Freitag, 18. November 2016

Weihnachtskleid-Sew-Along, erster Teil: "Inspiration"

Ihr seht mich hysterisch lachen, während ich mich auf die letzten Minuten noch beim Weihnachts-Sew-Along einreihe. Ihr müsst nämlich wissen, dass ich - mit absolutem Zeitmangel geschlagen - schon den Wintermantel-Sew-Along sang- und klanglos habe auslaufen lassen. Wohlbemerkt: nach dem ersten Teil mit der Planvorstellung. Nun ja.

Wie kann ich aber darauf verzichten, diese schöne Tradition der Weihnachtskleidnäherei weiterzuführen? Und auf diese äusserst charmante Moderation von Dodo und Yvonne auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog?
Was für ein schönes und inspirierendes Paar!

Also, einmal durchschütteln und allen Widrigkeiten zum Trotz einen neuen Anlauf wagen, heißt mein Motto.

Ich bin erst seit 2013 dabei, und bisherig begleiten mir diese drei Modelle:


Dieses Kleid habe ich damals viel getragen, mittlerweile hat es eine kleine Pause hinter sich. Aber seine Zeit kommt schon wieder.

Diese wollene Kleid von 2014 mag ich sehr, aber aufgrund einer etwas schlampigen Änderung trage ich es selten. Ich müsste mich einfach nochmal ransetzen.


Auch 2015 hatte eine folkloristische Vintage-Borte ihren großen Auftritt bei mir, diesmal als Bund eines schwarzen Rockes. Dazu trug ich ein schwarzes Shirt und ein Tuch:


Für dieses Jahr hätte ich mir mal einen Hosenanzug gedacht. Ich merkte in letzter Zeit, dass ich einige Gelegenheiten im Jahr habe, schicke und besondere Hosenanzüge zu tragen. Meinen dunkelgrünen Samthosenanzug (HIER mit Details zur Fertigung) habe ich dieses Jahr zweimal getragen, und ich hätte gern einen weiteren, den ich je nach Anlass mit schickem Hemd oder protzigem glitzernden Oberteil tragen kann. Bin nämlich zu dem Schluss gekommen: es gibt kaum ein wandelbareres Outfit, das immer zugleich lässig und formell und schick und angezogen aussieht, als einen Hosenanzug (der durchaus sehr feminin wirken kann!), vor allem, wenn er auch noch aus einem besonderen Stoff besteht, was für mich bedeutet: nicht schwarz- oder dunkelblau-businessaffin ist.

Der Plan wäre also, den (bereits geänderten und ausgeradelten) Blazerschnitt aus der Burda 03/2015 mit einer Hose zu kombinieren, aber nicht mit der, die ich bereits aus Samt genäht habe. Oder vielleicht doch? Mal sehen. Alternativ würde ich gern diese Hose aus der Nähtrends 08/2016 nähen. Diese Originalhose besitze ich nämlich, und ich liebe sie heiß und innig. Wie habe ich mich gefreut, das Modell in der neuen Nähtrends zu sehen! Ich könnte mir diese schicke Mango-Hose, die so unverschämt von Gucci abgekupfert ist, einfach so nachnähen, immer wieder, ohne das Original auseinandernehmen zu müssen. (Nagut, der Schnitt wird sicher etwas vom Original abweichen, aber er wird nah dran sein, der Test wäre spannend.)


Als Stoff steht mir ein schöner dunkelbrauner Wollstoff zur Verfügung, den ich mal vor einigen Jahren am Maybachufer gekauft habe. Er schreit förmlich danach vernäht zu werden. Ich müsste mal schauen, ob er mir ausreicht.

Oh, und wie wundervoll wäre es, wenn ich auch noch den Mantel aus dem Wintermantel-Sew-Along dazu fertigbekäme. Naja, wir wollen mal auf dem Boden bleiben.

Aber wer weiß, wahrscheinlich wird mir nach dem Stöbern hier auf dem Me-Made-Mittwochblog sowieso ganz schwindelig werden ob der ganzen tollen Ideen und ich nähe mir am Ende doch ein Kleid. Heutzutage weiß das doch niemand.

