Mittwoch, 25. September 2013

Me Made Mittwoch - Schluppenbluse

Es wird kälter, und damit kann ich guten Gewissens meine Blusen und Hemden wieder anziehen, denn ich trage sie nur mit Pullunder oder Pullover darüber. Das liegt daran, dass ich meist bunt gemusterte Stoffe auswähle und den Betrachter meiner Person nicht mit geringelten Augen zurücklassen möchte.
Bei diesem hübschen Stück ist es extrem! (Ich bitte die abgeschnittenen Arme unten zu entschuldigen. Mein 7jähriger Hausfotograf ist noch am Üben.)


Es handelt sich hierbei um eine Schluppenbluse aus der Burda 08/2009, die ich eher zu Konzerten oder Terminen anziehe (um den Gegner zu verwirren... hehe :-) als im Alltag, und heute abend gibt´s ersteres.
Der Stoff ist ein - tja, wenn ich das wüsste. Flutscht wie verrückt und ist herrlich kühl. Ich tippe mal auf eine Polyester-Viscose-Mischung? (Immer diese schwammigen Angaben, ei ei...) Jedenfalls habe ich den in einem guten Stoffladen hier vor Ort gekauft, der wirklich tolle Stoffe führt aber unglaublich teuer ist. Daher ist das eher meine Knopfquelle, hin und wieder habe ich allerdings einem Stöffchen nicht widerstehen können.


Zu der Bluse gibt´s nicht soviel zu sagen, außer dass das mal ein genialer Burda-Schnitt ist. Sehr unkompliziert zu nähen, und wer Krägen nicht so gern mag, ist mit einer Schluppe gut bedient. Mit den Manschetten  hat längentechnisch irgendwas nicht hingehauen, sodass ich sie kürzen musste, aber sonst sitzt dieser Schnitt perfekt. Er ist figurbetont aber schnürt mich nicht ein, das mag ist sehr. 
Schluppen sind auch voll mein Ding, und seit geraumer Zeit möchte ich noch eine Bluse dieser Art nähen - irgendwie kommt aber immer was anderes dazwischen.


Hier kann man auch gut sehen, dass die Schluppe überhaupt nicht wirkt, wenn man nichts darüberzieht. Sie geht komplett unter.



So, und jetzt nochmal im Ganzen. Was bei den Fotos nicht so gut herauskommt, ist, dass der (Kauf-)Pullover goldene Fäden drin hat... hach... ich kann meine russischen Wurzeln einfach nicht leugnen.
Die Hose ist aus Wolljersey (gekauft) und ein absolutes Lieblingsstück. Wenn sie mal nicht mehr ist, wird sie post mortem als Schnittmuster weiter existieren, so wie Susanne das heute mit ihrer tollen Jeans gemacht hat.

Alle weiteren Mittwochs-Outfits findet ihr hier, angeführt von Lucy!

Dienstag, 24. September 2013

Auswertung Prêt-à-Porter HW 13

OK, mit dem Titel nehme ich den Mund vielleicht ein wenig zu voll.
Heute steckte die !Hola! (erstes Ausrufezeichen gehört eigentlich verkehrt herum, der Vollständigkeit halber) mit Fotos von einigen Schauen für diese Saison im Briefkasten, und nachdem ich mir den dicken Schinken bei einer großen Tasse Tee zu Gemüte geführt habe, möchte ich hier kurz meinen Senf dazugeben, oder besser gesagt mitteilen, bei welchen Stücken mein Herz höher schlug!

Die !Hola! habe ich durch Zufall mal bei einem Urlaub in Andalusien entdeckt. Ich glaube, das ist eigentlich eine Klatschzeitschrift wie hier die Gala, aber einmal zu Beginn der Modesaison bringen sie ein dickes Heft heraus, welches im Gegensatz zu vielen anderen Prêt-à-Porter-Heftchen den Vorteil hat, dass die Kleidungsstücke sehr groß abgebildet sind und man somit viele Details erkennen kann.
Seither lasse ich mir das Heft von einem deutschen Modeversand schicken.


Dolce & Gabbana HW 13/14
Die opulenten Kleider der diesjährigen Dolce & Gabbana-Kollektion sind ja überall groß gezeigt worden. Ich finde sie toll, auch wenn mir für diese glamourösen Kleider und den fetten Schmuck die Anlässe fehlen... Das zweite Kleid von links könnte aber eine Inspiration für ein Weihnachtskleid werden!

