Dienstag, 31. Dezember 2013

Letzte Entscheidung 2013

Jetzt wollte ich noch ein paar kluge Worte zum Thema Entscheidungen fällen im Leben und so schreiben, aber das lasse ich jetzt mal.
Fakt ist, ihr habt mir die Entscheidung, an welches Modell ich mich mit meinem Faschings-Ball-Kleid halten soll, nicht leichter gemacht. Ich schwanke immernoch zwischen Balmain 1966 (was sehr theaterballtauglich ist) und Dior 1967 (was auch SEHR reizvoll ist) und habe mich nun ersteinmal dazu entschlossen mit Balmain zu beginnen.
(Der Gatte hat vor seinen Geburtstag Ende Januar groß zu feiern, sodass ich - sollte ich es tatsächlich mit zwei Kleidern aufnehmen - einen zweiten Anlass habe und gebührend als Herrin des Hauses auftreten kann... ;-)

Das liegt auch daran, dass ich hier noch 5m von auberginefarbenem Wolljersey herumliegen habe (von meinem letzten Besuch am Maybachufer), den ich so wunderbar vernähen kann.
Außerdem habe ich mein Weihnachtskleid 2012 nach einem Schnitt von 1966 genäht, der insgesamt nur an Ärmeln und unten verlängert werden muss (ich überlege mir noch, wie lang es werden wird) und einen Stehkragen bekommen muss. Auch sollte das Kleid nicht so supereng sitzen wie das Weihnachtskleid.

Ich bin des weiteren ein großer Stickerei-Fan und habe schon seit geraumer Zeit einen Stapel "Stickprojekte" in meinem Kopf, sodass ich es sehr reizvoll finde ein Kleid mit Perlen zu besticken. Zu Lucys Stoffspielerei im September mit dem Thema Stickerei habe ich es leider noch nicht geschafft, habe aber damals alle Beiträge begeistert verfolgt!

Vorgestern abend habe ich mich dann hingesetzt und ein bisschen geübt:


So langsam bekomme ich ein Gefühl für die Technik und das Verhalten der Perlen auf dem Stoff, sodass ich mich nun daran machen kann, ein Muster für das Kleid zu überlegen.

Hier nochmal das Kleid - diesmal an der Frau, nämlich an Katharine Graham, der Herausgeberin der Washington Post auf einem Schwarz-Weiß-Ball von Truman Capote - und eine andere Inspiration (ebenfalls von Balmain, dem großen Meister der Stickerei), wobei ich gleich warnen möchte: mein Kleid wird diesbezüglich sicher schlichter
 ausfallen...
 






















Ich habe mich für türkisfarbene und goldene Perlen entschieden, um auf der 60er-Charme-Skala zu punkten, denn aubergine ist ja eigentlich eher eine 70er-Farbe, so empfinde ich das jedenfalls.
Ihr seht, ich habe mir die perfekte Winterbeschäftigung ausgesucht und werde nach Fertigstellung der Stickerei entweder eine Furie oder die Ausgeglichenheit in Person sein, wir werden ja sehen.

Jetzt aber wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und muss an dieser Stelle nochmal sagen, dass ich wahnsinnig froh darüber bin, wie nett ich von euch aufgenommen wurde, und dass ich mich sehr auf ein neues Jahr voller Inspiration, Austausch und auch Freundschaft freue!

Liebe Grüße,
Nastjusha


Samstag, 28. Dezember 2013

Projekt 60er-Kleid

Ersteinmal muss ich sagen, dass ich total geplättet bin von all den positiven Kommentaren zu meinem Weihnachtskleid - vielen lieben  Dank dafür!
Dieses tolle Feedback führt natürlich dazu, dass ich nur noch mehr darin bestärkt bin, es im neuen Jahr vermehrt mit Kleidern aufzunehmen und sie auch zu tragen!
Dementsprechend ratterte es gleich nach dem WKSA-Finale in meinem Kopf, was denn als nächstes für ein Kleid anstehen könnte. Und da kam mir in den Sinn, dass es ja gar nicht mehr so weit weg ist bis zum Theater-Faschingsball Ende Februar, der 2014 unter dem Motto der Swinging Sixties steht...

Da ich natürlich überhaupt nicht vorhabe mir dafür ein Kleid zu kaufen (vielleicht noch im Faschingsbedarf - bääh), dachte ich mir, ich gehe das Thema und alle Recherche dazu ganzheitlich an und mache ein Projekt daraus.

Ich habe bereits mein Lieblings-DIOR-Buch gewälzt und zwei weitere Fashion-Bücher aus meinem Bücherregal, und außerdem hat sich wie von Zauberhand auf meinem Tisch ein kleines DVD-Häufchen gebildet mit folgenden Filmen, die mich bei meiner Recherche nach dem wahren Stil der 60er behilflich sein sollen (meine Freundin vom Theater meinte, man wolle Petticoats sehen!!! Kann doch wirklich nicht sein, oder? Ich bin der festen Überzeugung, dass der letzte Petticoat - außer in der Nähbloggerszene - 1959 gesehen wurde... ;-):