Ich freue mich auf Euch alle!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Sonntag, 16. Oktober 2016

Large rectangle in spider net: Tücherstricken als Therapie

Kurz vor dem Sommerurlaub entschied ich mich ein neues Tuch zu beginnen, damit ich den Sommer über und weiter in den Herbst hinein nebenbei was stricken kann, wenn mal Zeit ist.
Ich entschied mich für ein weiteres Modell aus dem Buch "Victorian lace today" von Jane Sowerby, aus welchem ich bereits dieses Tuch gestrickt hatte. Acht Knäuel feinstes "Kid Silk" in Farbe 19 (olivgrün) von drops waren vorhanden, und das sollte genau reichen nach meinen Berechnungen.

Die Ausmasse des Tuches kündigten sich schon ziemlich riesig an mit 2,30 x 0,80m im Originalgarn:


Daher dachte ich, es würde bis zum Winter dauern, bis es fertig werden würde...

Leider kam es so, dass der Urlaub auf ein paar Tage begrenzt blieb und ich die nächsten Wochen auf einem weitläufigen Krankenhausgelände und in Zügen verbrachte, ich hatte viele Stunden zum Stricken, sodass ich nun - nach guten zwei Monaten - fertig bin.

In dem Stricktuch stecken viele Sorgen um meinen Vater, viele Gedanken sind dort eingeflossen.
Und ich musste wieder einmal feststellen, dass Stricken wunderbar ist für die Psychohygiene. Wenn sich Gedanken nur um das Muster und die Haptik der Wolle drehen, können die meisten anderen Gedanken wie nebenbei über die Hände und Nadeln rausgelassen werden. Der Rhythmus des Strickens hat etwas sehr Beruhigendes, und insgesamt wirkt es doch sehr meditativ, wenn man soweit mit dem Strickstück eins ist, dass man sich nicht über irgendwelche Fehler ärgern muss oder ständig das Muster ändern muss.
Darum steckt in diesem Tuch sehr viel drin, es hat für mich eine sehr große Symbolik, vielleicht die höchstmögliche Symbolkraft.

Und nebenbei ist es auch noch traumhaft schön geworden.
Ich weiß, grün auf grün wirkt nicht so toll, aber ich wollte schon immer mal so schicke Fotos von einem Tuch in einem herrlichen Garten machen (wie in den Büchern, Ihr wisst schon):


Zuerst wird der Mittelteil gestrickt, dann die Borte außen herumgestrickt.


Ich kann mich zwar fünfmal einwickeln in das Tuch, aber was soll´s... :-) Bestimmt kann ich es so auch als Wickelkleid tragen! Und dieses riesige Tuch ist dabei federleicht - es wiegt keine 200 Gramm!






Ich bin ganz verliebt in das Tuch. Und muss auch noch sagen, dass die Anleitung aus dem Buch - wie auch beim letzten Mal - eine hundertprozentige ist. Alles stimmt, alles funktioniert. Irgendwann kommt noch eins dran.

Liebe Grüße,
Nastjusha

Dienstag, 27. September 2016

Winter-Mantel-Sew-Along: Inspiration

Hurtig, hurtig noch ein paar Zeilen des Dankes an Karin und Nina, die pünktlich zum Herbstanfang einen Wintermantel-Sew-Along auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog hosten.
Hier auf meinem Blog war tote Hose, im wahrsten Sinne des Wortes, aus vielen Gründen, die das reale Leben so bereithielt und immer noch -hält.
Aber ich gebe nicht auf, ich nicht.
Darum möchte ich nach gefühlt ewiger Nähpause mit diesem Mantelprojekt wieder einsteigen.
Erstens habe ich immernoch einen Haufen an Stoffen zu verarbeiten, darunter einige schöne Mantelstoffe, zweitens kann man nie genug Mäntel haben. Diese Meinung vertrete ich in der Familie allein, aber was kümmert mich das...

Die liebe Wiebke hat mir im vorletzten Jahr (ungläubiges Staunen!) einen herrlichen Wollstoff vom Maybachufermarkt geschickt. Sie sah ihn und las "Nastjusha" drauf, checkte kurz ab und schickte mir nach begeisterten Ausrufen aus dem Süden der Republik 3m von diesem Stoff. Ich glaube, das ist ein reiner Wollstoff, von dicker Qualität, mit einem herrlichen gewebten Muster.