DSQUARED2 HW 13/14
Hier kommen wir der ganzen Sache schon näher. Die Fliege und das Täschchen... naja, nicht so mein Fall, aber der Mantel und die Hose gefallen mir sehr!

Elie Saab HW 13/14
Elie Saab schürt meine Hoffnung, dass es in dieser Saison endlich mal wieder Hosen mit ein wenig Schlag bzw. weitem Bein zu kaufen gibt. Sonst muss ich ca. alle 4 Jahre immer gleich auf Vorrat kaufen, da ich mit den engen Hosen überhaupt nichts anfangen kann. Das Jäckchen gefällt mir auch extrem, ich denke, in die Richtung werde ich was nähen, ein passendes Schnittmuster habe ich im Kopf und werde es mal an anderer Stelle vorstellen.


Carolina Herrera HW 13/14
Ja!!! Das ist für mich. Der wunderschön gemusterte Mantel mit abgesetztem Fellkragen, und auch langer Rock mit Rollkragenpullover, beides entspricht mir sehr!


Ralph Lauren HW 13/14
Auch hier eine Hose mit weitem Bein, sehr schön. Und die Jacke erinnert mich ein wenig an das Projekt, an dem Sybille gerade im Rahmen des Kostüm-Sew-Along arbeitet (hier), nur ohne die großen Taschen vorn.


Ralph Lauren HW 13/14

Wunderschön finde ich auch diese Kombi mit Strickjacke, langem weitem Rock und breitem Gürtel.
Für den Rock könnte wohl der Schnitt aus der Burda 05/1975 passen, den ich hier schon einmal mit meinem Sommerrock gezeigt habe, diesmal dann bodenlang.

Valentino HW 13/14

Valentino HW 13/14

Valentino HW 13/14
Die gesamte Valentino-Kollektion gefällt mir extrem. Ich mag es hochgeschlossen und ausgestellt, ausserdem finde ich die Jaquard-Stoffe toll. Ich schau mal, was mir an Schnittmustern in meiner Sammlung entgegenkommt, damit ich ein solches Kleidchen in etwa hinbekomme.

Wie fällt eure Auswertung dieser Modesaison aus? Findet ihr viele tragbare Modelle?

Liebe Grüße,
Nastjusha

Montag, 23. September 2013

UFO-Angriff

So, bis zum nächsten KSA-Termin ist wieder etwas Zeit, sodass ich mich zwischendrin endlich an ein Teil wagen kann, welches hier seit Monaten herumhängt und mich vorwurfsvoll anschaut.
Es handelt sich um ein Kleid aus einer November-Burda von 1974, welches ich im letzten Herbst angefangen habe.


Das Schöne an dem Kleid ist, dass es ziemlich symbolträchtig ist. Es ist wieder mal aus einem Stoff von meiner Oma, einem dunkelblauen Woll-Diagonal, der z.T. schon von Motten zerfressen war, sodass es wiedermal vorn und hinten nicht gereicht hat. Also habe ich die Ärmel weggelassen und werde einen Rolli darunterziehen - sowas mag ich sowieso sehr gern.
Das Webband ist original aus den 70ern, und ich fand es zufällig in einem Stoffladen hier - die Verkäuferin meinte, sie hätte es aus einer Wohnungsauflösung. Ganz fremdartig wirkte dieses schöne Band zwischen den ganzen Pilz- und Eulen-Webbändern. Und weil es mir gefiel und ein wenig leid tat, nahm ich kurzerhand die letzten 3 Meter davon mit. 


Kurz darauf kam meine Schwiegermutter vorbei und stieß einen Überraschungsruf aus, als sie das Kleid so hängen sah: genau mit dem gleichen Webband hat sie in den 70ern eine Tischdecke eingefasst - beim nächsten Besuch hat sie sie mir gezeigt. Unglaublich... Insofern ist das also insgesamt für mich ein besonderes Kleidungsstück.

Problem ist nur, dass ich es in einer Gr. 38 zugeschnitten habe, ohne vorher die Maßtabelle anzuschauen, sodass es wohl ein bisschen knapp sitzen wird. Also, diese Woche mal wieder zum Yoga gehen...
Der Schlitz vorn stresst mich, und ich ahne, dass ich das Kleid deshalb so lange habe ruhen lassen. Futter ist bereits zugeschnitten  und hat eine dicke Staubschicht obendrauf - es ist also Zeit zu handeln!!