Charade mit Audrey Hepburn (FBT habe ich nun wirklich oft genug gesehen) von 1963 mit klamottentechnischer Ausstattung aus dem Hause Givenchy... hach...,
Thomas Crown ist nicht zu fassen mit meinem geliebten Steve McQueen (Schon "Bullitt" gesehen mit dem besten Soundtrack der Welt?) und der wunderbaren Faye Dunaway von 1968,
Die Regenschirme von Cherbourg von 1965 mit der wunderschönen Catherine Deneuve,
Die Braut trug schwarz von 1968 mit Jeanne Moreau (ein Truffaut-Film muss natürlich dabei sein),
Blow Up von 1966, um auch dem italienischen Film gerecht zu werden - außerdem ist die Handlung des Films in der Modewelt angesiedelt, das ist ja wohl perfekt für meine speziellen Bedürfnisse.
Tja, mit dem deutschen Film aus den 60ern habe ich mich etwas schwer getan. Da gab´s in der DDR Kinoklassiker wie Spur der Steine, der spielt aber in einer anderen Zeit, und auch sonst habe ich den starken Verdacht, dass die Kalter-Krieg-gefärbten Filme im Osten modisch nicht gerade glamourös ausfallen. Und im Westen gab´s tausende Edgar-Wallace-Verfilmungen, naja, das überlege ich mir nochmal. Da dürfte die hiesige Bibliothek gut ausgestattet sein.

Des weiteren habe ich - sobald alle Familienbesuche beendet und ich aus dem Fresskoma aufgewacht war - stundenlang bei Pinterest herumgeschaut, sodass sich bereits einige Eckpunkte und Fragen zum eventuellen Kleid aufgetan haben.

Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass die 60er viel von Zweiteilern - also Kostümen und Kleid-/Jäckchen-Kombinationen - geprägt waren, zumindest bis Mitte des Jahrzehnts.
Man korrigiere mich, falls ich was falsch sehe, bitte, und all meine Beobachtungen sind natürlich nicht vollständig.
Anfang der 60er schwappte noch ein bisschen die Tulpenform im Rockteil aus den 50ern über und auch die Eierform (heute würde das wohl Oversize-Look heißen), auch eine hohe Taille im Empire-Stil habe ich bei Kleidern oft gesehen.

Givenchy 1961
Dior 1962

Givenchy 1961
Pierre Cardin 1964
Dior 1962

 Zur Mitte des Jahrzehnts kommen vermehrt Etui-Kleider dazu und gerade geschnittene Röcke/Kleider, die Rocksilhouette verschmältert sich nicht mehr so nach unten hin.

Dior 1965
Givenchy 1964


Valentino 1965

In der zweiten Hälfte der 60er kommt die A-Linie und vermehrt bunte Muster, allen voran Pucci, und Ende des Jahrzehnts die Revolution durch den Mini.

Emilio Pucci 1964
Marimekko 1965

Yves Saint Laurent "Mondrian Dress" 1965
Givenchy 1966

Balenciaga 1967
Pierre Balmain 1966 (Favorit 1)

Dior 1967 (Favorit 2)
 
Pierre Cardin 1967

Pierre Cardin 1969

Außerdem waren natürlich Hüte GANZ wichtig oder aber eine zum Beinahe-Hut aufgetürmte Frisur.

Bei all den Inspirationen bin ich immerhin zum Schluß gekommen, dass ich keinen Mini möchte und auch kein superkrasses Muster, dann kann ich ja gleich in den Faschingsbedarf tingeln.
Außerdem möchte ich kein Kostüm - das ist mir zu alltäglich - und keine Bleistiftform.
Ich bin sehr für A-Linie und Pelz (Imitat) oder Pailetten/Perlen - insgesamt für vollen Pomp! Wann soll das funktionieren, wenn nicht beim Faschingsball? Ein extra Jäckchen wäre nicht schlecht, ich habe aber auch schon einen herrlichen Mantel von meiner Schwiegermutter, der sehr gut passen würde.
Außerdem steht die Frage an, welche Farbe und Länge das Teil haben soll.

Bisher zieht es mich sehr zum Dior-Ensemble in Schwarz von 1967 hin und zu dem langen Balmain-Kleid von 1966.

Jetzt gehe ich aber erstmal Charade schauen und werde sicher von Audrey wieder völlig durcheinander zurückgelassen.

Was meint ihr so?

Liebe Grüße,
Nastjusha



Sonntag, 22. Dezember 2013

Weihnachtskleid-Sew-Along: Finale!

Um gleich mal die eigentliche Sensation - denn das ist sie für mich - vorwegzunehmen: ich bin sowas wie bekehrt worden. Katharina, durch deinen Weihnachtskleid-Sew-Along habe ich in den letzten zwei Wochen so oft ein Kleid (ohne Hose darunter) getragen wie in den letzten zwei Jahren zusammen!

Ziemlich viele hatten sich vor einigen Wochen auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog unter der Anführerin Katharina von sewing-addicted versammelt, um sich jeweils ein Weihnachtskleid zu schneidern. Und heute präsentieren alle ihre Kreation im Finale!
Es war unglaublich unterhaltsam und inspirierend die verschiedenen Projekte zu begleiten und zu bestaunen - und ich bin im Entscheidungs- und Schaffensprozess sehr unterstützt worden, sodass ich mit Fug und Recht sagen kann, dass ich mir mein persönliches Traum-Weihnachtskleid geschneidert habe. Ich fühle mich sauwohl in ihm und habe bereits einige glanzvolle Auftritte darin absolviert, dass kann ich hier ganz objektiv sagen. ;-)
Und das Beste: es lässt sich super vielseitig stylen und sich hervorragend mit Pumps oder Stiefeln, mit Stulpen oder Handschuhen, mit Strickjacke, mit Shirt oder Rolli darunter tragen. Ein absolutes Allround-Talent! Ihr seht, ich bin mehr als begeistert.
Den Schnitt finde ich perfekt für mich (nach einigen Änderungen sitzt das Kleid super), und auch wenn ich immer wieder mit so kurzen Ärmeln im Winter hadere: ich komme nicht daran vorbei, weil ich Lagen-Look liebe, und da machen sich kurze Ärmel drüber besser als lange. Den Kragen finde ich genial, auch wenn ich beim letzten Essen tatsächlich versucht war mir damit den Mund abzutupfen und auch ein Zipfel in der Linsensuppe (ich LIEBE Linsensuppe) gelandet ist. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich den Schnitt auch nochmal ohne Kragen realisieren werde.

