Mittwoch, 30. Oktober 2013

Me Made Mittwoch: Hose im Schummerlicht

Jetzt verstehe ich, warum alle Bloggerinnen vor jedem MMM-Foto, was ab Oktober geschossen wird,  erstmal jammern, dass das Licht so schlecht sei. Unsere Wohnung ist groß und relativ hell, aber sowas... tsts... das geht ja eigentlich gar nicht. 
Aber was soll man machen.

Heute ruck zuck ein paar unspektakuläre pixelige Fotos von einer meiner wenigen selbstgenähten Hosen. Ich hatte schonmal gesagt, dass ich mit Burda-Hosen nicht so richtig warm werde.

Hier handelt es sich um einen Schnitt aus der Burda easy fashion F/S 2009. Eigentlich soweit alles gut: Beinweite stimmt, kein zu niedriger Bund, Aufschlag unten. Für eine Hose habe ich ziemlich lange daran gesessen: der Bund und auch die Aufschläge waren relativ aufwändig, so empfand ich es jedenfalls.





Aber wie bei allen Burda-Hosen bilden sich bei mir vorn unnormal viele Falten, wenn ich mich in eine sitzende Position begebe - so wie auf dem Foto :-). Ich trage diese Hose also nur mit langen Oberteilen, wie diesem Lieblingspullover von mir (leider nicht selbstgestrickt). Und überhaupt kommt die Hose ein wenig burschikos daher und nicht so figürlich, wie ich das gern hätte. 


Trotzdem trage ich die Hose im Homeoffice gern, weil sie nicht einengt und unkompliziert ist.
Habe aber bereits Patrones gewälzt und ein paar Schnitte ausgewählt, die ich mal ausprobieren möchte.

Alle anderen MMM-Damen wie immer hier, diesmal angeführt von Frau Kirsche.


Sonntag, 27. Oktober 2013

Wochenwerk

An der Nähfront geht´s bei mir gerade ja nicht so bombig voran.
Nagut, das weinrote Jacket ist fertig und heute beim Sonntagsspaziergang ausgetragen worden, aber die Hose zum Jacket aus dem Kostüm-Sew-Along will einfach nicht zu mir.
Ich habe feststellen müssen, dass mein feiner brauner Stoff, den ich für sie auserkoren habe, nicht reicht. Das alte Problem. Nun habe ich aber in meinem Fundus keinen Stoff, der passen würde, und vor meinem Ausflug nach Berlin nächsten Donnerstag und den zwingenden Besuch des Stoffmarkts am Maybachufer am Freitag mag ich hier keinen Stoff mehr kaufen. Ich komme auch erst Sonntag abend wieder heim und werde also vor dem KSA-Finale keine passende Hose schaffen.
Ich habe aber noch eine weinrote Cordhose zugeschnitten und hoffe, ich schaffe das bis Mittwoch abend.

Dafür habe ich an meinem Strickpullover weitergemacht.
Ich habe mir selbst eigentlich noch nie was gestrickt außer Socken. Immer den Jungs und einmal auch dem Gatten, das ist aber gründlich in die Hose gegangen. 50h (oder so, gefühlte 200!) verschenkte Lebenszeit - das ist für mich, die krankhaft versucht jede Minute auszunutzen, ein schwerer Schlag.


Quelle des Strickmusters ist die Verena Winter 2012, und statt des angegebenen Originalgarns habe ich Lana Grossa Carina genommen in einem schönen Dunkelgrün mit einem dünnen cremefarbenen Faden darin. Dieses Garn ist superangenehm: weich, leicht und ein bisschen flauschig. Ich hatte schon eine Mütze daraus gestrickt und war begeistert von dem Garn. Dann spielte mir der Zufall in die Hände und ich konnte 500g für 13,- Euro erstehen. Und dann haut auch noch die Maschenprobe (fast) eins zu eins mit dem original vorgesehenen Garn hin - super!
Das Rückenteil ist fertig, und das Vorderteil auch bald. Der Ausschnitt sträubt sich noch ein bisschen, aber nun ja, das schaffe ich schon. Freue mich jedenfalls sehr auf den Pullover!

Ansonsten habe ich viel Seife gemacht. Zwei große Ladungen. Eine Neu-Wiener Duftseife (duftet nach Zimt, Nelke, Fichtennadel u.a.) und eine, die nach Patchouli und Sandelholz riecht. Zum Reinsetzen. Und bis Weihnachten sind alle Seifenstücke gut trocken und bereit zum Verschenken!
Hier gab´s ja schon eine schöne Fotogeschichte zum Seifeherstellen. Daher nur ein Ergebnisfoto bei mir.