Außerdem hat mir die Mutter meiner Nachbarin (soweit spricht sich die Leidenschaft der Hobbynäherin herum) mal von einer Auktion eine riesige Tüte Felle mitgebracht. Ja, Felle. Alte Krägen, halb verarbeitet, Fell-Innenfutter, einen ganzen Fuchs gar. Tja. Was sagt man da...
Wie früher schon einmal geschrieben: ich würde mir nie einen neuen Pelz kaufen (russischen Genen zum Trotz), auch keine Jacke mit diesen Pelzrändern oder was es alles gibt. Genug gesehen zu dem Thema. Aber nun ja, diese alten Felle, die müssen aus den 70ern oder so stammen, die werde ich verarbeiten. Manch einer mag darin einen Widerspruch sehen, und ich akzeptiere das auch, aber ich muss zugeben, ich finde Fell wirklich schön (hier widerum setzen sich die russischen Gene vielleicht durch), sieht man ja auch an meinen ganzen Fake-Fur-Projekten, und habe kein Problem es zu verarbeiten um Kleidung mit Krägen oder Manschetten aufzupimpen, wenn das Material da ist oder auf so einem Wege zu mir kommt.

Ich möchte also gern einen Mantel nähen mit einem Pelzdetail daran.


Ist der Stoff nicht traumhaft? Ich sehe eher Fuchs dazu (unten), aber das obere Stück (keine Ahnung, was das mal war) ist etwas länger und dadurch evtl. geeigneter, wir werden sehen.

Da der Stoff sehr auffallend ist, benötigt er einen schlichten Schnitt, finde ich. Heißt: keine aufgesetzten Taschen, keine Riegel, so wenig Schnittteile wie möglich.

Den hier könnte ich mir gut vorstellen, er stammt aus der September-Burda von 1971.
Allerdings ist mir das schon fast ne Spur zu sehr 70er-Romantik. Es könnte sein, dass der Mantel aus diesem Stoff und mit so einem opulenten Kragen zwar phantastisch aussieht aber ich für diese krasse Zeitreise nicht allzu oft in Stimmung sein werde.


Dieser Schnitt aus der Oktober-Burda von 1970 könnte das Kunststück schaffen, den Retro-Touch des Musters vielleicht nicht zu hundert Prozent aufzufangen und auszubauen.


Ach, dummes Gequatsche. Was weiß ich. Wäre doch beides ganz schön monsterretromässig. :-)
Irgendwie tendiere ich momentan aber zum zweiten Modell.
Unter Umständen werde ich aber doch noch umgestimmt, wenn ich mich hier bei den anderen und ihren Ideen umgeschaut habe...

Ich freue mich wirklich sehr!

Liebe Grüße,
Nastjusha

Freitag, 24. Juni 2016

Aus der Versenkung im neuen Schleppenrock

Ihr Lieben da draußen, ich tauche mal wieder auf aus der Versenkung, nachdem ich nun endlich mal zwei Teile fotografiert habe. Das Bügeln und Anziehen und Fotografieren und Bearbeiten dauert bei mir viel länger als das Schreiben selbst.
Ich bin nicht viel zum Nähen gekommen in letzter Zeit, tatsächlich sind es nur diese zwei Teile gewesen in den letzten Wochen, aber so isses halt, und hat auch sein Gutes, zeigt es doch, dass so einiges los ist. Auch Blogs habe ich überhaupt nicht gelesen, nachdem ich den Computer zuhause kaum mehr anmache und der Arbeitslaptop "blogrein" bleiben soll. Das Verbot habe ich mir selbst auferlegt, und ich halte mich erstaunlicherweise auch daran. Dennoch geht mir dadurch viel verloren, was sich hier so getan hat, aber ich bin guter Hoffnung, mich bald wieder mehr einzuklinken.

Heute zeige ich euch einen Schleppenrock, den ich mir aus Anlass einer Musikpreisverleihung genäht habe. Da ich selbst keine Künstlerin/Preisträgerin war, sollte mein Outfit irgendwie festlich (aber nicht allzu sehr), leger und sachlich gleichzeitig sein. Ziemlich schnell war mir klar, das geht so nur mit meiner geliebten Kombination langer Rock mit Schleppe - Hemdbluse.