Und hier nochmal kurz die Eckdaten:

Schnitt: Burda 08/2011, Schnitt 125, Gr.80 (Langgröße)
Änderungen: vordere Teilungsnähte im Oberteil (und damit auch zwangsläufig im Rockteil) nach innen versetzt, neben dem Oberteil auch das Rockteil gefüttert, Kragen gedoppelt und nicht nur einfach zugeschnitten
Schwierigkeiten: Karo-Platzierung durch viele Nähte, relativ hoher Stoffverbrauch (gut 4m) durch doppelten großen Kragen, der auch noch im schrägen Fadenverlauf zugeschnitten wurde.




  

Also vielen Dank, Katharina, für mich hat sich die Arbeit absolut gelohnt, und ich habe mir mein schönstes Weihnachtsgeschenk gemacht.

Jetzt werde ich mir in Ruhe hier alle anderen tollen Kleider anschauen, und wer es noch nicht getan hat, sollte unbedingt über das Nähnerd-Wort des Jahres hier bei Catherine abstimmen!

Nun bleibt mir nur noch, allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest (mit oder ohne selbstgeschneidertes Weihnachtskleid) im Kreise der Lieben zu wünschen!


Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 17. Dezember 2013

Tuesday Tunes: Karoline Hausted

Mit der Sonne im Gesicht schreibe ich meinen letzten Musik-Post in diesem Jahr. Daher muss es nochmal ein besonderer Liebling sein!

Karoline Hausted ist eine Dänin, die mittlerweile in Californien lebt und Musik ganz nach meinem Geschmack macht.
Ich habe sie durch einen gemeinsamen Freund kennengelernt, der klassische und Film-Musik komponiert (u.a. für Der große Bär, Zoomers und Ronal, der Barbar) und den ich seit meiner Studienzeit in St. Petersburg kenne, wo er am Konservatorium studierte (Ich habe leider was völlig Unkreatives studiert und habe mit dem Thema auch nichts mehr zu tun - aber allein dieses Jahr in dieser Stadt war alle Mühe wert!!! Irgendwann mache ich mal einen extra Post dazu).
Nicklas komponiert - ganz nebenbei - übrigens auch wunderschöne Kammermusik (sehr lyrische und im eigentlichen Sinne SCHÖNE Musik, keine Zwölftonmusik oder ähnlich Sperriges - so empfinde ich es jedenfalls) und hat sich zu einem der größten dänischen Filmmusikkomponisten gemausert. Das freut mich riesig, und ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, mal auf seiner Seite in die Musikbeispiele reinzuhören bzw. genau hinzuhorchen, wenn er oben genannte Filme anschauen sollte (Zoomers lief bereits vor einiger Zeit im Fernsehen).

Nicklas also brachte mir bei einem Besuch mal Karolines CD "Double Silence" mit (auf der er die Streicher arrangiert hat), und seither bin ich ein großer Fan von dieser Musikerin und Sängerin.
"Double Silence" ist eins der besten Alben die ich kenne: angefangen bei Cover-Art über die Musik an sich bis zur Produktion. Alles erste Sahne.
Beschreiben würde ich die Musik als Pop/Singer-Songwriter-Musik mit einem Hauch Klassik und einer gehörigen Portion Melancholie - daher perfekt als Winteralbum, wirklich. Die Kompositionen auf dieser CD sind unglaublich intelligent und sehr berührend, und trotz der Schlichtheit und zum Teil sehr sparsamen Instrumentierung (ähnlich zu Agnes Obel spielt das Klavier eine große Rolle) genial produziert mit einem hervorragenden Sound.
Man lege sich diese CD abends in die Anlage, mache alle Lichter aus und tauche ein in diesen Kosmos, der sich einem da eröffnet.... es gibt kaum etwas Schöneres.

Und wer sich die Schwärmerei bis hierher angetan hat, sei belohnt:



Seit "Double Silence" hat Karoline etwas "zugelegt" und einige fett produzierte Pop-Nummern rausgebracht - gefällt mir auch SEHR.



 So - und WIR sehen uns am Sonntag zum WKSA-Finale!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 10. Dezember 2013

Tuesday Tunes: Thomas Dybdahl

Heute gibt´s wieder mal einen All-Time-Favorite von mir.

Thomas Dybdahl ist ein norwegischer Singer-Songwriter, den ich vor einigen Jahren über die Radio-Sendung "Zündfunk Nachtmix" des Bayerischen Rundfunks kennengelernt habe (eine der besten Musik-Radio-Sendungen, by the way, wenn sie nur nicht immer so spät kommen würde...).