Liebe Grüße und einen schönen Wochenanfang,
Nastjusha

Sonntag, 22. September 2013

Kostüm Sew Along - Teil 2

Also, wenn ich das gewußt hätte.
Ich bin ja nicht davon ausgegangen, dass der Blazer im Aufwand dem eines Trapezrocks ähnelt, aber DAS??!!
Beginnen wir mit der Stoffwahl für meinen 73er-Hosenanzug. In Berlin habe ich auf dem (am Samstag ja sehr reduzierten - schade...) Stoffmarkt doch noch zwei Stoffe gefunden, die ich für den Hosenanzug verwenden wollte:
einen weinroten Feincord für die Hose und einen weinrot-goldenen Fischgrat (Wollmischung) für den Blazer.
Nun mit genügend Stoff ausgestattet, war plötzlich mein Ehrgeiz geweckt, es doch ersteinmal mit dem hellen Reststück zu versuchen.
Gefordert waren 2,85m x 0,90m, und ich hatte 1,30m x 1,40m. Mutig, oder?
So kam es, dass ich ungelogen einen ganzen Abend damit verbrachte, die Schnittteile (mit drei T??? Das frage ich mich immer wieder...) auf dem Stoff hin- und herzuschieben. Und ich kann mit Stolz behaupten, ich habe es geschafft. Naja, mit einigen Abstrichen. Die Nahtzugaben schwankten, die Säume waren auf´s Minimum reduziert, und es reichte auch nicht mehr für den Kragen. Nachdem ich anerkennend auf die aufgesteckten Folienteile schaute, bemerkte ich mit Schrecken, dass ich den Beleg der Vorderteile vergessen hatte... Also nochmal von vorn. Und wieder geschafft. Natürlich auch jetzt und erst recht ohne Kragen. Die Zuschnittreste waren ein Witz! Darunter waren gerade noch ein paar Fleckchen für die Paspelknopflöcher, aber wirklich gerade noch.



Über den Kragen machte ich mir keine Sorgen. Im Stoff-Fundus meiner Oma hatte ich mal einen Pelzkragen gefunden und mitgenommen. Er sieht aus wie Fake-Fur, und da er auf den ersten Blick ein wenig zu groß erschien, schnitt ich den Satin-Unterkragen schön auf, um das Teil zu verkleinern. Und dann kam die Erkenntnis, dass da unten Leder ist.... Dass ich Pelz nicht kaufe, ist klar. Aber was da ist, ist da, und es ist ja schon lange da. Also verarbeite ich das Teil.

Dann ging es eigentlich erstmal ganz flott voran. Taschen genäht, Nähte geschlossen, und schließlich die Paspelknopflöcher am letzten Wochenende. Am Anfang habe ich ewig gebraucht, bei letzten ging´s langsam, und sie sehen wie ich finde auch ganz passabel aus.
Taschen aufgenäht, und dann die Ärmel angegriffen.





Den Ärmelschlitz habe ich eigentlich bis jetzt nicht ganz begriffen. Ich glaube, das soll ein falscher Schlitz sein, denn es sind im Schnitt nur die Knopf-Positionen angegeben und keine Knopflöcher. Außerdem wird der Untertritt nicht mit dem Oberstoff gedoppelt sondern mit Futterstoff, sodass der Untertritt einzeln gefüttert wird bevor ganz normal das Ärmelfutter eingesetzt wird. Hm. Entweder ich habe es komplett falsch gemacht, oder aber... naja. Die Anleitungen sind ja im Vergleich zu den heutigen nur auf die nötigsten Angaben reduziert. Mehr braucht man auch nicht, wenn man eine Haushaltsschule besucht hat wie meine Schwiegermutter. Aber ich hätte es manchmal schon gern etwas ausführlicher, muss ich sagen.
Da habe ich also schon ziemlich herumgewerkelt.


Den vorgestrigen Abend habe ich dann noch damit zugebracht, meine mit dunkelbraunem Knopflochfaden angenähten Taschen abzutrennen und die Revers-Absteppung ebenfalls. Das sah einfach nicht aus mit dem Hahnentrittmuster. Es wirkte sehr unruhig und (optische Täuschung?) krumm und schief. Ach ja, den Ärmelschlitz hatte ich auch so abgesteppt und durfte die Knöpfe wieder abtrennen und die Absteppung auftrennen und neu nähen mit dem normalen Faden.


