: dunkelblauer Ausbrenner (Chiffon) mit Rosenmuster und kurzem perlmuttartig seidig schimmerndem Flor, Futterstoff in dunkelblau, alles gefüttert außer den Ärmeln.
Schwierigkeiten: Chiffonverarbeitung ist eine ECHTE Herausforderung. Der leichte Stoff macht was er will: ich sage nur Schrägstreifen. Versäubert habe ich ihn nur mit meiner Zickzackschere. Ich gehe davon aus, dass ich das Kleid nicht jeden Tag tragen und waschen werde. RV-Einnähen war auch nicht ohne. Überhaupt musste ich hier viel per Hand heften, das war aber eigentlich ganz schön. Dann habe ich mich immer ein bisschen wie im Chanel-Atelier in Paris gefühlt. Oder so.
Fazit: Den Schnitt werde ich wahrscheinlich irgendwann nochmal realisieren, der passt mir ziemlich gut. Das Kleid selbst ist ein schillernder zarter Traum (auch wenn die Farbe der Blumen jetzt nicht meinem üblichen Farbschema entspricht) und insgesamt nur 200g leicht! Einzig die Taillennaht bringt doch noch mehr Unruhe rein als angenommen. Bin mir noch nicht sicher, ob ich das auch so ohne Gürtel tragen kann.


hier sieht man ganz gut die halbdurchsichtigen Ärmel und den verstürzten Ausschnitt
Ich habe für das Finale ein Styling mit Stiefeln, breitem Ledergürtel und Muschelkette (und Fleischblume...) gewählt. Das wirkt so schon ziemlich herb, aber zum Märchenfinale ist das passend, finde ich. Mit Pumps und schmalem Gürtel wirkt das Kleid sehr schick.


Zur Jacke:
hier habe ich ein bereits verwendetes Jäckchen verändert (ist Verändern eines selbstgenähten Kleidungsstücks eigentlich auch Upcycling?? Frage ich mich gerade). Ich hatte es in meiner Nähanfängerzeit nach einem Schnitt aus der burda easy HW 2007 genäht, komplett aus längsgestreiftem Fake Fur. Leider sind diese Streifen bei den verschiedenen Quernähten (Taille, Kragen) nie aufeinandergetroffen, deshalb habe ich die Jacke auch nur damals ein paar Male getragen.
Nun habe ich alles aufgetrennt, mit Einlage verstärkt, die Ärmel aus Samt geschnitten, das Taillen- und Kragenteil aus Fake-Persianer von meiner Oma (der ist sehr steif und ließ sich nur schwer nähen bzw. tackern). Der ursrpüngliche Plan mit Kapuze ließ sich leider mangels Stoff nicht realisieren. Auch habe von den mittleren Vorderteilen aus der Mitte einiges abgeschnitten, weil ich die Knöpfe nicht mehr haben wollte sondern einen Reißverschluß.
Folge ist, dass vorn mittig bestimmt 10cm fehlen und das Jäckchen seeehr knapp sitzt. Es geht gerade noch so, dass ich nicht wie Schneewittchen nach der Gürtelanprobe umfalle.



Das Futter musste ich auch riesig ändern, weil ich damals geschludert hatte und nun die Vorderteile neu konstruieren musste. Das ergibt ein lustiges Pi-mal-Daumen-Futter-Patchwork, aber es funktioniert einigermassen. Mir war wichtig, das Futter wiederzuverwenden.


Und nun im Ganzen: ein bisschen derb, ein bisschen zart, ein bisschen weich, ein bisschen hart, ein bisschen leicht, ein bisschen schwer. Auch die Mittelalter-Assoziation, die ich bei Märchen habe, habe ich mit der Ärmelsilhouette und dem Ausschnitt für mich gut gelöst. Und Allerleirauh, meinem Lieblingsmärchen, bin ich auch gerecht geworden!




Mit dem Styling muss ich noch ein bisschen herumprobieren, aber insgesamt bin ich sehr glücklich mit meiner märchenhaften Kombination!
Vielen Dank, Alex, dass du dir so ein schönes Thema für uns ausgedacht hast und die Deadlines gnädigerweise immer locker gehandhabt hast. Ich hätte das sonst nie geschafft. Auch für ein Shooting in passenderer Umgebung reichte die Zeit leider nicht. Ich habe aber schon gesehen, dass hier bei der Finalpräsentation aller wunderschöne Fotos dabei sind!