Den tollen Rock aus der Burda 09/2014 habe ich bereits einmal genäht und HIER gezeigt.

Ich habe den Rock um ca. 6cm verlängert, weil er mir beim letzten Mal nicht lang genug war, aber ansonsten habe ich alles gehalten wie beim letzten Mal. Der wichtigste Arbeitsschritt war auch hier wieder die komplette Fütterung und Verstürzung des Rocks. So hat er einen wunderbaren Fall und man sieht das Innenleben des Rocks nicht, wenn die Schleppe sich mal dreht oder man sie in die Hand nimmt. Das war bei der Burda so nicht vorgesehen.

keine Sorge, die Bluse spannt eigentlich nicht so... :-)
Vielleicht erkennt der eine oder andere den Stoff wieder: er ist von fashion for designers und ja schon einige Male vernäht worden in der Community - seine schöne Viskose-Qualität ist von der Beschaffenheit wie gemacht für dieses Rockmodell.



Ihr ahnt vielleicht, was nun kommt. So eine Schleppe macht sich wirklich hervorragend auf dem roten Teppich, aber auf der Party später mit Buffet und Tanz und allem drum und dran kann das Ding im schlimmsten Fall nerven, im besten Fall für Unterhaltung aller sorgen.
Bei mir war letzteres der Fall.
Nachdem mir ungefähr 6 Leute draufgestiegen sind und ich diverse Warnungen von allen Seiten entgegennehmen durfte (harhar), bot sich auch noch jemand an, die ganze Zeit mit ausgebreiteten Armen hinter mir herzulaufen und den Schleppenradius zu sichern.
So weit so lustig, aber der Wendepunkt kam mit der absurden Situation, dass an der Barschlange jemand auf die Schleppe stieg, ich einen Schritt nach vorn machte, sie die Schleppe somit spannte und daraufhin ein Zweiter drüberflog... purer Slapstick, ich sag´s euch! :-)

Ab da an habe ich die Schleppe nur noch so gehalten. Ging gut, und auch beim Tanzen lassen sich tolle Effekte damit erreichen! Hab ich für euch getestet.


Ein Wort muss ich auch noch ausnahmsweise zu der gekauften Hemdbluse verlieren, da sie so tolle Details hat, die ich euch zeigen möchte, so recherche-inspirationshalber. Die Bluse ist von Steffen Schraut und aus einer Baumwoll-Elasthan-Mischung, an die ich mich nie im Leben ranwagen würde. Überhaupt habe ich mich nicht getraut eine helle unifarbene Hemdbluse zu nähen weil ich glaube, ich würde sie nicht sauber genug hinkriegen.

Ich habe noch nie gesehen, dass einer der oberen Knöpfe einfach weggelassen wurde.
Das ist natürlich kein Versehen, denn ein Knopfloch fehlt da auch. Allein am Kragen ist ein Knopf und dann wieder der, der sowieso zu bleiben würde, weil dann Schluss ist mit dem Dekolletee.


Hinten Passe und zwei Abnäher, so weit klar. Man sieht aber schon, dass das Besondere die Ärmel sind.


Sie sind oben und unten gerafft und haben eine Manschette, die nach oben geöffnet ist.


So wird aus einer schlichten hellblauen Hemdbluse ein raffiniertes feminines Ding.


Zu dem Ensemble trug ich Schuhe, die ich vor zwei Jahren im Rahmen des Nix-für-Lemminge-Mustermix-Sew-Alongs kaufte, und sie passten perfekt, dazu einen dunkelblauen Kaufblazer ohne Kragen und mein Lieblings-Leo-Tuch.


Alles in einem war ich höchst zufrieden mit diesem Outfit, und es war genau richtig. Ein bisschen schick, ein bisschen leger, ein bisschen extravagant. Perfekt.

Und nun euch ein schönes sonniges Wochenende!
Nastjusha

Freitag, 29. April 2016

Prada-Sew-Along: Finale

Seit einigen Tagen präsentieren die Teilnehmerinnen des Prada-Sew-Alongs ihre tollen Ergebnisse.
Hier war an allen Fronten viel los, sodass ich mich nach einer kleinen Funkstille einreihe.