Krasser Tatort heute, aber super. Da musste ich mich ja richtig konzentrieren bei den wilden Schnitten und Rückblenden. So lange habe ich noch nie für einen Post gebraucht...

Dienstag, 22. Oktober 2013

Herbstmusik und neues Lieblingsfoto

Dänische Sängerinnen haben es mir angetan. Neben der Band Cours Lapin, die lustigerweise französischere Musik machen als manche Franzosen, und Karoline Hausted (dazu später mal was) habe ich mir gestern das neue Album von Agnes Obel angehört, nachdem sie in einem Interview Sonntag abend bei ttt unglaublich interessant rübergekommen ist. 
Manch einer kennt ihre Stimme vielleicht vom Telekom-Werbesong, aber darauf möchte ich sie auf keinen Fall reduzieren.
Mit ihrem Album "Aventine" hat sie ein herrliches Herbst-Album geschaffen!! Wunderschöne Musik ohne Schnickschnack, oftmals kommt sie nur mit Klavierbegleitung daher oder spielt Klavier solo, und dann kommen einem sogar Vergleiche zu Satie in den Sinn...

Von der tollen Musik und der charismatischen Stimme abgesehen, muss ich sagen, dass mich dieses Foto von ihr (zu ihrem Vorgängeralbum "Philharmonics") total beeindruckt. 
Diese Eule, die Farben, und nicht zuletzt ihr Erscheinungsbild mit der (Achtung: Handarbeitsblog) hinreißenden Jacke!
Im Interview meinte sie, dass sie der Stil der Hitchcock-Heldinnen fasziniert, weil das so klare und starke Frauen sind. Das sehe ich ganz genauso und finde, sie hat das Thema mit dem Foto toll aufgegriffen.



Und hier das offizielle Video zu "The Curse" von ihrem neuen Album. Große Empfehlung!




Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 20. Oktober 2013

Kostüm Sew-Along: Teil 4

Wenn ich mir das Thema "Heute kümmern wir uns um den Rock/die Hose" anschaue, muss ich ganz klar sagen, ich habe das Thema verfehlt! Denn statt der Rundhose mit Kappnähten (Vorstellung hier), passend zu meinem Blazer (hier) zu nähen, habe ich einen zweiten Blazer angefangen...
Ich habe mich einfach verzettelt.
Gestern abend war nämlich Wahlkampfauftaktveranstaltung (was für ein Wort!) eines der beiden örtlichen OB-Kandidaten. Und da ich vorher noch nie bei so einer Veranstaltung war, muss ich zugeben, ich war ein wenig verunsichert ob meines Stylings. Ich meine, was zieht man zu sowas an? Klar, roter Lippenstift ist das mindeste, was die Frauen an dem Abend tragen konnten (got it? ;-), aber ich dachte, ich näh mir schnell noch einen weinroten (wir wollen ja nicht übertreiben) Hosenanzug.

Auf so eine dämliche Idee wäre ich ohne den KSA natürlich nie gekommen. Deshalb schreibe ich heute trotz eigentlicher Themaverfehlung.

Bei meinem letzten Hauptstadtbesuch nahm ich 4 Meter eines auberginefarbenen Feincords am Maybachufer mit, und ich hatte ein älteres vermurkstes Jäckchen aus goldenem Samt mit wunderschönem Futter, was hier verwundet herumlag. Dieses hatte ich vor einigen Jahren nach einem neue-mode-Schnittmuster genäht und beim Zuschneiden nicht beachtet, dass die Strichrichtung des Samts unbedingt beachtet werden muss und ALLE Teile in dieselbe Richtung aufgelegt werden müssen. Aber ich in meinem Stoffspar-Modus (ich glaube, es reichte wiedermal nicht) legte die Seitenteile und den Unterärmel verkehrt herum auf. Und heraus kam ein ein eigentlich hübsches Jäckchen, was ich aber leider nicht anziehen konnte, da die verkehrt aufgelegten Teile eine ganz andere Farbe haben durch die veränderte Strichrichtung. Sie sind viel viel dunkler!




Das Futter habe ich aus einem schönen Baumwollstoff von Kaffe Fassett genäht und will es erhalten, denn der Stoff war auch nicht billig. Catherine hat wohl recht, wenn sie meint, mit Acetatfutter flutscht es besser, und der Oberstoff liegt schön glatt auf, aber ich versuche es doch nochmal mit diesem Stoff. Wenn der Cord sich total daran aufhängt, muss ich halt sehen, wie ich den bunten Stoff anders verwenden kann. 