Liebe Grüße,
Nastjusha


Sonntag, 12. Oktober 2014

Herbstjacken-Sew-Along Teil 2: Stoffvorstellung

Wie beim letzten Mal geschrieben (an meinen Plänen hat sich nichts geändert), möchte ich gern zwei Stücke nähen:
die Winterjacke aus der Burda 10/2014 und einen Herbstmantel aus der Burda 10/1971.

Für den Herbstmantel, der zuerst drankommen soll, wähle ich einen Wollstoff (evtl. ist es auch eine Mischung), den ich mal bei einem Hauptstadtbesuch am Maybachufer gekauft habe, das war glaube ich schon vorletztes Jahr.
Es ist ein eher leichter bis mittelschwerer Fischgrat mit weinrotem Muster auf goldfarbenem Grund (wenn ich mich recht entsinne, hat der 5-6,-/m gekostet), wobei der Stoff sehr interessant changiert:



Da ich von dem Stoff 4m habe, möchte ich dazu die passende Hose versuchen.

Für die Winter-Cabanjacke aus der aktuellen Burda mit dem schönen großen Kragen habe ich ebenfalls einen Stoff ganz nach meinem Geschmack: einen dicken Fischgrat aus reiner Schurwolle!
Ihn habe ich im Sommer bei einem ziemlich verhängnisvollen Stoffeinkauf mit der tollen Yvonne bei HÜCO-Stoffe in Berlin erstanden. Dieser Laden ist nicht so günstig wie der Stoffmarkt, bietet aber eine riesengroße Auswahl an sehr guten Qualitäten. Wenn man also ungefähr weiß, was man will, ist man dort genau richtig. Wenn man nicht weiß, was man will, sollte man etwas Zeit und Geld einplanen... So geschehen bei mir: der Einkauf fand am Anfang meines Urlaubs statt, was ganz schlechtes Timing war, weil ich einen ziemlichen Batzen Kohle dort gelassen habe.
Andererseits habe ich 12 Meter herrlichster Stoffe bekommen, u.a. einen dunkelgrünen Samt, den ich so gesucht habe, einen tollen gemusterten Romanit, einen (ja!) Glitzer-Stretch-Hosenstoff und herrliche Futterstoffe. Die werde ich nach und nach zeigen, wenn ich sie verarbeite.

Hier also der tolle dunkelbraune Fischgrat mit leichtem längeren Flor (ich glaube für 23,-/m):


Dazu habe ich auch das passende Futter mit Yvonnes Hilfe ausgesucht:


Am Rande habe ich mitbekommen, dass einige Herbstjacken-Näherinnen schon angefangen oder sogar schon fertig sind! Ich schließe mich mit meinen noch jungfräulichen Stoffen an und freue mich darauf, gleich alle Zwischenstände hier bei Karin zu sehen!
Vielleicht bin ich flott und kopiere die Schnitte zum heutigen Tatort... wir werden sehen.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 28. September 2014

Herbstjacken-Sew-Along Teil 1: Inspiration und Schnitte

Wie schön, dass es einen Herbstjacken-Sew-Along gibt! Ich hatte im letzten Herbst einen gern getragenen Blazer genäht und brauche für diesen Herbst und Winter mindestens eine Jacke/Mantel.
Ein Kaufmantel, den ich habe, zerfällt langsam, und eine Kaufjacke ist mir im Rücken eigentlich zu eng, sodass ich sie selten trage.
Also freue ich mich sehr, dass Karin und Chrissy  sind dem allgemeinen Herbstjackennähbedarf stellen und mit Zeit und Mühe den Sew-Along begleiten werden. Vielen Dank dafür!