Norwegen ist ja gesegnet mit einem Haufen guter Musiker. Viel ist spekuliert worden, woran das wohl liegt, und meistens wird den Menschen eine Lange-Winter-bedingte Melancholie und daraus resultierende Über-Kreativität angedichtet. Ich weiß nicht... andererseits... ein anderer Grund fällt mir spontan auch nicht ein.
Egal. Sowohl "That Great October Sound" als auch "Songs" (eine Art frühes Best Of) sind brilliante CDs und wahre Perlen des Singer-Songwritings.
(Der Song unten ist vom 2. Album, und ich glaube, das war ein sehr witziger Videodreh!)
Kürzlich änderte Thomas Dybdahl etwas seinen Stil hin zum großen Pop-Sound, das hängt wohl mit seinem neuen Produzenten zusammen.
Schade, diese letzten Sachen finde ich nicht mehr ganz so toll.
Aber die zuerst erwähnten CDs seien allen, die auf leise Töne, schlichte aber ergreifende Musik und warme Männerstimmen stehen, ans Herz gelegt.

Tja, und dann gab Thomas kürzlich auch noch in Berlin vor dem Brandenburger Tor ein Umsonst- und Draussen-Konzert. Ich habe schon gehört, es muss grandios gewesen sein... Insofern kommt dieser Post etwas spät. Aber besser spät als nie.

Liebe Grüße,
Nastjusha



Thomas Dybdahl - B A Part on MUZU.TV.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Weihnachtskleid-Sew-Along: Teil 4

Ich musste feststellen: mit dem Kleidernähen verhält es sich bei mir wie mit dem Bergwandern: ich habe es total unterschätzt (so dachte ich immer, Bergwandern sei was für alte Leute... Nagut, wenn in der Kindheit das nächste verfügbare Gebirge der Harz ist, kann man schon einmal zu so einer Ansicht kommen - bis ich dann vor ein paar Jahren selbst mal bei einer Wanderung auf der Hälfte der Strecke fast kollabiert bin).

Aber ersteinmal das Thema heute:
8.12.2013 WKSA Teil 4:
Uahh, es passt nicht, das muss ich ändern / Ich habe diese schwierige Stelle gemeistert und bin megastolz! / Soll ich hier noch eine Borte aufnähen, was meint ihr? / Das sieht doch schon ganz gut aus, oder?


Vorab: das habe ich bereits alles hinter mir, denn ich musste ja bis gestern abend fertig sein für meinen "Auftritt" bei der Weihnachtsgala in meinem Lieblingsrestaurant. Der war ein voller Erfolg und ich bin erst angemessen spät ins Bett gegangen, sodass ich heute sehr spät dran bin.
Trotzdem ein paar Einzelheiten:

Ich habe mich für das Schalkragenkleid aus der Burda 8/11 entschieden, weil ich den Kragen sehr ansprechend und die Schnittführung toll fand, außerdem war der Schnitt eine Langgröße.


Meine Annahme war richtig: ich brauchte das Oberteil nicht wie üblich zu verlängern und die Taille saß gleich am richtigen Ort. Einzig die vorderen Teilungsnähte musste ich weiter nach innen verlegen und in der Weite ein wenig zugeben. Außerdem habe ich die Nahttaschen an den Seiten weggelassen und das Kleid entgegen der Angabe nicht nur im Oberteil sondern komplett gefüttert.
Das war eine gute Entscheidung, denn so fällt das Kleid wirklich wunderbar und hat - bedingt durch den Stoff - einen schönen schweren Fall. Dieser Oberstoff fühlt sich phantastisch an, und auch wenn ich nach wie vor die genaue Zusammensetzung nicht kenne, macht er einen sehr hochwertigen Eindruck und knittert kein bisschen!

Angegeben waren 3,20m Stoffverbrauch. Wie gut, dass ich das letzte Stück des Stoffes gekauft habe und insgesamt nur noch 5m auf dem Ballen waren. Ein Hoch auf das Verkaufsgeschick der Verkäuferin: ich hätte ein großes Problem bekommen, wenn ich bei den 3,20m geblieben wäre.
Denn: diese Glencheck-Karos haben mich fast in den Wahnsinn getrieben!!! Nicht nur, dass ich auf die silbernen Längsfäden und die goldenen Querfäden achten musste, es gab auch noch zwei verschiedene Karo-Linien längs und quer.
Das Kleid besteht, wie man oben sehen kann, aus vielen Einzelteilen, und das alles karomässig aufeinander abzustimmen, war eine große Herausforderung für mich.
Es gab einigen Verschnitt, aber letztendlich habe ich es hingekriegt und bin ziemlich stolz!


Freitag abend habe ich eine Nachtsession eingelegt und bis ein Uhr war ich so weit: es fehlte nur noch das Futter und der Kragen. Ich dachte, das machst du locker am Samstag vormittag - weit gefehlt!


 Denn den Kragen hatte ich noch gar nicht zugeschnitten, und auch wenn das nur ein langes Rechteck ist, irgendwie dauert doch alles, vor allem, wenn man es ordentlich machen will. Den Kragen habe ich gedoppelt. Im Schnitt ist er eigentlich einfach zugeschnitten vorgesehen, aber dazu erschien der Stoff mir zu dünn. Nun ist der Kagen aber doch sehr schwer und fällt nicht so fluffig wie eigentlich gedacht. Das wäre mit einem etwas dickeren Wollstoff sicher anders. Aber so finde ich ihn auch schön. Ich sollte darüber nachdenken, ihn mit ein paar Handstichen am Oberteil und an den Schultern zu fixieren, dann könnte man ihn evtl. etwas weiter oben halten.