Naja, ich dachte jedenfalls, mich grandios selbst überschätzend, ich könnte mal eben einen Hosenanzug zusammenschustern, wenn ich den Schnitt schon fertig habe. Ich war auch eigentlich ganz flott. Die zweite Paspeltasche habe ich gestoppt, so mache ich das auch manchmal mit den Kindern, wenn sie was ungeliebtes machen sollen, funktioniert meist, wenn man einen Wettbewerb draus macht... :-) Also, die zweite Paspeltasche hat 17min gedauert, und damit dürfte ich meine persönliche Bestleistung hingelegt haben. Wenn ich schon keinen Sport mache momentan. 

Nicht schlecht, finde ich. Es wird langsam mit den Paspeln.
Naja, letztendlich reichte es dann doch nicht mehr mit der Zeit. Ich habe mich also erfolgreich vor der Hose gedrückt, die heute eigentlich anstehen würde. Dafür habe ich bald zwei Jackets. 


Die Hose kommt dann aber definitiv beim nächsten Mal!
Wie ich hier gesehen habe, sind die meisten Kostümschneiderinnen schon mehr oder weniger fertig! Ich muss mich sputen...

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Getaggt...

Es gibt was zu erzählen, denn ich bin von Signora Rossi  getaggt worden. Mittlerweile haben wohl viele von euch bereits mitbekommen, worum es dabei geht: um eine Blogger-Rundbrief-Fragebogenaktion, in der man von einer Bloggerin 10 Fragen gestellt bekommt, diese beantwortet und sich dann selbst 10 Fragen ausdenkt, die man gerne jemandem stellen würde.
Ich als Blogging-Anfängerin bin ja völlig ahnungslos, was solche Dinge angeht. 
Aber die Nachricht, die ich bekommen habe, war so überaus nett, dass ich gar nicht den Eindruck hatte, es handle sich hier um einen Kettenbrief. Ich beantworte deine Fragen also sehr gern, liebe Signora Rossi!


1. Seit wann nähst du, und wie bist du dazu gekommen?

Ich nähe seit 2005. Angefangen hat es mit der Freundin einer Kommilitonin, die sich ihre komplette Garderobe selbst genäht, gehäkelt und gestrickt hat. Sogar ihre extravaganten Hüte hat sie selbst gemacht. Ich kann mich auch erinnern, dass sie sich mal ein Kleid aus Kunstrasen genäht hat, und das sah super aus! Diese vor Kreativität nur so sprühende Frau hat nebenbei noch gesungen, Klavier gespielt und natürlich studiert. Dafür ist sie auch jeden Tag um 5 Uhr aufgestanden, um ihr tägliches Pensum an Handarbeit und allem anderem zu schaffen, aber das nur nebenbei.
Diese Freundesfreundin also hat immer perfekt gestylt ausgesehen und ich habe ihre Fähigkeiten sehr bewundert.
Nun muss man wissen, dass ich sehr schnell dabei bin zu sagen "das kann ich auch". Natürlich kenne ich meine Grenzen, aber trotzdem habe ich keine Scheu vor Neuem und bin immer bereit zu lernen. Außerdem hatte ich schon immer ein Problem damit, wenn jemand das gleiche anhatte wie ich. (Schon für meinen Abiball bin ich in eine Stadt 100km entfernt gefahren um mir ein Kleid zu kaufen.)
In dem Moment also, als ich nach dem Studium umgezogen bin und von meiner Oma eine alte Veritas bekommen habe (das war die DDR-Nähmaschinenmarke), ging ich das Thema konkret an. Die Maschine konnte man zwar kaum heben, ich glaube sie war aus Gußeisen, und man musste zum Rückwärtsnähen den Stoff zu sich ziehen (keine Rückwärtstaste und erst recht keine auch nur halbautomatischen Knopflöcher), aber das war ein superrobustes Teil und perfekt zum Nähenlernen. Mit der Burda easy fashion habe ich mir das meiste selbst beigebracht und bin dann recht schnell bei Patrones und Burda gelandet. Dem Umstand, dass ich zunächst keinen Nähkurs besucht habe, verdanke ich, dass ich die ersten 2 Jahre praktisch nichts Tragbares produziert habe. Naja, man kann sagen, ich habe ordentlich Lehrgeld bezahlt...


2. Was war dein erstes Kleidungsstück?

Ich bin mir gar nicht sicher, ehrlich gesagt. Ich glaube, es war ein Rock aus der easy fashion. Mein erstes Stück aus einer Patrones kurz darauf war ein Mantel, und der Kreativ-Direktor von Max Mara hätte sich krumm und schief gelacht, wenn er das Ergebnis gesehen hätte. Krumm und schief waren nämlich auch die Nähte!