Der Zeitplan sieht so aus:

28.9. Inspirationen und Schnittideen bzw. Schnittvorstellungen bei Chrissy

12.10. Stoffvorstellungen und erste Schritte bei Karin

26.10. Zwischenstand: Wie weit bin ich bisher gekommen? Welche Probleme und Hürden tun sich auf? bei Chrissy

9.11. Endspurt: Wie weit bin ich bisher gekommen? Was fehlt noch? Brauche ich eure Hilfe oder einen Motivationsspritze? bei Karin

23.11. Erste Abschlusspräsentation die Ergebnisse der schnellen Näherinnen oder die Herbstmodelle werden vorgestellt bei Chrissy

7.12. Zweite Abschlusspräsentation der geruhsamen Näherinnen, der komplizierteren Modelle oder der Wintermodelle. Bei Karin
 

Es klingt sehr ambitioniert, aber ich hätte wirklich gern zwei Teile. Einen Herbstmantel und einen Wintermantel/-jacke. Nachdem klar war, welche zwei Stoffe in Frage kommen (dazu beim nächsten Mal mehr), machte ich mich heute früh mit meinem Kaffee auf die Suche und wühlte mich durch meine Schnittmusterzeitschriften, denn ich nähe mehr nach Zeitschriften als nach Einzelschnittmustern, von denen ich nur wenige besitze.

Ich habe seit Bekanntwerden des Sew-Alongs Inspirationen hier auf Pinterest gesammelt, wer möchte kann ja mal schauen. Die taillierten Mäntel mit Schößchen hinten von Burberry haben es mir wirklich angetan. Dann überlegte ich mir weiter, dass ich gern einen Einreiher und einen Zweireiher hätte.
Beim Durchsehen der Zeitschriften stand dann relativ schnell fest, dass ich bei zwei Schnittmustern bleiben möchte, die mir gleich beim ersten Ansehen vor einiger Zeit sehr gefallen haben. Ob ich dann einen Schößchenmantel hinterherjage, weiß ich noch nicht. Da müsste ich wohl einige Zeit investieren um den Schnitt zu ändern. Bin noch unentschlossen, ob ich die investieren möchte und kann.

Den Herbstmantel würde ich gern nach diesem Schnittmuster aus der Oktober-Burda von 1971 nähen:


Diesen Mantel möchte ich mir nähen, seit ich das Heft besitze, also seit 2 Jahren. Wie man sieht, komme ich nicht davon weg.
Das ist eigentlich ein Dreiteiler bestehend aus Mantel, Rock und Hose, wobei ich von meinem Stoff 4 Meter zur Verfügung habe und eigentlich die Hose auch versuchen möchte.
An dem Mantel gefällt mir der taillierte und nach unten ausgestellte Schnitt, der Kragen und die Länge. Auch hatte ich noch nie solche Taschen an einem Mantel. Ein passender Stoffgürtel soll den Mantel nochmal extra auf Taille bringen, sowas mag ich.


Außerdem hatte ich bei der aktuellen Burda 10/2014 das erste Mal seit Langem wieder das Gefühl, dass ich unbedingt ein bestimmtes Stück daraus nähen muss, nämlich diese Cabanjacke hier:



Dazu habe ich den perfekten Stoff bei meinem letzten Hauptstadtbesuch gekauft (beim nächsten Mal mehr, wie gesagt), und ich freue mich wirklich, dass die Burda diesen tollen Schnitt rausgebracht hat.
Ich schätze mal, mit der Entscheidung für ihn bin ich bei diesem Sew-Along nicht allein.

Der Plan ist also: ein langer Herbstmantel aus einem leichteren Wollstoff und eine mittellange Jacke für den Winter aus einem schwereren Stoff.
Mein Schrank braucht das einfach, und die Stoffe sind da. Mal sehen, ob ich das alles so schaffe.

Ich bin sehr gespannt, was allen anderen Teilnehmerinnen so vorschwebt! Hier bei Chrissy werden alle Inspirationen und Schnitte gesammelt.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Mittwoch, 24. September 2014

Me Made Mittwoch im erlegten WM-Strickjacken-Biest

Ach, wenn ich in allen Situationen im Leben so einen Biss und so ein Durchhaltevermögen beweisen würde, wie bei meiner WM-Kreisstrickjacke (hier bereits berichtet), wäre ich bereit für die Weltherrschaft!