Ich freue mich, dass ich mit meinem Mantel- und Rockvorhaben à la Miu Miu für meine Bedürfnisse richtig lag: beide Teil habe ich schon mehrmals getragen und mich tierisch (krchch) wohl gefühlt!
Meine Fotoposen-Schüchternheit in der Öffentlichkeit ist der Grund dafür, dass es nur die üblichen Wohnzimmerfotos gibt. Bitte glaubt mir, dass ich meine Sachen auch ausführe! :-)

hm, den Knopf muss ich nochmal leicht versetzen


love it!




Ich dachte ursprünglich, beide Teile wären zuviel des Guten. Als ich dann letztens mich für eine Einladung fertigmachte, dachte ich mir, was soll der Geiz. Und: ein bisschen Haudrauf und nichts für schwache Gemüter, aber gar nicht so übel. :-)



Also, vielen lieben Dank Monika, Sybille und Claudia, für die Idee und das fleißige Hosten dieses Sew-Alongs! Durch euch habe ich mich durchgerungen endlich diese Stoffe zu verarbeiten, die ich GENAU für diesen Zweck, nämlich einen Miu-Miu-inspirierten Mantel und einen passenden Rock, im letzten Jahr gekauft hatte.

Die Idee für diesen Sew-Along entsprach mir SEHR, und ich hoffe, es gibt bald mal wieder einen schicken Designer-Sew-Along! Finde ich nämlich toll.

Und nun alle HIER auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog schauen, was an Pradaeskem entstanden ist!

Liebe Grüße,
Nastjusha


Sonntag, 3. April 2016

Prada-Sew-Along: Zwischenstand

Die Ferien sind vorbei, und ab morgen herrschen wieder Zucht und Ordnung. Das heißt, die Kinder gehen in KiGa und Schule und ich bin wieder am Arbeiten, was geringe Nähzeit bedeutet.
Da wir keinen großen Osterurlaub gemacht haben sondern die Wohnung auf Vordermann gebracht haben und an den neuen Kinderzimmern weitergearbeitet haben, hatte ich zwischendurch Zeit zum Nähen und habe meine Projekte fertiggestellt. Ich wusste, ich muss das in den Ferien schaffen, danach habe ich erstmal keine Zeit.

Mantel und Rock sind fertig, gefüttert und wurden auch schon ausgeführt.
Der Mantel hat für Furore gesorgt (ok, für den Alltag ist das nichts), den Rock finde ich auch herrlich, muss den Gatten aber noch überzeugen (und wenn nicht, ist ja auch nicht so schlimm, er muss ihn ja nicht tragen).


Der Mantel sitzt wie angegossen - viel kann ich nicht darunterziehen - , nur das Ärmeleinsetzen war wieder meine Schwachstelle. An wenigen Stellen sind minimale Kräuselungen zu entdecken, aber seit ich letztens einen Blazer von Dries van Noten gesehen habe, wo die Ärmel aussahen wie von mir beim allerersten Mal eingesetzt, bin ich da entspannter geworden. (Ich hoffe, das Bild finde ich nochmal, dann reiche ich es zur Beruhigung aller bei Gelegenheit nach.)


Für das untere Rückteil des Futters habe ich die Kellerfalten des Schnitts oben zusammengelegt und dann aufspringen lassen und das Futter so mit großzügiger A-Linie zugeschnitten, aber ohne Falten. Passt wunderbar so.


Unten hängt das Futter lose. Ich glaube, es sieht nur hier so aus, dass es unter dem Oberstoff hervorlugt, ist mir beim Tragen nicht aufgefallen.


Der Rock hat nur ein Schnittteil, welches viermal zugeschnitten wird. Einfach, aber effektiv, denn er schwingt herrlich so. Mit schickem Futter fällt er auch gut. Ihn habe ich im Gegensatz zum Mantel nicht gesäumt sondern einfach unten offenkantig gelassen.


Ich habe bereits gesehen, dass hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog einige Damen UNGLAUBLICH fleißig waren in den letzten Wochen. Schaut euch unbedingt die herrlich unterschiedlichen pradaesken Interpretationen an!