3. Wie kamst du dazu über´s Nähen/Handarbeiten zu bloggen?

Ich habe seit längerem einige Blogs mit großem Interesse verfolgt. Besonders den Me Made Mittwoch fand ich immer toll und habe sehr bedauert nicht mitmachen zu können. Und nachdem ich (tatsächlich an Silvester) letztes Jahr den Entschluß gefasst habe, meine überquellende Stoffkommode zur Hälfte zu verarbeiten, kam mir der Gedanke, ein Blog könnte mich ein wenig mehr zum Nähen anhalten, denn in letzter Zeit hatte ich mir nur noch wenig Zeit dafür genommen. 
Außerdem habe ich in meinem persönlichen Umfeld hier niemanden, mit dem ich mich über die Näherei so richtig austauschen kann. Und wenn ich GANZ ehrlich bin, ist auch Eitelkeit ein Grund: ich will einfach herzeigen, was ich geschafft habe und nicht die einzige sein, die meine selbstgenähten Klamotten toll findet...;-)


4. Hat sich durch deinen Blog etwas an deinem Nähverhalten geändert?

Ja, ich bin wieder mehr im Thema drin und nähe viel mehr als im letzten Jahr, definitiv. 
Ich nutze die freien Abende konsequenter und habe z.B. durch den Kostüm Sew Along einen wunderbaren Druck bekommen, endlich mal wieder einen Blazer zu nähen und es noch einmal mit einer Burda-Hose zu versuchen. Ohne Druck geht bei mir offensichtlich nichts. Deshalb mache ich ihn mir mit dem Blog selber!


5. Kennst du andere Bloggerinnen persönlich?

Lucy von Nahtzugabe habe ich mal im letzten Jahr kennengelernt, noch bevor ich den Blog begonnen habe. Damals war sie auf der Suche nach einem Knäuel einer bestimmten Wolle, die ich zufällig zuhause hatte. Und da ein Berlin-Besuch anstand, konnte man die Übergabe wunderbar mit einem Besuch am Maybachufer-Stoffmarkt verbinden. Theoretisch. Leider vergaß ich das Knäuel im Koffer und musste es dann doch per Post schicken. Peinlich... Trotzdem war es sehr nett sie kennenzulernen! Ansonsten wohne ich in einer Gegend von Bayern, die nach meinem bisherigen Kenntnisstand nur eine sehr geringe Nähblogger-Dichte aufweist, aber ich hoffe, ich werde noch die eine oder andere Bloggerin persönlich kennenlernen...:-)


6. Woher holst du deine Anregungen?

Ich stöbere gern in anderen Blogs herum und lasse mich dort auch z.T. inspirieren. So gibt es ja einige Schnittmuster (von Mc Call´s z.B.), um die ein regelrechter Hype entstanden ist - das eine oder andere muss ich da auf jeden Fall nachnähen. Ansonsten habe ich einen recht unflexiblen 70er-Jahre-Stil, an dem ich festhalte. Die Burdas zwischen 1969 und 1974 entsprechen mir da am meisten. Ich halte mich auch ziemlich auf dem Laufenden über die aktuellen Designerkollektionen und picke mir da immer einige Modelle heraus, die ich gern realisieren möchte. (Dabei ziehe ich dann auch aktuelle Burdas/Patrones zu Rate, die ich natürlich ebenfalls zuhauf besitze.) Komischerweise sehen diese herausgepickten Modelle in jedem Jahr immer ähnlich aus... so wie es scheint, habe ich meinen Stil gefunden und lasse mich auch nicht davon abbringen. 
Ach ja, und eine herrliche Inspiration ist für mich auch "Das Schmuckstück", ein Film mit Catherine Deneuve, der in den 70ern spielt und phantastisch ausgestattet ist - für mich ist das alles eine Augenweide!


7. Wie gehst du beim Nähen vor? (Bist du z.B. ganz akkurat und heftest vorher oder sparst du sogar an den Stecknadeln? Gehörst du zu den Perfektionistinnen und nähst Probe- und Nesselmodelle oder geht du mehr so mit Gottvertrauen dran und lässt dich vom Ergebnis überraschen? Verwendest du einen Basisschnitt?)