 Das Futter wollte auch noch zugeschnitten und genäht werden und hat alles in einem doch so lange gedauert, dass ich um 16 Uhr ein ungutes Gefühl bekam, denn um 20 Uhr wollte ich eigentlich los und vorher musste ich die Kinder noch ins 35km entfernte Schwiegerelternhaus bringen.
Tja, manche Dinge ändern sich eben nie!
So brachte ich die Kinder weg, kam um halb acht zurück nach Hause und säumte noch das Kleid.
Glücklicherweise rief zwischendurch der Gatte an und meinte, ich könne mir ruhig Zeit lassen, die Party sei noch nicht total in Gange.

Ursprünglich wollte ich aus einem zauberhaften Schurwoll-Strickstoff noch ein paar lange Stulpen zu dem Kleid nähen, aber das hat dann doch nicht so super ausgeschaut, und ein Strickjäckchen musste herhalte.


Ok, die Rückenansicht haut karomässig nicht hundertprozentig hin, aber wir sind ja hier nicht bei Gucci.
Fazit: ich bin begeistert und werde mir jetzt sicher mehr Kleider nähen!
Dies hier war das dritte "echte" Kleid, dass ich mir je genäht habe (abgesehen von Hemdblusenkleidern), aber jetzt weiß ich, dass so ein Kleid auch ne echte Baustelle sein kann und werde mit meiner Zeit nun besser haushalten, wenn mal wieder so eine Deadline ansteht.

Jetzt werde ich mir aber hier in Ruhe anschauen, wie weit die anderen sind und mich vom gestrigen Nähstress erholen...

Einen geruhsamen Adventsabend wünscht
Nastjusha

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Me Made Mittwoch: Hemdblusenkleid reloaded

Ich erspare uns einfach mal das Jammern über die Bildqualität und hoffe, Wiebke in ihrem bezaubernden Tellerrock schmeißt mich nicht raus. Denn auf meinem heutigen Foto sieht man rein gar nichts außer nachträglich etwas hochgezogenem Gras-Grün.


Ich beschreibe mal: es handelt sich um meinen geliebten Hemdblusenkleidschnitt aus der easy fashion F/S 2007, welchen ich hier und hier bereits einmal gezeigt habe, in anderen Versionen.



Dieses Stück habe ich mir aus einem alten 70er-Jahre-Stoff genäht, zumindest das Oberteil ist ein alter Baumwollvelour, den Rockteil habe ich aus einem schwarzen Baumwollvelour genäht, der auch ein wenig Elasthan-Anteil hat, was aber nicht weiter auffällt. Ausnahmsweise habe ich das Rockteil gefüttert, so kann ich es besser über Hosen anziehen, denn das ist eindeutig ein Winterkleid und mit dem dickeren Baumwollstoff schön warm. In letzter Zeit habe ich es häufig mit Strumpfhose und Rolli darunter an. So kann man es sich wenigstens vorstellen, wenn man schon nichts sieht auf dem Foto.

Alle weiteren Mittwochs-Kreationen findet ihr hier auf dem herrlichen Tempelhof-Flugfeld versammelt!

Dienstag, 3. Dezember 2013

Kochschürzen-Sew-Along: Finale

Huch, ich bin ja einen Tag zu spät! Allerdings habe ich die Schürze wirklich erst gestern abend fertig genäht. Bis dahin lag sie zugeschnitten auf meinem Stapel und wurde leider etwas stiefmütterlich behandelt, weil soviel zu tun ist im Moment.
Ich habe also nach dem Vogue Schnitt V8740 das Modell C genäht (hier ein Bild mit meiner ursprünglichen Stoffwahl) und muss sagen, das ist ein toller Schnitt! Auch bin ich froh, mich für einen anderen Stoff entschieden zu haben, denn der Bordürenstoff hätte gar nicht gepasst für dieses Halbteller-Rockteil.
Am zeitaufwändigsten waren das Zuschneiden des Schnittmusters und des Stoffs und außerdem das Herstellen des Schrägbands. Dadurch, dass ich es aus einem Stoffrest gemacht habe, wurde es aus ca. 20cm-langen Streifen zusammengestückelt und hat schon allein eine gute Stunde gedauert (ohne Zuschneiden). Das Nähen ging dann aber sehr flott, die Schürze war nach ca. 1,5h fertig.
Die Zier-Bindebänder, die sich im Vorderteil kreuzen sollten, habe ich nicht aufgenäht, weil mir das Schrägband dafür nicht ausreichte und ohne wollte ich es nicht machen.
Und heraus kommt doch trotzdem ein hübsches Teil, mit dem ich mich nun in die Plätzchenbackerei stürzen kann! Da ich den Schnitt nun habe, kann ich sicher auch noch recht schnell 2 Schürzen für Freundinnen nähen.
Große Empfehlung also für dieses Schnittmuster!
Heute gibt es aber nur Fotos an der Puppe. Tragebilder kommen dann zusammen mit meinem Weihnachtskleid... :-)



Und nun schaue ich mir etwas verspätet die Finalbilder der anderen Schürzenschneiderinnen hier an!
Danke für die Organisation, liebe Martina!

Sonntag, 1. Dezember 2013

Weihnachtskleid-Sew-Along: Teil 3

Und schon wieder ist Sonntag, noch dazu erster Advent!
Ich gerate in´s Trudeln, das merke ich schon. Weihnachtsgeschenke müssen genäht werden, und nebenher soll man auch noch ein bisschen was arbeiten, optimalerweise den Speiseplan der Adventszeit angleichen und Stimmung zaubern. Puh. Ein paar Reserven habe ich noch, und glücklicherweise bin ich egoistisch genug, dass mein Weihnachtskleid erste Priorität hat unter allen Bastelaktionen.