Gestern habe ich dann die Ärmel eingesetzt. Ich dachte nach dem Zuschneiden, ich mach was Tolles und habe gemäß Burda-Buch ein Stückchen Volumenvlies und darüber Gewebeeinlage auf die Armkugel gebügelt.

Nachdem ich die Ärmel eingesetzt hatte, sah das aber so komisch und kastig aus, dass ich unbedingt den Ärmel wieder herausnehmen musste und die Einlagen sehr unsanft entfernt habe.
Jetzt geht´s. Ich hoffe, mit dem Futter darin gehen die Längs-Falten weg. Vielleicht hätte ich die Ärmel auch mit Gewebeeinlage verstärken sollen wie den Rest?

Am Kragen habe ich 5 Schlingen mit dickerem Gummifaden angebracht, und am Rückenteil die Knöpfe. Kann schon sein, dass das keine Haute-Couture-Lösung ist, aber was besseres ist mir nicht eingefallen.


Eins muss ich sagen: der Blazer sitzt ziemlich super! Einen dicken Pullover kann ich nicht darunter anziehen, aber das habe ich auch nicht vor. Die Länge insgesamt und auch die der Ärmel ist sehr gut, und dass ich das Oberteil um 2cm verlängert habe, war dringend notwendig. Ich hoffe, dass sich die Ärmelfalten noch verziehen und muss den Kragen noch ein wenig besser fixieren. Hat jemand eine Idee, wie ich das besser machen kann?
So passt es ansonsten glaube ich, aber warten wir ab, wie alles zum Schluß aussieht!



Und hier der Zwischenstand der anderen Kostüm-Schneiderinnen!

Mittwoch, 18. September 2013

Me Made Mittwoch: Patrones-Jäckchen


Heute fasse ich mich kurz und komme ohne Umschweife zur Sache:
Dieses Jäckchen aus der Patrones 272 nach einem Modell von Mexx (damals standen die Marken-Namen noch neben den Schnittmodellen) habe ich vor einiger Zeit genäht, und es ist eine meiner liebsten Übergangs-Jacken.
Genäht aus einem festen Woll-Webstoff in anthrazit, mit einigen glänzenden Fäden drin (sieht man aber nur, wenn man mir gaanz nah kommt), schwarzem Futter und einem süssen Taschenfutter.
Lustig, wo im Alltag Mund, Nase und Augen so vorkommen...



Alle anderen Kreationen zum Herbst-Mittwoch findet ihr hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog, den Julia in einem wunderschönen Kostüm anführt... 

Mittwoch, 11. September 2013

Me Made Mittwoch: Flickenkleid

Für die, die sich gefragt haben, wie das Hemdblusenkleid, welches ich beim letzten MMM getragen und aufgrund irritierender Musterung teilweise unter einem Pullunder versteckt hatte, vorne aussieht, habe ich heute den Vorgänger an, den ich übrigens mindestens genauso gern trage.
Der Schnitt ist derselbe (easy fashion F/S 2007), und den kann man an diesem Modell nun wirklich super studieren. Wie immer hatte ich zu wenig Stoff und löste das Problem, indem ich ein echtes Flickenkleid nähte. Das war vor 5-6 Jahren, und mittlerweile sieht man dem Stück sein Alter an, was mich wirklich bedrückt, denn das Kleid liegt mir sehr am Herzen und spiegelt meinen Stil und Geschmack ziemlich gut wieder.




Zum einen: die Farben. Ich liebe Dunkelblau und Rottöne. Und Blumen.
Der blaue geblümte Stoff ist schätzungsweise eine Viskosemischung. Ok, das ist ein bisschen feige, denn damit lehne ich mich ja nicht allzu weit aus dem Fenster. Jedenfalls ist er aus dem Keller meiner Oma und dürfte genau in der Zeit gewebt worden sein, der ich modisch so nachtrauere.
Leider reichte wieder mal der Stoff nicht, sodass ich mich auf die Suche nach Kombinierbarem machte.
Aus der karierten Baumwolle hatte ich mal ein Jungenhemd genäht, und die Manschetten bzw. der Kragensteg sind aus einem sehr angenehmen Baumwollstoff aus einer Kollektion von Kaffe Fassett.
Zum anderen: Patchwork. Ich liebe es einfach, wenn auch nicht immer und unbedingt (Desigual geht mir zum Beispiel - im Gegensatz zu Antonio Marras, oh Wunder - ziemlich auf die Nerven). Aber Decken sind schonmal genial (wenn auch irrwitzig aufwändig), und ich habe bisher zwei große genäht - eine davon hochschwanger, was z.B. beim Zusammenstecken der drei Lagen auf dem Boden ein mässig tolles Gefühl war.