Ich bin ganz sicher keine Perfektionistin. Im Laufe der Zeit und nach einigen Fehlschlägen habe ich mir immerhin angewöhnt, einen Blick auf die Maßtabelle zu werfen und danach die Größe auszuwählen. Bei allen Patronesschnitten und frühen Burda-Schnitten weiß ich außerdem, dass ich im Oberteil mind. 2cm zugeben muss, und auch Säume schneide ich meist großzügig, damit ich Spielraum habe. Ansonsten gehe ich wie folgt vor:
Ich nutze Kopierfolie und -stift, radle den Schnitt mit dem Rollschneider auf Schneidematte heraus, stecke ihn auf (ok, mit dem Fadenlauf nehme ich´s genauer und messe tatsächlich immer den Abstand zum Stoffrand, sodass der Fadenlauf stimmt) und schneide mit einer Nahtzugabe von 1cm nach Augenmaß zu. Damit lasse ich mir natürlich wenig Spielraum für Änderungen nach oben, aber meist fahre ich ganz gut damit. Markierungen übernehme ich nur andeutungsweise mit Schneiderkreide, nicht mit Heftfaden. (Das habe ich am Anfang mal gemacht... puh, die Mühe ist mir das nicht wert. Und dann flutscht auch noch ein Heftfaden raus, und alles ist für die Katz? Neenee.) Dann stecke ich mit Stecknadeln quer zusammen und nähe mit der Maschine über die Nadeln, wenn ich unsicher bin, mit großem Stich als Heftfaden, ansonsten gleich mit normalem Stich. Also alles eher mit Gottvertrauen, wie du so schön sagst. 
Kein Basisschnitt und bis auf eine Ausnahme keine Probemodelle.


8. Produzierst du auch UFOs und Teile für die Tonne? Und was machst du mit letzteren? Echt in die Tonne oder verschenken oder hortest du sie (wie ich)?

Und ob ich UFOs produziere. Für die Tonne habe ich am Anfang genäht, wie gesagt eigentlich die ersten beiden Jahre meiner Nähkarriere. Diese Teile habe ich tatsächlich weggeschmissen, natürlich nicht ohne vorher alle Knöpfe und Reißverschlüsse wieder herauszutrennen. Es gab aber auch in jüngerer Zeit einige UFOs, gern auch unter den Häkel- und Strickprojekten, die ich horte und auch nach und nach versuche fertigzustellen. Bei einem Kleid (vorgestellt hier) gebe ich auf und haue es weg, nachdem ich die Borte abgetrennt habe. Wie gesagt, ich kenne meine Grenzen... 


9. Hast du auch noch andere Hobbies außer Nähen und Handarbeiten?

Es gibt tatsächlich noch tausend Dinge, die ich gern machen und lernen würde. In den letzten drei Jahren sind Perlenhäkeln und -fädeln dazugekommen (da  hatte ich Anfang des Jahres eine krasse Phase, nehme mir aber momentan keine Zeit dafür) und Seife herstellen (habe jetzt mit Hinblick auf Weihnachten wieder angefangen... da kommen doch auf einen Abend deutlich mehr Geschenke zusammen als mit der Näherei und Strickerei!). Ansonsten male ich sehr gern und warte derzeit darauf, dass die Muse mich wieder küsst...  Außerdem treibe ich gern Sport - auch hier mag ich´s nicht schweißtreibend: Bogenschießen und Yoga sind meine Sportarten. Da ich eigentlich nicht aus Bayern stamme, hat mich ersteres dazu gebracht mich vollends assimiliert zu fühlen: ich bin mit meinem Bogenschießverein im Bayerischen Sportschützenbund und habe einen Schützenausweis... :-) Klingt doch lustig, oder?
Lesen (derzeit "1913" von Florian Illies - große Empfehlung!) und Musikhören (viel Jazz und Singer-/Songwriting) sind für mich keine Hobbies sondern Grundbedürfnisse. 


10. Und wie bringst du das alles unter einen Hut?

Gar nicht, würde ich sagen. Ich habe permanent das Gefühl, zuwenig Zeit zu haben und habe ernsthaft ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal einen Abend in diesem Sinne ungenutzt verstreichen lasse. Und Familie und Arbeit (auch wenn es im Homeoffice und nur halbtags ist) wären da auch noch... Ich gebe außerdem hier und jetzt zu, dass ich Abstriche beim Aufräumen und Putzen machen, d.h. man sieht unserer Wohnung an, dass ich nicht noch jeden Abend eine Stunde lang aufräume, wenn die Kinder schlafen... hüstel. Meist ist es ok, aber geschleckt ist was anderes. (Wobei mir supersaubere Haushalte mit kleinen Kindern sowieso suspekt sind.)
Zum Nähen nehme ich mir dezidiert die Abende vor, an denen der Gatte spielt (Musik), und stricken kann ich auch, wenn mal ferngesehen wird oder eine halbe Stunde am Nachmittag zum Teetrinken. Soviel Freiheit lassen mir die Kinder mittlerweile zum Glück. 
Sport mache ich meist am Wochenende vormittags, und Lesen tue ich am Abend im Bett, wenn ich nicht schon zu müde bin, denn ich gehe meist erst gegen Mitternacht in´s Bett... Soweit ist es aber noch nicht, dass ich um 5 Uhr in der Früh aufstehe (wie bei der Bekannten von oben), damit ich mein tägliches Strickpensum schaffe! 
Mir klingen allerdings immer noch die Worte meines Opas im Ohr, der mir früher eindringlich dazu riet, die Zeit zu nutzen. Als Kind denkt man sich "Jaja, ist doch noch so viel Zeit, was hast du denn nur??", aber mittlerweile weiß ich, was er meinte und versuche mich daran zu halten...