Teil 3 also lautet:
Jetzt aber los, erste Nähte sind gemacht!  / Endlich hab ich angefangen / Probemodell sitzt, ich kann den richtigen Stoff zuschneiden / Ich bin ein Streber und nähe jetzt mein zweites Weihnachtskleid

Ich habe mich also für das Schalkragen-Kleid aus der Burda 08/11 entschieden und in der letzten Woche ein Probekleid genäht aus einem alten (schätzungsweise) Acryl-Webstoff von meiner Oma. Die Farbe ist wunderschön, aber der Stoff ist erstens extrem widerspenstig und zweitens fühlt er sich nicht gerade bombastisch an auf der Haut. Aber nun habe ich ihn vernäht und bin froh über etwas mehr Platz in meiner Kommode.
(Und immerhin habe ich den perfekten Stoff für das Kleid gefunden, hier gezeigt.)
 

Die Länge habe ich gekürzt und den Schalkragen ebenfalls, beides aufgrund von Stoffmangel. Aber das ist ja egal.
Ansonsten muss ich sagen, dass ich negativ überrascht bin, dass ich in eine Größe 40 gerade noch so reinpasse. Ich meine, ich war großzügig und dachte, ich schneide mal eine Nummer größer aus... und dann sowas. Nun ja, ich versuche es nicht persönlich zu nehmen.
Ich habe außerdem bemerkt, dass die vorderen Teilungsnähte viel zu weit außen sitzen, das muss ich also neben Weitezugabe ebenfalls ändern. Und auch so bin ich ziemlich am herumfriemeln gewesen, mit Reißverschluß und Futter und so - daran sieht man, dass ich im Kleidernähen null geübt bin.
Positiv an dem Schnitt ist, dass die Taille gut sitzt (der Schnitt ist eine Langen-Größe), und der Schalkragen macht voll was her, auch wenn es hier nur ansatzweise rauskommt, weil ich ihn zu kurz zugeschnitten und auch noch mit einem dunkelblauen Stoff gefüttert habe. Die Rockform finde ich ebenfalls perfekt für mich.
Liebe Stefanie, sag mal, du hast das Kleid doch auch mal genäht, oder? Der Schal wird einfach fransig und ungefüttert angenäht?

Am kommenden Samstag steigt die große Sause in meinem Lieblingsrestaurant, und bis dahin muss das Ding fertig sein!

Und nun hoffe ich, dass ich in den nächsten beiden Tagen alle weiteren Weihnachtskleidnäherinnen in ihrem Vorankommen auf dem MeMadeMittwoch-Blog verfolgen kann - es sind ja sooo viele! Ein Riesenerfolg ist dieser Sew-Along, danke für die Arbeit, die du dir machst, liebe Katharina!

Na dann fröhliches Plätzchenessen und Drei-Haselnüsse-Für-Aschenbrödel-Schauen (12 Uhr KIKA) heute!!!

Freitag, 29. November 2013

Neuer Nähstoff

Die kommenden Nähabende sind gesichert.

Erstens habe ich einen schönen Stoff für mein Weihnachtskleid gefunden. Ich fand in meinem Stofffundus leider nichts, was mir festlich genug erschien (der Sari ist ja mittlerweile ausgeschieden), und so stattete ich dem Stoffladen um die Ecke einen Besuch ab. Dort lag dieser weich fallende und sehr angenehme Webstoff (angeblich Polyester/Rayon/Elasthan-Mischung, fühlt sich aber gar nicht nach Plastik an, sondern eher nach Viskose/Wolle... komisch) mit eingewebten goldenen und silbernen Fäden (auf dem Foto leider nicht so gut zu erkennen)... wunderschön. Ich sah ihn und wußte, er ist es.
Der Ladenbesitzer kauft Stoffe nicht beim Händler ein sondern von Konfektionen auf, man kann also mit Glück eine tolle Qualität für einen guten Preis (hier 10,-/m) ergattern. Ich glaube, das Glück war diesmal auf meiner Seite und freue mich nach einem Probemodell für das Burda-Schalkleid nun sehr darauf den Stoff zu vernähen.

Und zweitens nenne ich seit gestern die 1. Staffel von Charlies Angels mein eigen... :-)
Die Serie habe ich zuletzt in meiner Jugend gesehen und glaube, dass ich nach wie vor total darauf stehen werde - vom modischen Input mal ganz abgesehen!





Dienstag, 26. November 2013

Kochschürzen-Sew-Along: Teil 2


Ich halte mich heute noch zurück, nur um dann zum Finale in vollem Glanz zu erstrahlen!
Mit anderen Worten: ich bin habe gerade mal den Schnitt ausgeradelt und meine Stoffwahl geändert.
Denn den ursprünglich ausgewählten Stoffschatz konnte ich beim besten Willen nicht in kleine Stücke zerschneiden, und das hätte ich für den Schürzenschnitt tun müssen. So ist halt ein Kleidchen daraus geworden.


Stattdessen wird meine Schürze nun Röschen tragen (Baumwollstoff vom Maybachufer, letztes Jahr im Mai besorgt), und für Schrägbänder muss der Rest eines Baumwollstoffes (ebenfalls beim selben Marktbesuch ergattert) herhalten, den ich bereits zu einer Hemdbluse verarbeitet habe.

Heute muss ich mich kurz halten und werde später hier bei Kuddelwuddel beim Kochschürzen-Sew-Along stöbern und mir die anderen Schürzen anschauen, die bestimmt schon viel weiter sind als meine!