Ich hatte die Strickjacke nach einem Muster von drops (genannt Mint Star) aus tiefroter Nepal-Wolle (65% Schurwolle, 35% Alpaka) zur Fußball-WM begonnen, und relativ bald stellte sich heraus, dass ich mich (resultierend aus meiner Strick-Ahnungslosigkeit und fehlender Übung) total übernommen hatte. Ich sah mich mit tausend Markierungen, Stilllegungen und Zunahmen konfrontiert (das runde Muster auf dem Rücken war wirklich das Einfachste von allem), von dem Hantieren mit einer 1,20m langen Rundstricknadel und zuletzt über 500 Maschen darauf ganz zu schweigen.
Am Ende bekam ich solche Probleme mit der Anleitung zum Kragen, dass ich sogar eine Hilferuf-Mail an drops geschrieben hatte. Die Antwort kam prompt, war aber auch nicht idiotensicher beschrieben, sodass ich wieder davor sass wie die Kuh vor dem geschlossenen Scheunentor.
Ich machte mich also in einer Übersprungshandlung erstmal an die Ärmel, die waren kein Problem.
Natürlich kam ich nach deren Beendigung wieder zu dem Kragenproblem.
Die Lösung kam mit Ravelry. Dort fand ich ein paar Fotos des Modells, die bei mir einen Aha-Effekt auslösten, sodass ich (tatsächlich wieder bei einem Fußballspiel) den Kragen zuende brachte. Gottseidank.
Chrissy´s schöne Aktion "Mehr Strickjacken braucht der Schrank" hat mich dazu gebracht, weiterzumachen, und dafür bin ich ihr sehr dankbar! Allerdings habe ich mich trotz Ankündigung bei beiden Terminen nicht verlinkt und somit eigentlich gar nicht mitgemacht, und darum steige ich mit Beendigung dieses Teils offiziell aus.
Mein Ziel ist erreicht, und für eine andere Strickjacke fehlt mir schlicht die Zeit.

So habe ich gestern die letzten Fäden vernäht und am Nachmittag bei einem Einkauf in der Stadt die Jacke mit Jeans angezogen. Die Sonne stand schon tief und es wurde kühl, aber die Jacke ist so unglaublich warm, dass mir Frostbeule nicht kalt wurde! Und das will wirklich was heißen. Ich hatte natürlich einen Schal um, denn der Ausschnitt ist riesig. Überhaupt bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, ob ich alles richtig gemacht habe. Mir scheint, der Kragen in der hinteren Mitte stimmt nicht ganz. Aber ich bin da nicht so pingelig. Der Kragen verdeckt die irgendwie unschönen Ärmelnähte, und meine Haare verdecken den hinteren Kragen. Ist doch super! Ein Punkt auf der Positiv-Seite ist außerdem, dass die Strickjacke mit 20,- Euro Materialkosten (die Wolle kaufte ich im drops-Sale) ein echtes Schnäppchen ist!

Die Strickjacke gibt es in den Größen S/M und L/XL sowie XXL/XXXL. Ich dachte, ich hätte mich mit den Maßen und Maschen zwischen den ersten beiden Größen eingependelt, aber die Jacke ist ziemlich knapp, sowohl im Rücken als auch an den Ärmeln. Ich stricke recht fest, vielleicht liegt´s daran. Und ich werde die Jacke wohl auch nochmal spannen, das habe ich anscheinend zu kurz gemacht. Jedenfalls: sollte jemand von euch die Jacke mal stricken wollen, sollte er keine Angst vor der größeren Größe haben.

Und nun meine Siegesfotos:

das Rot ist etwas dunkler und wärmer als auf dem Foto hier





hier kommen wir der Originalfarbe am nächsten
Zusammengehalten habe ich die Jacke mit dieser russischen handbemalten Holzbrosche von meiner Mama. In meiner Kindheit habe ich unzählige russische folkloristisch bemalte Holzlöffel, -brettchen, -eierbecher, -becher und -wasweißichwas gesehen, sodass ich diese eigentlich wirklich schönen Holzgegenstände einfach nicht mehr sehen konnte. Bis jetzt. Ich finde, die Brosche passt wunderbar, und nun bin ich mit dieser Art von Schmuck auch wieder versöhnt. Ein schöner Nebeneffekt, und so hat sich insgesamt das Durchhalten für mich gelohnt!


Und heute abend schaue ich hier beim Me-Made-Mittwoch-Blog, was die anderen Damen an selbstgemachter Kleidung tragen! Ich habe mich richtig gefreut, Claudia dort heute als "Vortänzerin" zu sehen!

Liebe Grüße,
Nastjusha