So, liebe Frau Rossi, das waren ja dankbare Fragen (ich habe gleich ein paar übernommen...:-), und es war mir ein Vergnügen sie zu beantworten! 
Ich darf nun meinerseits Tina und Frau von Welt dazu einladen, meine Fragen zu beantworten, wenn sie möchten!

1. Seit wann nähst du, und wie bist du dazu gekommen?
2. Wie kamst du dazu über´s Nähen/Handarbeiten zu bloggen?
3. Hast du ein bevorzugtes Modejahrzehnt oder bist du in der Wahl deiner Nähprojekte stilistisch ganz spontan/flexibel?
4. Wo holst du dir deine Anregungen?
5. Was kommt bei dir zuerst? Der Stoff, der Schnitt oder die Idee? (Ich z.B. kaufe meist zuerst den Stoff, der mich anlacht und habe dann schon ungefähr die Art des Kleidungsstücks im Kopf, das ich daraus machen möchte - dementsprechend schätze ich die Stoffmenge ab, die ich benötigen werde.)
6. Wo holst du dir Hilfe, wenn du nicht weiterweißt?
7. Welche Nähatmosphäre herrscht bei dir? (Ich z.B. höre meist Hörbücher dazu, um die fehlende Zeit zum Lesen auszugleichen...;-)
8. Arbeitest du konsequent ein Stück fertig oder werkelst du an mehreren Projekten gleichzeitig (so wie ich)? Welches sind deine aktuellen Projekte?
9. Hast du noch andere Hobbies außer Handarbeiten?
10. Und wie bringst du das alles unter einen Hut?  






Mittwoch, 9. Oktober 2013

Me Made Mittwoch: Ernüchterung und Alternative


Ich hatte ja gesagt, heute würde es mal zur Abwechslung ein Kleid geben.



Im Kopf hatte ich eigentlich mein UFO nach einem Schnitt von 1974, welches ich hier lauthals angekündigt habe. Nun ist etwas ganz Dummes passiert. Ich passe in das Kleid nicht rein, no way.
Wobei ich mich frage, was ich da überhaupt zugeschnitten und genäht habe. Denn letztes Jahr um die Zeit, als ich es angefangen habe, hatte ich bestimmt 2kg mehr drauf.
Das Kleid war mein erster Versuch nach einer alten Burda, und ich habe die Maßtabelle komplett außer Acht gelassen bzw. die Unterschiede in den Größen damals und heute total unterschätzt. Zugeschnitten und genäht ist das schöne Kleid (zu welchem ich mir sogar schon einen passenden orange-farbenen Rolli gekauft habe!!! Das nenne ich mal Feuereifer!) nämlich in einer Gr.38, die - wenn ich einen guten Tag habe - meine jetzige Größe ist. Nach der damaligen Maßtabelle hätte ich aber eine Gr. 42 zuschneiden müssen. Ich brauche mich also nicht zu wundern, dass es aus allen Nähten platzt. Das meine ich natürlich wörtlich.
Ok, ich hänge es also wieder an die Tür und lasse die schöne Borte so mein Zimmer schmücken. Vielleicht passiert noch ein Wunder und ich kann Schokolade irgendwann nicht mehr sehen, sodass ich  aufgrund dessen plötzlich ganz geschmeidig in das Kleid gleiten werde. Wir werden sehen.

Aber da ich nicht schon wieder mit einer Bluse oder einem Hemdblusenkleid aufwarten möchte, kommt hier mein.... tadaaa... Weihnachtskleid vom letzten Jahr! Wir sind heute abend eingeladen und ich kann es also (zugegeben, mit einmal Umziehen) im Tagesoutfit tatsächlich unterbringen.