Ok, ganz reinrassig ist 70er-Stil nicht, ein bisschen Western (iih!!) schwingt in der Rückenansicht mit. Egal, was soll´s. Hingegen liebe ich den Schürzenkleid-Touch sehr!
Einmal war ich in dem Outfit auf einem Konzert und hörte, wie eine ältere Dame abfällig raunte: "Diese Schürzen hatten wir doch vor 40 Jahren an".
Ein größeres Kompliment hätte sie mir nicht machen können!

Und jetzt mal sehen, was die anderen Mittwochs-Frauen so tragen... hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog, diesmal angeführt von Juli Kirsche.

Sonntag, 8. September 2013

Kostüm-Sew-Along Teil 1

Nachdem ich bei diversen Sew-Alongs bisher allen immer nur über die Schulter geschaut habe, bin ich diesmal dabei - und ich freue mich riesig darauf!

Kostüme mit Röcken gehören ja eigentlich nicht zu meiner Garderobe. Da ich relativ groß bin, fühle ich mich aus solchen Kostümen irgendwie rausgewachsen. Oder kommt es mir nur so vor, dass kleine bis mittelgroße Frauen darin besser aussehen? Kann schon sein, dass ich es einfach nicht gewohnt bin, solche Kleidung zu tragen. Daher meine Entscheidung für einen Hosenanzug.

Ich habe genügend doppelreihige Blazer/Jacken und könnte mal wieder einen Einreiher vertragen. Einen passenden Schnitt dafür in meinen Burdas der Anfang-Siebziger zu finden, ist kein Problem.

Eher könnte es mit der Hose schwierig werden. Ein paar Burda-Hosen habe ich ausprobiert, und alle bis auf eine (wiedermal aus der easy fashion, F/S 09) sahen nicht so vorteilhaft aus, gelinde gesagt. Eine Hose aus der Patrones war da schon besser.
Ansonsten habe ich es bisher so gelöst, dass ich gut sitzende Hosen bis zur vollständigen Auflösung derselben getragen habe und dann den Schnitt abgenommen habe. Hat einmal super geklappt, die zweite Hose ist noch in Bearbeitung, was in diesem Fall ein freundlicher Ausdruck für ein UFO ist.

Hier wäre also das Projekt aus einer Burda vom August 1973, an welches ich mich ranwagen würde, mit kleinen Eventualitäten, die ich offen lassen muss.


Den Blazer finde ich toll (und diese Frisur erst mit der Sonnenbrille!!). Der große Kragen, die gute Länge, die großen aufgesetzten Taschen vorn und die schlanke und gerade Ärmelform sind ganz nach meinem Geschmack. Bloß nicht zu filigran, ist hier mein Motto.
Auch die Hose würde mir sehr gefallen. Sie hat statt Bügelfalten vorn und hinten Kappnähte, was ich spannend finde. Der Nachteil ist, dass sie keinen Bund hat und damit auch keine Gürtelschlaufen. Der fehlende Bund wiederum hat doch den Vorteil, dass man dazu einen Rollkragenpulli anziehen kann, ohne dass sich das ganze Zeug darunter abzeichnet... hm.
Versuchen wir es also nochmal mit einer Burda-Hose.

Die Größe ist eine 42. Irgendwann zwischen 1974 und 75 hat Burda auf die heutigen Maße gewechselt, und ab da an habe ich eine knappe 40.
Sicher muss ich den Schnitt des Blazers in der oberen Hälfte und evtl. auch die Ärmel verlängern. Bei den Hosen einen großzügigen Saum anzuschneiden, habe ich mir schon lange angewöhnt.