Liebe Grüße und auf bald im Finale,
Nastjusha

Samstag, 26. März 2016

Prada-Sew-Along: Projekt- und Stoffvorstellung

Es geht schon weiter mit dem wunderbaren Prada-Sew-Along - das erste Brainstorming ist gemacht, und diesmal stellen alle HIER auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog ihre ausgewählten Stoffe und Projekte zu dem Thema vor.

Ehrlich gesagt bin ich gar nicht groß zum Nachdenken gekommen. Beim letzten Mal habe ich alle in Frage kommenden Stoffe gezeigt und eine erste Richtung mit dem Schlangenleder-Mantel von Miu Miu aus der F/S-Kollektion 2014 eingeschlagen.
Dabei wird es bleiben, und dazu möchte ich auch das weinrote Schlangeleder-Imitat verarbeiten, zu einem Rock. Einen gestreiften Pulli werde ich beginnen mit Alpaca-Wollresten nach einem Strickmuster aus der aktuellen Verena, dazu später mehr, aber bis dahin wird´s ein Kauf-Stricktop tun, welches sich zu den beiden zu verarbeitenden Stoffen geschmuggelt hat:


Ich hatte schon die Ahnung, dass für den Mantel eher ein Schnitt aus meiner Sammlung älterer Burdas in Frage kommen würde und wurde auch fündig in der April-Burda von 1971:





Den Schnitt habe ich ausgeradelt und ziemlich radikal geändert. Die Taillennaht habe ich höher angesetzt, den hinteren Schlitz rausgenommen und die beiden rückwärtigen unteren Mantelteile zu einem zusammengesetzt und es so weit verbreitert, dass ich insgesamt drei Kellerfalten reinbringen konnte. Diese treffen nun wunderbarerweise mit der hinteren Mittelnaht und den hinteren Teilungsnähten der hinteren Oberteile zusammen. Dazu habe ich einen breiteren Riegel für hinten gebastelt und auch noch jeweils einen für die Ärmel. Außerdem habe ich wie üblich das Oberteil unter dem Armausschnitt um zwei cm verlängert und den Brustabnäher etwas versetzt.
Den Kragen habe ich soweit gelassen, die Ärmel um 3cm verlängert, die Schultern etwas verschmälert und auch in der Taille etwas weggenommen.

Das ganze probierte ich natürlich mit Wollstoffresten aus und schusterte ein Probeteil zusammen. Es schien alles zu funktionieren, und so wagte ich mich auch schon an den Originalstoff.

Zumindest ein Foto der Rückenansicht kann ich schon präsentieren - ich glaube, das könnte was werden!



Passende Knöpfe gab es im Stoffladen um die Ecke nicht, aber die Verkäuferin brachte mich auf beziehbare Knöpfe. Mit diesem Stoff funktionierte das wunderbar:


Bisher läuft diesbezüglich alles nach Plan. Ich hoffe, ich habe mich nicht vertan, denn von dem Stoff habe ich fast nichts mehr übrig, der Zuschnitt hat gerade so geklappt mit 3 Metern Stoff.

Dazu möchte ich einen Rock nähen.
Hier ist einer aus Schlangenleder zu sehen, zusammen mit dem Pulli, den ich so toll finde, beides aus der Vogue Russia, fotografiert von Ellen von Unwerth:

Quelle
Allerdings möchte ich keine Falten einbauen, sondern einen A-Linien-förmigen Rock schneidern, wie er auch bei Marni in der Resort-Kollektion 2016 zu sehen war.

Als Schnittmuster habe ich mir eins aus der Mai-Burda von 1975 ausgewählt, welches ich im allerersten Blogpost von mir vorgestellt habe (ich muss aufpassen, nicht sentimental zu werden!).


Zugeschnitten ist bereits, und einen passenden RV habe ich von Sybille bekommen (lustig, sie ist auch von diesem Rock so angetan...:-), der ich ein paar olle Zuschnittreste des Lederimitats zuschickte... so toll!
Es könnte also sein, dass es mit dem Rock ganz ganz schnell geht.

Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht mehr schaffen werde, im Gegensatz zu einigen anderen Damen, die eine halbe Kollektion bestreiten! Das Thema ist jedenfalls wirklich toll, und es ist SO spannend, wie unterschiedlich es alle Teilnehmenden umsetzen...


Nun euch allen frohe Ostertage und herrliches Wetter!
Nastjusha