Der Schnitt stammt aus der Burda vom November 1966, was ja eigentlich nicht ganz mein Mode-Jahrzehnt ist, und das ist ein richtiges Schnellschuß-Projekt gewesen.


Dazu muss ich kurz ausholen.
Ich freue mich jedes Jahr auf eine Weihnachtsfeier in meinem frz. Lieblingsrestaurant hier. Da gibt es dann ein tolles Menü, den ganzen Abend fließt Sekt in Strömen und es wird zu guter Live-Musik getanzt. Hauptsächlich gehe ich aber wegen der Leute hin. Denn die Mischung aus wichtigen Leuten, scheinbar wichtigen Leuten, Künstlern und Möchtegern-Bohèmiens ist immer sehr unterhaltsam. Auch nehmen alle diese Feier zum Anlass, sich mal richtig herauszuputzen. Für mich (die als Musiker-Anhängsel freien Eintritt hat... hehe) ist das immer DIE Gelegenheit zum Schickmachen.

Ich hatte in den Tagen vor der Feier eine bestimmte Sorte Kleid im Kopf und habe hier nichts gefunden. Weder in meinem Kleiderschrank, noch in irgendeinem Laden, denn Zeit zum Nähen hatte ich eigentlich gar keine. Ich verzweifelte, wollte aber nicht einen Riesen-Batzen Geld ausgeben für einen Fummel, der mir nicht hundertprozentig gefällt.

So kam es, dass ich am Tag der Feier, die um 19 Uhr beginnen sollte (den Schnitt hatte ich immerhin am Vorabend rausgeradelt) um 16 Uhr (!!) loszog um einen auberginefarbenen Romanit zu kaufen. Dies war übrigens meine erste Begegnung mit dieser Stoffart, und ich bin voll überzeugt worden. Dazu gab´s einen Fetzen Leoparden-Fake-Fur.
Zum Glück waren die Kinder verräumt (ich trink doch nicht den ganzen Abend Sekt und steh dann um 7 Uhr wieder auf der Matte...), sodass ich vollkonzentriert loslegte. Den Schnitt habe ich in Gr. 38/40 rausgeradelt, aber das war mit dem dehnbaren Romanit später kein Problem. (Wie man schön sehen kann, sitzt das Kleid auch keinesfalls so schön locker, wie in der Zeitschrift präsentiert, sondern ist sehr figurnah...) Eine 2cm-Verlängerung kam im oberen Vorder- und Rückteil wie üblich dazu, es hätte sogar noch ein wenig mehr sein können.


Und dann habe ich einfach losgenäht. Der Schnitt war recht schlicht gehalten und bis auf den Kragen und den langen Reißverschluß hinten gab´s keine Stellen, die mich großartig aufgehalten haben. Die Säume habe ich unkompliziert eingeschlagen und abgesteppt. Und die Ärmel habe ich so la la eingehalten. Faltig und unsauber... So genau muss es alles nicht sein, schließlich ist es am Abend schummrig, dachte ich mir.

Was soll ich sagen, ich hatte einen späten, aber einen super Auftritt! Bin erst um 23 Uhr eingetrudelt, aber je später der Abend... und so weiter.
Vor allem habe ich mit dem schlichten Schnitt und der zugeknöpften Optik ganz gegen den Trend des Abends gearbeitet. Dort waren große Ausschnitte, ärmellose Kleider, KURZE Kleider und Spitze en masse zu sehen. Kurzum: es wurde gezeigt, was man hat, was man bei diesem Modell ja wirklich nicht tun kann.
Aber das ist auch nie meine Absicht, und so fühlte ich mich pudelwohl und hatte meinen riesen Spaß, der erst um 6 Uhr in der Früh ein Ende fand.
Für dieses Jahr bin ich noch am Überlegen, Anfang Dezember ist es wieder soweit, und diesmal gehe ich das nicht auf die letzte Sekunde an!


Hier geht´s zu allen anderen Mittwochs-Damen!

Sonntag, 6. Oktober 2013

Kostüm-Sew-Along: Teil 3

Nun ja, so langsam kann ich mein wahres Gesicht nicht mehr verbergen.
Wer da vor zwei Wochen beim letzten KSA-Termin mit einem fast-fertigen Jacket geprahlt hat (jedenfalls sah das Foto vom letzten KSA-Post ja echt danach aus), hat heute vormittag nach 2wöchiger Pause angefangen das Futter zu nähen und den ganzen Tag alles und jeden vernachlässigt um es einzusetzen und... aber eins nach dem anderen.