Zum Stoff: es sollte es ja einer aus meinen Vorräten werden. Nun habe ich aber keinen 4m-Ballen.
Daher könnte es folgende Kombination werden:


Hier handelt es sich um eine weiche braune Wollgabardine und einen warmen kuscheligen hellen Wollvelour mit Hahnentrittmuster in grau und braun. Beides liegt schon seit ewigen Zeiten in meiner Kommode. Und ich weiß auch warum. Es sind wieder so komische Rest-Stücke. Für Kinderklamotten mehr als genug. Aber für meine Zwecke?
Es könnte also wieder mal knapp, wenn nicht sogar abenteuerlich werden.
Andererseits - mit einem schwarzen Rolli darunter würde es sicher amtlich aussehen.

Nun ist es so, dass ich diesen Post vorab verfasse. Unter Umständen habe ich zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung doch noch den perfekt passenden Stoff in der Hauptstadt gefunden (das Futter muss ich so und so dort besorgen). Ich kann ja schließlich nichts dafür, wenn meine Vorräte zu wenig für solch ein Projekt hergeben.
Sollte ich nichts gefunden haben, versuche ich es mit dieser Kombi (dementsprechend ist die Knopfwahl auch noch nicht abgeschlossen).

Dann wird es lustig!

Und hier gibt es die Ideen der anderen Sew-Along-Teilnehmer zu sehen!

Mittwoch, 4. September 2013

Me Made Mittwoch

Ich muss zugeben, ich bin ein wenig gerührt. Denn einer der Hauptgründe für das Anlegen dieses Blogs war, beim Me Made Mittwoch mitmachen zu können. Seit langer Zeit habe ich diese super Sache verfolgt und neugierig die Blogs durchforstet.
Und heute also meine Premiere!





Bin seit zwei Tagen aus dem Urlaub zurück und freue mich sehr, mal wieder was zu tragen, was nicht allein nach den Kriterien Knitterfähigkeit, Dreckempfindlichkeit und Bequemlichkeit ausgewählt ist!
Wenn es so etwas wie einen Lieblingsschnitt gibt, könnte das hier mein Kandidat sein:
Ein Hemdblusenkleid aus der easy fashion F/S 2007.
Und damit komme ich zu meinem wahren Ich: eine Garderobe nur aus Hemdblusenkleidern, Pullundern und Schlaghosen bestehend würde mir sehr entsprechen und fände ich absolut ausreichend. (Ein wenig hege ich die Hoffnung, dass ich mich im Verlauf meines "Reduziere-deine-Stoffvorräte"- Projekts auch vermehrt mit Röcken und Kleidern anfreunden kann.)

Die Zeitschrift stammt aus der Anfangszeit meiner Nähkarriere, und da muss ich der easy fashion ein großes Lob aussprechen. Mit ihr habe ich mir das Nähen beigebracht, denn die Anleitungen sind wirklich idiotensicher. Super! Und wenn ich mich ein bisschen länger an diese Zeitschrift gehalten hätte und nicht gleich mit irgendwelchen spanischen Patrones-Schnitten weitergemacht hätte, wäre mir einiges an Lehrgeld erspart geblieben.

Dieser Schnitt hat alles, was ich mag: taillierte Form, schöner Hemdkragen (ich habe ihn noch ein wenig vergrößert), leicht ausgestelltes Rockteil, super Armkugel, weil kaum gekräuselt. Der einzige Nachteil ist, dass jedes Vorderteil aus zwei Teilen besteht, sodass eigentlich nur kleingemusterte Stoffe Sinn machen. Aber wie gesagt, dieses gute Stück ist eher ein frühes Werk (und trotzdem eines meiner Lieblingsstücke), sodass ich die herrlich großen grünen Blumen schön zerschnippelt habe.
Egal, Pullunder drüber, und schon sieht man´s nicht.
Der Stoff ist ein leichter und weicher Baumwollstoff, den ich vor ca. 6 Jahren mal bei einem Berlin-Besuch bei Frau Tulpe gekauft habe.
Leider hat sich schon damals abgezeichnet, dass bei mir oftmals vorhandene Stoffmenge und erforderliche Stoffmenge nicht deckungsgleich sind. In diesem Fall äußert sich das in den fehlenden Manschetten. Ich kann damit leben, und es hat mich auch noch niemand darauf angesprochen...

Alle anderen Kreationen gibt es hier auf dem Me Made Mittwoch Blog.