Sonntag, 24. November 2013

Weihnachtskleid-Sew-Along: Teil 2

Heutiges Motto ist: Jetzt nähe ich doch lieber, was die anderen nähen/Ich habe mich für mein Traumkleid entschieden/Ich nähe lieber erst ein Probemodell/Taddaa, zugeschnitten/Der Stoff reicht nicht, Hilfe!

Ich bin total verwirrt. Dieser Sew-Along hat mir alle nötige Inspiration gegeben, auf die ich gehofft hatte, oder besser gesagt, ich war nach dem Studieren aller Projekte (was sich durch die riesige Anzahl über die gesamte Woche erstreckt hat) richtiggehend platt. Dann kamen nach und nach so die Kommentare zu meinem Projekt, und ich zweifelte immer mehr an meinem Saristoff, d.h. an seiner Eignung für ein Weihnachtskleid. Es schlich sich auch unmerklich ein Sinneswandel bzgl. meines gewählten Kleiderstils. Mittlerweile fand ich, ich hätte auch mal gern ein Kleid im 40er/50er-Jahre-Stil. Aber da ich eine treue Seele bin, blieb ich vorerst bei meinem Projekt.
Bis ich gestern nach dem Schnittmuster suchte. Und es nicht fand. Ich konnte den bestimmten Bogen  auch nach intensiver Suche nicht finden. Das Blöde ist, dass genau auf diesem Bogen (alle anderen sind noch da - nur jenen hatte ich mal abgeschnitten und genutzt, da ich das Burda-Kleid schonmal einer Freundin genäht hatte) auch das Schnittmuster für meine Bluse war, die ich als "Notnagel" auserkoren hatte.

Dann setzte ich mich gestern bei einer Riesentasse Tee nochmal hin und studierte meine Schnittmustersammlung. Ich hätte sehr gern auch mal nach einem Butterick-Schnitt (der gerade eine Hochzeit in einigen Blogs erlebt) genäht, möchte jetzt aber erstmal mit meinem Material hier zuhause auskommen, sowohl schnitt- als auch stofftechnisch.

Einen geeigneten Schnitt für den Sari fand ich irgendwie nicht, und so schaute ich mir mal meine alten Burdas an, nachdem ich meine neuen durchforstet hatte.
Lustigerweise entdeckte ich einige Modelle, die EINS zu EINS übernommen wurden mit knapp fünfzig Jahren Pause! Seht her:

Burda 10/1965 - Burda 01/2013
Burda 10/1965 - Burda 12/2013

Burda 10/1965 - Burda 01/2013
Nachdem ich hin- und herüberlegt habe, habe ich mich nun für eins der Kleider aus der Burda 08/2011 entschieden, dann muss ich nicht mehr ganz so viel ändern. Mir gefällt das linke sehr gut, bin mir nur mit den Falten am Ausschnitt nicht sicher, ob das so gut aussieht. Den Turtleneckkragen finde ich dagegen sensationell und auch die angeschnittenen Ärmel und das ausgestellte Rockteil.
Das zweite Kleid finde ich durch den Schalkragen sehr interessant, und es ist auch für große Frauen konzipiert.


Weiter bin ich also noch nicht,  aber der Gatte wird ab heute bis Weihnachten quasi durchspielen, sodass ich viele freie Abende haben werde, an denen ich mich ganz der Näherei widmen kann.
Sehr schön!

Und nun schaue ich mal hier auf dem MeMadeMittwochBlog, wie weit die anderen Damen mit ihrem Entscheidungsprozess sind!

Mittwoch, 20. November 2013

Me Made Mittwoch Late Night: Vorhangkleid

Nachdem der Hoffotograf leider erst sehr spät Zeit hatte für sein Hausmodell, bin ich echt superspät dran heute. Da kann man schonmal die schwarzen Stiefel mit dem Reißverschluß hinten raussuchen, finde ich.


Genäht habe ich ein Kleid aus der Burda 03/2010. Zwar wollte ich kein Brautkleid nähen, aber der Schnitt war der einzige, den ich in dieser schlichten Machart gefunden habe.
Im Großen und ganzen habe ich es bei dem Schnitt belassen. Lediglich die Ärmel habe ich gerade runtergeschnitten und keine Trompetenärmel gemacht. Sonst mag ich Trompetenärmel sehr gern, aber bei diesem auffälligen Stoff wollte ich ein superschlichtes Schnittmuster haben. Damit ich ihn nicht zerschnippeln muss, war außerdem Voraussetzung, dass es so wenig Schnitteile und Abnäher gibt wie möglich. Außerdem habe ich auch die Ärmel gefüttert entgegen der Anleitung, da ich vorhabe auch mal einen Rolli drunterzuziehen.




Der Stoff ist ein alter Vorhangstoff, den ich aus meinem Lager gekramt habe. Ich glaube, den habe ich mal für wenige Euro geschossen, und er sieht nach einem original 60er-Jahre-Stoff aus. Die Vorhangklipper waren jedenfalls noch dran. Ist eine etwas schwerere Viskose-Mischung, schätze ich, aber kein typischer Home-Dekor-Stoff.