Ich muss vorab sagen, dass ich die letzten zwei Wochen, in denen das halbfertige Ding an der Puppe hing, ein komisches Gefühl hatte. Ich war einfach nicht zufrieden damit, und das Gefühl ist auch nicht weniger geworden. Grund waren diese Falten an den Oberärmeln. Es zog die Ärmel unschön nach unten, und sie waren auch nicht optimal eingesetzt worden von mir, da ich mich immer mal wieder weigere, diese aufwändige Heftfaden-Kräuseln-Methode anzuwenden. Sie nervt mich einfach. 
Aber so konnte ich das nicht lassen. 



Also trennte ich die beiden Ärmel wieder ab und bügelte oben ein Stück Gewebeeinlage rein (so wie ich es hatte, bevor ich sie wieder herausriss um die Ärmel ganz ohne Stütze einzusetzen), nur diesmal ohne Volumenvlies darunter. Hier sieht man auch gut, dass ich alle Teile bis auf die Ärmel mit dünner Gewebeeinlage verstärkt habe. Dies tat ich, bevor ich den super-informativen Post von Yvonne las (hier). Das nächste Mal werde ich es wohl ein wenig anders machen. Aber so ist der Wollstoff schön stabil und mein Jacket irgendwie auch eine Art Windbreaker... ;-)


Ich setzte die Ärmel brav und ordentlich ein und muss sagen, das ganze sieht doch so schon wesentlich besser aus. Bin jetzt glaube ich zufrieden.


Dann nähte ich die Futterteile zusammen, oder besser gesagt, ich machte sie mir gefügig, denn leider ist dieser farblich sehr passende Futterstoff aus meinem Lager nicht gerade geschmeidig. Das war also auch irgendwann geschafft. Leider habe ich die Bewegungsfalte beim Zuschneiden vergessen, sodass sie echt mickrig ausfällt. Außerdem musste ich das Futter sehr knapp über der Saumkante annähnen, da der Saum beim Oberstoff so gut wie nicht vorhanden war wegen Stoffmangels. Naja, war bestimmt auch schonmal in.
Hier ein Foto noch bei Tageslicht... man sieht aber, dass es schon dämmerig wurde.


Schließlich machte ich mich dann noch an den Pelzkragen. Ich hatte schon zum letzten Termin fünf Gummischlaufen an seinen Innenrand unten drangenäht (zum Teil musste ich wegen des Leders die Nadel mit einer Zange herausziehen) und heute die kleinen Knöpfe auf die Kragenansatznaht oben draufgenäht. Ich hatte auch versucht sie von innen an den Beleg anzunähen, aber dazu waren die Gummischlaufen am Kragen zu kurz, sodass der Kragenbeleg immer nach oben gezogen wurde. Hat das jetzt jemand verstanden? Naja, ist ja nicht so wichtig. So sitzt der Kragen jetzt jedenfalls ganz gut (Detailfotos kommen nach, wenn das Licht wieder besser ist).
Die Knöpfe sind nun auch komplett, und ich muss das Jacket nur noch mal in Form bügeln. Ich hoffe, es gibt jetzt mit dem Ding keine bösen Überraschungen mehr, aber eigentlich hat es mich genug geärgert, finde ich. 


Jetzt muss ich endlich mal hier schauen, was die anderen Kostümschneiderinnen so gezaubert haben!


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Me Made Mittwoch: Dolce&Gabbana aus Bettwäsche

Heute seht ihr mich in meiner typischen Alltags-Kluft: Jeans, Hemdbluse und Pullover.
Ich bin froh, mit Schule, Kindergarten und Job nach den Ferien endlich wieder einen Tages-Rhythmus bekommen zu haben und bin ganz im Normal-Modus angelangt - bloß keine Extravaganzen!
Dementsprechend gibt es heute nichts Aufregendes.



Der Hemdblusenschnitt ist schon uralt. Er stammt aus der Patrones Nr. 241 (Februar 2006) und ist (angeblich) von D&G. Nach einigen Abschweifungen zu anderen Modellen ist dies mein Standard-Hemdblusenschnitt geworden. Er ist einfach wie gemacht für mich, nachdem ich die übliche Änderung (2cm in der oberen Hälfte zugeben) vorgenommen habe.
Der Baumwoll-Stoff war ein Bettwäschestoff aus dem Fundus meiner Oma (wiedermal, aber ganz langsam war´s das auch mit den Stücken aus dem Stofffundus) und fühlt sich auf der Haut unglaublich angenehm an, wie Bettwäsche halt. :-)



So, und nächstes Mal gibt´s endlich mal ein Kleid, gell?

Alle weiteren Stoffkünstlerinnen gibt es hier, heute angeführt von Frau Kirsche.