Ursprünglich wollte ich den Schnitt für den Kochschürzen-Sew-Along verwenden und einen Vogue-Schürzen-Schnitt realisieren (nachzulesen hier). Das war meine blitzartig getroffene Entscheidung, als ich von dem Sew-Along Wind bekam. Denn tatsächlich wollte ich vor Weihnachten eine Schürze nähen, und der Schnitt lag ganz oben auf meinem Stapel.
Nun ist aber der Schürzenschnitt einer, der aus vielen Teilen besteht oder schräg und tellerartig zugeschnitten werden soll. Das funktioniert beides leider nicht mit dem Stoff, wie ich erst später bemerkte, als ich mir die Schürzenschnitte genauer ansah. Und zum Zusammenschneiden war mir der Stoff zu schade.
Also eben so. Ein bisschen habe ich noch übrig von ihm - vielleicht findet sich noch ein Auftritt im Rahmen der Schürze.
So habe ich ein Notfall-Weihnachtskleid. Oder eins für den kommenden Theater-Faschingsball, der die 60s zum Motto haben wird. :-)

 
 

Und nun gehe ich hier schauen, was alle anderen Mittwochsdamen tragen!

Sonntag, 17. November 2013

Weihnachtskleid-Sew-Along: Teil 1

Ich finde, für jemanden, der sich seine Kleidung selbst näht, gibt es kein schöneres Ritual, als sich jährlich ein Weihnachtskleid zu nähen.
Letztes Jahr um die Zeit habe ich mit einem Auge den Sew-Along auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog verfolgt, hatte aber noch keinen eigenen Blog. Ein Weihnachtskleid habe ich mir trotzdem genäht, wenn auch in einer halsbrecherischen Hauruck-Aktion. Und da es für die diesjährige Weihnachtsfeier in meinem Lieblingslokal natürlich wieder ein schönes Outfit geben soll, passt mir der Sew-Along wunderbar in den Kram. Vielen Dank für die Organisation, liebe Katharina, ich freue mich wirklich sehr auf den Austausch und die Inspiration!
Denn die habe ich dringend nötig.

Thema heute ist: Ich bin ein Streber und habe schon alles zusammen gesucht / Ich habe noch überhaupt keinen Plan und sage stattdessen ein Gedicht auf / Ich gucke mal, was die anderen so nähen / Dieser Stoff soll es sein, nur was für ein Schnitt?? / Kleine Rückblende: mein Weihnachtskleid 2012/2011
 
Ich muss mit meinem Kleid schon am 7.12. fertig sein, daher geselle ich mich von vornherein zu den Strebern.
Schon vor einer guten Woche habe ich mir den Kopf zerbrochen, was ich um Himmels willen mit meinem Stoff, den ich aus meinem Lager gezogen habe, anfangen soll. 
Es handelt sich um einen Sari-Stoff, den mir eine ehemalige Arbeitskollegin mal aus Indien mitgebracht hat. Das Dunkelgrün mit dem eingewebten goldenen Muster passt super zu Weihnachten, und ich wüßte nicht, zu welchem Anlass ich sonst so einen Stoff vernähen sollte.
Zunächst habe ich gezögert, denn ich war mir nicht sicher, ob ich den Sari einfach so zerschneiden soll. Schließlich verliert er dadurch seine Funktion. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich den Sari niemals in der traditionellen Variante tragen würde, obwohl ich das wunderschön finde und es mir vielleicht auch stehen würde. Irgendwie hätte ich aber wohl immer das Gefühl, an mir herumzupfen zu müssen oder Angst, dass nur jemand an einem Ende ziehen müsste und ich dann im Evakostüm dastehen würde!!


Nach der Entscheidung für das Zerschneiden ging es an die Schnittmustersuche.
Der Stoff ist ein sehr leichter taftartiger Stoff, der nur ein wenig durch die goldene Borte unten beschwert wird. Es handelt sich auch um reine Plastik, glaube ich. Egal, für einen Abend geht das schon mal. Der Stoff hat auf der ganzen Länge von über 5 Metern unten und oben diese Borte (jetzt unten), und an einem Ende einen Coupon aus wunderschönem Brokatmuster. Dieses Stück reicht allerdings kaum für einen Teil des gesamten Kleides, und so würde ich es höchstens als Akzent einsetzen oder nur ein kleines Täschchen daraus nähen, passend zum Kleid.

Zur Auswahl stehen bisher folgende Schnittmuster, wobei mich keins so richtig überzeugt.
Ich werde heute abend alle Teilnehmerinnen des WKSA zu Rate ziehen. So habe ich zum Beispiel das Kleid, welches Julia letztes Jahr genäht hat und welches von Nina von Kleidermanie dieses Jahr zur Auswahl steht, ins Auge gefasst. Könnte ich mir auch sehr schön vorstellen.


Dieser Schnitt ist aus der Burda 6/2010, und die Ärmelpartie könnte ich mir aus dem Brokatteil vorstellen. Längenmässig würde ich über dem Knie enden.


Dieses Kleid aus der Burda 11/2007 habe ich schon einmal einer Freundin genäht, und das sah toll aus. Hier ist die Frage, ob mein Stoff so schön fallen würde... Der Schnitt ist aber für große Frauen konzipiert und wäre passend für meine Figur. 


 Ebenfalls aus der Burda 11/2007 ist diese Bluse. Sie werde ich wohl so und so nähen, genug Stoff ist ja da. Ich habe eine schöne schwarze Marlene-Hose, zu der die Bluse als "Notlösung" gut ausschauen würde. Mit dem Ausschnitt müsste ich mal sehen, der ist ja ganz schön krass.

So, und nun schaut doch mal hier zu den anderen Weihnachtskleiderschneiderinnen!
Ich hoffe, ich finde dort heute abend noch das ultimative Schnittmuster!!!